Das MineralZektzerit ist ein sehr selten vorkommendes Kettensilikat aus der Tuhualithgruppe. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung NaLiZr[Si6O15][3] und entwickelt meist gut entwickelte Kristalle mit pseudohexagonalem, tafeligem bis prismatischem Habitus von weißer bis zartrosa Farbe bei weißer Strichfarbe.
Erstmals entdeckt wurde Zektzerit am „Washington Pass“ bei Golden Horn im Okanogan County, Washington. Erstmals beschrieben 1977 von Pete J. Dunn, Roland C. Rouse, Bart Cannon und Joseph A. Nelen, die das Mineral nach Jack Zektzer (*1936) benannten, der den Wissenschaftlern das Mineral für ihre Forschungen zur Verfügung stellte.[5]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/F.30-010. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Zektzerit zusammen mit Pellyit und Tuhualith eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/F.30 bildet.[7]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Zektzerit die System- und Mineralnummer 66.03.04.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2 mit Ketten P>2“ in der „P=6 (Tuhualithgruppe)“, in der auch Tuhualith und Emeleusit eingeordnet sind.
Außer an seiner Typlokalität „Washington Pass“ bei Golden Horn im Okanogan County (Washington) in den USA, konnte das Mineral bisher (Stand: 2011) bisher noch bei Dara-i-Pioz im Alai-Gebirge in Tadschikistan und bei Del Salto in der chilenischen Provinz Aisén gefunden werden.[6]
Für eine wirtschaftliche Nutzung als Rohstoff oder Schmuckstein ist Zektzerit zu selten und aufgrund seiner vollkommenen Spaltbarkeit auch zu empfindlich. Gelegentlich wird er aber für Sammler in verschiedene Formen geschliffen.[10]
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.651.
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑ Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma.
↑Walter Schumann:Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S.228.