Warren Burton
Warren Burton (* 23. Oktober 1944 in Chicago, Illinois; † 2. Oktober 2017 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher, der von 1973 bis 2016 vor und hinter der Kamera aktiv war.[1][2][3]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Burton wurde 1944 im Chicagoer Stadtteil Albany Park als Sohn von Lorraine Stryska, einer Buchhalterin, und des Polizeibeamten Donald Burton geboren; er hatte eine Schwester namens Gayle. Er besuchte die Roosevelt High School und besuchte im Anschluss mit einem Stipendium das Art Institute of Chicago, wo er laut eigenen Aussagen „erstmals mit Oper, bildender Kunst und Theater in Berührung“ kam. Seine Schauspielkarriere begann er im Alter von 19 Jahren am Theater in Chicago. Dort spielte der damalige Jungschauspieler unter anderem an der Seite von Ann Sothern in einer Produktion des Musicals Gypsy. Sie war es auch, die ihn ermutigte nach New York City zu ziehen, um dort seine Laufbahn fortzusetzen.[1][4] Er wirkte ab Mitte der 1960er-Jahre sowohl in Broadway- als auch in Off-Broadway-Produktionen mit, darunter erneut in Gypsy an der Seite von Sothern, gefolgt von einer Produktion des New York Shakespeare Festival von Hair, The Artistic Direction und der Broadway-Produktion A Patriot for Me. Er spielte auch im New Yorker Comedy-Club „The Upstairs at the Downstairs“ zusammen mit Lily Tomlin, für die er ebenfalls Sketche schrieb und für die Aufzeichnung This is a Recording 1971 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde.[1][5][6][7][8]
Zu Beginn der 1970er-Jahre zog Burton nach Los Angeles. Er spielte weiterhin Theater und hatte 1973 eine erste Rolle vor der Kamera im Fernsehfilm The Girl Most Likely to…. In den späten 1970er-Jahren und während der gesamten 1990er-Jahre war er in mehreren Seifenopern zu sehen, meist in Rollen von Schurken und Bösewichten. Während er 1978 auf der Bühne in P.S. Your Cat is Dead zu sehen war, besuchte er ein Casting für die Rolle des Eddie Dorrance in All My Children, die er schließlich von 1978 bis 1979 verkörperte und für die er 1980 einen Daytime Emmy Award als bester Nebendarsteller gewann. Weitere Rollen in Tagesserien waren die des Jason Dunlap in Another World (1980 bis 1982), Warren Andrews in Springfield Story (1983 bis 1987), Phillip Hamilton in California Clan (1988 bis 1989) sowie die des Dr. Hepler in Reich und Schön (1995).[9][10] 1993 verkörperte er den Konföderierten-General Henry Heth in Gettysburg. Er spielte auch den ersten Wächter im Film Green Lantern. Zuletzt war er im Jahr 2014 in der Fernsehserie Review vor der Kamera zu sehen.[1] Im deutschen Sprachraum wurde Burton unter anderem von Lothar Blumhagen, Reinhard Glemnitz, Michael Grimm, Michael Iwannek, Axel Lutter, Andreas Rüdiger und Andreas Thieck synchronisiert.[11][12]
Ab 1993 arbeitete er auch zunehmend als Synchronsprecher bzw. Voice Actor (jap. Seiyū). Er sprach Samos Hagai, den grünen Weisen in der Computerspiel-Reihe Jak and Daxter, und war in Prince of Persia: The Sands of Time, Psychonauts, Age of Mythology, Battlezone II: Combat Commander und Nox zu hören. Er lieh auch zahlreichen weiteren Figuren seine Stimme.[1][13]
Burton starb im Alter von 72 Jahren in Los Angeles und fand seine letzte Ruhe auf dem Beth Olam Cemetery (heute: Hollywood Forever Cemetery). Seine Eltern und seine Schwester starben vor ihm.[1][4][14]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1971: Grammy in der Kategorie „Best Comedy Recording“ für This is a Recording[4]
- 1980: Daytime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Performance by an Actor in a Supporting Role for a Daytime Drama Series“ für All My Children[1]
- 1986: Nominiert für den Soap Opera Digest Award in der Kategorie „Outstanding Actor in a Supporting Role on a Daytime Serial“ für Springfield Story[1]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Film und Fernsehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1973: The Girl Most Likely to… (Fernsehfilm)
- 1976: Baby Blue Marine
- 1977: Chatter Box!
- 1977: 3 Girls 3 (Fernsehserie)
- 1977: Der größte Liebhaber der Welt
- 1978: Jokes My Folks Never Told Me
- 1978: Ja, lüg’ ich denn? (Rabbit Test)
- 1978–1980: All My Children (Fernsehserie)
- 1980–1982: Another World (Fernsehserie)
- 1983–1987: Springfield Story (Fernsehserie)
- 1988: The Facts of Life (Fernsehserie)
- 1988–1989: California Clan (Fernsehserie)
- 1989: Freddy’s Nightmares: A Nightmare on Elm Street – Die Serie (Fernsehserie)
- 1990: Geschichten aus der Gruft (Fernsehserie)
- 1991: Jake und McCabe – Durch dick und dünn (Fernsehserie)
- 1992: Unter der Sonne Kaliforniens (Fernsehserie)
- 1992: Poison Ivy – Die tödliche Umarmung
- 1993: Bodies, Rest & Motion (Sprechrolle)
- 1993: Sugarbaker’s: Mann muss nicht sein (Fernsehserie)
- 1993: Danger Theatre (Fernsehserie)
- 1993: Gettysburg
- 1994: Valley of the Dolls (Fernsehserie)
- 1995: Reich und schön (Fernsehserie)
- 1996: 2090
- 1996: Das Grauen aus der Tiefe (Fernsehfilm)
- 1996: Trained to Kill – Bloodfist VIII
- 1997: Executive Command – In einsamer Mission
- 1997–1998: Z wie Zorro (Zeichentrickserie; Sprechrolle)
- 2000: Billy Jones (Kurzfilm)
- 2004: Tales of a Fly on the Wall (Fernsehfilm; Sprechrolle)
- 2007: Monk (Fernsehserie)
- 2011: Green Lantern
- 2013: Tome of the Unknown: Harvest Melody (Kurzfilm; Sprechrolle)
- 2014: Review (Fernsehserie)
Computerspiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1996: Phantasmagoria 2: Labor des Grauens
- 1997: Betrayal in Antara
- 1997: Blade Runner
- 1997: Lands of Lore: Götterdämmerung
- 1999: Lands of Lore 3
- 1999: Wu-Tang: Shaolin Style (auch: Wu-Tang: Taste the Pain)
- 2000: Battlezone II: Combat Commander
- 2000: Nox
- 2001: Jak and Daxter: The Precursor Legacy
- 2001: Jak and Daxter Outtakes (Video)
- 2002: Age of Mythology
- 2003: Jak II: Renegade
- 2003: Prince of Persia: The Sands of Time
- 2004: Jak 3
- 2005: Psychonauts
- 2005: Jak X: Combat Racing
- 2006: Daxter
- 2008: Aion: The Tower of Eternity
- 2009: Red Faction: Guerrilla
- 2011: Rango
- 2016: Edge of Nowhere
Theater (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1969: A Patriot for Me (Imperial Theatre, Broadway, New York City)[5]
- 1978: P.S. Your Cat is Dead (Los Angeles)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Obituary Notices: Warren Burton (October 23, 1944 – October 2, 2017). In: Los Angeles Times. 136. Auflage. Nr. 323, 20. Oktober 2017, S. B8 (englisch, legacy.com).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Warren Burton bei IMDb
- Warren Burton in The Movie Database (englisch)
- Warren Burton in der Internet Broadway Database (englisch)
- Warren Burton bei Discogs
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 Warren Burton. Internet Movie Database, abgerufen am 18. Oktober 2026.
- ↑ Warren Burton in The Movie Database (englisch), abgerufen am 18. Oktober 2026.
- ↑ Warren Burton bei Fernsehserien.de, abgerufen am 18. Oktober 2026.
- 1 2 3 Obituary: Warren Burton. In: Chicago Tribune. 14. Oktober 2018, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- 1 2 Warren Burton in der Internet Broadway Database, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch)
- ↑ Warren Burton. In: Broadway World. Abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Warren Burton (Performer). In: Playbill. Abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Marla Hart: Burton is Happy as a Working-Class Actor. In: Chicago Tribune. 9. Februar 1995, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Nancy M. Reichardt: Soap World welcomes back Warren Burton. In: Newspaper Archive. Beckley Register Herald; United Feature Syndicate, 11. April 1988, S. 8, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Burton’s villainy lives on. In: Newspaper Archive. Escanaba Daily Press, 2. Juli 1984, S. 13, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Sprecher und Stimme Warren Burton. In: Sprecherdatei.de. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- ↑ Warren Burton. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
- ↑ Warren Burton. In: Behind the Voice Actors. Abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
- ↑ Warren Burton in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 18. Oktober 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Burton, Warren |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher |
| GEBURTSDATUM | 23. Oktober 1944 |
| GEBURTSORT | Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 2017 |
| STERBEORT | Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten |