Zwin


Het Zwin (deutsch das Zwin), ein Wasserlauf in Belgien (Provinz Westflandern) und den Niederlanden (Provinz Zeeland), ist eine alte Flussmündung in die Nordsee.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der später „Zwin“ genannte Seearm entstand, als eine schwere Sturmflut im Jahr 1134 eine tiefe Bresche ins Hinterland schlug, bis nach Brügge. Durch diese Gezeitenrinne erhielt die Stadt unerwartet einen unmittelbaren Zugang zur Nordsee,[1] mit dem sie – über Damme, Oostkerke, Hoeke und Sluis – durch das kanalisierte Flüsschen Reie und ein ganzes Netz von Vorhäfen, Kanälen sowie Treidelpfade verknüpft wurde. Infolgedessen erfuhr Brügge eine Blütezeit und stieg zum „Venedig des Nordens“ auf.
Seit dem 14. Jahrhundert begann der Het Zwin mehr und mehr zu versanden.[2] Bis zum 16. Jahrhundert hatte Brügge seine Handelsmacht an Antwerpen verloren.
Natur- und Landschaftsschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Het Zwin wird auf Deutsch auch der Swin genannt und bildet mit rund 150 Hektar das größte Naturschutzgebiet der belgischen Küste. Das Gebiet erstreckt sich von Knokke bis zur niederländischen Grenze mit der Gemeinde Sluis, wo sich das gleichnamige, kleinere, unter Verwaltung der Vereinigung Het Zeeuws Landschap stehende niederländische Landschaftsschutzgebiet anschließt. Het Zwin ist insbesondere für seine große Artenvielfalt von heimischen Seevögeln bekannt.
Namensgeber
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Asteroid (9663) Zwin wurde am 20. November 2002 nach dem Flusslauf benannt.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website des Besucherzentrums
- Offizielle Seite von Het Zwin (BE) ( vom 16. November 2011 im Internet Archive)
- Offizielle Seite von Het Zwin (NL) ( vom 25. März 2012 im Internet Archive) – nur in Niederländisch
- Het Zwin: Website des Fremdenverkehrsvereins VVV Zeeland (deutsch, niederländisch, englisch)
Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Wim De Clercq, Roland Dreesen, Jan Dumolyn, Ward Leloup, Jan Trachet: Ballasting the Hanse: Baltoscandian Erratic Cobbles in the Later Medieval Port Landscape of Bruges. In: European Journal of Archaeology. Jg. 20 (2017), S. 710–736, hier S. 710–711.
- ↑ Rob Kiefer: In jedem Flamen steckt ein Eddy Merckx. Der Meeresarm Zwin brachte Brügge und seinem Umland einst unermesslichen Reichtum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. August 2026, S. R5.
Koordinaten: 51° 21′ 50″ N, 3° 21′ 12″ O
- Fluss in Europa
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