Walchsee
Walchsee | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Wappen | Österreichkarte | |||||
| Basisdaten | ||||||
| Staat: | ||||||
| Land: | ||||||
| Politischer Bezirk: | Kufstein | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | KU | |||||
| Fläche: | 39,24 km² | |||||
| Koordinaten: | 47° 39′ N, 12° 19′ O | |||||
| Höhe: | 658 m ü. A. | |||||
| Einwohner: | 2.198 (1. Jän. 2025) | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 56 Einw. pro km² | |||||
| Postleitzahl: | 6344 | |||||
| Vorwahl: | 05374 | |||||
| Gemeindekennziffer: | 7 05 29 | |||||
| NUTS-Region | AT335 | |||||
| Adresse der Gemeinde- verwaltung: |
Alleestraße 24 6344 Walchsee | |||||
| Website: | ||||||
| Politik | ||||||
| Bürgermeister: | Ekkehard Wimmer (Zukunft für Walchsee) | |||||
| Gemeinderat: (Wahljahr: 2022) (13 Mitglieder) |
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| Lage von Walchsee im Bezirk Kufstein | ||||||
Walchsee | ||||||
| Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria | ||||||
| Aschau im Chiemgau |
Schleching | |||||
| Rettenschöss | Kössen (Bz. Kitzbühel) | |||||
| Ebbs | Schwendt Kirchdorf in Tirol (Bz. Kitzbühel) | |||||
| Walchsee: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1869 | 637 | |||
| 1880 | 620 | |||
| 1890 | 595 | |||
| 1900 | 588 | |||
| 1910 | 642 | |||
| 1923 | 641 | |||
| 1934 | 669 | |||
| 1939 | 633 | |||
| 1951 | 810 | |||
| 1961 | 933 | |||
| 1971 | 1.193 | |||
| 1981 | 1.318 | |||
| 1991 | 1.761 | |||
| 2001 | 2.042 | |||
| 2011 | 1.800 | |||
| 2021 | 2.111 | |||
| 2024 | 2.192 | |||
| Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021 | ||||
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das Ortsbild hat sich mit dem Aufkommen des Fremdenverkehrs weitgehend verändert. Das ursprüngliche Gassendorf mit großen Mittelflurhäusern wird heute durch zahlreiche Hotelneubauten geprägt. Nur wenige ältere Bauten blieben erhalten, darunter das Gasthaus Schopferwirt (Walchseerhof) am Dorfplatz 2. Es weist, ebenso wie das Haus Nr. 74 (Paxerhof) in Durchholzen, wohl von Josef Adam Mölk geschaffene Fresken auf, die um 1765 entstanden sein dürften.
- Katholische Pfarrkirche Walchsee hl. Johannes der Täufer: Die heutige Pfarrkirche zeigt sich in ihrer heutigen Form wohl von 1626. Seinerzeit wurde der gotische Bau erneuert und erweitert. Eine Barockisierung, die auch eine Einwölbung des zuvor flach gedeckten Langhauses zur Folge hatte, wurde von 1702 bis 1704 durch den aus Kufstein stammenden Stadtbaumeister Martin Bock durchgeführt. Es handelt sich um eine Saalkirche mit polygonalem Chor, der im Westen ein Turm mit Spitzhelm vorgelagert ist. In der Turmhalle befindet sich ein gekehltes Spitzbogenportal. Der jetzige neuromanische Altar wurde 1855 geschaffen.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Tourismusverband Kaiserwinkl veranstaltet regelmäßig Veranstaltungen im Ort. Folgende Top-Events finden jährlich statt:
- Challenge Kaiserwinkl-Walchsee
- Egascht Fest'l
- Sommernachtstraum
- Kaiserwinkl Alpin Ballooning
Natur und Umwelt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf einer Halbinsel am Westufer des Sees blieb bis heute ein kleiner Hochmoorkomplex erhalten, der stellenweise abgetorft wurde. Auf den trocken gefallenen Bereichen haben sich etliche Baum- und Straucharten wie Moorbirke (Betula pubescens), Waldkiefer (Pinus sylvestris), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) und Besenheide (Calluna vulgaris) angesiedelt. Hinzu kommen Pfeifengras (Molinia caerulea) und Rasenbinse (Trichophorum cespitosum). In den Torfstichen und den unzerstört gebliebenen Teilen konnten sich zahlreiche seltene Pflanzenarten halten. Hierzu gehören, bzw. gehörten nach Smettan 1989:[3]
- Blumenbinse (Scheuchzeria plaustris)
- Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
- Rosmarinheide (Andromeda polifolia)
- Braunes Schnabelried (Rhyncospora fusca)
- Weißes Schnabelried (Rhynchospora alba)
- Langblättriger Sonnentau (Drosera longifolia)
- Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)
- Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
- Scheidiges Wollgras (Eriophorum vaginatum)
Trotz seiner großen floristischen Bedeutung wurde das Moor bisher nicht unter Schutz gestellt. Das Gelände wird in den Sommermonaten von Badegästen und Anglern frequentiert, so dass es immer wieder zu Schädigungen der empfindlichen Vegetation kommt.
Nordwestlich des Ortskerns breitet sich das weitaus größte und noch ungestörte Moorgebiet Nordtirols aus, die Schwemm. Sie entstand durch die Verlandung des nacheiszeitlichen Gletschersees und bildet ein Übergangsmoor. Dieses ist besonders für seine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt bekannt. Hier befindet sich das einzige Brutgebiet der Bekassine in Tirol. 65,68 ha dieses Moores stehen seit 2008 unter Naturschutz und sind Natura-2000-Gebiet.
Im Süden erstreckt sich das Kaisergebirge, das schon seit 1963 nach einer Volksbefragung (1961) unter Naturschutz (10 km²) steht. Dieses Schutzgebiet ist vor allem bei Bergsteigern ein beliebtes Ausflugsziel.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bergkameradschaft Walchsee
- Bundesmusikkapelle Walchsee
- Freiwillige Feuerwehr Walchsee
- Landjugend Walchsee
- Schützengilde Walchsee
- Kameradschaftsbund Walchsee[4]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tourismus
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Walchsee ist wirtschaftlich vom Tourismus dominiert. Das Angebot richtet sich an Familien-, Wander- und Wellnessurlauber. Der Walchsee ist einer der wärmsten Badeseen Tirols. Wander- und Bergtouren in die umliegenden Berge mit den im Sommer bewirtschafteten Almen sind möglich. Durch den Ski- und Langlaufsport im Winter sowie den Wander- und Bademöglichkeiten im Sommer ist Walchsee ganzjährig für Touristen attraktiv. Im Ortsteil Schwaigs gibt es einen 9-Loch-Golfplatz.
Die vorher eigenständigen Tourismusverbände Walchsee/Rettenschöss und Kössen/Schwendt wurden 2005 zur Ferienregion Kaiserwinkl unter der Führung von Obmann Gerd Erharter zusammengeschlossen.


- Winter
Der rund 500 m lange Amberglift stand nach einer Entscheidung des Tourismusverbandes im Winter 2018/2019 aus wirtschaftlichen Gründen still. Bürgermeisters Wittlinger initiierte eine Spendenaktion, die bis Ende März 2019 rund 130.000 einbrachte, zusätzlich wurde ein Zuschuss durch die Gemeinde wurde beschlossen. Mit Investitionen in eine Beschneiungsanlage, ein Förderband und eine Pistenraupe wurde die Anlage 2019/20 seitens der Gemeinde reaktiviert.
Im Ortsteil Durchholzen befindet sich das etwas größere Skigebiet Zahmer Kaiser. Zum Skigebiet gehört ein 4er Sessellift, der Ötzlift (Schlepplift) und der Riedalmlift (Tellerlift). Neben den klassischen Skifahren bietet das Skigebiet diversere andere Sportarten wie Rodeln oder Skitouren an.
Die Region Kaiserwinkel bietet zudem ein großes Loipennetz zum Langlaufen. Die Dorfloipe in Walchsee kann dank Snowfarming mit Schneesicherheit punkten.
- Sommer
Bei Touristen sowie auch bei Einheimischen sind die umliegenden Berge bei Freizeitaktivitäten sehr beliebt. Zu den beliebtesten Bergen zum Wandern gehören der Brennkopf, Kalvarienberg, Ebersberg, Heuberg und die Pyramidenspitze. Bei Mountainbikern sind vor allem die Hitscheralm, Ottenalm, Lippenalm, Gwirchtalm und der Berggasthof Zahmer Kaiser sehr beliebt.
Handwerk und Gewerbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor allem Handwerksbetriebe sind in den beiden Gewerbegebieten in Durchholzen (21 ha) und Moosen (19 ha) angesiedelt. Während in Moosen ein ehemaliger Bauhof 2016 revitalisiert werden konnte, fanden 2018 in Durchholzen, neben bestehenden Betrieben, weitere Betriebe eine Heimat. In Moosen ist auch die Biokäserei Walchsee und Umgebung angesiedelt, die hier 2020 ihre neue Produktionsstätte und einen Bio-Käseladen mit Bistro eröffnete. 55 Bauern aus der Region liefern die Milch aus ausschließlich biologischer Landwirtschaft für die Produktion von Käsespezialitäten, Butter, Joghurt, Topfen und Butterschmalz.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eisenbahn: Walchsee hätte um die Jahrhundertwende an eine bis Reit im Winkl, beziehungsweise später bis St. Johann in Tirol, projektierte Lokalbahn von Kufstein über Ebbs angebunden werden sollen. Schlussendlich wurde aber nur die bestehende Verkehrsverbindung ausgebaut. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Kufstein und Oberaudorf.
- Öffentlicher Verkehr: Heute verkehren regelmäßig VVT Busse der Ledermair Verkehrsbetriebe:[5]
- 4030: Kufstein – Ebbs – Niederndorf – Rettenschöss – Walchsee – Kössen
- 730N (Nightliner am Wochenende): Kufstein – Ebbs – Niederndorf – Erl – Niederndorf – Rettenschöss – Walchsee – Kössen
Haltestellen sind (in Fahrtrichtung Kössen): Durchholzen, Durchholzen Amberg, Moosen, Kaufhaus Erharter, Dorfplatz und Johannesstraße.[6]
- Straße: Die heutige Walchseestraße (B 172) stellt eine stark frequentierte Route dar. Besonders an Wochenenden ist die Strecke rund um das Kaisergebirge eine beliebte Strecke bei erholungssuchenden Tagesgästen aus dem benachbarten Bayern.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat besteht aus 13 Mandataren.
| Partei | 2022[7] | 2016[8] | 2010[9][10] | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| % | Mandate | % | Mandate | % | Mandate | |
| Zukunft für Walchsee (ZUKUNFT) | 59,31 | 8 | 35,04 | 5 | 19,72 | 3 |
| Bäuerliche Heimatliste Walchsee (BHW) | 29,07 | 4 | 28,00 | 4 | 13,78 | 2 |
| FPÖ und Parteifreie Liste für Walchsee | 11,61 | 1 | 11,44 | 1 | 7,32 | 1 |
| Gemeinsame Walchseer Liste mit Bürgermeister Dieter Wittlinger 1) | 25,53 | 3 | 22,91 | 3 | ||
| Alle für Walchsee mit Bürgermeister Andreas Mayr | 36,26 | 6 | ||||
1) Die Partei trat 2010 unter dem Namen „Gemeinsame Walchseer Liste“ an
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Liste aller Bürgermeister seit 1899 wurde der Website der Gemeinde Walch entnommen.[11]
- 1899–1902 und 1905–1908 Johann Blattl (Putzwirt)
- 1902–1905 Johann Mitterweissacher (Schusterbauer)
- 1908–1911 Josef Praschberger (Bergerbauer)
- 1911–1914 Johann Gründler (Kleinmoosenbauer)
- 1914–1917 Johann Praschberger (Hoferbauer)
- 1917–1919 Johann Hörfarter (Stroblbauer)
- 1919–1922 Josef Filzer (Gründlerbauer)
- 1922–1931 Johann Praschberger (Ilgerbauer)
- 1931–1936 Matthäus Fischbacher (Köckenbauer)
- 1936–1938 Jakob Brandauer (Steinhauerbauer)
- 1938–1944 Peter Kitzbichler (Ottenbauer)
- 1944–1945 Josef Wurnig (Straßenwärter)
- 1945–1947 Josef Rampl (Gendarmeriebeamter i. R.)
- 1947–1950 Leonhard Astl (Moarbauer)
- 1950–1971 Josef Kronbichler (Untermaurachbauer)
- 1971–1983 Hans Fischbacher (Gastwirt Hotel Schick)
- 1983–1998 Peter Wimmer (Bilanzbuchhalter)
- 1998–2011 Andreas Mayr (Bundesheerbeamter)
- 2012–2022 Dieter Wittlinger (Physiotherapeut)
- seit 2022 Ekkehard Wimmer (Unternehmer)

Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wappenbeschreibung: Auf goldenem Grund eine blaue, sich nach links überschlagende Welle.[12]
Das 1972 verliehene Gemeindewappen symbolisiert mit der Welle den für die Gemeinde bedeutenden und namensgebenden Walchsee.[13]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Laurentius Hanser (1875–1929), Benediktinermönch und Historiker
- Matthias Haunholder (* 1979), Skisportler (Freerider)
- Hubert Klier (1924–1990), Komponist, Texter, Sänger
- Anni Kronbichler (* 1963), Skisportlerin (Siegerin in alpinen Weltcuprennen)
- Johanna Paungger Poppe (* 1953), Autorin
- Christian Planer (* 1975), Sportschütze (zweifacher Olympiateilnehmer für Österreich)
- Thomas Zangerl (* 1983), Skisportler (Ski-Cross)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erich Egg: Das Tiroler Unterland. Die Bezirke Kufstein, Kitzbühel und Schwaz (= Österreichische Kunstmonographie, Band VI). Salzburg 1971, S. 197
- Reinhard Weidl: Walchsee – Pfarrkirche zum hl. Johannes der Täufer (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 205). Salzburg 1991
- Brigitte Eberharter: Erinnerungen an Heute. Walchseer Zeitdokument zur Jahrtausendwende. Ortschronik, 2000, ISBN 3-901444-01-7
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 70529 – Walchsee. Gemeindedaten der Statistik Austria
- Website der Gemeinde
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 72, Nr. 464.
- ↑ Siehe: H. Smettan: Naturkundlicher Führer Kaisergebirge. München 1989, S. 153
- ↑ Walchsee-Gemeindeamt, Bürgerservice, Sport, Kultur, Vereine, Veranstaltungen, Wirtschaft und offizielleInformationen durch die Gemeindeverwaltung: Walchsee. Abgerufen am 22. April 2024 (österreichisches Deutsch).
- ↑ Verkehrsverbund Tirol – Mehr sehen vom Land. Abgerufen am 15. März 2025.
- ↑ Fahrplan 4030. Abgerufen am 15. März 2025.
- ↑ Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2022 | Gemeinde Walchsee. Land Tirol, abgerufen am 20. Juli 2022.
- ↑ Gemeinderatswahlergebnis 2016. Land Tirol, abgerufen am 27. Dezember 2021.
- ↑ Gemeinderatswahlergebnis 2010. Land Tirol, abgerufen am 27. Dezember 2021.
- ↑ Wahlergebnis 2010. Gemeinde Walchsee, abgerufen am 27. Dezember 2021.
- ↑ Zahlen und Fakten. Gemeinde Walchsee, abgerufen am 20. Dezember 2022.
- ↑ Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 26/1972.
- ↑ Eduard Widmoser: Tiroler Wappenfibel. Tyrolia-Verlag, Innsbruck 1978, ISBN 3-7022-1324-4, S. 43.



