Trutnov
| Trutnov | |||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | |||||||||||||||||||||||||
| Staat: | |||||||||||||||||||||||||
| Region: | Královéhradecký kraj | ||||||||||||||||||||||||
| Bezirk: | Trutnov | ||||||||||||||||||||||||
| Fläche: | 10332 ha | ||||||||||||||||||||||||
| Geographische Lage: | 50° 34′ N, 15° 54′ O | ||||||||||||||||||||||||
| Höhe: | 414 m n.m. | ||||||||||||||||||||||||
| Einwohner: | 29.660 (1. Jan. 2023)[1] | ||||||||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 541 01 | ||||||||||||||||||||||||
| Kfz-Kennzeichen: | H | ||||||||||||||||||||||||
| Verkehr | |||||||||||||||||||||||||
| Bahnanschluss: | Velký Osek–Trutnov Jaroměř–Lubawka Trutnov–Svoboda nad Úpou Trutnov–Teplice nad Metují | ||||||||||||||||||||||||
| Struktur | |||||||||||||||||||||||||
| Status: | Stadt | ||||||||||||||||||||||||
| Ortsteile: | 21 | ||||||||||||||||||||||||
| Verwaltung | |||||||||||||||||||||||||
| Bürgermeister: | Michal Rosa (Stand: 2022) | ||||||||||||||||||||||||
| Adresse: | Slovanské náměstí 165 541 16 Trutnov | ||||||||||||||||||||||||
| Gemeindenummer: | 579025 | ||||||||||||||||||||||||
| Website: | www.trutnov.cz | ||||||||||||||||||||||||
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1790 | 2.425 | [6] |
| 1830 | 2.324 | in 383 Häusern[7] |
| 1833 | 2.350 | in 388 Häusern[8] |
| 1836 | 2.623 | [6] |
| 1900 | 12.695 | mit den Vororten Krieblitz und Niederaltstadt 14.791 deutsche Einwohner[9] |
| 1917 | 11.000 | davon 10.110 Katholiken, 368 Evangelische und 292 Juden |
| 1921 | 14.584 | [6] |
| 1930 | 15.923 | davon 11.619 (73 %) Deutsche, 3.879 (24 %) Tschechen und 338 Ausländer[10] |
| 1939 | 14.152 | davon 12.608 Katholiken, 1.059 Evangelische, 78 sonstige Christen und 17 Juden[10] |
Bevölkerungsentwicklung nach Ende des Zweiten Weltkriegs[11]
(Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres)
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Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1864–1870: Hieronymus Roth
- 1919–?: Hieronymus Siegel
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Am Ringplatz (heute: Krakonošovo náměstí, dt. Rübezahlplatz) mit seinen Arkaden befinden sich:
- Barocke Pestsäule der Heiligen Dreifaltigkeit von 1704.
- Rübezahlbrunnen (1892, erneuert 2011).
- Denkmal des Kaisers Joseph II. von 1886 (Entfernung 1923, Wiedererrichtung 2009)
- Rathaus, befand sich ursprünglich in der Platzmitte. Nach einem Brand 1583 wurde es 1591 nach Entwurf des Baumeisters Carlo Valmadi im Renaissancestil an der Marktseite neu aufgebaut. Nach einem weiteren Brand 1861 wurde es im Stil der Neugotik neu errichtet.
- Haasepalais der Industriellen-Familie Haase, wurde nach dem Stadtbrand 1861 nach Entwurf des Trautenauer Baumeisters Novotný im Neorenaissancestil errichtet[12].
- Johannes-Nepomuk-Statue in der Horská-Straße auf der ehemaligen Brücke über den Mühlgraben, geschaffen durch Schüler des Bildhauers Matthias Bernhard Braun im Jahre 1728
- Vormalige Erzdekanalkirche der Jungfrau Maria (Kostel Narození Panny Marie) auf einer Anhöhe über der Aupa neben dem Alten Friedhof auf den Fundamenten der ehemaligen Burg. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet, 1755 bis 1782 im Barockstil umgebaut. Sie hat ein harmonisch gestimmtes Geläut.[13]
- Kirche des hl. Wenzels in Oberaltstadt (Horní Staré Město)
- Neugotische Peter-und-Paul-Kirche (Poříčí)
- Volkshaus (Národní dům) aus dem Jahr 1900 in der Neustadt beim Neumarkt
- Ehemalige evangelische Kirche (1900) im Baustil der Neugotik des Baumeisters Karl Rieger an der Aupitzer Straße
- Reste der ehemaligen Stadtbefestigung am Ostrand des Stadtzentrums
- Museum des Riesengebirgsvorlandes (Muzeum Podkrkonoší)
Denkmäler
- Denkmal für Uffo Horn im Stadtpark
- Denkmäler auf dem städtischen Friedhof
- Jüdischer Friedhof (1870)
Militärische Denkmäler
- Kapelle des Heiligen Johannes des Täufers am Johannisberg von 1712, wurde 1811–1818 erneuert.
- Obelisk für General Ludwig von Gablenz, Kommandant der Schlacht bei Trautenau 1866, auf dem Galgenberg (Šibeník) oberhalb des Stadtparks
- Artilleriebefestigung Stachelberg oberhalb Trautenbach (Babí)
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trutnov ist eine Industriestadt und ein Zentrum der Elektroindustrie mit Betrieben der Unternehmen ZPA Trutnov, ABB, Tyco Electronics, Siemens, Continental und Brose.
In der Nahrungsmittelindustrie sind ZZN Trutnov und die Brauerei Pivovar Krakonoš[14] tätig.
In Poříčí befindet sich das Kraftwerk des Energieunternehmens EPO.
Kara Trutnov ist ein Unternehmen der Lederindustrie.
Lange Zeit war die Stadt einschließlich ihrer Umgebung ein bedeutender Standort der Textilindustrie in der Monarchie Österreich-Ungarn. Nach dem Konkurs vieler Betriebe nach dem Jahr 1945 produziert hier heute noch die Firma GRUND.
Verkehr
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Trutnov erhielt bereits 1871 einen Eisenbahnanschluss und ist heute ein Eisenbahnknotenpunkt der Strecken 032 Jaroměř–Trutnov, 047 Trutnov–Teplice nad Metují, 045 Trutnov–Svoboda nad Úpou, 040 Trutnov–Stará Paka–Chlumec nad Cidlinou und 043 Trutnov–Žacléř. Im Sommer verkehren am Wochenende auch einige Züge nach Hirschberg (Jelenia Góra). Neben dem Hauptbahnhof (Trutnov hlavni nadrazi) gibt es weitere Bahnstationen.
Von Trutnov zweigt eine Bahnlinie ab, die über Horní Staré Město, Kálna Voda und Mladé Buky nach Svoboda nad Úpou verläuft und von dem Unternehmen GW Train Regio betrieben wird.
Der lokale Autobusverkehr wird von dem Unternehmen OSNADO betrieben.
Durch den Ort führen die Fernstraßen Silnice I/14 (Liberec–Třebovice), Silnice I/16 (Řevničov–Královec) und die Silnice I/37 (Trutnov–Velká Bíteš).
Eine Verlängerung der Autobahn Dálnice 11 über Trutnov nach Královec (Königshan) ist geplant.
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sport hat in Trutnov eine große Tradition. Die Basketballmannschaften des BK KARA Trutnov spielen in der 1. Tschechischen Liga. Die Eishockeymannschaft des HC Trutnov tritt in der 2. Tschechischen Liga an. Weiterhin gibt es Fußball und Tennisvereine.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehrenbürger
- Karl Ritter von Stremayr (1823–1904), Minister für Kultus und Unterricht
Söhne und Töchter der Stadt
- Simon Hüttel (1530–1601), Maler, Kartograph, Geodät und Chronist
- Vincenz Weber (1809–1859), Arzt und Dichter
- Uffo Daniel Horn (1817–1860), Dichter
- Josef Nowak (1841–1886), Hygieniker
- Vincenz Czerny (1842–1916), Chirurg
- Max Kühn (1877–1944), Architekt
- Igo Etrich (1879–1967), Pilot und Flugzeugkonstrukteur
- Friedrich Hopfner (1881–1949), Geodät, Geophysiker und Planetenforscher
- Karl Friedrich Kühn (1884–1945), Denkmalpfleger und Kunsthistoriker
- Felix Günther (1886–1951), Komponist, Filmkomponist und Kapellmeister
- Evelyn Faltis (1887–1937), Komponistin und Korrepetitorin
- Franz Krejči (1888–1973), tschechischer Politiker der deutschen Minderheit
- Josef Mühlberger (1903–1985), deutscher Schriftsteller und Journalist
- Germana Focke-Genowa (1905–1992), Architektin, Innenarchitektin, Möbeldesignerin und Fachautorin
- Rudolf Kraus (1907–1988), Maler und Grafiker
- Fritz Rieger (1910–1978), deutscher Dirigent und Generalmusikdirektor
- Hans Kleinwächter (1915–1997), deutscher Raketen- und Solarforscher
- Karl Riegel (1915–2001), deutscher Politiker (SPD), MdB, MdL
- Walter Blümel (1921–1997), deutscher Maler, Bildhauer und Dichter
- Gerhard Scholten (1923–1995), österreichischer Autor
- Wolfgang Mitter (1927–2014), Professor für Vergleichende Erziehungswissenschaft
- Rainer Rabenstein (1927–2018), Pädagoge und Hochschullehrer
- Wilhelm Braun (1929–2010), Germanist und Lexikograph
- Alfred A. Haase (1929–2017), deutscher Fotograf
- Karl Heinz Ritschel (1930–2019), österreichischer Journalist
- Rudolf Peschel (1931–1989), deutscher Maler und Grafiker
- Christine Maring (1933–2024), Hamburger Senatorin
- Willi Reiland (1933–2015), Politiker und Oberbürgermeister von Aschaffenburg
- Josef Mattausch (1934–2022), deutscher Germanist und Goethe-Forscher
- Peter Maly (* 1936), Innenarchitekt und Industriedesigner
- Heimo Bachstein (1937–2011), Cineast und Filmkritiker
- Annelies Schwarz (* 1938), deutsche Pädagogin und Schriftstellerin
- Norbert Eimer (1940–2021), deutscher Politiker (FDP)
- Winfried Kreutzer (1940–2024), deutscher Romanistik-Professor
- Klaus-Dieter Schreiber (* 1940), deutscher Romanist und Bibliothekar
- Iris Gusner (* 1941), deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin
- Jürgen Zinnecker (1941–2011), deutscher Sozialpädagoge
- Jenny Schon (* 1942), Schriftstellerin, Sinologin
- Klaus Honomichl (* 1943), deutscher Zoologe und Entomologe
- Dieter Böhmdorfer (* 1943), österreichischer Rechtsanwalt und Politiker
- Josef Rose (* 1943), deutscher Handballtrainer und Handballspieler
- Helmut Becker (* 1944), deutscher Geophysiker und Geoarchäologe
- Lothar Böhnisch (1944–2024), Professor für Sozialpädagogik
- Harald Lastovka (1944–2016), Politiker und Oberbürgermeister von Stralsund
- Walter Purkert (* 1944), Professor für Mathematik, Mathematikhistoriker
- Erich Tauchmann (* 1944), Fußballspieler
- Jaroslav Matoušek (* 1951), Sprinter und Olympionike
- Ivo Žďárek (1960–2008), tschechischer Diplomat
- Robert Rosenberg (* 1975), Schauspieler
- Zdeněk Šafář (* 1978), Freestyle-Skier
- Jan Blažek (* 1988), Fußballspieler
- Filip John (* 2001), deutscher Volleyball- und Beachvolleyballspieler
- Alena Kovačková (* 2008), Tennisspielerin
- Jana Kovačková (* 2010), Tennisspielerin
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Zeiller: Austi. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae (= Topographia Germaniae. Band 11). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1650, S. 10 (Volltext [Wikisource]).
- Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard, Miloslav Polívka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Böhmen und Mähren (= Kröners Taschenausgabe. Band 329). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8, S. 618–621.
- Matthias Blazek: Die Schlacht bei Trautenau. Der einzige Sieg Österreichs im Deutschen Krieg 1866. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0367-6, S. 13–17.
- Julius Wilh. Fischer: Reisen durch Oesterreich, Ungarn, Steyermark, Venedig, Böhmen und Mähren in den Jahren 1801 und 1802. Theil 3. Anton Doll, Wien 1803, S. 21–30 (reader.digitale-sammlungen.de).
- Theodor Fontane: Der deutsche Krieg von 1866. Band 1: Der Feldzug in Böhmen und Mähren. Halbband 1: Bis Königgrätz. von Decker, Berlin 1870, S. 355–391 (Faksimile. Nymphenburger Verlagshandlung, München 1971, ISBN 3-485-01452-4).
- Paul-Werner Kempa: Trautenau – Würzburgs Patenstadt im Riesengebirge. Preußler, Nürnberg, ISBN 3-925362-56-8.
- Julius Lippert: Geschichte der königlichen Leibgedingstadt Trautenau. Prag 1863 (books.google.it).
- Karl Prätorius: Vergleichende Zeittafel Böhmen–Trautenau–Schatzlar. In: Karl Prätorius, Hellmut Weber (Hrsg.): Schatzlar. Eine sudetendeutsche Stadt im böhmischen Riesengebirge und die Bezirksgemeinden. Ein Heimatbuch mit Einzelbeiträgen. Wenzel, Marburg/Lahn 1993, S. 617–653.
- Lillian Schacherl: Böhmen. Kulturbild einer Landschaft. Prestel, München 1966, S. 261–264: Trautenau (mit einem Stimmungsbild des überquellenden Wochenmarktes und der Atmosphäre während der Garnbörse zur Zeit der Gewinne im amerikanischen Sezessionskrieg).
- Jan Šícha, Eva Habel, Peter Liebald, Gudrun Heissig: Odsun. Die Vertreibung der Sudetendeutschen. Dokumentation zu Ursachen, Planung und Realisierung einer „ethnischen Säuberung“ in der Mitte Europas 1945/46. Sudetendeutsches Archiv, München 1995, ISBN 3-930626-08-X.
- Rudolf M. Wlaschek: Jüdisches Leben in Trautenau, Nordostböhmen : ein historischer Rückblick. Forschungsstelle Ostmitteleuropa, Dortmund 1991.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
- ↑ www.riesengebirgler.de.
- ↑ Emil Schieche: Politische Geschichte von 1327–1526. In: Ludwig Petry, Josef Joachim Menzel, Winfried Irgang (Hrsg.): Geschichte Schlesiens. Band 1: Von der Urzeit bis zum Jahre 1526. 6., unveränderte Auflage. Thorbecke, Sigmaringen 1988, ISBN 3-7995-6341-5, S. 157–237, hier S. 162.
- ↑ Leo Woerl (Hrsg.): Illustrierter Führer durch Trautenau und Umgebung. 4. Auflage. Woerl, Leipzig 1913, mit einem Plan der Stadt, einer Karte des Riesengebirges, Abbildung u. a. des Obelisken am Gablenzberg und S. 25 bis 30 einer namentlichen Erwähnung der Gefallenen, an welche Militärgräber auf dem Kapellenberg erinnern.
- ↑ Rudolf M. Wlaschek: Juden in Böhmen. Oldenbourg, München 1990, S. 153; Andrea Rudorff: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Metropol, Berlin 2014.
- 1 2 3 trautna.de
- ↑ Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 193, Ziffer 4.
- ↑ Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 4: Königgrätzer Kreis, Prag 1834, S. 131.
- ↑ Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 19, Leipzig und Wien 1909, S. 681.
- 1 2 Michael Rademacher: Landkreis Trautenau. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Database of Demographic Indicators for Selected Towns of the Czech Republic. Tab. 200. In: www.czso.cz. Abgerufen am 27. Oktober 2023.
- ↑ trutnov.cz ( vom 12. November 2017 im Internet Archive)
- ↑ Nikolaus von Lutterotti: Die Erzdekanalkirche zur Geburt Unserer Lieben Frau zu Trautenau. Baugeschichte und Beschreibung. Verlag Katholischer Preßverein für Ostböhmen, Trautenau 1932.
- ↑ Mika Rissanen: From the brewery to the presidency. Abgerufen am 26. September 2018 (englisch).



