Germersheim
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
| ||
| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 13′ N, 8° 22′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Germersheim | |
| Höhe: | 105 m ü. NHN | |
| Fläche: | 21,68 km² | |
| Einwohner: | 21.715 (31. Dez. 2024)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1002 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 76726 | |
| Vorwahl: | 07274 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GER | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 34 007 | |
| LOCODE: | DE GER | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kolpingplatz 3 76726 Germersheim | |
| Website: | www.germersheim.eu | |
| Bürgermeister: | Marcus Schaile (CDU) | |
| Lage der Stadt Germersheim im Landkreis Germersheim | ||
Germersheim [] (Pfälzisch: Germersche ), auch Germersheim am Rhein,[2] ist ein Mittelzentrum mit etwa 20.000 Einwohnern in Rheinland-Pfalz. Germersheim ist eine verbandsfreie Stadt sowie Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt war und ist insbesondere als Militärstadt bedeutsam.
Geographie
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Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt liegt in der Oberrheinebene, größtenteils am linken Flussufer, zwischen Ludwigshafen/Mannheim und Karlsruhe, ca. 13 km südlich von Speyer und gegenüber von Philippsburg. Mitten durch den linksrheinischen Teil der Stadt fließt die Queich. Die Gemarkung von Germersheim erstreckt sich im Bereich Elisabethenwörth zu einem kleinen Teil auch auf die rechte Rheinseite. Die Lage an beiden Flussufern ist eine Besonderheit unter den Gemeinden am Rhein.
Verlauf der rechtsrheinischen Grenze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das rechtsrheinische Gebiet reicht ungefähr von Süden ab Rheinkilometer 381,7 – nördlich der „Kümmelwiesen“ – in einem links gekrümmten Bogen bis zur Kreuzung der Bahnlinie nach Rheinsheim mit der heutigen B 35. Von dort verläuft die Grenze parallel zu den Bahngleisen an den Rhein zurück.
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Germersheim hat zwei Stadtteile: zum einen den gleichnamigen Stadtteil Germersheim, zum anderen den sich im Süden anschließenden Stadtteil Sondernheim, der am 22. April 1972 eingemeindet wurde.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An die Kreisstadt angrenzende Gemeinden sind:
| Lingenfeld | Römerberg (Pfalz) | |||||||
| Westheim (Pfalz), Lustadt |
Philippsburg (Landkreis Karlsruhe/Baden-Württemberg) | |||||||
| Bellheim | Hördt | |||||||
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 31. Dezember 1925 | 3.308 |
| 31. Dezember 1933 | 3.735 |
| 31. Dezember 1939 | 5.858 |
| 31. Dezember 1994 | 15.876 |
| Germersheim: Einwohnerzahlen von 1965 bis 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1965 | 9.930 | |||
| 1970 | 11.440 | |||
| 1975 | 12.041 | |||
| 1980 | 13.347 | |||
| 1985 | 13.218 | |||
| 1990 | 15.277 | |||
| 1995 | 19.614 | |||
| 2000 | 20.134 | |||
| 2005 | 20.881 | |||
| 2010 | 20.588 | |||
| 2015 | 20.587 | |||
| 2020 | 20.643 | |||
| 2023 | 21.295 | |||
| Quelle(n): Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz | ||||
Konfessionsstatistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Laut Zensus 2022 waren von den Einwohnern 23,7 % römisch-katholisch, 18,9 % evangelisch und 57,5 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.[20] Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand März 2026 lag der Anteil der katholischen Bürger bei 19,9 %, der evangelischen bei 16,1 % und der Sonstigen bei 64,0 %.[21]
Im Jahr 2011 waren 16,8 % der Einwohner muslimisch.[22]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadtrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Stadtrat in Germersheim besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.
Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Stadtrat:
| Wahl | SPD | CDU | GRÜNE | AfD | FDP | FWG | REP | Gesamtsitze |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 5 | 12 | 4 | 10 | 1 | 4 | — | 36[24] |
| 2019 | 6 | 12 | 6 | 6 | 2 | 4 | — | 36[25] |
| 2014 | 7 | 15 | 4 | — | 1 | 7 | 2 | 36 |
| 2009 | 7 | 16 | 3 | — | 3 | 5 | 2 | 36 |
| 2004 | 5 | 16 | 2 | — | 2 | 8 | 3 | 36 |
| 1999 | 5 | 14 | 2 | — | 1 | 7 | 3 | 32 |
- FWG = Freie Wählergruppe Germersheim-Sondernheim e. V.
Aufgrund der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die in der Graphik dargestellten prozentualen Stimmanteile als „gewichtete Ergebnisse“ ausgewiesen, welche das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben können.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Amtierender Bürgermeister ist seit dem 1. Januar 2010 Marcus Schaile (CDU). Er wurde am 7. Juni 2009 und am 14. Mai 2017 bei jeweils zwei Gegenkandidaten mit absoluter Mehrheit für je acht Jahre gewählt.[26][27] Bei der Direktwahl am 6. April 2025 wurde Schaile als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 89,6 % für eine weitere achtjährige Wahlperiode in seinem Amt bestätigt.[28]
| Amtszeit | Name | Partei | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1900–1903 | Ludwig Philipp Heené | ||
| 1903–1908 | Anton Kleehaas | ||
| 1908–1911 | Julius Ball | ||
| 1911–1920 | Jakob Diehl | ||
| 1921–1931 | Friedrich Schmidt | ||
| 1931–1933 | Heinrich Reible | ||
| 1933–1936 | Fritz Wolf | NSDAP | erste Amtszeit |
| 1936–1945 | Georg Otto Angerer | NSDAP | |
| 1945 | Jakob Philipp Gutermann | ||
| 1945–1952 | August Ebinger | ||
| 1952–1956 | Fritz Wolf | Liste Fritz Wolf | zweite Amtszeit |
| 1956–1981 | Siegfried Jantzer | CDU | |
| 1982–2001 | Benno Heiter | CDU | |
| 2002–2009 | Dieter Hänlein | CDU | |
| seit 2010 | Marcus Schaile | CDU |
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Banner, Wappen und Hissflagge | |
| Blasonierung: „In Blau ein golden (gelb) gekrönter, rot gezungter goldener (gelber) Adler.“ | |
| Wappenbegründung: Im Jahr 1276 wurde die Stadt durch den deutschen König Rudolf von Habsburg zur Freien Reichsstadt erhoben. Der Adler ist ein Symbol hierfür. Der Ursprung der Farben ist unbekannt, doch handelte es sich ursprünglich um einen schwarzen Adler auf silbernem Grund. |
Partnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Jahr 1963 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Tournus in Burgund, Frankreich, seit dem Jahr 2005 besteht zudem eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Zalaszentgrót in Ungarn.[30]
Zum U-Boot U 19 der Bundeswehr (im Dienst von 1973 bis 1998), dessen Heimathafen in Eckernförde war, bestand eine Patenschaft. Als sichtbares Zeichen dafür lag vor dem Ludwigstor der Germersheimer Festung lange Zeit eine Boje.[31]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Museen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutsches Straßenmuseum
- Das Stadt- und Festungsmuseum Germersheim dokumentiert vor allem die Geschichte der Stadt Germersheim, aber auch die ehemalige Festung und Garnison. Neben der Geschichte des Militärs in Germersheim werden aber auch zivile Aktivitäten dargestellt, wie z. B. Ziegelindustrie, Rheinfischerei, Tabakverarbeitung, Schnapsbrennen, Schuhmacherei, Druckerei und Buchbinden, sowie Emailschilder-Fabrikation.
- Die Gründung eines Ökumenischen Kirchenmuseums ist beschlossen, jedoch sind noch keine Räumlichkeiten gefunden.[32] In der Germersheimer Sparkassen-Filiale fand im November 2007 dennoch die erste Ausstellung statt, bei der zahlreiche Exponate zur regionalen Kirchengeschichte gezeigt wurden.[33]
Musik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Germersheim hat eine seit 1986 bestehende Musikschule, die auch ein Orchester stellt, das mit dem aus Speyer kooperiert.[34] Weiterhin existieren ein katholischer und ein evangelischer Kirchenchor.[35][36] Außerdem bestehen der Musikverein Sondernheim[37] sowie die Sängergemeinschaft Germersheim mit zwei Chören.[38]
Vor allem bei städtischen Veranstaltungen wird die Germersheimer Stadtkapelle eingesetzt.[39]
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Festung Germersheim
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Noch heute kann man Teile der alten Festung Germersheim besichtigen. Besonders zu erwähnen sind hier
- der Festungspark „Fronte Lamotte“
- das Weißenburger Tor (heute inoffizielles Wahrzeichen der Stadt)
- das Ludwigstor mit Stadt- und Festungsmuseum Germersheim
- das Zeughaus mit dem Deutschen Straßenmuseum und der „Carnot’schen Mauer“
- die Fronte Beckers mit Kultur- und Jugendzentrum Hufeisen sowie dem Skulpturenweg Germersheim
- die Seysselkaserne (heute Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
- das Arrestgebäude
Katholische Kirche St. Jakobus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die St.-Jakobus-Kirche wurde als Burgkapelle erstmals 1280 erwähnt, ist jedoch wahrscheinlich schon wesentlich älter. Sie war zweimal Kloster: 1298 bis 1556 der Serviten und 1682 bis 1794 der Franziskaner. 1674 wurde die Kirche wie auch die gesamte Stadt fast vollständig zerstört, jedoch zwischen 1682 und 1697 neu errichtet. Heute ist sie Sitz der katholischen Stadtpfarrei. An der Kirche befand sich bis 1771 der Friedhof, der anschließend außerhalb der Stadt verlegt wurde, aber inzwischen durch die Ausweitung der Bebauung wieder komplett innerhalb des Ortes liegt.
Protestantische Versöhnungskirche in Germersheim
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die protestantische Versöhnungskirche in der Germersheimer Marktstraße wurde der Grundstein am 26. November 1782 gelegt. Die Einweihung als Kirche der reformierten Gemeinde erfolgte am 24. Oktober 1784. Sie dient seit 1818, dem Jahr der Kirchenvereinigung in der Pfalz, der Protestantischen Kirchengemeinde als Gotteshaus.
Protestantische Kirche in Sondernheim
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die protestantische Kirche im Germersheimer Stadtteil Sondernheim wurde nach einer Bauzeit von nur neuneinhalb Monaten am 7. Juni 1954 feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. August 1953. Vorläufer der Kirche war ein 1841 eingerichteter Betsaal.
Stadthaus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Stadthaus[40] ist eines der ältesten noch bestehenden Gebäude der Stadt. Es wurde 1740 als Ersatz für das 1674 zerstörte Verwaltungsgebäude des Oberamtes Germersheim errichtet. 1792 verlor es seine Funktion. Ab 1815 war es Garnisonskommandantur, wurde jedoch 1892 zum Offizierskasino umfunktioniert. 1972 wurde es zum Rathaus, behielt aber, wohl aus Unterscheidungsgründen zum Alten Rathaus in der Marktstraße, den Namen Stadthaus.
Parks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entlang einiger ehemaliger Festungsanlagen befinden sich z. T. öffentlich zugängliche Grünflächen, denen die Stadt ihr insgesamt sehr grünes Erscheinungsbild verdankt. Hierzu zählt beispielsweise die Fronte Beckers, die Fronte Lamotte (welche, nachdem die Bundeswehr das Gelände freigegeben hat, zum „Festungspark Fronte Lamotte“ umgestaltet wurde) oder auch der Park westlich der Seysselkaserne als Teil des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK), der zu dessen Öffnungszeiten auch öffentlich zugänglich ist.
Bereits in den 70er Jahren wurde der sogenannte Ludwigspark (mit Rodelberg) am Ludwigstor angelegt. An diesen schließt sich, zwischen Bahnhof und Stadtzentrum, der Schwanenweiher mit einer kleinen Insel an, welcher ca. zwei Meter unter normalem Erdniveau liegt. Dieser Park wiederum geht in den sogenannten Schlangenweg über, der entlang des nördlichen Queicharmes verläuft und in dessen Verlängerung man entlang des Rheines östlich der eigentlichen Stadt bis zum Naherholungsgebiet Sondernheim gelangen kann.
Zwischen Stadthalle und Grundschule befindet sich eine weitere etwa 50 m × 50 m große als „Stadtgarten“ bezeichnete Grünfläche.
Regelmäßige Veranstaltungen
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- April: Deutschlands größte Spezialradmesse („Spezi“)
- Pfingsten: Pfingstmarkt auf dem hinter dem Sportzentrum Wrede gelegenen Messplatz
- Juni in ungeraden Jahren: Festungsfest
- Juni/Juli: Germersheimer Kultursommer mit Open-Air-Veranstaltungen im „Hufeisen“ (Fronte Beckers)
- September, erstes Wochenende: Straßenfest auf dem zwischen der Kirche St. Jakobus und der Marktstraße gelegenen Marktplatz
Kunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kunstverein
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Kunstverein Germersheim wurde 1982 gegründet und organisierte anfänglich Ausstellungen und Konzerte an verschiedenen Orten. 1992 konnte der Verein in die damals neu restaurierten Räume des ehemaligen Zeughauses der Festung umziehen. Die ehrenamtliche Arbeit des Kunstvereins wird gestaltet durch die ca. 150 Mitglieder. Mehrere bekannte Künstler haben bereits im Rahmen des Kunstvereins Germersheim ausgestellt, darunter Bildhauer wie Lothar Fischer, Franz Bernhard, Paloma Varga Weisz, Madeleine Dietz, Peter Lang, Werner Pokorny sowie Maler wie Günther Förg, Lambert Maria Wintersberger, Christiane Maether.[42]
Öffentlicher Raum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt in Germersheim – gemessen an seiner Einwohnerzahl – eine große Zahl an modernen Kunstwerken, die an Straßen, Plätzen und in Parks öffentlich aufgestellt sind.[43]
- Karl-Heinz Deutsch: Große Stele (1977); Berufsbildende Schule
- Karl-Heinz Deutsch: Knotenpunkt (2002); Kreisverkehr Konrad-Adenauer-Str. / Josef-Probst-Str. / Sondernheimer Str.
- Holger Grimm: Komposition (1997); Festungsanlage Fronte Beckers
- Ljubo de Karina: Fenster (1997); Festungsanlage Fronte Beckers
- Kubach-Wilmsen: Steinbuch (1996–1997); Stadtbibliothek
- Georg Vorhauer: Syntax (1973); Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus
Wirtschaft und Infrastruktur
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Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraßen B 9 (Speyer–Lauterbourg) und B 35 (Germersheim–Illingen).

Der Bahnhof Germersheim und der Bahnhof Sondernheim liegen an der Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth die aus nördlicher Richtung im Jahr 1864 bis nach Germersheim und 1876 auf voller Länge eröffnet wurde. Außerdem zweigen in Germersheim die 1877 vollendete Bruhrainbahn Richtung Bruchsal und bis 1984 die 1872 eröffnete Bahnstrecke Germersheim–Landau ab. Germersheim ist Knotenbahnhof der S-Bahn RheinNeckar aus Richtung Mannheim/Ludwigshafen am Rhein, Bruchsal und Karlsruhe, zudem Endpunkt der Stadtbahn Karlsruhe. Außerdem existieren mit Germersheim Mitte/Rhein und Germersheim Süd/Nolte zwei weitere Haltepunkte im Stadtgebiet. Innerhalb der Stadt verkehrte bis 2021 ein Anruf-Linien-Taxi. Außerdem gibt es eine Buslinie nach Landau in der Pfalz über Bellheim, die auf die Zugfahrzeiten abgestimmt ist. Diese Buslinie verkehrt zusätzlich durch das Stadtgebiet von Germersheim. Die Stadt gehört sowohl dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar als auch dem Karlsruher Verkehrsverbund an. Außerdem gibt es einen überregional bedeutsamen Rheinhafen Germersheim, über welchen vor allem Containerverkehr abgewickelt wird.
Ansässige Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Einer von neun deutschen Produktionsstandorten des größten deutschen Behälterglasproduzenten Ardagh Glass Germany GmbH
- Auf der Insel Grün betreibt die Daimler AG mit dem Global Logistics Center das weltweit größte Lager der Automobilbranche. Das Werksgelände in Germersheim ist 1.700.000 m² groß, die Lagerfläche betrug im Jahr 2011 497.000 m² und die Zahl der Mitarbeiter liegt bei rund 2100.[44] Außenlager befinden sich in Wörth, Ettlingen, Offenbach an der Queich und Hatten (Frankreich). Es werden 530.000 verschiedene Teile der Marken Mercedes-Benz, Maybach, smart und Mitsubishi Fuso gelagert.[45]
- Germersheim ist Hauptsitz der Nolte-Gruppe. Die Nolte-Möbel GmbH & Co. KG ist einer der bedeutendsten Hersteller von Schrank- und Schlafzimmerprogrammen. Die frühere Nolte Holzwerkstoff GmbH & Co. KG firmiert heute als Rheinspan GmbH & Co. KG.
- Produktionsstandort der Smurfit Kappa, Wellpappenwerk Germersheim
- Standort und Produktionsbetrieb des Betonflächenherstellers BTE Stelcon Deutschland GmbH
- Stadtwerke Germersheim GmbH, neben Strom-, Gas- und Wasserversorgung Betrieb des Rheinhafens und der zugehörigen Gleisanlagen.
Militär
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Germersheim ist Standort sowohl deutscher als auch US-amerikanischer Militäreinrichtungen.
Bundeswehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mehrere im Stadtgebiet befindliche Logistikeinrichtungen der Bundeswehr wurden nach dem Ende des Kalten Kriegs geschlossen. Letzter verbleibender Standort der Bundeswehr ist die zwischen der Germersheimer Kernstadt und dem Stadtteil Sondernheim gelegene, seit 1965 bestehende Südpfalz-Kaserne (vormals Hans Graf Sponeck-Kaserne). Sie ist heute als Sitz des Ausbildungsbataillons zentrale Ausbildungsstätte der Luftwaffe.
Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Germersheim befindet sich eine militärische Liegenschaft der US-Streitkräfte. Von diesem Zentrallager werden die US-Streitkräfte in ganz Europa mit diversen Erdölprodukten sowie Entfeuchtungs- und Frostschutzmitteln versorgt.[46] Das Giftstofflager hat eine Kapazität von 70 Tonnen. Mit einer Beantragung von 2017 soll eine substanzielle Kapazitätserweiterung auf 1900 Tonnen erfolgen.[47] Nach massiven Bürgerprotesten erfolgte im Februar 2018 eine Überarbeitung der Antragsunterlagen; nunmehr soll auf die Lagerung von „sehr giftigen Stoffen“ verzichtet werden.[48] Auf dem Gelände des Depots befindet sich ein Wasserturm.
Ämter und Behörden
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Als Verwaltungssitz des Landkreises Germersheim befindet sich in Germersheim die Kreisverwaltung.
Zudem sind in der Stadt ansässig:
- Finanzamt Germersheim, Außenstelle des Finanzamtes Speyer
- Arbeitsamt Germersheim
- Zollamt Germersheim, dem Hauptzollamt Saarbrücken nachgeordnet
Gerichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Germersheim verfügt über das Amtsgericht Germersheim, das zum Landgerichtsbezirk Landau in der Pfalz und zum OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.
Gesundheit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das frühere Kreiskrankenhaus des Landkreises Germersheim wurde privatisiert und firmiert, gemeinsam mit dem ebenfalls früher im Besitz des Landkreises befindlichen Krankenhaus in Kandel, als Asklepios Südpfalzklinik. Hierbei handelt es sich um ein Akutkrankenhaus der Regelversorgung mit den Fachbereichen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin sowie Gynäkologie.
Der DRK-Kreisverband Germersheim führt eine Rettungswache und die Geschäftsstelle in Germersheim.
Freizeit- und Sportanlagen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Sportzentrum Wrede ist das Stadion der Stadt, in dem die Fußballmannschaft des FV Germersheim ihre Heimspiele austrägt. Türkgücü Germersheim bestreitet seine Heimspiele auf dem Sportplatz Im Roth. Ein weiteres reines Fußballgelände mit Vereinsheim befindet sich in Sondernheim und ist die Heimat des VfR Sondernheim.
Weitere Sport- und Freizeitmöglichkeiten sind unter anderem Tennis, Schießsport, Naherholungsgebiet mit Baggerseen und Campingplätzen, Wassersport (Anlegestellen für Segelboote und Motorboote), Hundesportplatz sowie etliche Angebote der Turnerschaft 1863 Germersheim, welche zahlreiche Aktivitäten – ebenso für Schwangere, Kranke, Senioren und Neugeborene/Kleinkinder – anbietet.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Stadt befindet sich das 1974 eingeweihte Wanderheim Fronte Beckers und das Schleusenhaus Sondernheim, die beide vom Pfälzerwald-Verein gehören und von diesem verpachtet sind. Zudem ist Germersheim östlicher Endpunkt des Queichtalradwegs und eines Wanderweges, der mit einem gelben Balken gekennzeichnet ist und liegt an einen, der mit einem weiß-blauen Balken markiert ist, der von Battenberg bis nach Wörth am Rhein verläuft.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kindergärten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Stadtgebiet existieren 14 Kindertagesstätten.[49]
Schulen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Germersheim befinden sich die Berufsbildende Schule, die Eduard-Orth-Grundschule, die Geschwister-Scholl-Realschule plus, das Goethe-Gymnasium, die Nardini-Schule (Förderschule) und die Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus. Im Stadtteil Sondernheim liegt zudem die Gottfried-Tulla-Schule (Grundschule).[50]
Hochschule
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der heutige Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) ist ein Campus der Universität Mainz in Germersheim.[51]
1947 wurde durch Verfügung des Oberkommandos der französischen Besatzungszone am Ort eine Staatliche Dolmetscherhochschule gegründet, die man 1949 als Auslands- und Dolmetscherinstitut (ADI) in die Universität Mainz eingliederte.[52] Ab 1972 trug die Einrichtung den Namen Fachbereich Angewandte Sprachwissenschaft (FAS), ab 1992 Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft (FASK), seit 2009 heißt sie Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) als Fachbereich 6 der Universität. Dekanin des FTSK ist Silvia Hansen-Schirra.[53]
In Germersheim werden folgende Studiengänge angeboten:[54]
- Bachelor of Arts Sprache, Kultur, Translation (bis WiSe 22/23)
- Bachelor of Arts Translation (ab SoSe 23)
- Master of Arts Translation (bis SoSe 23)
- Master of Arts Konferenzdolmetschen (bis SoSe 23)
- Master of Arts Translation (ab WiSe 23/24)
Am Fachbereich waren im Wintersemester 2012/2013 insgesamt 1867 Studierende eingeschrieben.[55]
Persönlichkeiten
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Zu Ehrenbürgern der Stadt wurden unter anderem der langjährige Reichskanzler Otto von Bismarck (1895), der bayerische General der Artillerie Karl von Sauer (1898) und der rheinland-pfälzische Landespolitiker Eduard Orth (1962) ernannt.
Zu den Personen, die in Germersheim geboren wurden, gehörte im 16. Jahrhundert der Arzt und Dichter Johannes Posthius. Im 19. Jahrhundert kamen der Theologe Paul Josef Nardini sowie zahlreiche Militärpersönlichkeiten wie Otto Kreß von Kressenstein, Franz von Martin, Friedrich Kreß von Kressenstein und Eugen Weissmann, außerdem mehrere NS-Politiker wie Willy Damson, Friedrich Krebs, Richard Wagenbauer und Hans Saupert hinzu. Im 20. Jahrhundert wurden der Jurist Hermann Stumpf, der Bildhauer Lothar Fischer, der Biologe und Zoologe Ragnar Kinzelbach und die Autorin Nicole Böhm in der Stadt geboren.
Neben weiteren militärischen Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben, darunter Christian von Schmaltz und Franz Xaver von Predl, kommen Eduard Eppelsheim, der von 1886 bis 1896 vor Ort Bezirksarzt war, der Pfarrer Johannes Bähr, der in Germersheim Vikar war und die türkischstämmige Band Grup Tekkan hinzu.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur zu Germersheim im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur über Germersheim in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
- Stadt Germersheim (Hrsg.): Heimatbrief der Stadt Germersheim. Band 1 ff. Germersheim 1961 ff. ISSN 0948-5406.
- Stadt Germersheim (Hrsg.): Germersheim. Beiträge zur Stadtgeschichte 1900–1975. Germersheim 1976.
- Ludwig Hans: Kleine Geschichte der Stadt Germersheim. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2021, ISBN 978-3-95505-262-1.
- Michael Kißener (Hrsg.): Germersheim im 20. Jahrhundert – Wege einer Festungsstadt in die Mitte Europas. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2008, ISBN 978-3-89735-533-0.
- Reinhold Klotz: Germersheim – Meine Heimatstadt. Germersheim 1994.
- Joseph Probst: Geschichte der Stadt und Festung Germersheim. 2. Auflage. Verlag der Buchhandlung Johann Richter, Pirmasens 1974, ISBN 3-920784-16-2 (1997, ISBN 3-9805311-0-4).
- Martin Zeiller: Germerßheim. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum (= Topographia Germaniae. Band 5). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1645, S. 33–35 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Internetseite der Stadt Germersheim
- Linkkatalog zum Thema Germersheim bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Germersheim. In: 365zeichen.de. Christian Wirth (private Website).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Stadtporträt: Germersheim am Rhein lädt ein, zu bleiben. Stadt Germersheim, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2014; abgerufen am 29. Oktober 2014.
- ↑ Unser Wetter im Dritten. SWR Fernsehen, 1. Januar 2009.
- 1 2 Probst: Germersheim – Meine Heimatstadt. S. 5–6
- ↑ Die Speermaechtigen e. V. In: die-speermaechtigen.de. 2018, abgerufen am 15. März 2018.
- ↑ Heinz Bischof, Wilhelm Sturmfels: Unsere Ortsnamen. Im ABC erklärt nach Herkunft und Bedeutung. Dümmler Verlag, Rastatt 1961, S. 90.
- ↑ Germersheim – die Stadt des Flieders und der Nachtigall. beckersalem.de, 14. April 2014, abgerufen am 29. Oktober 2014.
- ↑ Paul Münch: Die Pälzisch Weltgeschicht. E. Lincks-Crusius Verlag, Kaiserslautern 1969, S. 81.
- ↑ Probst: Germersheim – Meine Heimatstadt. S. 7–8.
- ↑ Hermann Borchardt: Die Bluttat in Germersheim vor dem ewigen Richter. In: Hermann Haarmann, Christoph Hesse, Lukas Laier (Hrsg.): Hermann Borchardt. Werke. Band 2: Stücke. Wallstein, Göttingen 2022, S. 9–56.
- ↑ Zu weiteren Informationen siehe Abschnitt Hochschule.
- ↑ Umbenennung vollzogen: Sponeck-Kaserne heißt jetzt offiziell Südpfalz-Kaserne. In: pfalz-express.de. 23. Juni 2015, abgerufen am 11. Februar 2018.
- ↑ Luftwaffenausbildungsbataillon. luftwaffe.de
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 164 (PDF; 2,8 MB).
- ↑ Meinrad Heck: EnBW-Pläne bei Germersheim. In: Stuttgarter Zeitung. 14. April 2008. Abgerufen am 24. Oktober 2014.
- ↑ Lasst euch nicht verkohlen! Kein Kohlekraftwerk auf der „Insel Grün“ ( vom 30. Oktober 2014 im Internet Archive), Internetseite des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen Germersheim. Abgerufen am 24. Oktober 2014.
- ↑ Wolfgang Pomrehn: Der Trick mit dem Bebauungsplan ( vom 7. Oktober 2014 im Internet Archive), In: klimaretter.info, 12. April 2009. Abgerufen am 1. Oktober 2014.
- ↑ EnBW schließt Standortuntersuchung in Germersheim vorläufig ab ( vom 24. Oktober 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung EnBW, 26. September 2008. Abgerufen am 24. Oktober 2014.
- ↑ (Konversionsbericht 2012/2013) der Staatskanzlei der Landesregierung Rheinland-Pfalz, hier Absatz 3.2.3 Germersheim: Stadtkaserne II, Theobaldkaserne und Weißenburger Tor. S. 31 In: Bericht der Landesregierung über die Umsetzung des Konversionsprogramms des Landes zur Bewältigung der Folgen des Truppenabzugs in den Jahren 2012 und 2013 ( vom 26. August 2014 im Internet Archive) (PDF; 4,7 MB, 74 S.), gesehen am 23. August 2014.
- ↑ Zensus 2022 Religion
- ↑ Gemeindestatistik (PDF; 300 kB) statistik.ewois.de, Stadt Germersheim; abgerufen am 5. April 2026
- ↑ kartenseite.wordpress.com (PDF; 1,8 MB) abgerufen am 19. Juni 2025.
- ↑ Stadtratswahl 2024. In: sondernheim.de. Abgerufen am 11. Juni 2024.
- ↑ Germersheim, Verbandsfreie Gemeinde, Stadtratswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Germersheim, Verbandsfreie Gemeinde. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. Juni 2024.
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- ↑ Peter Schunck: Dokumente zur Geschichte der Dolmetscherhochschule Germersheim aus den Jahren 1946–1949. ( vom 28. August 2017 im Internet Archive) Hier das Vorwort, Mainz 1997. Vollständiger Druck: Dokumente zur Geschichte der Dolmetscherhochschule Germersheim aus den Jahren 1946–1949, Selbstverlag, Schriften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz #7, ISBN 3-9802819-2-2. Eine weitere Webseite zeigt Archivalien zur Gründung des FASK ( vom 28. August 2017 im Internet Archive) (d. h. eine Liste der verarbeiteten Dokumente).
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- ↑ Studienfälle 1. Studiengang nach Fächern PUC. (PDF; 118,37 kB) Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 25. Januar 2013, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2016; abgerufen am 26. März 2017.



