Elpidit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt prismatische bis säulige Kristalle, die bis zu 30cm Größe erreichen können. Zudem kann er faserig oder massiv auftreten. In reiner Form ist Elpidit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine gelbliche, hell- bis dunkelorange, bräunliche, beige oder grüne Farbe annehmen.
Mit einer Mohshärte von 5 gehört Elpidit zu den mittelharten Mineralen.
Das Mineral wurde von Gustaf Lindström im Jahr 1894 auf Grönland entdeckt. Er benannte es nach dem griechischen Wort für Hoffnung (altgr.: ἐλπίς, -ίδος f, neugr.: ελπίδα). Im Jahr 1964 untersuchten Nina Nikolajewna Neronowa und Nikolai Wassiljewitsch Below das Mineral auf seine Kristallstruktur. Sie stellten eine orthorhombische Struktur fest. Sie kamen dabei zu den Gitterparametern a=7,4Å, b=14,4Å und c=7,05sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[8] Im Jahre 1973 wurden diese Gitterparameter von den Forschern E. Cannillo, G. Rossi und L. Ungaretti korrigiert, auf a=7,14Å, b=14,68Å und c=14,28Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[9]
Da der Elpidit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Elpidit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[3] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Elpidit lautet „Epd“.[1]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/F.23-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Elpidit zusammen mit Hydroterskit, Terskit und Yusupovit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/F.23 bildet.[2]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Elpidit die System- und Mineralnummer 72.05.04.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Zweidimensionale unbegrenzte Lagen mit anderen als sechsgliedrigen Ringen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 72.05.04, in der auch Armstrongit eingeordnet ist.[13]
Den kristallographischen Analysen durch A. A. Grigor'eva, N. V. Zubkova, I. V. Pekov, Uwe Kolitsch, D. Yu. Pushcharovsky, M. F. Vigasina, G. Giester, T. Dordević, E. Tillmanns und N. V. Chukanov von 2011 zufolge kristallisiert Elpidit orthorhombisch in der RaumgruppePbcm(Raumgruppen-Nr. 57)Vorlage:Raumgruppe/57 mit den Gitterparameterna=7,1280 bis 7,1312Å, b=14,644 bis 14,6853Å und c=14,6349 bis 14,642Å sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[4]
Eine weitere Messung ergab ebenfalls eine orthorhombische Symmetrie, jedoch mit anderer Aufstellung in der RaumgruppeCmce[14](Raumgruppen-Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64 mit den Gitterparametern a=14,2999Å, b=14,4408Å und c=14,7690Å.[4]
G. Lindström:Elpidit, ett nytt mineral från Igaliko. In: Geologiska Föreningens i Stockholm Förhandlingar. Band16, Nr.4, 1894, S.330–335 (schwedisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 29. November 2023 im Internet Archive) [PDF; 312kB; abgerufen am 25.Mai 2026]).
Kenneth L. Currie, Eva Zaleski:The relative stability of elpidite and vlasovite: a P-T indicator for peralkaline rocks. In: Canadian Mineralogist. Band23, 1985, S.577–582 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 29. November 2023 im Internet Archive) [PDF; 516kB; abgerufen am 25.Mai 2026]).
Elio Cannillo, Giuseppe Rossi, Luciano Ungaretti:The Crystal Structure of Elpidite. In: American Mineralogist. Band58, 1973, S.106–109 (englisch, minsocam.org[PDF; 456kB; abgerufen am 25.Mai 2026]).
Elpidite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 25.Mai 2026(englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234A. A. Grigor'eva, N. V. Zubkova, Igor V. Pekov, Uwe Kolitsch, Dmitry Pushcharovsky, Marina F. Vigasina, Gerald Giester, Tamara Đorđević, E. Tillmanns, N. V. Chukanov:Crystal Chemistry of Elpidite from Khan Bogdo (Mongolia) and Its K- and Rb-Exchanged Forms. In: Crystallography Reports. Band56, 2011, S.832–841, doi:10.1134/S1063774511050117 (englisch, Download verfügbar bei researchgate.net[PDF; abgerufen am 29.Juli 2025]).
12345678
Elpidite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 79kB; abgerufen am 29.Juli 2025]).
12Elpidite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 29.Juli 2025(englisch).
↑N. N. Neronova, N. V. Belov:Crystal Structure of elpidite, Na2Zr[Si6O15]·3H20. In: Soviet Physics – Crystallography. Band9, 6 (Mai–Juni), 1965, S.700–705 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 31. März 2024 im Internet Archive) [PDF; 361kB; abgerufen am 25.Mai 2026]).
↑Elio Cannillo, Giuseppe Rossi, Luciano Ungaretti:The Crystal Structure of Elpidite. In: American Mineralogist. Band58, 1973, S.106–109 (englisch, minsocam.org[PDF; 456kB; abgerufen am 25.Mai 2026]).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.1543–1544.
↑ Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma.
↑
Fundortliste für Elpidit beim Mineralienatlas(deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 29. Juli 2025.