In den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts besaßen die Herren von Eppstein das Dorf Urberach als Pfand. 1280 belehnten sie Heinrich, zuvor Schultheiß von Frankfurt am Main, mit einem Drittel der Vogtei in Urberach. 1303 wurde auch Besitz der Herren von Hanau in Urberach erwähnt. Urberach gehörte zur Röder Mark und dort zum Märkergericht von Ober-Roden. 1425 wurde Urberach zusammen mit anderen Eppsteinischen Besitzungen an das Kurfürstentum Mainz verkauft. Dort gehörte es zum Amt Dieburg.
Urberach war bis zum 31.Dezember 1976 eine eigenständige Gemeinde im Landkreis Dieburg. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Urberach und Ober-Roden per Gesetz am 1. Januar 1977 zur Gemeinde, seit 23. August 1980[6] Stadt Rödermark zusammen.[7] Urberach ist seither ein Stadtteil von Rödermark.
1961: 851 evangelische (= 17,92%), 3751 katholische (= 78,99%) Einwohner
Urberach: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2016
Jahr
Einwohner
1829
1.213
1834
1.387
1840
1.468
1846
1.527
1852
1.577
1858
1.531
1864
1.474
1871
1.537
1875
1.631
1885
1.451
1895
1.609
1905
1.856
1910
2.112
1925
2.447
1939
2.807
1946
3.428
1950
3.723
1956
4.186
1961
4.749
1967
6.858
1970
7.393
2007
11.537
2011
11.369
2016
12.157
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: [1][8]
Die Urberacher bezeichnen sich selbst als „Orwischer“. Die Urberacher Mundartformation Die Rodauschiffer haben eine Hymne Unser Orwisch auf den Ort geschrieben, in der sie auch an die alte Apfelweintradition und weitere Besonderheiten erinnern.
Blasonierung: „In rotem Schild ein sechsspeichiges silbernes Rad (Kurmainz), belegt mit einem goldenen Pfahl, darauf eine schwarze Tonvase (Urberach).“[13]
Das Wappen wurde der Gemeinde Urberach im damaligen Landkreis Dieburg am 30. Oktober 1952 durch den Hessischen Innenminister genehmigt.[14]
Gestaltet wurde es durch den Heraldiker Georg Massoth.
Das neuverliehene und neugeschaffene Wappen verbindet die ehemalige politische Zugehörigkeit des Ortes zu Mainz (Mainzer Rad) mit einer besonderen, für Urberach typischen Gewerbetätigkeit, der Töpferei (Tonvase). Ein Grenzstein des 18. Jahrhunderts dagegen zeigt ein großes gotisches U.[15]
Flagge
Die Flagge wurde der Gemeinde am 12. Mai 1953 vom Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf breiter weißen Mittelbahn des rot-weiß-roten Flaggentuches das Wappen der Gemeinde Urberach.“[16]
Im 17. Jahrhundert gehörten dem Mainzer Kurfürst zwei Mühlen in Urberach, die er verpachtete. Urberach war ein Zentrum des Töpferhandwerks. Ein Töpfermuseum, ein Töpfermarkt sowie das Tongefäß im Stadtwappen erinnern an diese Tradition.
Barbara Demandt: Die mittelalterliche Kirchenorganisation in Hessen südlich des Mains (= Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde.) 29, S. 155.
Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. 1940, S. 293f.
Wilhelm Müller: Hessisches Ortsnamenbuch. Band 1: Starkenburg. 1937, S. 536ff., 717.
Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform (= Darmstädter Archivschriften. 2.). 1976, S. 204.
Regina Schäfer: Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2000, ISBN 978-3-930221-08-0, S. 72, 242, 370–372, 375.
Dagmar Söder: Kulturdenkmäler in Hessen. Kreis Offenbach (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland.). 1987, S.277ff.
↑Genehmigung zur Führung eines Wappens an die Gemeinde Urberach im Landkreis Dieburg, Reg.-Bezirk Darmstadt vom 30.Oktober 1952. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1952 Nr.46, S.847, Punkt 1148 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 5,3MB]).
↑DEMAND, KARL E. UND RENKHOFF, OTTO, Hessisches Ortswappenbuch, Glücksburg/Ostsee 1956, Seite 151.
↑Genehmigung zur Führung einer Flagge an die Gemeinde Urberach im Landkreis Dieburg, Regierungsbezirk Darmstadt vom 12.Mai 1953. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1953 Nr.22, S.494, Punkt 623 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 4,1MB]).
↑Norbert Cobabus: Robert Bloch (1885–1951) ein Unternehmer in Urberach, Rödermark, 2005.