„Tluztemoz“ wurde 1270 erstmals urkundlich erwähnt. 1457 ist es in der Schreibweise Tlustomost und 1519 als Tlustomoskymi belegt. Der Ortsname leitet sich wahrscheinlich vom tschechischen Begriff tlusty oder vom polnischen tłusty (deutsch dick oder fett) und most (dt. Brücke) ab, wörtlich übersetzt in etwa fette, schlüpfrige Brücke.[2]
Ab 1816 gehörte die Landgemeinde Stolzmünz zum Kreis Leobschütz, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1845 bestanden im Dorf ein Schloss, ein Vorwerk, eine Wassermühle, eine Brennerei, eine Brauerei eine katholische Schule und 84 Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Stolzmütz 443 Menschen, allesamt katholisch.[3] Für 1861 sind belegt: ein Kretscham, eine Schmiede, 11 Bauern-, 12 Gärtner- und 35 Häuserstellen. Die katholische Schule wurde damals von 70 Schülern besucht.[4] 1874 wurde der AmtsbezirkRakau gebildet, dem die Landgemeinden Eiglau, Rakau und Stolzmütz und die Gutsbezirke Rakau und Stolzmütz eingegliedert wurden.[5]
Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Stolzmütz 386 Personen für einen Verbleib bei Deutschland und 14 für Polen. Stolzmütz verblieb wie der gesamte Stimmkreis Leobschütz beim Deutschen Reich.[6] 1933 wurden 700 Einwohner gezählt und 1939 waren es 705 Einwohner.
1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Tłustomosty umbenannt. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht vorher geflohen war, weitgehend vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
↑Stanisław Drzażdżyński: Die Slavischen Ortsnamen des Kreises Leobschütz. Leobschütz, 1896. S. 17 Digitale Version des Werkes
↑Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 661.