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Zaïrit

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Zaïrit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung BiFe3+3[(OH)6|(PO4)2][4] und ist damit ein Bismut-Eisen-Phosphat mit zusätzlichen Hydroxidionen.

Da in natürlich vorkommenden Zaïritproben das Eisen durch geringe Anteile an Aluminium ersetzt (substituiert) sein kann, wird die Formel in verschiedenen Quellen auch mit Bi(Fe3+,Al)3[(OH)6|(PO4)2][6][5] angegeben.

Zaïrit findet sich meist in Form derber Mineral-Aggregate mit wachsähnlichem Glanz auf den Oberflächen. In reiner Form ist Zaïrit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine grünlichweiße bis gelblichgrüne Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.

Etymologie und Geschichte

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Zaïrit (grünlichweiß) aus der Typlokalität Eta-Etu, Demokratische Republik Kongo (Sichtfeld 4 mm)

Erstmals entdeckt wurde Zaïrit in Mineralproben aus dem Bezirk Eta-Etu in der Region Kivu der Demokratischen Republik Kongo. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Léopold Van Wambeke, der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte.[10] Der französische Name des Staates Demokratische Republik Kongo, in dem Van Wambeke das Mineral fand, lautete zu dieser Zeit Zaïre.

Van Wambeke sandt seiner Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1975 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1975-018[1]), die den Zaïrit im gleichen Jahr als eigenständige Mineralart anerkannte. Ebenfalls im gleichen Jahr wurde die Erstbeschreibung im Fachmagazin Bulletin de la Societe franyaise de Mineralogie et de Cristallographie veröffentlicht.

Das Typmaterial des Minerals wird im Königlichen Museum für Zentral-Afrika im belgischen Tervuren unter der Inventarnummer RMG 14.065 aufbewahrt.[11][12]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Zaïrit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/B.36-170. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F,Cl,O,OH“, wo Zaïrit zusammen mit Arsenocrandallit, Arsenoflorencit-(Ce), Arsenoflorencit-(La), Arsenoflorencit-(Nd), Arsenogorceixit, Arsenogoyazit, Arsenowaylandit, Benauit, Crandallit, Dussertit, Eylettersit, Florencit-(Ce), Florencit-(La), Florencit-(Nd), Florencit-(Sm), Galloplumbogummit, Gorceixit, Goyazit, Graulichit-(Ce), Kintoreit, Kolitschit, Pattersonit, Philipsbornit, Plumbogummit, Segnitit, Springcreekit, Waylandit und Weilerit die „Crandallitgruppe“ mit der Systemnummer VII/B.36 bildet.[7]

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[13] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zaïrit ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- beziehungsweise Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 3 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Arsenoflorencit-(Ce), Arsenoflorencit-(La), Eylettersit, Florencit-(Ce), Florencit-(La), Florencit-(Nd), Graulichit-(Ce) und Waylandit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.BL.13 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Zaïrit die System- und Mineralnummer 41.05.12.03. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie neutrale Phosphate, Arsenate und Vanadate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 41.05.12, in der auch Waylandit und Eylettersit eingeordnet sind.[14]

Kristallstruktur

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Zaïrit kristallisiert isotyp mit Crandallit[5] in der trigonalen Raumgruppe R3m (Raumgruppen-Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166 mit den Gitterparametern a = 7,02 Å und c = 16,37 Å sowie 3 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[4]

Bildung und Fundorte

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Zaïrit bildet sich in der Verwitterungszone von Quarz-Wolframit-Lagerstätten, wo er neben Quarz unter anderem noch mit gediegen Bismut, dem Bismutcarbonat Bismutit und verschiedenen Glimmern vergesellschaftet auftritt.

Als sehr seltene Mineralbildung ist Zaïrit nur in wenigen Proben aus weltweit bisher weniger als 10 Vorkommen bekannt (Stand 2026). Seine Typlokalität im Bezirk Eta-Etu (Kivu) ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in der Demokratischen Republik Kongo.

In Deutschland fand sich das Mineral bisher nur in der Ritterzeche im Bergbaurevier Schneeberg in Sachsen sowie am Kreuzberg in Pleystein, einem Rosenquarzfelsen in Pleystein und in den Pegmatiten bei Hagendorf (Waidhaus) im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Weitere bisher bekannte Fundorte sind die Tazna-Mine (auch Tasna-Mine oder Tazna-Rosario-Mine) bei Tasna Rosario im bolivianischen Departamento Potosí, die Mount Pleasant Mine bei St. George (New Brunswick) in Kanada, ein natürlicher Aufschluss mit hydrothermal veränderten, Scheelit führenden Quarz-Gängen (Ishidera) im Kreis Sōraku-gun, Präfektur Kyōto auf der japanischen Insel Honshū und die Sítio do Castelo Mine in der Gemeinde Folgosinho im portugiesischen Kreis Gouveia.[15]

  • L. Van Wambeke: La zairite, un nouveau mineral appartenant a la serie de la crandallite. In: Bulletin de la Societe franyaise de Mineralogie et de Cristallographie. Band 98, 1975, S. 351–353 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 11. Dezember 2023 im Internet Archive) [PDF; 184 kB; abgerufen am 5. Juli 2026]).
Commons: Zaïrite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: May 2026. (PDF; 3,4 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Mai 2026, abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
  2. ↑ Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 351 kB; abgerufen am 5. Juli 2026]).
  3. ↑ Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 808.
  4. 1 2 3 4 5 Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 463 (englisch).
  5. 1 2 3 Friedrich Klockmann: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. Hrsg.: Paul Ramdohr, Hugo Strunz. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 635 (Erstausgabe: 1891).
  6. 1 2 3 4 Zairit. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org [PDF; 51 kB; abgerufen am 5. Juli 2026]).
  7. 1 2 3 Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
  8. 1 2 David Barthelmy: Zairite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
  9. 1 2 3 Zaïrite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 5. Juli 2026 (englisch).
  10. ↑ Jean Kongolo: Les minerais de la République Démocratique du Congo. In: afrique-gouvernance.net. Alliance pour Refonder la Gouvernance en Afrique (ARGA), September 2009, abgerufen am 5. Juli 2026.
  11. ↑ Mineralogy Database – Sample n° 14065: Zairite, Tourmaline. Königliches Museum für Zentral-Afrika (auch AfricaMuseum), abgerufen am 5. Juli 2026.
  12. ↑ Catalogue of Type Mineral Specimens – Z. (PDF 110 kB) Commission on Museums (IMA), 10. Februar 2021, abgerufen am 5. Juli 2026 (Gesamtkatalog der IMA).
  13. ↑ Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
  14. ↑ Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig: Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S. 841–842.
  15. ↑ Fundortliste für Zaïrit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 5. Juli 2026.
Zaïrit
Eta-Etu, Kivu, Demokratische Republik Kongo (Zaïre)
Sichtfeld 6 mm
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1975-018[1]

IMA-Symbol

Zaï[2]

Andere Namen

Zaireit[3]

Chemische Formel BiFe3+3[(OH)6|(PO4)2][4]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/B.36-170

8.BL.13
41.05.12.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol ditrigonal-skalenoedrisch; 32/m
Raumgruppe R3m (Nr. 166)Vorlage:Raumgruppe/166[5]
Gitterparameter a = 7,02 Å; c = 16,37 Å[4]
Formeleinheiten Z = 3[4]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5[6]
Dichte (g/cm3) gemessen: 4,37(5); berechnet: 4,42(3)[6]
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe grünlichweiß, gelblichgrün[7]
Strichfarbe weiß[7]
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend[8]
Glanz Glasglanz,[8] Harz- bzw. Wachsglanz[6]
Kristalloptik
Brechungsindizes nω = 1,820 bis 1,830[9]
nε = 1,810[9]
Doppelbrechung δ = 0,010 bis 0,020[9]
Optischer Charakter einachsig negativ