Trnava
| Trnava | ||||
|---|---|---|---|---|
| Wappen | Karte | |||
| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Kraj: | Trnavský kraj | |||
| Okres: | Trnava | |||
| Region: | Dolné Považie | |||
| Fläche: | 71,53 km²[1] | |||
| Einwohner: | 63.184 (31. Dez. 2025)[2] | |||
| Bevölkerungsdichte: | 883,26 Einwohner je km² | |||
| Höhe: | 146 m n.m. | |||
| Postleitzahl: | 917 00 | |||
| Telefonvorwahl: | 0 33 | |||
| Geographische Lage: | 48° 23′ N, 17° 35′ O | |||
| Kfz-Kennzeichen (vergeben bis 31.12.2022): |
TT | |||
| Kód obce: | 506745 | |||
| Struktur | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Gliederung Stadtgebiet: | 6 Stadtteile mit 10 Stadtvierteln | |||
| Verwaltung (Stand: Oktober 2022) | ||||
| Bürgermeister: | Peter Bročka | |||
| Adresse: | Mestský úrad Trnava Hlavná 1 91771 Trnava | |||
| Webpräsenz: | www.trnava.sk | |||
| Jahr | 1995 | 2005 | 2015 | 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 70.191 | 68.828 | 65.596 | 63.184 |
| Unterschied | −1,94 % | −4,69 % | −3,67 % |
| Jahr | 2024 | 2025 |
|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 63.180 | 63.184 |
| Unterschied | +0,00 % |
Bei der Volkszählung von 2001 wurden 70.286 Einwohner registriert, von denen 96,89 % Slowaken, 0,79 % Tschechen, 0,27 % Roma und 0,21 % Ungarn waren. Nach der Konfession dominierte die römisch-katholische Kirche mit 71,85 %, während 18,37 % der Einwohner sich als Atheisten bezeichneten. 5,73 % machten keine Angaben und 2,93 % bekannten sich zur evangelischen Kirche des Augsburger Bekenntnisses (A. B.).[5]
1891 – bereits unter starkem staatlichen madjarischen Einfluss – zählte man unter 11.560 Einwohnern 6.564 Slowakisch-, 3.154 Deutsch- und 1.625 Ungarischsprachige, 9.324 Katholiken, 1.558 Juden und 593 Lutheraner. Die bedeutende jüdische Gemeinde sprach zum größten Teil deutsch. 1930 zählte man unter 23.948 Einwohnern 20.225 (84,4 %) Slowaken, 1.044 (4,3 %) Deutsche und 864 (3,6 %) Ungarn.
Von 1991 (71.783 Einwohner) bis 2011 war – bedingt durch die Nähe zu den Zentren Bratislava und Wien – ein Rückgang der Bevölkerung um 8 % zu verzeichnen. Die Branchen mit den meisten Erwerbstätigen sind das produzierende Gewerbe, Erziehung und Unterricht sowie das Gesundheitswesen.
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt gliedert sich in sechs Stadtteile mit zehn Stadtvierteln:
- Trnava-stred mit den Stadtvierteln Staré mesto (Altstadt) und Špiglsál (Spiegelsaal)
- Trnava-západ mit dem Stadtviertel Prednádražie,
- Trnava-juh mit den Stadtvierteln Tulipán und Linčianska
- Trnava-východ mit den Stadtvierteln Hlboká und Vozovka
- Trnava-sever mit den Stadtvierteln Kopánka, Zátvor und Vodáreň
- Modranka (1971 eingemeindet; deutsch Modersdorf)
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trnava ist ein Verkehrsknotenpunkt mehrerer Straßen, die sowohl überregional als auch regional bedeutend sind. In der Stadt selbst kreuzen sich die Straßen I/51, deren erster Teil von Tschechien aus hier endet, und I/61, die alte Hauptstraße von Bratislava in den Norden der Slowakei. Die frühere Straße verläuft auf der im Jahr 2012 vollständig fertiggestellten Ostortsumgehung. Am Südende der Ortsumfahrung beginnt die Schnellstraße R1 nach Nitra und Banská Bystrica, die am Autobahnknoten Trnava die Autobahn D1 (Bratislava–Žilina) kreuzt.
Aber auch für die Eisenbahn ist Trnava ein Knotenpunkt. Durch die Stadt verläuft die zweigleisige Bahnstrecke Bratislava–Žilina. Außerdem enden hier die beiden eingleisigen Bahnstrecken von Kúty und Sereď. Alle genannten Bahnstrecken sind elektrifiziert. Am Bahnhof, der südlich des Ortszentrums liegt, halten sowohl mehrere Nahverkehrszüge als auch Schnell- oder Intercity-Züge nach Bratislava, Prievidza, Žilina, Martin, Košice und Humenné.
Der öffentliche Personennahverkehr in der Stadt und in die umliegenden Gemeinden wird von der Gesellschaft ARRIVA Trnava, a.s. mit aktuell (2016) 14 Linien[6] betrieben.
Fernwärme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trnava wird mit Fernwärme aus dem etwa 15 km entfernt liegenden Atomkraftwerk Bohunice versorgt.[7] Die thermisch aus dem Atomkraftwerk auskoppelbare Leistung liegt bei 170 MW.[8]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wegen seiner langen Industrietradition bis in die frühen Anfänge des 20. Jahrhunderts ist Trnava landesweit für den Maschinenbau bekannt. Obwohl der ehemalige sozialistische Hersteller Trnavské automobilové závody (Trnava-Autowerk) nach der Samtenen Revolution zusammenbrach, ist Trnava seit 2003 wieder für die Automobilherstellung aufgrund des neu gebauten Stellantis Trnava-Werks bekannt.
Seit 1992 ist der schwedische Möbelkonzern IKEA mit einem Produktionsstandort in Trnava präsent. Das Werk ist auf die Verarbeitung von Spanplatten und die Herstellung von Büromöbeln spezialisiert und beschäftigt rund 500 Mitarbeiter.[9]
2003 wurde mit dem Bau einer Werks des Stellantis-Konzerns begonnen und insgesamt 700 Millionen Euro investiert. Seit Juni 2006 wird in Trnava der Peugeot 207 produziert, seit Dezember 2008 zusätzlich das Modell Citroën C3 Picasso. Das Werk ist auf eine Jahresproduktion von ca. 300.000 Wagen ausgelegt und zählt rund 3.000 Beschäftigte. 2010 wurden 186.150 Fahrzeuge hergestellt.[10] Darüber hinaus haben sich eine Reihe von Zulieferbetrieben in Trnava angesiedelt, wie etwa ZF Friedrichshafen, Boge Rubber & Plastics Group oder die belgische ALRO Group.
Seit 2021 heißt das Automobilwerk Stellantis Slovakia.[11]
Wichtiges Maschinenbauwerk in Trnava suburbs ist die Tochtergesellschaft von ZF Friedrichshafen, die Systeme für Pkw, Nutzfahrzeuge und Industrietechnik liefert.[12]
Das deWerk der Boge Rubber & Plastics Group in Trnava, dem ehemaligen Geschäftsbereich ZF, ist ein Hersteller von Schwingungssteuerungstechnik und Leichtbaukomponenten für die Automobilindustrie.[13]
Železničné opravovne a strojárne (ŽOS) Trnava (Eisenbahn-Reparaturwerkstatt und Mechanikerarbeiten) ist Industrieanlage, die Reparaturen und Inspektionen von Güterwagen, Reisebussen und deren Baugruppen durchführt. Sie fertigt auch neue Güterwagen, führt Reparaturen, Modernisierung und Modernisierung von Schienenfahrzeugen.[14]
Trnava ist auch die Heimat von einer Glasfaser-Produktionsanlage. 1966 gegründet, ist es heute Tochtergesellschaft von Johns Manville.[15] Ab 2021 war die Transava-Glasfaseranlage das größte Unternehmen der slowakischen Glasindustrie.[16]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Spartak Trnava ist ein slowakischer Fußballverein, der in der höchsten slowakischen Fußballliga, der Niké liga spielt und schon in der Tschechoslowakei einer der besten Fußballvereine war. Er trägt seine Spiele in der City Arena – Štadión Antona Malatinského aus.
Der HK Trnava spielt seit 2004 in der zweithöchsten slowakischen Eishockeyliga, der 1. Liga und trägt seinem Heimspiele im 3.600 Zuschauer fassenden Mestský zimný štadión aus.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trnava hat Partnerschaften mit folgenden 10 Städten und Gemeinden abgeschlossen:[17]
Balakovo, Russland
Břeclav (Lundenburg), Tschechien
Casale Monferrato, Italien
Chomutov (Komotau), Tschechien
Charkiw (Charkow), Ukraine
Novo Mesto (Rudolfswerth), Slowenien
Sangerhausen, Deutschland
Szombathely (Steinamanger), Ungarn
Varaždin (Warasdin), Kroatien
Zabrze (Hindenburg O.S.), Polen
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Söhne und Töchter der Stadt
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- Johannes Sambucus (1531–1584), Arzt, humanistischer Philologe, Dichter, Kunstsammler sowie Mäzen
- György Káldi (1573–1634), Jesuit, Priester, bedeutender Bibelübersetzer
- József Majláth (1737–1810), ungarischer Hofbeamter, Staatsminister, Gouverneur von Fiume und Obergespan
- Josef von Berlichingen (1759–1832), württembergischer Beamter, Abgeordneter und Übersetzer
- Józef Vurum (1763–1838), Bischof von Székesfehérvár (1816–1822), Bischof von Grosswardein (Oradea Mare) (1822–1827), Bischof von Nitra (1827–1838)
- Juraj Haulik von Váralya (1788–1869), Erzbischof von Zagreb und späterer Kardinal sowie kroatischer Ban
- Viktor von Schmeidel (1856–1920), österreichischer Landesgerichtsrat
- Ludwig Schlesinger (1864–1933), deutscher Mathematiker
- Mauriz Balzarek (1872–1945), österreichischer Architekt
- Mikuláš Schneider-Trnavský (1881–1958), Komponist
- Árpád Belko (1910–1998), Fußballspieler
- Štefan Lukačovič (1913–2001), Architekt
- Alfréd Wetzler (1918–1988), slowakischer Jude, entkam dem Vernichtungslager KZ Birkenau, Autor
- Ladislav Burlas (1927–2024), Komponist und Musikwissenschaftler
- Imrich Stacho (1931–2006), Fußballtorwart
- Daniel Belluš (1938–2011), Chemiker und Forschungsleiter in Basel (Schweiz)
- Juraj Beneš (1940–2004), Komponist, Lehrer und Pianist
- Jozef Heriban (* 1953), Schriftsteller und Drehbuchautor
- Igor Prieložný (* 1957), Volleyballspieler und -trainer
- Pavol Blažek (* 1958), Leichtathlet
- Stanislav Zvolenský (* 1958), Erzbischof des Erzbistums Bratislava
- Milan Mikuláš (* 1963), tschechischer Leichtathlet
- Igor Matovič (* 1973), slowakischer Ministerpräsident
- Miroslav Karhan (* 1976), Fußballnationalspieler
- Libor Charfreitag (* 1977), Hammerwerfer
- Miloš Putera (* 1982), Handballspieler
- Juraj Halenár (1983–2018), Fußballspieler
- Nina Poláková (* um 1985), Balletttänzerin und -direktorin
- Silvia Vašková (* 1985), Fußballnationalspielerin
- Michaela Ábelová (* 1985), Basketballspielerin
- Taťána Kuchařová (* 1987), Fotomodell in Opočno, wurde 2006 tschechische Miss World
- Tereza Nvotová (* 1988), Regisseurin und Schauspielerin
- Martin Slaninka (* 1989), Handballspieler
- Lucia Haršányová (* 1990), Fußballspielerin
- Jana Vojteková (* 1991), Fußballnationalspielerin
- Miloš Karol (* 2002), Tennisspieler
- Adam Hagara (* 2006), Eiskunstläufer
- Johanka Ivanovičová (* 2006), Badmintonspielerin
- Renáta Jamrichová (* 2007), Tennisspielelerin
In Trnava wirkten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Péter Pázmány (1570–1637), Philosoph und Theologe, Hauptfigur der ungarischen Gegenreformation; 1607–16 war er in Diensten Ferenc Forgáchs, des Erzbischofs von Gran mit Sitz in Trnava, nach dessen Tod 1616 Erzbischof mit Sitz in Trnava, 1629 Kardinal; 1619 gründete Pázmány in Trnava eine Erziehungsanstalt für Katholiken und das Adalbertinum als Priesterseminar.
- Marko von Križevci (1589–1619), kroatischer Priester und Heiliger; in Trnava bestattet
- Joseph Umstatt (1711–1762), bedeutender österreichischer Komponist der Übergangszeit zwischen Spätbarock und Frühklassik, ein Wegbereiter der Wiener Klassik
- Zoltán Kodály (1882–1967), ungarischer Komponist, Musikpädagoge und Musikethnologe; besuchte von 1892 bis 1900 das Gymnasium der Stadt und sang im Domchor
Siehe auch
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- Liste der Städte in der Slowakei
- FC Spartak Trnava, Fußballverein
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hustota obyvateľstva - obce [om7014rr_obc=AREAS_SK, v_om7014rr_ukaz=Rozloha (Štvorcový meter)]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Website der Hochschule
- 1 2 Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2026, abgerufen am 31. März 2026 (slowakisch).
- ↑ Statistiken des Statistischen Amts der Slowakischen Republik zur Stadt Trnava ( vom 5. Oktober 2013 im Internet Archive), abgerufen am 11. Juni 2011.
- ↑ ARRIVA Trnava, a.s. - Linienübersicht, abgerufen am 27. August 2016
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 10. Oktober 2014 im Internet Archive)
- ↑ http://www.iaea.org/Publications/Magazines/Bulletin/Bull264/26404792228.pdf
- ↑ trnava-live.sk: IKEA Industry Slovakia plánuje vo svojom trnavskom závode rozširovanie výroby, 14. Juni 2017 (abgerufen am 27. Dezember 2018)
- ↑ PSA PEUGEOT CITROËN Slovakia – Základné údaje ( vom 7. September 2011 im Internet Archive), abgerufen am 11. Juni 2011
- ↑ Najväčšie firmy Slovenska - strojársky priemysel. 28. September 2016, abgerufen am 9. Februar 2026 (slowakisch).
- ↑ ZF Slovakia - ZF. Archiviert vom am 3. Januar 2026; abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Locations BOGE - plants worldwide, Germany, China, USA. Abgerufen am 9. Februar 2026 (englisch).
- ↑ ŽOS Trnava - Company profile. In: ŽOS Trnava. Abgerufen am 9. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Johns Manville - A Berkshire Hathaway Company. Abgerufen am 9. Februar 2026.
- ↑ Najväčším slovenským sklárňam Johns Manville Slovakia vlani tržby klesli o 8 percent. 3. Mai 2021, abgerufen am 9. Februar 2026 (slowakisch).
- ↑ Partnerské mestá. Trnava, archiviert vom am 1. November 2023; abgerufen am 11. November 2021 (slowakisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.






