Aheylit kristallisiert im triklinen Kristallsystem, entwickelt aber keine mit bloßem Auge sichtbaren Kristalle (maximale Kristallgröße etwa 3µm[5]). Meist findet er sich ähnlich dem Verwandten Türkis in Form von traubigen, nierigen oder kugeligen Mineral-Aggregaten bis etwa 5mm Größe[4] sowie feinfaserige und miteinander verwachsene Massen.
Erstmals entdeckt wurde Aheylit in der nach dem gleichnamigen Ort benannten Grube Huanuni, einer der weltweit reichsten Kassiterit-Lagerstätten in der bolivianischen Provinz Pantaléon Dalence.[7] Wissenschaftlich beschrieben wurde das Mineral erstmals 1986 durch Eugene E. Foord und Joseph E. Taggart, Jr., die es zu Ehren von Allen V. Heyl (1918–2008) nach diesem benannten.
Da der Aheylit erst 1984 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies erst 1986 publiziert wurde, ist er in der seit 1977 veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Im Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. VII/D.15-030. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Aheylit zusammen mit Afmit, Chalkosiderit, Clarait, Faustit, Kobokoboit, Planerit und Türkis die „Türkis-Gruppe“ (VII/D.15) bildet (Stand 2018).[8]
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Aheylit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Wasserhaltigen Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“ ein. Hier ist er ebenfalls in der „Türkisgruppe“ mit der System-Nr. 42.09.03 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (A)3(XO4)2 Zq × x(H2O)“ zu finden.
Neben seiner Typlokalität Grube Huanuni (Oruro) konnte das Mineral in Bolivien noch in der Grube Tazna (auch: Tasna) am Cerro Tazna in der Bergregion Cordillera de Chichas (Potosí) gefunden werden.
Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem die als „Bali Lo“ bezeichnete Prospektion im Verwaltungsgebiet Ashburton Shire in Westaustralien, die „Les Montmins Mine“ bei Échassières im französischen Département Allier und die Tongrube „Goonbarrow China“ bei Bugle in der englischen Grafschaft Cornwall.[10]
Eugene E. Foord, Joseph E. Taggart, Jr.:A reexamination of the turquoise group: the mineral aheylite, planerite (redefined), turquoise and coeruleolactite. In: Mineralogical Magazine. Band62, 1998, S.93–111 (englisch, rruff.info[PDF; 1,2MB; abgerufen am 27.April 2020]).
David Barthelmy:Aheylite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 27.April 2020(englisch).
Aheylite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 20.Februar 2023(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.503 (englisch).
1234
Aheylite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 27.April 2020]).
12Eugene E. Foord, Joseph E. Taggart, Jr.:A reexamination of the turquoise group: the mineral aheylite, planerite (redefined), turquoise and coeruleolactite. In: Mineralogical Magazine. Band62, 1998, S.93–111 (englisch, rruff.info[PDF; 1,2MB; abgerufen am 27.April 2020]).
↑Aheylite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.April 2020(englisch).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.