Évreux
| Évreux | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat | |||||||||
| Region | Normandie | ||||||||
| Département (Nr.) | Eure (Präfektur) (27) | ||||||||
| Arrondissement | Évreux (Unterpräfektur) | ||||||||
| Kanton | Évreux-1 Évreux-2 Évreux-3 | ||||||||
| Gemeindeverband | Évreux Portes de Normandie | ||||||||
| Koordinaten | 49° 1′ N, 1° 9′ O | ||||||||
| Höhe | 57–147 m | ||||||||
| Fläche | 26,46 km² | ||||||||
| Einwohner | 49.360 (1. Januar 2023) | ||||||||
| Bevölkerungsdichte | 1.865 Einw./km² | ||||||||
| Postleitzahl | 27000 | ||||||||
| INSEE-Code | 27229 | ||||||||
| Website | evreux.fr | ||||||||
Hôtel de ville (Rathaus) von Évreux | |||||||||
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2016 | 2021 |
| Einwohner | 36.695 | 42.550 | 47.412 | 46.045 | 49.103 | 51.198 | 51.239 | 48.899 | 47.289[22] |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rugby, Vereinigtes Königreich (seit 1959)
- Rüsselsheim am Main, Bundesrepublik Deutschland (seit 1961)
- Djougou, Benin (seit 1989)
- Kaschira, Russland (seit 1994)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gärten und Grünflächen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Vier Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.[23]
1985 wurde die 80 Kilometer lange Bahnstrecke Évreux – Le Neubourg – Honfleur geschlossen. Im Wald von Évreux, über den Iton bis zum Wald von Saint-Michel, wurde die Bahnstrecke in einen Fahrrad- und Wanderweg umgewandelt, der 2,7 Kilometer lang ist und Ligne verte genannt wird (‚grüne Linie‘). Über den Weg chemin de Valême ist die Ligne verte mit dem 18-Loch Golfplatz der Stadt verbunden.
Der Garten des Kapuzinerklosters ist heute ein öffentlicher Park. Er heißt Parc François Mitterrand und besteht aus zwei Teilen, der eine Teil ist im Stil eines Barockgartens angelegt, der andere Teil als Englischer Landschaftsgarten. Der Park beherbergt unter anderem Magnolien, Ginkgos, Schwarze Maulbeeren, Küstenmammutbäume, Weihrauchzedern, Taschentuchbäume und Feigenbäume. In Gewächshäusern stehen auf über 300 m² Orangenbäume, Kakteen, Orchideen, Farne und andere Pflanzen. In der 1843 gebauten Orangerie finden Veranstaltungen für Kinder und Ausstellungen statt.
Der Parc de Trangis liegt zwischen dem Viertel La Madeleine und dem Wald von Évreux. Das Gelände ist 18 Hektar groß. 1982 erwarb die Stadt Évreux das Grundstück, zu dem ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert gehört. Der Park bietet umfangreiche Rasenflächen für Picknicks, einen Minigolfplatz und einen botanischen Lehrpfad, die Eingangshallen des Schlosses können für Feste gemietet werden.[24]
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Évreux ist ein altes Bistum mit einem herrschaftlichen Bischofssitz. Der Bischofssitz mit seinen Nebengebäuden und Gärten ist als Site classé (Kultur- und Naturdenkmal) klassifiziert[10] und beherbergt heute das städtische Museum. Die heutigen Gebäude stammen aus dem 15. und 18. Jahrhundert.
Auch die gotische Kathedrale und der Glockenturm des Bistums sind sehenswert. Beide sind schon seit 1862 als Monument historique (historisches Denkmal) geschützt. Eine ursprüngliche Kathedrale war romanisch und wurde 1076 geweiht. 1119 wurde sie durch den Brand zerstört, den Heinrich I. verursacht hatte. 1140 wurde sie wiederaufgebaut, 1194 und 1198 brannte sie erneut. In der heutigen Form wurde sie seit dem 13. Jahrhundert erbaut. Die Fenster stammen aus dem 13. und 17. Jahrhundert. 1475 wurde die Turmspitze errichtet. Unter das Dach legte man Reliquien der Heiligen Barbara von Nikomedien und Maximus von Évreux. Barbara von Nikomedien sollte das Gebäude vor Blitz und Brand schützen.[25]
Das städtische Theater wurde 1901 vom Architekten Léon Legendre gebaut. Er hatte mit seinem Entwurf 1897 einen Wettbewerb der Stadt gewonnen. Eröffnet wurde das Theater 1903. Es befindet sich im Besitz der Stadt. 2002 wurde die Bemalung und der Stuck, des von Charles Denet gestalteten Foyers, in das Zusatzverzeichnis der Monuments historiques eingetragen.
In vier Straßen gibt es noch denkmalgeschützte Reste des Befestigungswalls aus dem 3. und 4. Jahrhundert.
Klöster
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Altar der Abteikirche Saint-Taurin zählt zu den prunkvollsten vergoldeten Altären des mittelalterlichen Frankreich. Die Abtei wurde von Herzog Richard I. (935–996) gegründet. Von 1642 bis 1793 wurde sie von Maurinern bewohnt. 1793 wurde die Abtei verkauft. Die Kirche und die Reste der Abtei sind als Monument historique klassifiziert. Der Kirchplatz ist mitsamt den dortigen Bäumen als Site classé eingestuft.
Das alte Kloster der Cordeliers ist das letzte mittelalterliche franziskanische Bauwerk in der Normandie, das noch erhalten ist. Das Kloster wurde 1260 gegründet, im 14. Jahrhundert nach einem Brand wiederhergestellt und im 19. Jahrhundert stark beschädigt. 1994 wurde es teilweise in das Zusatzverzeichnis der historischen Denkmale eingetragen (inscrit MH), es befindet sich in Privatbesitz.
Das alte Kloster der Ursulinen wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Nach der Auflösung des Klosters wurde es staatlich genutzt, als Gendarmerie und Kaserne. Es wurde 1975 in das Zusatzverzeichnis der historischen Denkmale eingetragen.[26]
Das alte Kapuzinerkloster wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Über viele Jahre hinweg diente es als Gymnasium, heute beherbergt es eine Musikschule.[24] Der Kreuzgang wurde 1931 denkmalgeschützt, abgesehen von einem Backsteingebäude wurden die Häuser um den Kreuzgang 1963 in das Zusatzverzeichnis der historischen Denkmale eingetragen.[26]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Gemeindegebiet gelten geschützte geographische Angaben (IGP) für Schweinefleisch (Porc de Normandie), Geflügel (Volailles de Normandie) und Cidre (Cidre de Normandie und Cidre normand).
Ein größerer Arbeitgeber ist das Militär, das auf dem Gebiet östlicher Nachbargemeinden den Militärflugplatz Évreux-Fauville betreibt.
Évreux besitzt einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Paris–Cherbourg; die Fahrzeit nach Paris Gare Saint-Lazare liegt bei unter einer Stunde.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Athletic Club Évreux besitzt die Stadt einen traditionsreichen Sportverein, dessen Fußballmannschaften auch schon in erster (Frauen) und zweiter (Männer) Liga Frankreichs gespielt haben. In den 2010er Jahren nennt sich der Klub nach einer Fusion Évreux FC 27.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Karl II. von Navarra (1332–1387), Graf von Évreux und König von Navarra
- Peter von Navarra (1366–1412), Sohn von Karl II. Graf von Mortain
- Jacques François de Chambray (1687–1750), Großkreuz-Ritter des Malteserordens, Vize-Admiral und Kommandeur der Galeeren
- Nicolas de Bonneville (1760–1828), Publizist und Schriftsteller
- François-Nicolas-Léonard Buzot (1760–1794), Revolutionär
- Louis-Auguste Desmarres (1810–1882), französischer Ophthalmologe
- Léon Walras (1834–1910), Wirtschaftswissenschaftler
- Georges Buisson (1878–1946), Gewerkschafter und Résistant
- Marcel Colleu (1897–1973), Radrennfahrer
- Roger Rochard (1913–1993), Langstreckenläufer
- Jean Aubouin (1928–2020), Geologe und Ozeanograph
- Patrick Proisy (* 1949), Tennisspieler
- Jean-Yves Raimbaud (1958–1998), Animator und Drehbuchautor
- Yves Henry (* 1959), klassischer Pianist und Komponist
- Didier Courrèges (* 1960), Reitlehrer der Nationalen Reitsportschule in Saumur, Vielseitigkeitsreiter und Olympiasieger
- Pierre-Édouard Stérin (* 1974), Unternehmer und Milliardär
- Vincent Delerm (* 1976), Sänger, Songwriter und Komponist
- Joseph Gomis (* 1978), Basketballtrainer und -spieler
- Olivier Patience (* 1980), Tennisspieler
- Guillaume Gauclin (* 1981), Fußballtorhüter
- Bernard Mendy (* 1981), Fußballspieler
- Mathieu Bodmer (* 1982), Fußballspieler
- Julien Duval (* 1990), Radrennfahrer
- Eugénie Duval (* 1993), Radrennfahrerin
- Aloïs Confais (* 1996), Fußballspieler
- Samuel Grandsir (* 1996), Fußballspieler
- Esteban Ocon (* 1996), Rennfahrer
- Dayot Upamecano (* 1998), Fußballspieler
- Mewen Tomac (* 2001), Schwimmer
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Guillaume Costeley (* um 1531 in Pont-Audemer; † 1606 in Évreux), war ein französischer Organist und Komponist, der um 1570 nach Évreux zog und dort bis zu seinem Tod wohnte und arbeitete.[27]
- Jacques Duphly (* 1715; † 1789), Cembalist, Komponist und Organist, war in seiner Jugend von 1732 bis 1734 Organist der Kathedrale von Évreux.[28]
- Jacques Gaillot (1935–2023) war 13 Jahre lang katholischer Bischof von Évreux.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jean Mineray: Évreux. Histoire de la ville à travers les âges. Éditions Bertout, Luneray 1988, ISBN 2-86743-062-3 (französisch).
- André Plaisse: Évreux et les Ébroïciens au Temps de Louis XI. In: Société Libre de l’Eure (Hrsg.): Connaissance de l’Eure. Band 4. Évreux 1986 (französisch).
- A.-V. de Walle: Évreux et l’Eure pendant la guerre. Charles Herissey, Évreux 2000, ISBN 2-914417-05-5 (französisch, erstmals 1946 erschienen).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Évreux in der Base Mémoire des Ministère de la culture (französisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ La ville d'Évreux. In: Info-Mairie.com. Abgerufen am 13. März 2024 (französisch).
- 1 2 3 4 5 Daniel Delattre, Emmanuel Delattre: L’Eure, les 675 communes. Editions Delattre, Grandvilliers 2000, S. 103–107 (französisch).
- ↑ Geographia II,8,9: Mediolanion, Werk nicht selbst gelesen, es wird von Mineray in Histoire de la ville à travers les âges als Quelle genannt.
- ↑ De Bello Gallico. 17,3. Werk nicht selbst gelesen, es wird von Mineray in Histoire de la ville à travers les âges als Quelle genannt.
- ↑ Jean Mineray: Évreux. Histoire de la ville à travers les âges. Éditions Bertout, Luneray 1988, ISBN 2-86743-062-3, S. 14 (französisch).
- ↑ Carte. In: Itinéraires Romains en France. Abgerufen am 6. Juni 2010 (französisch).
- 1 2 Dominique Cliquet: L’Eure. 27. In: Michel Provost, Academie des inscriptions et belles-lettres, Ministere de la culture (Hrsg.): Carte Archéologique de la Gaule. Fondation Maison des Sciences de l’Homme, Paris 1993, ISBN 2-87754-018-9, S. 44–46, 49 (französisch).
- ↑ Samantha Kahn Herrick: Imagining the Sacred Past: Hagiography and Power in Early Normandy. Harvard University Press, 2007, ISBN 978-0-674-02443-4, S. 252 (google.com [abgerufen am 9. Dezember 2024]).
- ↑ Saint Laudulf. In: Nominis. Église Catholique en France, abgerufen am 4. September 2012 (französisch).
- 1 2 3 communes. In: eure.pref.gouv.fr. Präfektin von Eure, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 27. April 2013; abgerufen am 9. Oktober 2012 (französisch).
- 1 2 3 Franck Beaumont, Philippe Seydoux: Gentilhommières des pays de l’Eure. Editions de la Morande, Paris 1999, ISBN 2-902091-31-2 (formal falsch), S. 11–13 (französisch).
- ↑ André Plaisse: Évreux et les Ébroïciens au Temps de Louis XI. In: Société Libre de l’Eure (Hrsg.): Connaissance de l’Eure. Band 4. Évreux 1986, ISBN 2-904915-01-9 (formal falsch), S. 29, 33–35, 38, 40 (französisch).
- ↑ Pierre Le Brasseur: Histoire civile et ecclesiastique du comté d’Evreux, ou l’on voit tout ce qui s’est passé depuis la fondation de la monarchie, tant par rapport aux rois de France, qu’aux anciens ducs de Normandie, & aux rois d’Angleterre. François Barois, Paris 1722, S. 319 (französisch, books.google.fr).
- ↑ Laurence Riviale: Le vitrail en Normandie entre Renaissance et Réforme (1517–1596). In: Corpus Vitrearum. Band 7. Presses Universitaires de Rennes, Rennes 2007, ISBN 978-2-7535-0525-4, S. 25–29 (französisch).
- ↑ Bernard Bodinier (Hrsg.): L’Eure de la Préhistoire à nos jours. Jean-Michel Bordessoules, Saint-Jean-d’Angély 2001, ISBN 2-913471-28-5, S. 248 (französisch).
- ↑ Jean-Noël Le Borgne, Véronique Le Borgne, Pascale Eudier, Annie Etienne: Archéologie Aérienne dans l’Eure. Hrsg.: Association Archéo 27. Page de Garde, Caudebec-les-Elbeuf 2002, ISBN 2-84340-230-1, S. 75.
- ↑ Alex Gardin: La guerre de 1870–1871 à Bernay. Les Éditions Page de Garde, Saint-Aubin-les-Elbeuf 1997, ISBN 2-84340-037-6, S. 19, 43 (französisch, Nachdruck, Original von 1898).
- ↑ A.-V. de Walle: Évreux et l’Eure pendant la guerre. S. 200–214.
- ↑ A.-V. de Walle: Évreux et l’Eure pendant la guerre. S. 144–152.
- ↑ Raymond Ruffin: Le Prix de la Liberté. Juin – août 44. Presses de la Cité, 1995, ISBN 2-258-03893-6, S. 266.
- ↑ AKK verleiht zum sechsten Mal den „Preis Bundeswehr und Gesellschaft“. In: bmvg.de. 29. Oktober 2020, abgerufen am 10. Mai 2021. (AKK steht für Annegret Kramp-Karrenbauer)
- ↑ Populations légales 2021 − Commune d'Évreux (27229) | Insee. Abgerufen am 26. Juli 2024.
- ↑ Évreux. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 11. April 2023 (französisch).
- 1 2 A. Blanchard, M. Delafenêtre, Lisa Pascual: Jardins en Normandie. Eure. Connaissance des Jardins, Caen 2001, ISBN 2-912454-07-7, S. 20–24 (französisch).
- ↑ Bernard Verwaerde: A quels saints se vouer?... dans l’Eure. les saints protecteurs et guérisseurs. Editions Page de Garde, Caudebec-lès-Elbeuf 2001, ISBN 2-84340-191-7, S. 54 (französisch).
- 1 2 Évreux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
- ↑ David Fiala, Nicole Jolivet: Le Puy de Musique d’Évreux. Université de Rouen, Centre d’Études et de Recherche Éditer/Interpréter, abgerufen am 6. Juni 2010 (französisch).
- ↑ Denis Herlin: Duphly, Jacques. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil, Bd. 5. Bärenreiter / Metzler, Kassel / Stuttgart 2001, Sp. 1631–1634, hier: 1631. Auch: Philippe Lescat: Biographie de Jacques Duphly (tabellarisch). In: Jacques Duphly: Pièces de Clavecin – Premier Livre, 1744. Faksimile, hrsg. v. J. Saint-Arroman. Édition J. M. Fuzeau, Courlay 1990, S. IV.




