Anführungszeichen
„“ »« | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Interpunktionszeichen | |||||||
| Komma, Beistrich | , | ||||||
| Strichpunkt, Semikolon | ; | ||||||
| Doppelpunkt, Kolon | : | ||||||
| Punkt | . | ||||||
| Auslassungspunkte | … | ||||||
| Mittelpunkt | · | ||||||
| Aufzählungszeichen | • | ||||||
| Fragezeichen | ? | ||||||
| Ausrufe‑, Ausruf‑, Rufzeichen | ! | ||||||
| Apostroph, Hochkomma | ’ | ||||||
| ‐ - Bindestrich; Trennstrich; Ergänzungsstrich | |||||||
| Gedankenstrich; Bis-Strich | – | ||||||
| Anführungszeichen „ “ » « / « » ‚ ‘ › ‹ / ‹ › | |||||||
| Schrägstrich; Backslash / \ | |||||||
| Klammern ( ) [ ] | |||||||
| Sprache | Standard | Alternative | Abstand zum Text | ||
|---|---|---|---|---|---|
| primär | sekundär 2 | primär | sekundär 2 | ||
| Afrikaans | “…” | ‘…’ | |||
| Albanisch | «…» | ‹…› | “…„ | ‘…‚ | |
| Arabisch | «…» | ‹…› | “…” | ‘…’ | |
| Armenisch | «…» | „…“ | "…" | “…” | |
| Baskisch | «…» | “…” | “…” | ‘…’ | |
| Belarussisch | «…» | „…“ | „…“ | 1 pt | |
| Bulgarisch | „…“ | ‚…‘ | |||
| Chinesisch (China) | “…” | ‘…’ 6 | |||
| Chinesisch (Taiwan) 8 | 「…」 | 『…』 6 | |||
| Dänisch | „…“ | ‚…‘ | »…« | ›…‹ | |
| Deutsch 3 | „…“ | ‚…‘ | »…« | ›…‹ | |
| Englisch (UK) * 1 | ‘…’ | “…” | “…” | ‘…’ | 1–2 pt |
| Englisch (USA) * 1 | “…” | ‘…’ | ‘…’ | “…” | 1–2 pt |
| Esperanto | “…” | «…» oder „…”[22] | |||
| Estnisch | „…” | „…” | |||
| Finnisch | ”…” | ’…’ | »…» | ’…’ | |
| Französisch 3 | « … » | ‹ … › 1 | “ … ” | ‘ … ’ | ¼ em (PC: geschütztes Leerzeichen) |
| Georgisch | „…“ | «…» | |||
| Griechisch 7 | «…» | “…”[23][24] | 1 pt | ||
| Hebräisch | “…” | «…» | “…„ | ||
| Indonesisch | ”…” | ’…’ | |||
| Irisch | “…” | ‘…’ | 1–2 pt | ||
| Isländisch | „…“ | ‚…‘ | |||
| Italienisch 3 | «…» | “…” 10 | ‘…’ | 1–2 pt | |
| Japanisch 8 | 「…」 | 『…』 | |||
| Katalanisch | «…» | “…” | “…” | ‘…’ | |
| Koreanisch | “…” | ‘…’ | 『…』 | 「…」 | |
| Kroatisch | „…” | »…« | ›…‹ | ||
| Lettisch | „…“ | ‚…‘ | "…" | '…' | |
| Litauisch | „…“ | ‚…‘ | "…" | '…' | |
| Niederländisch 4 | “…” | ‘…’ | „…” | ‚…’ | |
| Norwegisch | «…» | ‘…’ | „…“ | ,…‘ | |
| Polnisch | „…” | »…« 5 oder ‛…’ 9 | |||
| Portugiesisch (Brasilien) | “…” | ‘…’ | |||
| Portugiesisch (Portugal) | «…» | “…” | “…” | ‘…’ | 0–1 pt |
| Rumänisch | „…” | «…» | |||
| Russisch | «…» | „…“ | „…“ | 1 pt | |
| Schwedisch | ”…” | ’…’ | »…« oder »…» [25] | ›…‹ oder ›…› | |
| Schweiz 3 | «…» | ‹…› | „…“ oder “…” | ‚…‘ oder ‘…’ | |
| Serbisch | „…” | ‚…’ | »…« | ›…‹ | |
| Slowakisch | „…“ | ‚…‘ | »…« | ›…‹ | |
| Slowenisch | „…“ | ‚…‘ | »…« | ›…‹ | |
| Sorbisch | „…“ | ‚…‘ | |||
| Spanisch | «…» | “…” 1 | “…” | ‘…’ | |
| Thailändisch | “…” | ‘…’ | |||
| Tschechisch | „…“ | ‚…‘ | »…« | ›…‹ | |
| Türkisch | “…” | ‘…’ | "…" | '…' | |
| Ukrainisch | «…» | „…“ | „…“ | 1 pt | |
| Ungarisch | „…” | »…« | |||
In vielen Sprachen, Alphabeten und Ländern werden in der Regel die doppelten Anführungszeichen benutzt und die halben oder alternativen für speziellere Zwecke, zum Beispiel innerhalb eines Zitats, für Fachbegriffe oder in Überschriften mit größerem Schriftgrad. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Im britischen Englisch werden primär oft einfache Anführungszeichen benutzt, im amerikanischen meist doppelte.
Darstellung und Eingabe am Computer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schriftarten
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Heutzutage enthalten praktisch alle für lateinische Schriften entworfenen Computerschriftarten die typografischen Anführungszeichen. Nur bei sehr alten Schriftarten kann es noch zu Problemen kommen.
Das öffnende Anführungszeichen im US-amerikanischen Schriftsatz und das schließende im Deutschen sind identisch (vgl. oben). In den meisten Schriftarten unterscheiden sich das deutsche öffnende und das englische schließende Anführungszeichen nur bezüglich der vertikalen Position. Das schließende einfache englische Anführungszeichen ist identisch mit dem typografischen Apostroph, während das deutsche einfache öffnende oft optisch nicht vom Komma unterscheidbar ist, auf dessen Form die der Anführungszeichen fast immer entweder basiert oder mit dem sie identisch ist.
Manche Schriften enthalten statt der gebogenen Formen geneigte, gerade Formen für die Anführungszeichen; das obere Anführungszeichen dieser Schriften eignet sich meistens nicht fürs Deutsche (falsche Neigung), mehr dazu unten. In Texten, in denen der Verfasser auf die Auswahl der Schriftart durch den Leser keinen Einfluss hat (z. B. E-Mail), verwendet man also besser die Guillemets; in Texten, deren Schriftart der Autor bestimmen kann (Texte auf Papier, in gewissem Rahmen auch WWW-Seiten), sollte auf die Auswahl einer fürs Deutsche geeigneten Schriftart geachtet werden.
Browser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die korrekte Darstellung in Browsern ist neben Browsertyp und -version von der verwendeten Schrift, anderen auf dem Computer verfügbaren Schriften und der Dokumentenkodierung abhängig. Da sie in der am weitesten verbreiteten Codierung ISO 8859-1 enthalten sind, werden von den typografisch korrekten die (doppelten) französischen Anführungszeichen am besten unterstützt. Inzwischen sind allerdings auch die deutschen Anführungszeichen unproblematisch, sofern die in Webtypografie genannten Hinweise befolgt werden.
Mit veralteten Browsern gibt es teilweise Probleme: Netscape 4 stellt beispielsweise weder die doppelten noch die halben abschließenden deutschen Anführungszeichen richtig dar und ersetzt die französischen halben Anführungszeichen durch das Größer- und Kleinerzeichen.
Textverarbeitungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Textverarbeitungen wie Microsoft Word, LibreOffice/OpenOffice.org u. v. m. haben eine Funktion, die Schreibmaschinenzeichen bei der Eingabe automatisch durch typografische ersetzen. Sie richten sich dabei nach der eingestellten Sprache des Dokuments, wobei der Wechsel zu französischen beziehungsweise schweizerischen Zeichen nicht immer einfach zu erkennen ist. In Microsoft Word werden einfache Anführungszeichen grundsätzlich falsch behandelt bzw. ignoriert. Außerdem wurden bis zur Version 2013 im Gegensatz zu anderen Programmen bei eingestellter Sprache „Deutsch (Schweiz)“ trotzdem die deutschen Anführungszeichen verwendet, seit Word 2016 werden die Schweizer Anführungszeichen verwendet. Der Automatismus ist auf korrekte Zeichensetzung angewiesen. Falsch gesetzte Leerzeichen erzeugen falsche Anführungszeichen. Ist für einfache Anführungszeichen die englische Schreibweise voreingestellt (Apple), wird das Apostroph-Schreibmaschinenzeichen falsch ersetzt.
Es gibt einfache auf „Suchen und Ersetzen“ beruhende Makros, mit denen sich alle darstellbaren Arten von Anführungszeichen für ganze Dokumente oder auch nur markierte Dokumententeile austauschen lassen, auch ohne die Spracheinstellungen für den bearbeiteten Text zu ändern. Dies ist besonders bei sprachlich gemischten Dokumenten oder bei nicht installierten (und deshalb nicht automatisch erkannten) Sprachen zu empfehlen.
Textverarbeitungsprogramme lassen das Setzen aller Arten von Anführungszeichen zu. In LaTeX werden einfache und doppelte englische Anführungszeichen im Quelltext durch einfache respektive doppelte Gravis-Akzente (öffnend) und gerade Apostroph-Zeichen (siehe unten, schließend) gesetzt (`…' bzw. ``…''); gerade Anführungszeichen (siehe unten) sollten im Quelltext nicht verwendet werden, da sie im fertigen Dokument immer nur schließende Anführungszeichen liefern. Für die deutsche Form der öffnenden Anführungszeichen verwendet man das Zusatzpaket babel mit der Option german (oder ngerman) und schreibt "` für „ und "' für “. Alternativ können diese dann auch direkt über die Tastatur eingegeben werden, falls Unicode als Codierung verwendet wird.
Direkte Eingabe per Tastatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Windows
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter MS Windows können Unicode-Zeichen über die Tastenkombination Alt + <dezimale Codepoint-Nummer> (siehe nächste Tabelle) eingegeben werden. Hierbei müssen die Ziffern auf dem Nummernblock getippt werden.
Siehe auch: Unicode – Microsoft Windows.
Alternativ kann durch Installation eines speziellen Tastaturtreibers eine erweiterte Tastaturbelegung E1 (siehe Artikel dort) eingestellt werden. Die Eingabe ist dann z. B. Alt Gr + f x für „ und Alt Gr + f v für “.
Gnome
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gnome erlaubt die Auswahl von Zeichen durch Eingabe ihres hexadezimalen Unicodes (siehe nächste Tabelle) bei gleichzeitigem Halten von Strg + Shift, gefolgt von u und dem hexadezimalen Code.
X Window System allgemein
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter dem X Window System kann man mit dem Programm xmodmap die keycodes der Tasten mit den mnemonischen Namen (siehe Kodierungstabelle) der keysyms der Zeichen verknüpfen. Bei Verwendung der Compose-Taste (Comp) gibt es folgende Kombinationen:
| Comp , " | = [„] |
| Comp < " | = [“] |
| Comp , ' | = [‚] |
| Comp < ' | = [‘] |
| Comp < < | = [«] |
| Comp > > | = [»] |
| Comp . < | = [‹] |
| Comp . > | = [›] |
Bei deutscher und Schweizer Tastaturbelegung sind folgende Kombinationen möglich:
| Alt Gr + V | = [„] |
| Alt Gr + B | = [“] |
| Alt Gr + Y | = [»] |
| Alt Gr + X | = [«] |
| Umschalt + Alt Gr + V | = [‚] |
| Umschalt + Alt Gr + B | = [‘] |
| Umschalt + Alt Gr + Y | = [›] |
| Umschalt + Alt Gr + X | = [‹] |
| Alt Gr + N | = [”] |
| Umschalt + Alt Gr + N | = [’] |
macOS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter macOS gibt man diese und andere Zeichen üblicherweise mittels der Tastatur ein. Eine Übersicht der jeweils aktuellen Tastenbelegung bietet die Anwendung Tastaturübersicht, welche ab Mac OS X 10.3 im Tastaturmenü eingeblendet werden kann (Systemeinstellungen … → Landeseinstellungen → Tastaturmenü). Eine Alternative dazu ist, wiederum ab 10.3, die ebenfalls im Tastaturmenü einzublendende Zeichenpalette (in neueren Systemversionen i. d. R. auch mittels ⌃ + ⌘ + ␣ aufzurufen), die unter anderem auch Tastatureingaben durch Doppelklicks ersetzen kann. Weiterhin ist es betriebssystemweit möglich, „dumb quotes“ automatisch durch typografische Anführungszeichen zu ersetzen (unter Sprache & Text → Text → Intelligente Anführungszeichen).
Deutsche Tastatur:
| ⌥ + ^ oder ⌥ + ⇧ + W |
= [„] |
| ⌥ + 2 oder ⌥ + ⇧ + ^ |
= [“] |
| ⌥ + S | = [‚] |
| ⌥ + # | = [‘] |
| ⌥ + Q | = [«] |
| ⌥ + ⇧ + Q | = [»] |
| ⌥ + ⇧ + B | = [‹] |
| ⌥ + ⇧ + N | = [›] |
Schweizer Tastatur und Tastaturbelegung:
| nicht erreichbar | |
| ⌥ + 2 | = [“] |
| ⌥ + ⇧ + G | = [‚] |
| ⌥ + ! | = [‘] |
| ⌥ + , | = [«] |
| ⌥ + ⇧ + , | = [»] |
| ⌥ + ⇧ + 3 | = [‹] |
| nicht erreichbar |
Neo-Tastaturbelegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Neo-Tastaturbelegung werden alle typografischen Anführungszeichen mittels Umschalttaste (für doppelte Anführungszeichen)/Mod 3 (für einfache Anführungszeichen) + 4 (öffnende [französische] Guillemets)/5 (schließende [französische] Guillemets)/8 (öffnende [deutsche] Anführungszeichen)/9 (schließende [deutsche], gleichzeitig öffnende [englische] Anführungszeichen)/0 (schließende [englische] Anführungszeichen) erzeugt.
Kodierung
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| Typ | Anführungszeichen | Unicode | Windows | HTML | LaTeX 1 | Keysym-Name 2 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| deutsch | doppelt | „ | 201E | Alt + 0132 | „ | "` oder \glqq | doublelowquotemark |
| “ | 201C | Alt + 0147 | “ | "' oder \grqq | leftdoublequotemark | ||
| einfach | ‚ | 201A | Alt + 0130 | ‚ | \glq | singlelowquotemark | |
| ‘ | 2018 | Alt + 0145 | ‘ | \grq | leftsinglequotemark | ||
| englisch | doppelt | “ | 201C | Alt + 0147 | “ | `` oder \ldq | leftdoublequotemark |
| ” | 201D | Alt + 0148 | ” | '' oder \rdq | rightdoublequotemark | ||
| einfach | ‘ | 2018 | Alt + 0145 | ‘ | ` oder \lq | leftsinglequotemark | |
| ’ | 2019 | Alt + 0146 | ’ | ' oder \rq | rightsinglequotemark | ||
| französisch | doppelt | « | 00AB | Alt + 0171 | « | "< oder \flqq | guillemotleft |
| » | 00BB | Alt + 0187 | » | "> oder \frqq | guillemotright | ||
| einfach | ‹ | 2039 | Alt + 0139 | ‹ | \flq | U2039 | |
| › | 203A | Alt + 0155 | › | \frq | U203A | ||
Probleme und häufige Fehler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da die typografisch korrekten Anführungszeichen in ASCII nicht enthalten sind und außerdem je nach Land und Sprache variieren, werden oft falsche Anführungszeichen benutzt. Zur Verwirrung trägt dabei außerdem die optische Ähnlichkeit zu anderen Zeichen (Apostroph, Akzent- und Minuten- oder Sekundenzeichen) bei.
Nachfolgend werden die richtigen Anführungszeichen und exemplarisch einige ihrer häufigen Falsch(um)schreibungen aufgelistet:
| Zeichen 1 | Unicode | englischer Unicode-Name | Falsche Schreibung |
|---|---|---|---|
| ‘ | U+2018 | left single quotation mark 2 | ` – Gravis (U+0060) ' – Ersatzzeichen des Apostrophs (U+0027) |
| ’ | U+2019 | right single quotation mark 2 | ' – Ersatzzeichen des Apostrophs (U+0027) ´ – Akut-Akzent (U+00B4) |
| ‚ | U+201A | single low-9 quotation mark | , – Komma (U+002C) |
| ‛ | U+201B | single high-reversed-9 quotation mark | ` – Gravis (U+0060) ' – Apostroph (U+0027) |
| “ | U+201C | left double quotation mark 2 | " – gerade Anführungszeichen (U+0022) ``– zwei Gravis-Akzente |
| ” | U+201D | right double quotation mark 2 | " – gerade Anführungszeichen (U+0022) |
| „ | U+201E | double low-9 quotation mark | " – gerade Anführungszeichen (U+0022) ,,– zwei Kommata |
| ‟ | U+201F | double high-reversed-9 quotation mark | " – gerade Anführungszeichen (U+0022) ``– zwei Gravis-Akzente '' – zwei Apostrophe |
| ‹ | U+2039 | single left-pointing angle quotation mark | < – Kleiner-als (U+002C) |
| › | U+203A | single right-pointing angle quotation mark | > – Größer-als (U+002E) |
Einige weitverbreitete Schriftarten, etwa Courier New, Verdana oder Tahoma, stellen die schließenden Anführungszeichen falsch dar; diese Schriften eignen sich demnach nicht für die korrekte Darstellung deutscher Texte.
Anführungszeichen als Handgeste
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Besonders im englischsprachigen Raum werden Anführungszeichen in einem mündlichen Vortrag mit einer Geste visualisiert, bei der eine oder beide Hände erhoben und Zeige- und Mittelfinger zweimal angewinkelt und wieder nach oben gestreckt werden. Dieses im Englischen air quote (deutsch Luftzitat oder Luftanführungszeichen,[26] poetisch auch doppelte Häschenfinger[27]) genannte Handgeste kann Euphemismus, Ironie oder Sarkasmus ausdrücken.[28]
Anführungszeichen in Programmiersprachen und Suchmaschinen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In vielen IT-Systemen, speziell in Programmiersprachen oder Schnittstellen, dienen doppelte oder einfache gerade Anführungszeichen der Unterscheidung von Zeichenketten von anderen Sprachkonstrukten wie Schlüsselwörtern oder Bezeichnern.
Beispiel: Java (Programmiersprache)
System.out.println("Bitte geben sie die Postleitzahl ein");
Beispiel: SQL
INSERT INTO Vorlesung (VorlNr, Titel, PersNr) VALUES (1000, 'Softwareentwicklung', 12);
Bei Suchmaschinen und auf der Suche in Webseiten bestimmen Anführungszeichen in der Eingabe häufig einen Suchmodus, beispielsweise, dass Wortkombinationen gesucht werden.
Beispiel Wikipedia: Eine Suche nach Klaus Peter Müller ohne Anführungszeichen liefert alle Seiten, auf denen die drei Begriffe irgendwo enthalten sind; die Suche "Klaus Peter Müller" hingegen findet nur Seiten, auf denen die Begriffe in dieser Reihenfolge hintereinander auftreten.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rat für Deutsche Rechtschreibung (Hrsg.): Deutsche Rechtschreibung: Regeln und Wörterverzeichnis. Amtliche Regelung. Narr, Tübingen 2006, ISBN 3-8233-6270-4, §§ 89–95, online (PDF; 827 KB) bei ids-mannheim.de.
- Duden, Rechtschreibung der deutschen Sprache. Mannheim 1996, Richtlinien zur Rechtschreibung R8–R12 und Richtlinien für den Schriftsatz: Anführungszeichen.
- Wolfgang Brandt, Norbert Nail: Anführungszeichen. Versuch einer Systematik ihrer funktionalen Gebrauchsweise. In: Muttersprache. 86 (1976), S. 407–426.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Typographie für Webautoren: Anführungszeichen und Apostroph
- Anführungszeichen bei Typefacts
- Wolfgang Beinert: Anführungszeichen. Typolexikon
- The Unicode Standard Version 7.0 – Core Specification, Chapter 6.2: Language-Based Usage of Quotation Marks. (PDF; 549 kB; englisch)
- Unicode U+2000..U+206F General Punctuation (PDF; 309 kB; englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Friedrich Kluge (Begr.), Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017473-1, S. 44.
- ↑ Onomasiology Online 8 (2007), S. 7. Zu weiteren Bezeichnungen der Anführungszeichen siehe (den gleichen Artikel an anderer Stelle) Joachim Grzega: Von Klammeraffen und Gänsefüßchen: Kultur und Kognition im Spiegel der Satz- und Sonderzeichen. (PDF; 272 kB)
- ↑ Tüder/Tud(d)er in duden.de
- ↑ Als Beispiel eine Zeitungsschlagzeile: Die richtige Einstellung der Tüddelchen. In: Hamburger Abendblatt. 2. September 2011, abgerufen am 30. Mai 2013.
- ↑ Tüttelchen, das. Duden, abgerufen am 30. Mai 2013.
- ↑ Montecassino Cod. 150, EE. p. 770, Z. 1–13, bei: Hans Foerster: Abriß der lateinischen Paläographie. 2. Auflage. Stuttgart 1963, Tafel 5,9.
- ↑ Nach Giordano Castellani: Francesco Filelfo’s „Orationes et Opuscula“, 1483/1484. The first example of quotation marks in print? In: Stephan Füssel (Hrsg.): Gutenberg-Jahrbuch 2008. 83. Jahrgang. Harrassowitz, Wiesbaden 2008.
- ↑ Wohin kommen die Anführungszeichen? Duden, abgerufen am 16. Mai 2024: „In letztere Kategorie [Hervorhebung] gehören auch die folgenden Beispiele, in denen Anführungszeichen Ironie oder Distanzierung kennzeichnen …“
- ↑ Formale Richtlinien zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten ( vom 18. Juni 2016 im Internet Archive) (PDF) im Fachbereich Romanistik/Literaturwissenschaft
- ↑ Nadine Schabralski: Hinweise zur Form einer wissenschaftlichen Arbeit. (MS Word; 93 kB) Universität Bochum, 1999.
- ↑ Redaktionelle Hinweise für das Rheinische Museum für Philologie an der Universität Köln ( vom 26. November 2015 im Internet Archive) (PDF; 91 kB)
- ↑ Vergleiche viele Handreichungen für Linguistik-Studierende, beispielsweise Hinweise zum Verfassen einer linguistischen Arbeit ( vom 10. November 2011 im Internet Archive) (PDF; 167 kB), herausgegeben am Deutschen Seminar der Universität Zürich von Christa Dürscheid u. a., 21. Juli 2014, S. 4; Ekkehard Felder: Hinweise zum Abfassen einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit. Minimalstandards des Instituts für Germanistik an der Universität Potsdam ( vom 14. Juni 2007 im Internet Archive) (PDF; 24 kB), 1. Oktober 2006, S. 2; Normen für Manuskripte der Zeitschrift Vox Romanica. ( vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive) Oktober 2005, Abschnitt II.2.
- ↑ Einführung in die Dendrologie – Nomenklatur und Taxonomie (PDF; 224 kB) Ulmer-Verlag, S. 2, Mitte oben.
- ↑ Klenz / Druckersprache / G. Abgerufen am 4. November 2021.
- 1 2 Anführungszeichen. In: Duden – Richtiges und gutes Deutsch. 5. Auflage. Mannheim 2001.
- ↑ Friedrich Forssman & Ralf de Jong: Detailtypografie. Schmidt, Mainz 2002, ISBN 3-87439-568-5, S. 260–263.
- ↑ Wie werden Anführungszeichen gesetzt? rotkel.de
- ↑ Schweizerische Bundeskanzlei (Hrsg.): Schreibweisungen. Weisungen der Bundeskanzlei zur Schreibung und zu Formulierungen in den deutschsprachigen amtlichen Texten des Bundes. 2. Auflage. S. 21 (Online-Version [PDF; abgerufen am 11. September 2019]).
- ↑ Leitfaden: Wissenschaftliches Schreiben. (PDF) Abgerufen am 4. November 2021.
- ↑ Sprachleitfaden – Services & Ressourcen | ETH Zürich. 5. November 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2016; abgerufen am 4. November 2021.
- ↑ Übers. Hannelore Umbreit und Alfred Frank, Köln 2007, ISBN 978-3-8321-8022-5.
- ↑ Pri „esperantlingvaj” kaj aliaj citiloj
- ↑ Δημήτρης Ν. Μαρωνίτης: «Το Εγκόλπιο της Ορθής Γραφής. (PDF; 702 kB) 1998, S. 7 (griechisch)
- ↑ 10.1.7. Εισαγωγικά. publications.europa.eu
- ↑ Gösta Åberg: Handbok i svenska: skriva och tala, rätt och fel, grammatik, knepiga ord. Ny utg. Auflage. MånPocket, Stockholm 2002, ISBN 978-91-7001-008-8, S. 130.
- ↑ Englisch-Deutsch Übersetzung für "air quotes". Langenscheidt, 2022, abgerufen am 11. Juli 2023.
- ↑ z. B. bei Eckhart Nickel: Hysteria. S. 57.
- ↑ Air Quotes; James R. Alburger: The Art of Voice Acting. Focal Press, 2011, S. 124 eingeschränkte Online-Version in der Google-Buchsuche-USA.