Die KielerGermaniawerft war bereits vor Kriegsbeginn entgegen der Vereinbarungen des Versailler Vertrages und entsprechend unter Geheimhaltung in das U-Bootbauprogramm der Reichsmarine und später der Kriegsmarine eingebunden. Ab Kriegsbeginn wurden auf der Kieler Werft der Friedrich Krupp AG hauptsächlich Boote des Typs VII gefertigt, zudem war die Germaniawerft mit Sonderanfertigungen beauftragt. So wurden hier auch die ersten Neuentwicklungen gefertigt, die auf dem Walter-Antrieb basierten, der von Hellmuth Walter auf der Germaniawerft entwickelt wurde. Im Jahr 1945 stellte die Werft insgesamt 11 „Walter-Boote“ vom Typ XXIII fertig.[1]
Ein solches U-Boot war 34,7 m lang, 3 m breit und hatte eine Besatzung von 14 bis 18 Mann. Aufgrund der geringen Größe führten die Boote des Typs XXIII lediglich zwei Torpedos mit sich, zudem verfügten sie über keine Artilleriebewaffnung. Solche U-Boote waren für den zeitlich begrenzten Einsatz in unmittelbarer Küstennähe gedacht und wurden daher auch als „Küsten-U-Boote“ bezeichnet.
U4705 wurde am 2. Februar 1945 unter dem Kommando von Oberleutnant zur Seeder Reserve Martin Landt-Hayen in Dienst gestellt. Der 24-jährige Kommandant hatte seine U-Bootausbildung im Sommer 1943 absolviert und danach U9 und U20 auf Patrouillen im Schwarzen Meer kommandiert.[2]
Am 2. Februar 1945 wurde U4705 der in Kiel stationierten 5. U-Flottille als Ausbildungsboot zugeteilt. Bei dieser Flottille verblieb das Boot bis zu seiner Versenkung.
Gemäß seiner Interpretation des sogenannten Regenbogen-Befehls ordnete Kommandant Landt-Hayen Anfang Mai die Selbstversenkung des Bootes an. U4705 sank am 3. Mai 1945 im Hafen von Kiel. Das Boot wurde später geborgen und abgewrackt.[3]
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 2: U-Boot-Bau auf deutschen Werften. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 1997, ISBN 3-8132-0512-6, Seite 193 – Seite 209
↑Rainer Busch, Hans-Joachim Röll: Der U-Boot-Krieg 1939–1945. Band 1: Die deutschen U-Boot-Kommandanten. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg u. a. 1996, ISBN 3-8132-0490-1, S.138.
↑Axel Niestlé: "German U-Boat Losses of World War II. Details of Destruction", Frontline Books, London 2014, ISBN 978-1-84832-210-3, Seite 177