Édouard Geffray

Édouard Geffray (* 2. Oktober 1978 in Épinay-sur-Seine) ist ein französischer parteiloser Politiker und ehemaliger Ministerialbeamter. Seit Oktober 2025 ist er Frankreichs Minister für nationale Bildung im Kabinett Lecornu II.[1]
Nach dem Schulabschluss am prestigeträchtigen Pariser Lycée Fénelon studierte Geffray an der Universität Paris-Sorbonne, wo er mit einer Maîtrise in Wirtschaftsgeschichte abschloss. Er erwarb ein Diplom am Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po) und absolvierte die Verwaltungs-Elitehochschule École nationale d’administration (ENA), wo er dem nach Romain Gary benannten Jahrgang (2003–2005) angehörte. Anschließend wurde er Beamter beim Conseil d’État. Von 2012 bis 2017 diente Geffrey als Generalsekretär der Datenschutzbehörde Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés (CNIL). Danach arbeitete er einen Monat als Leiter des Ministerbüros (directeur de cabinet) von François Bayrou im Justizministerium.
Es folgte von 2017 bis 2019 ein Posten als Generaldirektor der Personalabteilung im französischen Bildungsministerium und anschließend bis 2024 als Generaldirektor für die Schulbildung (DGESCO).[2] Damit war er der höchstrangige Beamte (die „Nummer 2“) im Bildungsministerium, dessen politische Leitung zunächst Jean-Michel Blanquer innehatte und die in den Kabinettsumbildungen ab 2022 oft wechselte. In dieser Position war Geffray für die umstrittene Reform des Baccalauréat (Prüfung der Hochschulreife) und die Bewältigung der COVID-19-Pandemie an den französischen Schulen verantwortlich. Ende Juli 2024 verließ er das Bildungsministerium und wurde im September 2024 Mitglied im Conseil d’État.[3]
Als DGESCO wurde er qua Amt mit dem Ordre des Palmes académiques im Rang Offizier ausgezeichnet.
Mit der Ernennung des zweiten Kabinetts unter Sebastien Lecornu wurde Geffray, der keiner Partei angehört, am 12. Oktober 2025 Minister für nationale Bildung. Anders als unter seiner Vorgängerin Élisabeth Borne wurde das Bildungsministerium wieder von der Zuständigkeit für Hochschulbildung und Forschung getrennt, mit der Philippe Baptiste als Minister betraut wurde.
Im Oktober 2026 eskalierten Schülerproteste gegen Sparmaßnahmen an den Schulen. Geffray appellierte an die Eltern, für Ruhe zu sorgen, und stellte mehr Lehrkräfte in Aussicht.[4][5]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Prononcé le 26 janvier 2026 - Édouard Geffray 26012026 France Info harcelement scolaire vie-publique.fr. 26. Januar 2026, abgerufen am 3. Februar 2026 (französisch). Geffray über schulisches Mobbing und Schülerselbstmorde, das Programm Phare gegen Mobbing[6], das Verbot der Nutzung sozialer Medien und das Handyverbot an Schulen, Stellenkürzungen im Bildungswesen und ein Kleinkindverbot in französischen Zugabteilen[7].
Einzelbelege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gouvernement de Sébastien Lecornu: Édouard Geffray, directeur général de l'Enseignement scolaire, est pressenti pour le poste de ministre de l'Éducation nationale, de l'Enseignement supérieur et de la Recherche. 12. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Gouvernement Lecornu II : voici qui est Édouard Geffray, le nouveau ministre de l'Éducation nationale. 12. Oktober 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Caroline Beyer: Énarque, n°2 rue de Grenelle pendant cinq ans... Qui est Édouard Geffray, le nouveau ministre de l’Éducation nationale ? 13. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025 (französisch).
- ↑ Anna-Lena Schlitt, AFP: Frankreich: Frankreichs Regierung bittet Eltern bei Schülerprotesten um Hilfe. In: Die Zeit. 2. Oktober 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 8. Oktober 2026]).
- ↑ Frankreich setzt kurzfristig 3000 Vertretungslehrer ein. In: Der Spiegel. 8. Oktober 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. Oktober 2026]).
- ↑ Lutter contre le harcèlement entre élèves. Abgerufen am 3. Februar 2026 (französisch).
- ↑ Züge in Frankreich sperren Kinder aus. Abgerufen am 3. Februar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Geffray, Édouard |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Beamter und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 2. Oktober 1978 |
| GEBURTSORT | Épinay-sur-Seine |