Zaherit kristallisiert im triklinen Kristallsystem, entwickelt jedoch nur mikroskopisch kleine, faserige bis tafelige Kristallite von einigen hundert Mikrometern und konnte bisher nur in Form dichter und extrem feinkörniger Mineral-Aggregate mit welliger Textur gefunden werden. In reiner Form ist Zaherit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund der polykristallinen Ausbildung erscheint er jedoch meist durchscheinend kalkweiß und kann durch Fremdbeimengungen eine hellbläulichgrüne Farbe annehmen. Die Oberflächen der Zaherit-Aggregate weisen einen perlmuttähnlichen Glanz auf oder sind erdig-matt.
Erstmals entdeckt wurde Zaherit 1969 von Mohammed Abduz Zaher (*1935) von der Geological Survey of Bangladesh in Tonmineral-Proben aus dem Salzgebirge der pakistanischenProvinz Punjab. In seiner unveröffentlichten Masterarbeit präsentierte er seine Untersuchungsergebnisse und postulierte aufgrund der Röntgenbeugungsdaten ein neues Mineral, das er als wasserhaltiges Aluminiumsilikat oder -oxid ansah.
Eine erste vollständige Analyse führten A. P. Routsala und L. L. Babcock durch, die dem neuen Mineral zu Ehren seines Entdeckers den Namen Zaherit gaben. Routsala und Babcock reichten ihre Untersuchungsergebnisse sowie den gewählten Namen zur Prüfung bei der International Mineralogical Association (IMA) ein, die es mit der internen Eingangs-Nr. 1977-002 noch im selben Jahr als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte ebenfalls im selben Jahr im Fachmagazin American Mineralogist.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Zaherit die System- und Mineralnummer 31.10.03.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Verschiedene wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.10.03.
Der bisher einzige weitere bekannte Fundort (Stand 2018) für Zaherit ist die Grotta dell'Allume auf der italienischen Insel Vulcano vor der Nordküste von Sizilien.[9]
A. P. Routsala, L. L. Babcock:Zaherite, a new hydrated aluminum sulfate. In: American Mineralogist. Band62, Nr.11–12, 1977, S.1125–l128 (englisch, minsocam.org[PDF; 285kB; abgerufen am 7.Januar 2019]).
Aylva E. Schoch, Gerhard J. Beukes, Hermann E. Praekelt:A natroalunite-zaherite-hotsonite paragenesis from Pofadder, Bushmanland, South Africa. In: The Canadian Mineralogist. Band23, Nr.1, 1985, S.29–34 (englisch, rruff.info[PDF; 718kB; abgerufen am 7.Januar 2019]).
H. De Bruiyn, A. E. Schoch, G. J. Beukes, L. D. C. Bok, W. A. Van der Westhuizen:Note on cell parameters of zaherite. In: Mineralogical Magazine. Band49, 1985, S.145–146, doi:10.1180/minmag.1985.049.350.26 (englisch, rruff.info[PDF; 100kB; abgerufen am 7.Januar 2019]).
Pete J. Dunn, George Y. Chao, Joan J. Fitzpatrick, Richard H. Langley, Michael Fleischer, Janet A. Zilczer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band71, Nr.1–2, 1986, S.227–232 (englisch, minsocam.org[PDF; 765kB; abgerufen am 7.Januar 2019] Zaherite ab S. 231).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.400 (englisch).
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Zaherite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 67kB; abgerufen am 7.Januar 2019]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345Zaherit.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 7.Januar 2019(englisch).