Da in natürlich vorkommenden Zaïritproben das Eisen durch geringe Anteile an Aluminium ersetzt (substituiert) sein kann, wird die Formel in verschiedenen Quellen auch mit Bi(Fe3+,Al)3[(OH)6|(PO4)2][6][5] angegeben.
Zaïrit findet sich meist in Form derber Mineral-Aggregate mit wachsähnlichem Glanz auf den Oberflächen. In reiner Form ist Zaïrit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine grünlichweiße bis gelblichgrüne Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Zaïrit (grünlichweiß) aus der Typlokalität Eta-Etu, Demokratische Republik Kongo (Sichtfeld 4 mm)
Erstmals entdeckt wurde Zaïrit in Mineralproben aus dem Bezirk Eta-Etu in der Region Kivu der Demokratischen Republik Kongo. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Léopold Van Wambeke, der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte.[10] Der französische Name des Staates Demokratische Republik Kongo, in dem Van Wambeke das Mineral fand, lautete zu dieser Zeit Zaïre.
Van Wambeke sandt seiner Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1975 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1975-018[1]), die den Zaïrit im gleichen Jahr als eigenständige Mineralart anerkannte. Ebenfalls im gleichen Jahr wurde die Erstbeschreibung im Fachmagazin Bulletin de la Societe franyaise de Mineralogie et de Cristallographie veröffentlicht.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[13]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zaïrit ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- beziehungsweise Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.):RO4=3:1“ zu finden, wo es zusammen mit Arsenoflorencit-(Ce), Arsenoflorencit-(La), Eylettersit, Florencit-(Ce), Florencit-(La), Florencit-(Nd), Graulichit-(Ce) und Waylandit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.BL.13 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Zaïrit die System- und Mineralnummer 41.05.12.03. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie neutrale Phosphate, Arsenate und Vanadate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 41.05.12, in der auch Waylandit und Eylettersit eingeordnet sind.[14]
Als sehr seltene Mineralbildung ist Zaïrit nur in wenigen Proben aus weltweit bisher weniger als 10 Vorkommen bekannt (Stand 2026). Seine Typlokalität im Bezirk Eta-Etu (Kivu) ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in der Demokratischen Republik Kongo.
Weitere bisher bekannte Fundorte sind die Tazna-Mine (auch Tasna-Mine oder Tazna-Rosario-Mine) bei Tasna Rosario im bolivianischen Departamento Potosí, die Mount Pleasant Mine bei St. George (New Brunswick) in Kanada, ein natürlicher Aufschluss mit hydrothermal veränderten, Scheelit führenden Quarz-Gängen (Ishidera) im Kreis Sōraku-gun, Präfektur Kyōto auf der japanischen Insel Honshū und die Sítio do Castelo Mine in der Gemeinde Folgosinho im portugiesischen Kreis Gouveia.[15]
L. Van Wambeke:La zairite, un nouveau mineral appartenant a la serie de la crandallite. In: Bulletin de la Societe franyaise de Mineralogie et de Cristallographie. Band98, 1975, S.351–353 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 11. Dezember 2023 im Internet Archive) [PDF; 184kB; abgerufen am 5.Juli 2026]).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.808.
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.463 (englisch).
1234
Zairit. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 5.Juli 2026]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12David Barthelmy:Zairite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 5.Juli 2026(englisch).
123Zaïrite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 5.Juli 2026(englisch).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.841–842.
↑
Fundortliste für Zaïrit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 5. Juli 2026.