Aktashit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, entwickelt aber nur selten gut ausgebildete, pyramidale Kristalle bis 0,2 mm Größe, die zonar mit Gruzdevit verwachsen sein können. Meist findet er sich in Form von xenomorphen Körnern und körnigen Mineral-Aggregaten.
Erstmals entdeckt wurde Aktashit in der Antimon-Quecksilber-Lagerstätte Aktashskoye in der russischen autonomen Republik Altai (südwestliches Sibirien) und beschrieben 1968 durch Vladimir I. Vasil'ev, der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte. Vasil'ev publizierte seine Forschungsergebnisse zu dem neu entdeckten Mineral zunächst ohne Prüfung durch die IMA/CNMNC. Die Anerkennung erfolgte jedoch nachträglich 2008 durch das Sulfosalze-Subcommittee.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Aktashit die System- und Mineralnummer 03.04.13.02. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“, wo das Mineral zusammen mit Gruzdevit und Nowackiit in einer unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 03.04.13 zu finden ist.[12]
Aktashit ist unempfindlich gegenüber Standard-Ätzmitteln. Er reagiert allerdings auf Salpetersäure (HNO3) zunächst, indem er braun wird und anschließend eine blau bis violett gefärbte Lösung bildet.[14]
Als seltene Mineralbildung konnte Aktashit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2016) rund 20 Fundorte als bekannt gelten. Neben seiner Typlokalität Aktashskoye in Südwestsibirien trat das Mineral in Russland noch in der Arsen-Quecksilber-Antimon-Lagerstätte Gal-Khaya in Sacha (Jakutien) in Ostsibirien, in der Gold-Lagerstätte Vorontsovskoe bei Turinsk in der Oblast Swerdlowsk im Ural sowie in Saranovskii Mine bei Gornosawodsk in der Region Perm auf.
In Europa fand man Aktashit in der hydrothermalen, stratiformen Lagerstätte Jas Roux im Gemeindeverband Valgaudemar (Département Hautes-Alpes) in Frankreich und in der Miniera di Monte Arsiccio bei Sant’Anna di Stazzema in der italienischen Region Toskana.
Weitere Fundorte liegen unter anderem bei Bomby im Thunder Bay District (Ontario) in Kanada, in der Erz-Lagerstätte Lianhecun im Kreis Jiuzhaigou in der chinesischen Provinz Sichuan, in der Arsenlagerstätte Lukhumi nahe Mestia (Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien) in Georgien, die Grube Zareh Shuran bei Takab in West-Aserbaidschan, die Antimon-Quecksilber-Lagerstätten im Ferghanatal und im Alaigebirge in Kirgisistan, die Goldmine Moctezuma am gleichnamigen Ort im mexikanischen Bundesstaat Sonora sowie in den Erzgruben bei Cortez im Lander County und Adam Peak im Humboldt County im US-Bundesstaat Nevada.[15]
V. I. Vasil'ev:New ore minerals of the mercury deposits of Gornyi Altai and their parageneses. In: Voprosy metallogenii rtuti (Problems of mercury metallogeny). Izdatelstvo "Nauka", Moskau 1968, S.111–129 (englisch).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band56, 1971, S.358–362 (englisch, rruff.info[PDF; 335kB; abgerufen am 23.Mai 2025]).
Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band58, 1973, S.560–562;hier:562, New Data. Aktashite (englisch, rruff.info[PDF; 349kB; abgerufen am 23.Mai 2025]).
Vladimir I. Vasil’ev, Natalie V. Pervukhina, Stanislav V. Borisov, Svetlana A. Magarill, D. Y. Naumov, N. V. Kurat’eva:Aktashite Cu6Hg3As4S12 from the Aktash deposit, Altai, Russia: Refinement and crystal chemical analysis of the structure. In: Geology of Ore Deposits. Band52, 2010, S.656–661, doi:10.1134/S1075701510070184 (englisch).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.349.
1234567Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.120 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Aktashite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 86kB; abgerufen am 23.Mai 2025]).
↑Aktashite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 23.Mai 2025(englisch).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.174 (englisch).
↑Vladimir I. Vasil’ev, Natalie V. Pervukhina, Stanislav V. Borisov, Svetlana A. Magarill, D. Y. Naumov, N. V. Kurat’eva:Aktashite Cu6Hg3As4S12 from the Aktash deposit, Altai, Russia: Refinement and crystal chemical analysis of the structure. In: Geology of Ore Deposits. Band52, 2010, S.656–661, doi:10.1134/S1075701510070184 (englisch).
12Michael Fleischer:New mineral names. In: American Mineralogist. Band56, 1971, S.358–362 (englisch, rruff.info[PDF; 335kB; abgerufen am 23.Mai 2025]).
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Fundortliste für Aktashit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 23. Mai 2025.