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Georges Buisson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Portraitfoto, Zeitungsausriss aus Le Peuple
Georges Buisson 1936

Georges Buisson (geboren am 2. Dezember 1878 in Évreux; gestorben am 31. Januar 1946 in Paris) war ein französischer Gewerkschafter und Résistant.

Georges Marchands Eltern waren Kurzwarenhändler. Er selbst zog 1901 nach Paris, wo er 1904 Alice Chevallier heiratete.[1]

Obwohl er schon früh Mitglied einer Gewerkschaft war, betätigte er sich zunächst parteipolitisch. 1902 stieß er zur Parti socialiste français, ohne aber beim Zusammenschluss 1905 zur Section française de l’Internationale ouvrière (SFIO) zu wechseln. 1911 war er Funktionär der Parti républicain-socialiste und Herausgeber der Parteizeitschrift Le Cri républicain socialiste. Der SFIO trat er erst 1933 bei, ohne dort jemals Funktionen zu übernehmen.[1]

1908 wurde er zum stellvertretenden Sekretär des Nationalen Verbandes der Angestellten gewählt. Dieser schloss sich der Confédération générale du travail (CGT) an. Für die CGT erfüllte Buisson zahlreiche Aufgaben in der Provinz und war insbesondere an der Gründung der Angestelltensektionen der Nationalen Gewerkschaft der Gasarbeiter und des Verbandes der Beleuchtungsarbeiter beteiligt. 1910 wurde er zum Schatzmeister seines Verbandes gewählt. Nach dem Krieg, den er in der Infanterie bestritt, stieg er (1920) zum Generalsekretär des Allgemeinen Verbandes der Angestelltengewerkschaften auf. Im folgenden Jahr wurde er zudem auf dem Kongress in Wien, Österreich, zum Vizepräsidenten der Internationalen Angestelltengewerkschaft (dem Vorläufer der UNI Global Union) gewählt.[1]

Er war seit 1920 Mitglied des Verwaltungsausschusses der CGT und wurde 1929 in den Bundesvorstand berufen. Buisson entwickelte sich zu einem Experten für Fragen der Sozialversicherung und gehörte zu den engsten Mitarbeitern von Léon Jouhaux. 1930 gehörte er zur französischen Delegation auf dem 5. Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbunds in Stockholm. Darüber hinaus schrieb er regelmäßig Beiträge für die Zeitung Le Peuple[2]. Mit der Wiederherstellung der Gewerkschaftseinheit (1921 hatte sich die Gewerkschaft in eine moderate und eine kommunistische Linie gespalten) wurde Buisson auf dem Kongress von Toulouse im März 1936 erneut in den achtköpfigen Bundesvorstand der CGT gewählt und im November 1938 auf dem Kongress von Nantes bestätigt.[1] Er prangerte den Hitler-Stalin-Pakt an und sprach sich für den Ausschluss seiner kommunistischen Kollegen Benoît Frachon und Julien Racamond[3] aus dem Sekretariat des Gewerkschaftsbundes aus.

1940 ging er nach Lyon, wo er gemeinsam mit seiner zweiten Frau Suzanne (er war früh verwitwet und hatte 1926 erneut geheiratet) der Résistance beitrat. Suzanne Buisson wurde 1943 von der Gestapo verhaftet, nach Deutschland deportiert und 1944 im KZ Auschwitz ermordet. Er ging 1943 nach London, wo er die Verbindungen zwischen der CGT und dem France libre hielt. Danach gehörte er dem Französischen Komitee für die Nationale Befreiung in Algier an und später als Vertreter der CGT der Assemblée consultative provisoire (Vorläufige Beratende Versammlung).[1] Nach der Befreiung kehrte er in den Vorstand der CGT zurück.[4]

Von 1929 bis 1939 war Georges Buisson Mitglied des Nationalen Wirtschaftsrats.[1] Mit dem Verordnungsentwurf vom 24. Juli 1945, an dem er mitwirkte und der später in die offizielle Verordnung vom 4. Oktober 1945 übernommen wurde, kann er als einer der Begründer der Sozialversicherung in Frankreich angesehen werden.[5][6][7]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Yves Lequin, Jean Maitron, Claude Pennetier: BUISSON Georges. In: Maitron patrimonial. 2008 (maitron.fr).
  2. Angaben zu Le Peuple in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.
  3. Jean Charles: RACAMOND Julien. In: Le Maitron. Abgerufen am 28. Mai 2026 (französisch).
  4. Nachruf in Le Peuple vom 2. Februar 1946 auf Gallica
  5. Ordonnance n° 45-2259 du 4 octobre 1945 portant organisation de la sécurité sociale. (PDF) In: Sécurité sociale. Abgerufen am 28. Mai 2026 (französisch).
  6. La création de la Sécurité sociale. In: Force ouvrière. 13. August 2025, abgerufen am 28. Mai 2026 (französisch).
  7. Siehe Literaturliste Da Silva 2016