Tennantit, auch unter der veralteten bergmännischen Bezeichnung Arsenfahlerz bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu12[S|(AsS3)4][3] und entwickelt meist tetraederförmigeKristalle ähnlich dem Tetraedrit, aber körnige oder massige Aggregate in einem metallisch glänzenden Stahlgrau. Das Mineral ist eigentlich undurchsichtig, sehr feine Splitter können jedoch rötlich durchscheinend sein.
Fahlerze waren nach Meinung der Forscher bereits in der Antike bekannt, wurden allerdings erst im Mittelalter wissenschaftlich betrachtet und beschrieben durch Georgius Agricola. Das Arsen-Fahlerz Tennantit wurde 1819 durch Phillips & Phillips beschrieben,[5] die es nach dem englischen Chemiker Smithson Tennant (1761–1815) benannten. Da für die Analysen Material aus Redruth im Südwesten der englischen Grafschaft Cornwall verwendet wurde, gilt diese Fundstätte als Typlokalität des Tennantit.
Der Name Binnit (nach Des Cloizeaux) ist ein Synonym für die in der Grube Lengenbach im Schweizer Binntal gefundenen, flächenreichen und scheinbar holoedrisch geformten Tennantit-Kristalle.[6]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Tennantit die System- und Mineralnummer 03.03.06.02. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfosalze mit dem Verhältnis 3 < z/y < 4 und der Zusammensetzung (A+)i (A2+)j [ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ in der „Tetraedritgruppe (Isometrisch: I43m)“, in der auch Tetraedrit, Freibergit, Hakit, Giraudit, Goldfieldit und Argentotennantit eingeordnet sind.
Tennantite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 52kB; abgerufen am 21.Januar 2023]).
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.28.
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.122.
↑Tennantite Subgroup.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 21.Januar 2023(englisch).
↑V.D.C. Daltry:The Type Mineralogy of Africa: Zaire. In: Annales de la Société Géologique de Belgique. Band115, 1992, S.33–62 (englisch, popups.uliege.be[PDF; 2,1MB; abgerufen am 21.Januar 2023] Mineralbeschreibung Julienit mit Verwechslungshinweis zum Julianit=Tennantit, S. 42).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.