Vic Tayback
Victor James Tabback (* 6. Januar 1930 in New York City, New York; † 25. Mai 1990 in Glendale, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der von 1955 bis 1990 aktiv war. Seine bekannteste Rolle war die des Imbissbesitzers Mel Sharples im Film Alice lebt hier nicht mehr (1974) als auch in der darauf basierenden Fernsehserie Imbiß mit Biß (1976–1985) – an der Seite von Linda Lavin. Er war der einzige Schauspieler des Originalfilms, der seine Rolle über die gesamte Dauer der Serie hinweg erneut verkörperte.[1][2][3][4]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vic Tayback wurde 1930 in Brooklyn als Victor James Tabback geboren. Er war der Sohn syrisch-katholischer Einwanderer aus Aleppo: Helen Asfour (Hanood; arabisch: هيلين هنود تايباك) und Najeeb James Tabback (arabisch: نجيب جيمس طيبك). Er hatte eine Schwester und einen Bruder, Joe. Sein Bruder besaß den Radiosender KAZM, der viele Jahre lang der einzige Radiosender in Sedona in Arizona war. Während seiner Jugend zog die Familie nach Burbank in Südkalifornien, wo er die Burbank High School besuchte, die er 1949 abschloss. Er besuchte auch das Glendale Community College und die Frederick A. Speare School of Radio and TV Broadcasting.[1][5][6]
Tayback wollte ursprünglich Sportkommentator werden; eine unfreiwillige Rolle in einer Schulaufführung von Stalag 17 lehrte ihn allerdings, dass es ihm Freude bereitete, das Publikum zum Lachen zu bringen und er änderte seine Karrierepläne hin zur Schauspielerei.[5]
Er war vom 16. März 1963 bis zu seinem Tod mit Sheila Maureen McKay Barnard (1932–2001) verheiratet. Das Paar hatte einen Sohn, Christopher, der als Kind ebenfalls an der Seite seines Vaters vor der Kamera stand. Sein Sohn schloss 1985 ein Studium an der University of Notre Dame und 1989 an der Harvard Law School ab und war von 1989 bis 1991 stellvertretender Bezirksstaatsanwalt in Los Angeles County und danach stellvertretender Staatsanwalt der Criminal Division im Central District of California – später arbeitete er als Anwalt.[1]
Tayback war ein lebenslanger Raucher und hatte eine Vorgeschichte mit Herzproblemen. Im Jahr 1983 unterzog er sich einer dreifachen Bypass-Operation. Er starb 1990 unerwartet im Alter von 60 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Er wurde um 1:56 Uhr morgens im Glendale Adventist Medical Center für tot erklärt, wohin er gebracht wurde, nachdem seine Frau die Rettungssanitäter gerufen hatte. Sie sagte, er sei „aus dem Bett gestiegen, ein paar Schritte gegangen und zusammengebrochen.“[5][6]
Er wurde im Forest Lawn Memorial Park in Hollywood Hills beigesetzt und wurde von seiner Frau, seinem Sohn sowie seinen Geschwistern überlebt.[5][6]
Karriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tayback diente zunächst in der United States Navy und startete seine Schauspielkarriere im Alter von 25 Jahren. Zu Beginn arbeitete er zusätzlich für Zeitarbeitsfirmen, unter anderem als Bankangestellter und Taxifahrer. Als lebenslanges Mitglied des Actors Studio wurde er in den 1960er- und 1970er-Jahren ein bekanntes Gesicht im Fernsehen und wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit, darunter Solo für O.N.C.E.L., Raumschiff Enterprise, Bonanza, Der Chef, Gefährliche Begegnung, Die Mary Tyler Moore Show, Die Partridge Familie, All in the Family, Fantasy Island, Columbo, Verliebt in eine Hexe und mehrfach in Love Boat. Im Jahr 1971 absolvierte er zudem einen Gastauftritt als Dirks in der 16. Staffel der langjährigen Westernserie Rauchende Colts.[1][2][3]
Er war auch in vielen Filmen zu sehen, darunter Bullitt (1968), Papillon (1973), Spieler ohne Skrupel (1974), Der Schmalspur-Schnüffler (1978) und in dem Animationsfilm Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel (1989) als Carface Caruthers.[1][2][3][4]
Hinzu kamen mehr als 25 Bühnenproduktionen wie Die 12 Geschworenen, Das Tagebuch der Anne Frank, Tod eines Handlungsreisenden und Brighton Beach Memoirs. Er war Mitbegründer der Theatergruppe Company of Angels – zusammen mit Richard Chamberlain and Sally Kellerman.
Tayback war zu dem ein gefragtes Werbegesicht und er trat in zahlreichen Werbespots im Fernsehen auf, unter anderem 1968 zusammen mit Richard Dreyfuss für den AMC Javelin, für Aqua Velva zusammen mit Pete Rose der Cincinnati Reds, für die H. J. Heinz Company für Heinz 57 Sauce, für Parkay Margerine, Winkles Pantyhose, Cristal Gum und No Pest Home Insect Control Spray.[1][5][6]
Eine seiner letzten Rollen war die eines libanesischen Einwanderers in der Komödie An Oasis in Manhattan am Venture Theatre in Burbank.[5] Im deutschen Sprachraum wurde Tayback unter anderem von Alexander Allerson, Walter Alich, Donald Arthur, Friedrich Georg Beckhaus, Heinz Theo Branding, Rainer Brandt, Joachim Cadenbach, Michael Chevalier, Hans Walter Clasen, Wolfgang Dehler, Gerd Duwner, Bert Franzke, Reinhard Glemnitz, Manfred Grote, Harald Halgardt, Hans W. Hamacher, Wolfgang Häntsch, Wolfgang Hess, Benno Hoffmann, Klaus Höhne, Gerd Holtenau, Claus Jurichs, Joachim Kerzel, Til Kiwe, Reinhard Kolldehoff, Gottfried Kramer, Hans Künster, Hellmut Lange, Arnold Marquis, Michael Mendl, Karl-Ulrich Meves, Peter Neusser, Edgar Ott, Gerhard Paul, Heinz Petruo, Hartmut Reck, Günther Sauer, Karl Schulz, Klaus Sonnenschein, Franz-Josef Steffens, Jochen Striebeck, Peter Thom, Wolfgang Völz, Konrad Wagner und Peter Wesp synchronisiert.[7][8]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1978: Nominierung für den Primetime Emmy Award in der Kategorie „Outstanding Continuing Performance by a Supporting Actor in a Comedy Series“ für Imbiß mit Biß.
- 1980: Golden Globe Award in der Kategorie „Best Supporting Actor in a Television Series“ für Imbiß mit Biß.
- 1981: Golden Globe Award in der Kategorie „Best Supporting Actor in a Series, Miniseries or Television Film“ für Imbiß mit Biß.
- 1982: Nominierung für den Golden Globe Award in der Kategorie „Best Supporting Actor in a Series, Miniseries or Television Film“ für Imbiß mit Biß.
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1958: Buckskin (Fernsehserie)
- 1958: Alfred Hitchcock präsentiert (Fernsehserie)
- 1958: The Power of the Resurrection
- 1959: T-Bird Gang
- 1959: Anwalt der Gerechtigkeit (Fernsehserie)
- 1959: Gangster Story
- 1960: Hotel de Paree (Fernsehserie)
- 1960: Land der tausend Abenteuer
- 1960: 77 Sunset Strip (Fernsehserie)
- 1961: Noch fünf Minuten zu leben
- 1962: Und ewig knarren die Betten
- 1962: Fünf Wochen im Ballon
- 1962: Saints and Sinners (Fernsehserie)
- 1963: Stationsarzt Dr. Kildare (Fernsehserie)
- 1963: Verliebt in einen Fremden
- 1964: Arrest and Trial (Fernsehserie)
- 1964: The Lieutenant (Fernsehserie)
- 1965: Tausend Meilen Staub (Fernsehserie)
- 1965: F Troop (Fernsehserie)
- 1965: Solo für O.N.C.E.L. (Fernsehserie)
- 1965–1971: Verliebt in eine Hexe (Fernsehserie)
- 1966: Bezaubernde Jeannie (Fernsehserie)
- 1966: Teils heiter, teils wolkig (Fernsehserie)
- 1966: Immer wenn er Dollars roch
- 1966: Daniel Boone (Fernsehserie)
- 1966: Das Mädchen aus der Cherry-Bar
- 1966–1967: Lieber Onkel Bill (Fernsehserie)
- 1966–1967: Mini-Max oder die unglaublichen Abenteuer des Maxwell Smart (Fernsehserie)
- 1966–1967: Die Monkees (Fernsehserie)
- 1966–1968: Kobra, übernehmen Sie (Fernsehserie)
- 1967: Occasional Wife (Fernsehserie)
- 1967: Das Geheimnis der blauen Tropfen (Fernsehserie)
- 1967: Der Mann von gestern (Fernsehserie)
- 1967: Der Marshall von Cimarron (Fernsehserie)
- 1967: Der Strafverteidiger (Fernsehserie)
- 1967–1968: Gefährlicher Alltag (Fernsehserie)
- 1967–1972: Rauchende Colts (Fernsehserie)
- 1968: Raumschiff Enterprise (Fernsehserie)
- 1968: Der Mann in Mammis Bett
- 1968: Bullitt
- 1968: Süß, aber ein bißchen verrückt (Fernsehserie)
- 1968–1970: Here Come the Brides (Fernsehserie)
- 1969: The Good Guys (Fernsehserie)
- 1969: Der Einzelgänger (Fernsehserie)
- 1969: Bill Cosby (Fernsehserie)
- 1969: Planet der Giganten (Fernsehserie)
- 1969: Das ist meine Welt (Fernsehserie)
- 1969: Lancer (Fernsehserie)
- 1970: Bonanza (Fernsehserie)
- 1970: The Silent Force (Fernsehserie)
- 1970: Die jungen Anwälte (Fernsehserie)
- 1970–1973: Die Partridge Familie (Fernsehserie)
- 1971: Mary Tyler Moore (Fernsehserie)
- 1971: Blood and Lace
- 1971: Columbo (Fernsehserie)
- 1971: Eddies Vater (Fernsehserie)
- 1971: Mannix (Fernsehserie)
- 1971: They Call It Murder (Fernsehfilm)
- 1971–1972: FBI (Fernsehserie)
- 1971–1975: Cannon (Fernsehserie)
- 1972: Death Follows A Psycho
- 1972: Arnie (Fernsehserie)
- 1972: Der Chef (Fernsehserie)
- 1972: Longstreet (Fernsehserie)
- 1972: Call Holme (Fernsehfilm)
- 1972: Ein Gauner kommt selten allein
- 1972: The Super (Fernsehserie)
- 1972: The Bold Ones: The New Doctors (Fernsehserie)
- 1972: Owen Marshall – Strafverteidiger (Fernsehserie)
- 1972: Twen-Police (Fernsehserie)
- 1972–1973: Die Straßen von San Francisco (Fernsehserie)
- 1972–1974: California Cops – Neu im Einsatz (Fernsehserie)
- 1972–1976: Ein Sheriff in New York (Fernsehserie)
- 1973: Honor Thy Father (Fernsehfilm)
- 1973: Notruf California (Fernsehserie)
- 1973: Partners in Crime (Fernsehfilm)
- 1973: Ein Zug für zwei Halunken
- 1973: Cops (Fernsehkurzfilm)
- 1973: Im letzten Moment (Fernsehfilm)
- 1973: The Blue Knight (Fernsehfilm)
- 1973: Der Don ist tot
- 1973: Papillon
- 1973: Maxie
- 1973–1974: Griff (Fernsehserie)
- 1974: Es bleibt in der Familie (Fernsehserie)
- 1974: Die Letzten beißen die Hunde
- 1974: Spieler ohne Skrupel
- 1974: Alice lebt hier nicht mehr
- 1974–1975: Nachdenkliche Geschichten (Fernsehserie)
- 1974–1976: Medical Center (Fernsehserie)
- 1975: Der einsame Job
- 1975: Der Gangsterboss von New York
- 1975: Barney Miller (Fernsehserie)
- 1975: Khan! (Fernsehserie)
- 1975: On the Rocks (Fernsehserie)
- 1975: Die Zwei mit dem Dreh (Fernsehserie)
- 1975: Bumpers Revier (Fernsehserie)
- 1975: Die Jagd nach dem Malteser Falken
- 1975–1978: Hawaii Fünf-Null (Fernsehserie)
- 1976: Das große Ferienabenteuer
- 1976: Solange die Liebe lebt (Fernsehfilm)
- 1976: Lachen auf Rezept (Fernsehserie)
- 1976: Bronk (Fernsehserie)
- 1976: Eine amerikanische Familie (Fernsehserie)
- 1976: Die haarsträubende Reise in einem verrückten Bus
- 1976: Der lange Kalifornier
- 1976: Das Haus mit dem Folterkeller
- 1976: Zotti, das Urviech
- 1976–1985: Imbiß mit Biß (Fernsehserie)
- 1977: Little Ladies of the Night (Fernsehfilm)
- 1977: Die Chorknaben
- 1978: Mit 15 hat man noch Träume (Fernsehserie)
- 1978: Deine Braut gehört mir (Fernsehfilm)
- 1978: Der Schmalspurschnüffler
- 1978: Vegas (Fernsehserie)
- 1978: The Eddie Capra Mysteries (Fernsehserie)
- 1979: Sweepstakes (Fernsehserie)
- 1979: Angst im Superexpress (Fernsehserie)
- 1979: Time Express (Fernsehserie)
- 1979: Kampf einer Mutter um ihr Kind (Fernsehfilm)
- 1979–1980: CHiPs (Fernsehserie)
- 1979–1983: Fantasy Island (Fernsehserie)
- 1979–1987: Love Boat (Fernsehserie)
- 1980: Moviola – Marilyn: Die Geburt einer Legende (Fernsehfilm)
- 1980: Rage! (Fernsehfilm)
- 1980: Highway Chaos (Fernsehfilm)
- 1980: Die Nacht, als der Terror tobte (Fernsehfilm)
- 1981: Flo (Fernsehserie)
- 1981: Through the Magic Pyramid (Fernsehfilm)
- 1982: T. J. Hooker (Fernsehserie)
- 1982: The Shape of Things (Fernsehserie)
- 1982: Die unheimlichen Zwei (Fernsehfilm)
- 1982: Matt Houston (Fernsehserie)
- 1983: Hotel (Fernsehserie)
- 1984: The Jesse Owens Story (Fernsehfilm)
- 1984: Agentur Maxwell (Fernsehserie)
- 1984–1988: Geschichten aus der Schattenwelt (Fernsehserie)
- 1986: Mord ist ihr Hobby (Fernsehserie)
- 1986: Die Fälle des Harry Fox (Fernsehserie)
- 1986: Crazy Airforce
- 1986: Treasure Island
- 1987: Adderly (Fernsehserie)
- 1987: The Three Kings (Fernsehfilm)
- 1987: Nachtakademie
- 1989: Loverboy – Liebe auf Bestellung
- 1989: Criminal Act
- 1989: Beverly Hills Bodysnatchers
- 1989: Act Naturally (Musikvideo)
- 1989: Charlie – Alle Hunde kommen in den Himmel (Synchronisation)
- 1990: Horseplayer
- 1990: MacGyver (Fernsehserie)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Barry M. Putt Jr.: Alice: Life Behind the Counter in Mel’s Greasy Spoon (A Guide to the Feature Film, the TV Series, and More). BearManor Media, Albany, Georgia 2019, ISBN 978-1-62933-426-4 (englisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vic Tayback bei IMDb
- Vic Tayback in The Movie Database
- Vic Tayback in der Notable Names Database (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Vic Tayback. Internet Movie Database, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 3 Vic Tayback in The Movie Database, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 3 Vic Tayback bei Fernsehserien.de, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 Victor Tayback bei Fernsehserien.de, abgerufen am 29. April 2026.
- 1 2 3 4 5 6 Myrna Oliver: Vic Tayback; Actor Best Known as Mel in ‘Alice’ TV Series. In: Los Angeles Times. 26. Mai 1990, abgerufen am 29. April 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 Vic Tayback in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Sprecher und Stimme Vic Tayback. In: Sprecherdatei.de. Abgerufen am 29. April 2026.
- ↑ Vic Tayback. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 29. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tayback, Vic |
| ALTERNATIVNAMEN | Tabback, Victor James (Geburtsname); Tabback, Victor J.; Tabback, Victor; Tayback, Victor |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 6. Januar 1930 |
| GEBURTSORT | New York City, New York, Vereinigte Staaten |
| STERBEDATUM | 25. Mai 1990 |
| STERBEORT | Glendale, Kalifornien, Vereinigte Staaten |