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Achim Stocker

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Porträt von Achim Stocker
Achim Stocker (1993)

Achim Stocker (* 27. Mai 1935 in Pforzheim; † 1. November 2009 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Fußballfunktionär.[1][2] Er war 37 Jahre lang 1. Vorsitzender des SC Freiburg und führte den Verein mit geringen finanziellen Mitteln von der Amateurliga bis in die 1. Bundesliga.

Achim Stocker wuchs in Konstanz auf. 1953 wurde er mit dem FC Konstanz Süddeutscher Fußball-A-Jugendmeister und 1951 für den VFL Konstanz Tischtennisbezirksmeister.[3][4] Er studierte Jura in Freiburg und kam so als 23-jähriger, aktiver Spieler zum SC Freiburg, musste jedoch mit 28 Jahren das Fußballspielen aufgeben, nachdem er sich eine schwere Knöchelverletzung zugezogen hatte.[5][6]

Als Jurist war er bis zu seiner Pensionierung als Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion Freiburg tätig.

Stocker starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls, den er am 28. Oktober 2009 erlitten hatte.[7][8] Er hinterließ seine Frau, eine Tochter, einen Sohn und zwei Enkel und wurde in Freiburg-Littenweiler beigesetzt.[9][10]

Funktionärstätigkeit

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Stocker war von 1970 bis 1972 dritter Vorsitzender des SC Freiburg zuerst unter dem 1. Vorsitzenden Gundolf Fleischer und dann unter Heinz Stoll.[11] Im Jahr 1972 wurde er auf Vorschlag von Helmut Köbele zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er hatte das Amt bis zu seinem Tod 2009 inne und war mit 36 Amtsjahren der dienstälteste Präsident eines Vereins im deutschen Profifußball. In den Anfangsjahren war er auch ehrenamtlicher Sportdirektor, Manager und Spielerscout, bis er 1998 den ersten hauptamtlichen Manager einstellte.

Stocker übernahm den SC Freiburg 1972 in der 1. Amateurliga Südbaden (heutige Verbandsliga) und führte ihn bis 1978 zunächst in die damals zweigeteilte 2. Bundesliga-Süd, dann 1981 in die damals neue eingleisige 2. Bundesliga und 1993 in die 1. Bundesliga.[12][6]

1972–1991 Amateurliga bis 2. Bundesliga

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1972 machten Helmut Köbele (2. Vorsitzender) und Stocker (3. Vorsitzender) den Spieler Manfred Brief zum Trainer des SC Freiburg.[13] Sechs Jahre später holte die Mannschaft 1978 unter ihm die Meisterschaft in der 1. Amateurliga Südbaden. Nach Spielen gegen den SSV Ulm 1846, den SSV Reutlingen und den FV Weinheim stieg der Sport-Club erstmals in die geteilte 2. Bundesliga Süd auf und spielte damit erstmals im Profifußball. In den folgenden 13 Jahren bis 1991 spielte der SC unter 17 verschiedenen Trainern, darunter Fritz Fuchs, Anton Rudinski und Jörg Berger.

1991–2007 Die Ära Volker Finke – Aufstieg in die 1. Bundesliga

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1991 verpflichtete Stocker Volker Finke vom SC Norderstedt aus der Fußball-Oberliga Nord als neuen Trainer. 1993 stieg die Herren-Fußballmannschaft erstmals in die 1. Bundesliga auf. In der Folge konnten mit dem dritten Gesamtrang 1995 und mit den Teilnahmen am UEFA-Cup 1996 und 2002 die größten Erfolge der Vereinsgeschichte erreicht werden. 1997 und 2002 stieg der SC Freiburg ab und im Folgejahr jeweils wieder auf. 2004 folgte wieder der Abstieg in die 2. Bundesliga.

2007–2009 Wiederaufstieg

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Nach einer weniger erfolgreichen Hinrunde im dritten Jahr in der 2. Bundesliga verpflichtete Stocker 2007 Robin Dutt als Finkes Nachfolger.[12] 2009 gelang daraufhin der Herren-Fußballmannschaft der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Nachfolge und Vermächtnis

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Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Stockers Stellvertreter Fritz Keller.[14] Seine Ehefrau Hannelore Stocker ist Ehrenmitglied des Vereins, Mitglied des Aufsichtsrats und Vorstandsmitglied der Achim-Stocker-Stiftung.[15]

Wirtschaftliche Vernunft

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Insbesondere Stocker und der im Jahr 1998 von ihm in den Verein geholte Schatzmeister Henry Breit waren bekannt dafür, die Vereinsausgaben möglichst gering zu halten.[16][17] Bereits vor Stockers Tod Ende 2009 war der Verein schuldenfrei.[18] In Fortführung dieser Konvention, unter dem inzwischen zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewordenen Breit, war der Verein auch 17 Jahre danach noch schuldenfrei und wirtschaftlich sehr erfolgreich.[19][20]

Freiburger Modell

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Gemeinsam mit Volker Finke baute Achim Stocker ab 2001 die Freiburger Fußballschule auf.[21] 2004 wurde zu deren weiterer Finanzierung die Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule vom Verein und der Stadt Freiburg gegründet.[22] Als „Ausbildungsverein“ sollten die strukturellen Wettbewerbsnachteile der Region ausgeglichen und der SC Freiburg langfristig in der Bundesliga etabliert werden.[23][24][25][26] Bei Stockers Tod konnte die Freiburger Fußballschule zahlreiche ausgebildete Nachwuchsprofis vorzeigen.[27][28]

Langjährige Mitarbeiter

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Stocker traf richtungsweisende Personalentscheidungen. Unter seiner Leitung entwickelten sich Mitarbeiter zu Führungskräften, die dem Verein über Jahrzehnte treu blieben und ihn entscheidend prägten.

So machte er Fritz Keller 1994 zum Marketingchef des Vereins. Keller war insgesamt 25 Jahre lang in verantwortlicher Position, zuletzt als Vorsitzender und Präsident.

1995 berief er Christian Streich zum Trainer im Verein. Dieser erzielte über einen Zeitraum von 29 Jahren sowohl mit der A-Jugendmannschaft als auch mit der Bundesligamannschaft enorme Erfolge.

2001 stellte er Klemens Hartenbach als Trainer im Verein an. Hartenbach ist seit über 25 Jahren die prägende Person in der sportlichen Entwicklung als sportlicher Leiter der Fußballschule, Chefscout und Sportdirektor.

2002 stellte er Jochen Saier ein. Als Leiter der Fußballschule und Sportvorstand ist er seit über 24 Jahren im Verein tätig.

Stocker und der Verein genossen eine überwiegend positive Wahrnehmung.[29][30][31][32] Die Trauerrede hielt Oberbürgermeister Dieter Salomon, zahlreiche Trauergäste sowie Weggefährten ergriffen das Wort, um seine Verdienste zu würdigen.[10][33]

Straßenschild der Achim-Stocker-Straße in Freiburg im Breisgau
Achim-Stocker-Straße in Freiburg
  • Die Straße, an der das Europa-Park-Stadion gebaut wurde, trägt ihm zu Ehren den Namen Achim-Stocker-Straße. Dort ist mittlerweile auch der offizielle Sitz des SC Freiburg.[34]
  • Stocker wurde bei der Mitgliederversammlung 2025 posthum zum Ehrenvorsitzenden des Sport-Club gewählt. Dazu wurde die Vereinssatzung geändert.[35]
  • Bernd Sautter: Heimspiele Baden-Württemberg. Wahre Fußball-Geschichten, die unter die Grasnarbe gehen. Silberburg-Verlag, Tübingen 2015, ISBN 978-3-8425-1409-6, S. 18 ff.
Commons: Achim Stocker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Achim Stocker ist tot. In: n-tv.de. SID, 1. November 2009, abgerufen am 3. Juni 2021.
  2. ↑ Achim Stocker | SC Freiburg. Abgerufen am 17. Oktober 2026 (deutsch).
  3. ↑ Triumph der Außenseiter! Als die A-Jugend des FC Konstanz vor 70 Jahren Süddeutscher Meister wurde | SCKW. Abgerufen am 17. Oktober 2026.
  4. ↑ Einzeltitel. In: Tischtennis Bezirk Bodensee - Archiv. Abgerufen am 17. Oktober 2026.
  5. ↑ Achim Stocker - eine Chronologie (Memento vom 5. November 2009 im Internet Archive)
  6. 1 2 Hans-Joachim Kästle: SC Freiburg: Achim Stocker – ein Mann schwimmt gegen den Strom. Badische Zeitung, 21. Mai 2004, archiviert vom Original am 4. November 2009; abgerufen am 27. Dezember 2025.
  7. ↑ Präsident Stocker verstorben. In: spiegel.de. Der Spiegel, 1. November 2009, abgerufen am 3. Juni 2021.
  8. ↑ Achim Stocker ist tot – SC Freiburg unter Schock (Memento vom 4. November 2009 im Internet Archive)
  9. ↑ Klaus Nerger: Das Grab von Achim Stocker. In: knerger.de. Abgerufen am 3. Juni 2021.
  10. 1 2 Dieter Salomon: Dokumentation: OB Salomon nimmt in bewegenden Worten Abschied von Achim Stocker. 6. November 2009, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).
  11. ↑ ahl: Auf Heinz Stoll folgt nun Rolf Ziegelbauer. In: badische-zeitung.de. 13. April 2010, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).
  12. 1 2 Michael Dörfler: SC Freiburg: Achim Stocker: Die Vaterfigur des SC Freiburg ist tot. Badische Zeitung, 1. November 2009, archiviert vom Original am 4. November 2009; abgerufen am 27. Dezember 2025.
  13. ↑ Robert Kauer: Manfred Brief: Der Mann, der den SC Freiburg in die zweite Liga führte. In: badische-zeitung.de. 13. Januar 2001, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).
  14. ↑ Frank Zimmermann: SC-Vorstand wiedergewählt – Neues zur Stadionfrage. In: Badische Zeitung. 26. September 2011, abgerufen am 14. Februar 2026.
  15. ↑ Daniela Frahm: "Ein positiver Pessimist"". In: Badische Zeitung. 23. August 2018, abgerufen am 14. Februar 2026.
  16. ↑ Toni Nachbar: Andreas Rettig: "Damals war der Profi-Fußball nahbarer und bodenständiger". In: Badische Zeitung. 6. August 2022, abgerufen am 10. Juli 2026.
  17. ↑ Philipp Häfner: Der andere Verein | Forum. In: Das Wochenmagazin. 22. November 2019, abgerufen am 10. Juli 2026.
  18. ↑ Dominik Bloedner: Der Schatzmeister des SC Freiburg steht nicht gerne im Rampenlicht. In: Badische Zeitung. 10. Oktober 2013, abgerufen am 14. Februar 2026.
  19. ↑ Erfolgreiches Geschäftsjahr für den Sport-Club | SC Freiburg. Abgerufen am 10. Juli 2026 (deutsch).
  20. ↑ Bilanz: SC Freiburg auch ohne Europa mit zweistelligem Millionengewinn. 12. Oktober 2025, abgerufen am 10. Juli 2026.
  21. ↑ Josef Kelnberger: Fußballschule des SC Freiburg: Nix Mama, nix Papa. 27. April 2014, abgerufen am 12. Juli 2026.
  22. ↑ Sascha Kurzrock: Fußballschule, Freiburg. In: 11km.de. 27. Dezember 2019, abgerufen am 24. April 2025.
  23. ↑ Ausbildungsidee und Entwicklung junger Spieler beim SC Freiburg. In: Bund Deutscher Fußball-Lehrer e. V. Abgerufen am 12. Januar 2026.
  24. ↑ Frank Campos: Jugendarbeit des SC Freiburg: Bei der Nachwuchsförderung machen die Breisgauer viel richtig. Schwarzwälder Bote, abgerufen am 23. Januar 2026.
  25. ↑ Streich: Durch Verkäufe Personal bezahlen – „Junge Spieler elementar für die Philosophie“. In: transfermarkt.de. 9. November 2023, abgerufen am 12. Januar 2026.
  26. ↑ Freiburger Fußballschule: Doppelpass mit der Region. In: SC Freiburg. Abgerufen am 12. Januar 2026.
  27. ↑ Oliver Maywurm: Keller will Freiburg wie Stocker weiterführen | SPOX. In: Spox. 26. Oktober 2010, abgerufen am 23. Januar 2026.
  28. ↑ Klaus Schlütter: Butterbrote für Freiburg: "Präses" Stocker ist tot - WELT. In: WELT. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  29. ↑ Sill: Achim Stocker – ein Mann klarer Worte. 1. November 2009, abgerufen am 15. Oktober 2025 (Hinter Paywall).
  30. ↑ Fabian Herling: Nicolas Höfler: Das macht SC Freiburg zu besonderem Verein. 9. Dezember 2024, abgerufen am 10. Januar 2026.
  31. ↑ Maximilian Lotz: Auch Hoeneß war von ihm beeindruckt. In: Sport1. 1. November 2024, abgerufen am 7. Januar 2026.
  32. ↑ Michael Horeni: Bundesliga: was den FC Bayern München und den SC Freiburg eint. 4. Oktober 2021, abgerufen am 10. Januar 2026.
  33. ↑ Ulrich Fuchs: Im Gedenken an Achim Stocker | 27.05.1935 - 01.11.2009. In: scfreiburg.com. Abgerufen am 15. Oktober 2025.
  34. ↑ Die Suwonallee am neuen Stadion wird am Freitag für den Verkehr frei gegeben (Memento vom 5. Oktober 2020 im Internet Archive)
  35. ↑ Achim Stocker wird posthum Ehrenvorsitzender des SC. In: scfreiburg.com. Abgerufen am 15. Oktober 2025.