Uthlede
Uthlede Uthleer (niederdeutsch) Gemeinde Hagen im Bremischen | ||
|---|---|---|
| Koordinaten: | 53° 19′ N, 8° 35′ O | |
| Höhe: | 0 m ü. NHN | |
| Fläche: | 15,46 km²[1] | |
| Einwohner: | 1009 (27. Nov. 2017)[2] | |
| Bevölkerungsdichte: | 65 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 2014 | |
| Postleitzahl: | 27628 | |
| Vorwahl: | 04296 | |
Lage von Uthlede in Niedersachsen
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Uthlede in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen | ||
Uthlede (niederdeutsch Uthleer) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Uthlede liegt zwischen Bremerhaven und Bremen, westlich der Bundesautobahn 27 sowie östlich der Unterweser in Höhe der Flussinsel Harriersand. Die Ortschaft befindet sich im südwestlichen Teil der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen.
Nachbarorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Sandstedt | Kassebruch Ortschaft Hagen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Offenwarden Wersabe Wurthfleth |
Lehnstedt | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Schwanewede (Landkreis Osterholz) |
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¹ jeweils zum 31. Dezember
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsrat von Uthlede setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Die Ergebnisse der vergangenen Ortsratswahlen ergaben folgende Sitzverteilungen:
| Wahljahr | SPD | CDU | Grüne | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 2021[19] | 2 | 2 | 1 | 5 Sitze |
| 2016[20] | 2 | 2 | 1 | 5 Sitze |
Ortsbürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ortsbürgermeister von Uthlede ist Marco Vehrenkamp (SPD). Seine Stellvertreterin ist Karen Lingner-Bahr (Grüne).[21]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Entwurf des Kommunalwappens von Uthlede stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[22]
| Blasonierung: „In Blau ein silberner Widderkopf mit goldenen gewundenen Hörnern.“[22] | |
| Wappenbegründung: Das Wappen ist dem des ausgestorbenen adligen Geschlechts „Purrick von Uthlede“ nachgebildet. |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- St.-Nikolai-Kirche von 1864, Turm aus dem 16. Jahrhundert vom Vorgängerbau; im Inneren zwei Medaillons (Luther und Melanchthon) von Hermann Ernst Freund und zwei Reliefs (Abendmahl und Taufe Jesu) vom Bildhauer Georg Christian Freund.[23]
- Pfarrhaus Uthlede von 1895 neben der Kirche
- Uthleder Mühle aus dem 19. Jahrhundert; in den Gebäuden der ehemaligen Molkerei werden Waffeln produziert.
- Heimathaus in Uthlede
- Großsteingrab Uthlede (im 19. oder frühen 20. Jahrhundert zerstört)
Naturdenkmäler
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- Buche, Denkmal seit 1995
Museen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vereine und Verbände
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Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1750 bis 1840 war Uthlede eine „Hochburg des ländlichen Uhrenbaus“.[24] Mehrere Generationen Uthleder Uhrmacherfamilien machten den Ort weltbekannt. In der Uthleder Chronik werden 17 Familien aufgezählt. Sie bekamen Konkurrenz von Uhrenfabriken, die Mitte des 19. Jahrhunderts anfingen, Uhren deutlich billiger zu produzieren. Die letzte Uhrmacherfamilie siedelte 1952 nach Bremen-Aumund um. Sie hatte aber mit den Klockenbauern von früher nichts zu tun.
Medien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Uthlede sind die Nordsee-Zeitung aus Bremerhaven sowie die Bremer Tageszeitungen Weser Kurier und Bremer Nachrichten die vorherrschenden Zeitungen. An Radio- und Fernsehsendern empfängt man die Landeswelle Niedersachsen und die anderen Programme des NDR sowie alle Programme von Radio Bremen, sowie die Sender Hitradio Antenne, Energy Bremen und Radio FFN.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Uthlede verfügt über einen gleichnamigen Anschluss an die Bundesautobahn 27 zwischen Bremen und Bremerhaven.
Vier Buslinien verbinden Uthlede innerhalb des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN) mit seinen Nachbarorten sowie mit Schwanewede, Bremen-Vegesack und Bremerhaven. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich lediglich in größerer Entfernung in Lübberstedt, Bremen-Farge und Bremen-Vegesack.
Ein regelmäßig verkehrendes Anruf-Sammel-Taxi (AST) ergänzt den öffentlichen Personennahverkehr. Das AST verkehrt auch in den Schulferien und am Wochenende.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter des Ortes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hartwig II. (Hartwig von Utlede bzw. Uthlede) († 1207), von 1184 bis 1207 Erzbischof von Hamburg-Bremen
- Johannes Michael Speckter (auch: Johann Michael Speckter) (1764–1845), Lithograph und bedeutender Grafik-Sammler
- Hermann Ernst Freund (1786–1840), Bildhauer und später Professor an der Kopenhagener Akademie, ein Medaillon von Martin Luther und eines von Philipp Melanchthon sind in der Uthleder Kirche zu besichtigen
- Georg Christian Freund (1792–1819), Maschinenbauer und Industrieller
- Julius Conrad Freund (1801–1877), Maschinenbauer und Industrieller
- Kurt Dietrich Schmidt (1896–1964), evangelisch-lutherischer Kirchenhistoriker
- Heinrich Schmidt-Barrien (1902–1996), Schriftsteller, der in hoch- und niederdeutscher Sprache zahlreiche Romane, Gedichte, Erzählungen und Novellen, meistens über die Welt der „kleinen Leute“ veröffentlicht hat
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Balthasar Pott (1693/1694–1751), königlich großbritannischer und kurfürstlich braunschweigisch-lüneburgischer Amtmann in Hagen und Stotel, wurde in der Kirche in Uthlede begraben
- Peter Joseph du Plat (1728–1782), kurhannoverscher Kartograf und Oberdeichgraf, verstarb in Uthlede
- Georg Christian Freund (1821–1900), dänischer Bildhauer, schuf die Marmorreliefs „Abendmahl Christi“ und „Taufe Jesu im Jordan“ in der Uthleder St.-Nicolai-Kirche
- Otto Goetze (1832–1894), Architekt, der in Hannover wirkte, er schuf von 1862 bis 1864 die örtliche St.-Nicolai-Kirche
- Wolf-Dieter Tempel (1937–2017), Archäologe, er führte Siedlungsgrabungen in Uthlede durch
- Jürgen Bohmbach (* 1944), Historiker, er hat für das historische Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen einen Artikel über Uthlede verfasst
- Volker Wulff (* 1957), Landwirt, Agrarwissenschaftler und Unternehmer, er ist auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern in Uthlede aufgewachsen, auf dem auch Pferde gezüchtet wurden
Sagen und Legenden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dem Teufel verschrieben
- Der Heidteller
- Die Knappen von Meyenburs
- Die versunkene Glocke von Bruch
(Quelle unter:[25])
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Schmidt-Barrien: Aus meinen Jungensjahren. Uthlede, Hamelwörden und Barrien. 1902–1917. Westholsteinische Verlagsanstalt Boyens & Co., Heide 1992, ISBN 3-8042-0572-0, S. 9–25.
- Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 20 ([Digitalisat ( vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
- Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009.
- Hans-Cord Sarnighausen: Hannoversche Amtsjuristen von 1719 bis 1866 in Hagen im Bremischen. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (= Jahrbuch der Männer vom Morgenstern. Nr. 90 (2011)). Eigenverlag, Bremerhaven 2012, ISBN 3-931771-90-3, S. 171–187 (293 S.).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Postleitzahl. (XLS; 4,9 MB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2013, abgerufen am 28. August 2020 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 2013).
- 1 2 Laut Gemeinde Hagen im Bremischen am 27. November 2017
- ↑ Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2019; abgerufen am 28. August 2020.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 15.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 19.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 29.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 32.
- ↑ Online Recherche im Archivinformationssystem Arcinsys. In: Webseite Niedersächsisches Landesarchiv. Abgerufen am 24. Februar 2018.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 43.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 52.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 10/2013. Hannover 19. Juni 2013, S. 162, S. 6 (Digitalisat [PDF; 153 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
- ↑ Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2023; abgerufen am 28. August 2020.
- ↑ Michael Rademacher: Landkreis Wesermünde. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. (Siehe unter: Nr. 84).
- ↑ Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 193 (Digitalisat).
- ↑ Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 48, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 28. August 2020]).
- ↑ Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 28. August 2020 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1934).
- 1 2 Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 28. August 2020.
- ↑ Ergebnis Ortsratswahl 2021. Abgerufen am 14. August 2022.
- ↑ pvrat.de, Seite nicht mehr abrufbar, kein Archivlink auffindbar am 18. Dezember 2023
- ↑ Andreas Palme: Uthlede hat einen neuen Ortsbürgermeister. In: Webseite Weser Kurier – Osterholzer Kreisblatt. 12. November 2016, abgerufen am 24. Februar 2018.
- 1 2 Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, OCLC 469321470 (201 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Oktober 2021]).
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 274.
- ↑ Gemeinde Uthlede (Hrsg.): Von Utlidi 1110 nach Uthlede 2010. Eine Zeitreise durch neun Jahrhunderte. Uthlede 2009, S. 283.
- ↑ Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.




