Die Germaniawerft in Kiel wurde bereits in den frühen 1930er Jahren durch die Reichsmarine mit dem Bau von U-Booten beauftragt, die unter Bruch der Vereinbarungen des Versailler Vertrages unter Geheimhaltung montiert wurden. Ab Kriegsbeginn wurden die Kieler Werft der Friedrich Krupp AG, neben dem Bau des meistgebauten Typs VII, auch mit Sonderanfertigungen beauftragt. Hier wurden auch die ersten Neuentwicklungen gefertigt, die auf dem Walter-Antrieb basierten, der von Hellmuth Walter auf der Germaniawerft entwickelt wurde.
Im Jahr 1945 stellte die Werft insgesamt 11 „Walter-Boote“ vom Typ XXIII fertig.[1] Ein solches U-Boot war 34,7m lang, 3m breit und hatte eine Besatzung von 14 bis 18 Mann. Aufgrund der geringen Größe führten die Boote des Typs XXIII lediglich zwei Torpedos mit sich, zudem verfügten sie über keinerlei Artilleriebewaffnung. Solche U-Boote waren für den zeitlich begrenzten Einsatz in unmittelbarer Küstennähe gedacht und wurden daher auch als „Küsten-U-Boote“ bezeichnet.
Am 20. Februar 1945 wurde U4707 der 5. U-Flottille zugeteilt, einer Ausbildungsflottille, die in Kiel stationiert war. Als Wappen trug U4707 das Symbol des Marine-Offiziersjahrgangs des Kommandanten am Turm: Einen Hai unter einem Galgen. Kommandant Oberleutnant zur See Joachim Leder unternahm bis Ende April Ausbildungsfahrten in der Ostsee zur Erprobung des Bootes und zum Training der Besatzung.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 1997, ISBN 3-8132-0512-6, S. 193–209.
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 4: Die deutschen U-Boot-Verluste von September 1939 bis Mai 1945. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg / Berlin / Bonn 2008, ISBN 978-3-8132-0514-5, S. 358.