Gedenktafel zum 500. Jahrestag der Landung Cabotos am Hafen von Halifax; Stifter war die italienische Provinz Veneto, die Tafel ziert der MarkuslöweGiovanni Caboto, italienischer Seefahrer in englischen Diensten, erreicht als erster Europäer nach Leif Eriksson den Nordamerikanischen Kontinent.
Im Jahr 1497 betritt erstmals seit den Wikingern rund 500 Jahre früher ein Europäer den Boden des später so genannten amerikanischen Kontinents. Der italienische Seefahrer Giovanni Caboto, der im Auftrag des englischen Königs Heinrich VII. unterwegs ist, wähnt sich allerdings in China und bringt von seiner Reise nichts mit als mündliche Berichte.
Im selben Jahr sticht der Portugiese Vasco da Gama im Auftrag seines Königs Manuel I. von Lissabon aus in See und macht sich auf die Suche nach dem Seeweg nach Indien. Zu Weihnachten erreicht er mit seiner Flotte die südliche Spitze Afrikas bei Natal, den Rest des Jahres folgen die Portugiesen der ostafrikanischen Küste nach Norden.
7. Februar/17. Februar: Girolamo Savonarola veranstaltet in Florenz mit dem „Freudenfeuer der Eitelkeiten“ eine Bücherverbrennung. Am 13. Mai wird der Dominikanermönch und Bußprediger, der lautstark die Missstände in der Kirche angeprangert hat, von Papst Alexander VI. als Häretiker, Schismatiker und Verächter des Heiligen Stuhls exkommuniziert. Savonarola antwortet auf die Exkommunikation mit der Epistola contra sententiam excommunicationis.
Mai: König Manuel I., der Glückliche, von Portugal heiratet die Infantin Elisabeth von Spanien. Das spanische Königshaus hat der Hochzeit nur unter der Bedingung zugestimmt, dass alle Juden des Landes verwiesen werden. Manuel, der sich einen solchen „Aderlass“ seines Landes nicht leisten kann, führt stattdessen massenhafte Zwangstaufen durch. Gleichzeitig erlässt er ein Edikt, dass diese Cristãos novos für 20 Jahre nicht wegen abweichenden religiösen Verhaltens verfolgt werden dürfen.
Karte mit einem möglichen Verlauf von Cabotos Reise
Der italienische Seefahrer Giovanni Caboto setzt am 2. Mai mit einem Schutzbrief des englischen Königs Heinrich VII. ausgestattet von Bristol aus mit einer kleinen Mannschaft von 18 Seeleuten auf der KaravelleMatthew Segel in Richtung der Neuen Welt. Ob auch sein Sohn Sebastiano an Bord ist, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Am 24. Juni erreicht Caboto als erster Europäer das nordamerikanische Festland, wähnt sich aber in Cathay (China). Wo er konkret an Land ging, ob in Labrador, Neuengland oder Neufundland, ist unsicher. St. John’s nimmt für sich in Anspruch, als erste europäische Siedlung in Nordamerika von ihm gegründet worden zu sein; sie ist nach Johannes dem Täufer benannt. Er setzt zwei Flaggen, die britische und venezianische, umsegelt die Gegend etwa einen Monat, trifft jedoch nicht auf Einheimische. Am 6. August kehrt Caboto ohne Fracht nach Bristol zurück. Der König genehmigt Cabot hierfür am 10. August eine einmalige Zahlung von 10 £, und am 13. Dezember eine Pension von 20 £ jährlich.
Im Auftrag des portugiesischen Herrschers Manuel I. verlässt der Seefahrer Vasco da Gama am 8. Juli den Hafen von Lissabon auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien. Seine Flotte besteht aus dem Flaggschiff, der NauSão Gabriel, der Nau São Rafael unter dem Kommando seines Bruders Paulo da Gama, einer weiteren Nau unter Nicolao Coelho als Kapitän und einem Transportschiff unter dem Kommando von Gonçalo Nunes. Insgesamt nehmen an der Reise 150 bis 170 Mann teil. Der Flotte sind die besten Piloten Portugals beigegeben, denen die Strömungs- und Windverhältnisse speziell im Südatlantik weitestgehend vertraut sind. Außerdem begleitet Bartolomeu Diaz, der 1488 erstmals das Kap der Guten Hoffnung umsegelt hat, als Berater die kleine Flotte bis zu den Kapverdischen Inseln.
Da Gama segelt von hier aus mit weit nach Westen ausholendem Kurs durch den Atlantik und löst sich deutlich von der Küste, um die bekannten Flauten im Golf von Guinea zu vermeiden und bessere Windverhältnisse zu nutzen. Am 4. November erreicht er die Sankt-Helena-Bucht an der Westküste Südafrikas. Hier wird Kontakt zu den Einheimischen aufgenommen, außerdem werden die Schiffe überholt. Die Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung gelingt erst nach mehreren Versuchen am 22. November und die Flotte landet am 25. November bei Aguada de São Braz, wo ein Padrão aufgestellt wird. Zu Weihnachten erreicht die Flotte einen Landstrich, der von da Gama aus diesem Anlass Natal genannt wird, den Rest des Jahres folgen die Portugiesen der ostafrikanischen Küste nach Norden.
Pinturicchio gestaltet Fresken in der Kapelle des Bischofs von Eroli im Dom Santa Maria dell’Assunta in Spoleto.
Gerhard van Wou gießt in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli vor dem Erfurter Dom die Gloriosa, die größte freischwingende mittelalterliche Kirchenglocke der Welt.
Sebastian Brants 1494 entstandene Satire Narrenschiff erscheint in der lateinischen Übersetzung Stultifera Navis seines Schülers Jakob Locher am 1. Juni in Straßburg, gedruckt von Johannes Grüninger. Diese Ausgabe verbreitet sich schnell über die Landesgrenzen hinweg und macht Brants Werk zu einem internationalen Erfolg. Die Übersetzung Lochers ist keine wörtliche, sondern eher eine lateinische Nachdichtung, die den Erwartungen des lateinkundigen Publikums und dessen klassischem Bildungshintergrund Rechnung trägt. Eine mittelniederdeutsche Ausgabe wird unter dem Titel Dat narren schyp von Hans van Ghetelen in Lübeck gedruckt.
17. September: Pommern wird von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Vor allem die Orte Rügenwalde und See Suckow sind schwer in Mitleidenschaft gezogen.