Mgriit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, konnte bisher aber nur in Form derber Mineral-Aggregate gefunden werden. Das Mineral ist undurchsichtig (opak) und zeigt auf den im Auflicht grau mit einem bräunlichen Stich erscheinenden Oberflächen einen metallischen Glanz. Die Strichfarbe von Mgriit ist dunkelgrau.
Institut für Geologische Erkundung, Moskau (Moskovskogo Geologorasvedochnii Institut, MGRI)
Erstmals entdeckt wurde Mgriit im Bergbaurevier Schlema-Alberoda-Hartenstein im sächsischen Erzgebirgskreis (Deutschland). Die Erstbeschreibung erfolgte 1982 durch Yu. M. Dymkov, T. I. Loseva, E. N. Zavyalov, B. I. Ryzhov und L. I. Bochek (russisch: Ю. М. Дымков, Т. И. Лосева, Е. Н. Завьялов, д. чл. Б. И. Рыжов, Л. И. Бочек), die das Mineral nach der Russischen Staatlichen Geologischen Prospektionsuniversität (ehemals „Moskauer Institut für Geologische Erkundung“; englisch Moscow Geological Prospecting Institute, MGRI; russisch Российский государственный геологоразведочный университет) benannten.
Da der Mgriit erst 1980 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies erst 1982 publiziert wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Mgriit in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze (Sulfide, Selenide, Telluride, Arsenide, Antimonide, Bismutide, Sulfarsenide, Sulfantimonide, Sulfbismutide)“ und dort in die Abteilung „unklassifizierte Sulfosalze“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „ohne Pb“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.LA.45 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Mgriit die System- und Mineralnummer 03.04.07.02. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfosalze“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 03.04.07.[11]
Entsprechend der idealisierten (theoretischen) Zusammensetzung besteht Mgriit (Cu3AsSe3) im Verhältnis aus je drei Teilen Kupfer (Cu) und Selen (Se) sowie einem Teil Arsen (As). Dies entspricht einem Massenanteil (Gewichts-%) von 37,94Gew.-%Cu, 14,91Gew.-%As und 47,15Gew.-%Se
Die Mikrosondenanalyse an vier Proben des Typmaterials ergab dagegen leicht abweichende Werte von 36,8 bis 37,7Gew.-%Cu, 14,5 bis 14,9Gew.-%As und 46,8 bis 47,7Gew.-%Se sowie in allen Proben einen zusätzlichen Anteil von 1,8Gew.-%Eisen (Fe). Aus diesen Werten errechnet sich die empirische Formel (Cu2,92Fe0,16)As0,98Se2,96, was zu (Cu,Fe)3AsSe3[4] vereinfacht wurde. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Kupfer und Eisen können sich dabei in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals.
2019 wurde die chemische Formel für Mgriit und einige andere Minerale von der „Kommission für neue Minerale, Mineralnamen und Klassifikation“ (englisch Commission on new Minerals, Nomenclature and Classification, CNMNC) in jeweilige Idealformel geändert.[12]
Ю. М. Дымков, Т. И. Лосева, Е. Н. Завьялов, д. чл. Б. И. Рыжов, Л. И. Бочек:Мгриит (Cu,Fe)3AsSe3 – Новый Минерал. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band111, Nr.2, 1982, S.215–219 (russisch, rruff.info[PDF; 806kB; abgerufen am 4.Oktober 2025] englische Übersetzung: Yu. M. Dymkov, T. I. Loseva, E. N. Zavyalov, B. I. Ryzhov, L. I. Bochek: Mgriite (Cu,Fe)3AsSe3 - New Mineral).
Michael Fleischer, Adolf Pabst:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band68, 1983, S.280–283 (englisch, rruff.info[PDF; 433kB; abgerufen am 4.Oktober 2025]).
Peter Bayliss:Revised unit cell dimensions, space group, and chemical formula of some metallic minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band28, 1990, S.751–755 (englisch, rruff.info[PDF; 447kB; abgerufen am 4.Oktober 2025]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.119 (englisch).
12Ю. М. Дымков, Т. И. Лосева, Е. Н. Завьялов, д. чл. Б. И. Рыжов, Л. И. Бочек:Мгриит (Cu,Fe)3AsSe3 – Новый Минерал. In: Zapiski Vsesoyuznogo Mineralogicheskogo Obshchestva. Band111, Nr.2, 1982, S.215–219 (russisch, rruff.info[PDF; 806kB; abgerufen am 4.Oktober 2025] englische Übersetzung: Yu. M. Dymkov, T. I. Loseva, E. N. Zavyalov, B. I. Ryzhov, L. I. Bochek: Mgriite (Cu,Fe)3AsSe3 - New Mineral).
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Mgriite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 48kB; abgerufen am 4.Oktober 2025]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Richard V. Gaines, H. Catherine Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason und Abraham Rosenzweig:Danas New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-19310-0 (englisch).
↑Ritsuro Miyawaki, Frédéric Hatert, Marco Pasero, Stuart J. Mills:IMA Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) Newsletter 50. New minerals and nomenclature modifications approved in 2019. Polish-up of the IMA List of Minerals. In: Mineralogical Magazine. Band83, 2019, S.615–620, doi:10.1180/mgm.2019.46 (englisch, rruff.info[PDF; 127kB; abgerufen am 4.Oktober 2025]).
↑
Fundortliste für Mgriit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 4. Oktober 2025.
↑Michael Fleischer, Adolf Pabst:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band68, 1983, S.280–283 (englisch, rruff.info[PDF; 433kB; abgerufen am 7.Oktober 2020]).