Triefenstein
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 48′ N, 9° 36′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Main-Spessart | |
| Höhe: | 180 m ü. NHN | |
| Fläche: | 25,47 km² | |
| Einwohner: | 4170 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 164 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97855 | |
| Vorwahl: | 09395 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MSP | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 77 154 | |
| LOCODE: | DE TFS | |
| Marktgliederung: | 5 Gemeindeteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Rathausstraße 2 97855 Triefenstein | |
| Website: | markt-triefenstein.de | |
| Erste Bürgermeisterin: | Kerstin Deckenbrock[2] (Aus Vier mach Wir) | |
| Lage des Marktes Triefenstein im Landkreis Main-Spessart | ||
Triefenstein ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Triefenstein liegt am südlichen Ende des Landkreises Main-Spessart im Mainviereck. Der Main teilt den Markt. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 303 m ü. NHN (Lage) am Husarenberg an der B 8 südlich von Tiefenthal, der niedrigste liegt im Main auf 138 m ü. NHN (Lage).
Geologie/Boden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der rechtsmainischen Seite liegt auf Sandstein fruchtbarer Acker-Lößboden, auf der linksmainischen Seite beginnt mit dem Muschelkalk die zweite Schicht des unterfränkischen Schichtstufenlandes. Die Bodenbeschaffenheit spiegelt sich in der Nutzung der jeweiligen Flächen wider: Auf der rechtsmainischen Seite überwiegt ertragreicher Ackerbau, auf der linksmainischen Seite wird der Muschelkalk für den Weinbau genutzt. Das Zementwerk baut seit über 100 Jahren das Kalkgestein ab.[3]
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sitz der Verwaltung der Marktgemeinde befindet sich im Gemeindeteil Lengfurt.
Fünf Gemeindeteile[4][5] verteilen sich auf die vier Gemarkungen der ehemaligen Gemeinden (ehemalige, bis zum 30. April 1978 bestehende Gemeinden):[6]
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- Homburg am Main
- Lengfurt
- Rettersheim
- Trennfeld
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Stadt Marktheidenfeld |
Gemeinde Erlenbach bei Marktheidenfeld | |||
| Markt Kreuzwertheim |
Markt Remlingen | |||
| Stadt Wertheim |
Gemeinde Holzkirchen |
| Jahr | Einwohnerzahl | Differenz in % pro Jahr |
|---|---|---|
| 1961[8] | 4333 | − |
| 1970[8] | 3502 | – 2,1 % |
| 1987 | 3530 | ± 0,0 % |
| 1991 | 3754 | + 1,6 % |
| 1995 | 4005 | + 1,7 % |
| 2000 | 4201 | + 1,0 % |
| 2005 | 4363 | + 0,8 % |
| 2010 | 4340 | – 0,1 % |
| 2015 | 4332 | ± 0,0 % |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeisterin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2020 Kerstin Deckenbrock (Aus Vier mach Wir). Bei der Stichwahl am 29. März 2020 wurde sie mit 65,3 % der Stimmen gewählt.[2]
Nach der Kommunalreform wurde der vormalige Lengfurter Bürgermeister Friedrich Cremer (SPD) (1920–2010) der erste Bürgermeister des Marktes Triefenstein.
| Bürgermeister | von | bis |
|---|---|---|
| Friedrich Cremer (SPD) | 1978 | 1981 |
| Rudolf Scheurich (Freie Bürger) | 1981 | 1990 |
| Lothar Huller (SPD) | 1990 | 1996 |
| Jürgen Nolte (CSU) | 1996 | 2008 |
| Norbert Endres (CSU) | 2008 | 2020 |
| Kerstin Deckenbrock (Aus Vier mach Wir) | 2020 |
Marktgemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Marktgemeinderat besteht aus der ersten Bürgermeisterin und den Marktgemeinderatsmitgliedern.
Die Kommunalwahlen von 2002 bis 2020 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Marktgemeinderat:
| Partei / Liste | 2002[10] | 2008[11] | 2014[12] | 2020[13] |
|---|---|---|---|---|
| CSU | 7 | 6 | 7 | 5 |
| Freie Bürger | 4 | 5 | 5 | 5 |
| SPD | 5 | 5 | 4 | 3 |
| Aus Vier mach Wir | - | - | - | 3 |
| Gesamt | 16 | 16 | 16 | 16 |
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Durch einen silbernen Wellenbalken geteilt von Blau und Rot, oben eine goldene Otterngabel, beseitet von je einer silbernen heraldischen Rose mit goldenen Butzen und Kelchblättern, unten schräg gekreuzt ein goldener und silberner Schlüssel.“[14] | |
| Wappenbegründung: Das Wappen enthält Elemente der früheren Wappen der Gemeinden und des Augustiner-Chorherrenstifts Triefenstein. Die gekreuzten Schlüssel befinden sich auch im Wappen des bis 1803 bestehenden Klosters Triefenstein. Silber und Rot steht für das Hochstift Würzburg, dem lange Zeit das Amt Homburg gehörte. Die Farbe Blau ist in vielen Gemeindewappen zu finden. Aus dem Wappen der Grafen von Wertheim, die bis 1556 unter anderem die Dorfherrschaft von Lengfurt innehatten, kamen die heraldischen Rosen zunächst ins Lengfurter Wappen und dann auch in das von Triefenstein. Die goldene Otterngabel stammt aus dem Wappen von Trennfeld und Homburg. Sie deutet auf die Fischerei im Main und im Klostersee hin. Der Main, der durch Triefenstein fließt, ist durch den Wellenbalken in der Mitte des Wappens vertreten.
Das Wappen wurde im Jahre 1981 genehmigt. |
Gemeindepartnerschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es besteht seit 2013 eine Partnerschaft mit Vassy in Frankreich,[15] die seit 2016 von Valdallière fortgeführt wird.
Bau- und Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft
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Nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft gab es 1988 sechs, im produzierenden Gewerbe 673 und im Bereich Handel und Verkehr 95 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 93 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1503. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 56 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1100 ha, davon waren 956 ha Ackerfläche und 105 ha Dauergrünfläche.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Triefenstein ist über die Bundesautobahn 3 Frankfurt-Würzburg (Anschlussstellen Marktheidenfeld und Wertheim-Lengfurt) zu erreichen. Die Bahnstrecke Lohr–Wertheim führte von 1881 bis 1991 durch Trennfeld. Seit 1954 ist Trennfeld auch über die Mainbrücke Lengfurt, deren Vorgängerbau von 1904 bis 1945[16] stand, erreichbar.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2020):
- vier Kindertageseinrichtungen mit zusammen 246 Plätzen und 183 Kindern
- eine Grundschule mit neun hauptamtlichen Lehrkräften und 137 Schülern (SJ 2019/2020)[17]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Triefenstein verbunden sind:
- Burkard (683–755), war ein aus Südwestengland stammender Mönch, der Anfang 742 von Bonifatius zum ersten Bischof von Würzburg eingesetzt wurde. Er verstarb 755 in Homburg am Main.
- Giuseppe Appiani (1706–1785), Freskenmaler in der Augustinerklosterkirche Triefenstein.
- Friedrich Cremer (1920–2010), Arzt, Bürgermeister und Gemeinderat in Triefenstein.
- Michael Fuchs (* 1982), Badmintonspieler aufgewachsen in Lengfurt.
- Armin Grein (1939–2024), bayerischer Politiker (Freie Wähler), Volksschullehrer in Trennfeld in den 1960er Jahren.
- Löw Homburger (um 1722), Karlsruher Bankier aus Homburg.
- Charles William Kahles (1878–1931), US-amerikanischer Comiczeichner und -autor.
- Emil Killinger (1851–1902), badischer Verwaltungsjurist.
- Lino Salini (1889–1944), Karikaturist, verbrachte seine letzten Jahre in Homburg am Main.
- Erika Spann-Rheinsch (1880–1967), österreichische Dichterin.
- Folmar von Triefenstein († 1181), frühscholastischer Theologe, seit etwa 1147 Probst des Augustiner-Chorherrenstiftes Triefenstein.
- Januarius Zick (1730–1797), Maler des Spätbarocks, malte Fresken in der Augustinerklosterkirche Triefenstein.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Kaspar Bundschuh: Triefenstein. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 5: S–U. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1802, DNB 790364328, OCLC 833753112, Sp. 578–580 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- 1 2 Bekanntmachung. (PDF) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. Mai 2020; abgerufen am 3. Mai 2020 (Abgerufen über www.markt-triefenstein.de.).
- ↑ Weg 1 Tafel 2–4 Römischer Ursprung – die Via Publica. Auf: tourismus-triefenstein.de, abgerufen am 25. April 2015.
- ↑ Markt Triefenstein in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2020.
- ↑ Markt Triefenstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 17. November 2020.
- ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 28. Januar 2026.
- ↑ Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 892 (Digitalisat).
- 1 2 3 4 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 763 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 195
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern 2002 nach Gemeinden. (online [abgerufen am 8. Oktober 2013]).
- ↑ Gemeinde Triefenstein: Gemeinderatswahl. (online [abgerufen am 23. September 2013]).
- ↑ Gemeinde Triefenstein: Gemeinderatswahl. (online [abgerufen am 1. Mai 2014]).
- ↑ Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Marktgemeinderats am 15.03.2020. (PDF) Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. Mai 2020; abgerufen am 3. Mai 2020 (Abgerufen über www.markt-triefenstein.de.).
- ↑ Wappen von Triefenstein in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Gemeinde Triefenstein: Partnerschafts-Urkunden-Unterzeichnung. 2013 (online [abgerufen am 31. August 2013]).
- ↑ Edith Müller/Horst Otremba: Lengfurter Mainbrücken. (PDF) S. 34, abgerufen am 28. Juli 2017.
- ↑ Grundschule Triefenstein in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 17. November 2020.

