Trögerit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt dünntafelige, glimmerartige Kristalle von zitronengelber Farbe, die bis zu einem Millimeter groß werden können.
Trögerit (hellgelb) mit etwas Zeunerit (grün) aus dem Walpurgis Flacher, Grube Weißer Hirsch, Sichteld 4 mm
Erstmals entdeckt wurde das Mineral in der Grube Weißer Hirsch in Schneeberg im Erzgebirge (Sachsen) 1871 vom Bergbaubeamten Richard Tröger. Anschließend wurde es von Albin Weisbach beschrieben, der es nach Tröger benannte. Zusammen mit dem Trögerit entdeckte er auch das Mineral Walpurgin, benannt nach dem Walpurgis-Gang, in dem die Entdeckung innerhalb des Bergwerks gemacht wurde.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Trögerit die System- und Mineralnummer 40.02a.20.01. Auch dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc.“, wo das Mineral als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 40.02a.20 innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit A2+(B2+)2(XO4) × x(H2O), mit (UO2)2+“ zu finden ist.
Trögerit enthält chemisch gebundenes Arsen und Uran und ist somit hochgiftig und krebserregend. Durch seinen Urangehalt von bis zu 49,4% ist das Mineral zudem radioaktiv. Unter Berücksichtigung der natürlichen Zerfallsreihen bzw. vorhandener Zerfallsprodukte wird die spezifische Aktivität mit 88,4kBq/g[6] angegeben (zum Vergleich: natürliches Kalium 31,2Bq/g).
Aufgrund der starken Radioaktivität und Toxizität sollten Mineralproben von Trögerit nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden.
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.651.
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.526 (englisch).
12345678
Trögerite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 13.September 2024]).
12David Barthelmy:Trögerit Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 13.September 2024(englisch).
↑Trögerite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 13.September 2024(englisch).
↑Albin Weisbach:Vorläufige Mittheilung [Über Trögerit und Walpurgin]. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geologie und Paläontologie. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1871, S.869–870 (strahlen.org[PDF; 191kB; abgerufen am 13.September 2024]).