Zum Inhalt springen

Treville

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Treville
Treville (Italien)
Treville (Italien)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Alessandria (AL)
Koordinaten 45° 6′ N, 8° 22′ OKoordinaten: 45° 5′ 52″ N, 8° 21′ 38″ O
Höhe 300 m s.l.m.
Fläche 4,67 km²
Einwohner 263 (31. Dez. 2025)[1]
Postleitzahl 15030
Vorwahl 0142
ISTAT-Nummer 006175
Bezeichnung der Bewohner Trevillesi
Schutzpatron Sant’Ambrogio
Website www.comune.treville.al.it

Treville (piemontesisch Tërvila) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit 263 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025).

Lage der Gemeinde Treville in der Provinz Alessandria

Die Gemeinde Treville liegt rund 40 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Alessandria auf einer Höhe von 250 m s.l.m. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 4 km² und erstreckt sich auf einem kleinen Hügel des Montferrat, der zum Tal der Stura del Monferrato ausläuft.

Die Nachbargemeinden sind Cereseto, Ozzano Monferrato und Sala Monferrato.

Der Ort wurde erstmals 1202 in einer Lehensurkunde des Markgrafen von Montferrat Bonifacius I. urkundlich erwähnt.[2] 1303 ist der Ortsname Trivilla dokumentiert, was auf eine ursprüngliche Entstehung aus drei getrennten Siedlungen – tres villae – hindeutet.[3] Wegen fehlender historischer Dokumente kann die Etymologie des Toponyms aber nur vermutet werden. Auch eine Ableitung aus dem lateinischen trivium (= Dreiweg) lässt sich nicht ausschließen.[2]

Kirche Sant'Ambrogio

Die ältesten archäologischen Spuren in Treville lassen sich in das 11. Jahrhundert datieren. Mehrere zwischen 1202 und 1295 datierte Urkunden weisen auf die Existenz des Dorfes hin. Besondere Bedeutung für Treville hat die Proklamation eines Statuts und einer Verordnung am 18. Januar 1303. Treville war damit eine der ersten Gemeinschaften im Montferrat, die über ein Statut verfügte.[2]

1403 belehnte Markgraf Theodor II. aus der Familie der Palaiologen dem Adeligen Giorgio Areccio. Aber bereits 1435 ging der Feudalbeitz an Giacomino dei Biandrate über, dem Leibarzt des Markgrafen. 1536 warf Federico II. Gonzaga den Biandrate Verrat vor, weil sie mit den Savoyern paktierten und beendete ihre Herrschaft. 1590 verkauften sie das Landgut an Giulio Strozzi, der einer reichen Mantuaner Familie angehörte. 1602 ging Treville in den Besitz der ebenfalls aus Mantua stammenden Familie de Andreasi über. Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Niedergang der Mantuaner Herrschaft abzeichnete, gelangte der Feudalbesitz in die Hände der Gonzani, einer reichen und einflussreichen Kaufmannsfamilie aus Casale Monferrato.[2]

1713 fiel Treville, wie die umliegenden Orte des Unteren Montferrat, an das Haus Savoyen.[2]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der landwirtschaftlich geprägte Ort wird vor allem vom Weinbau bestimmt. Bei Treville werden Reben der Sorte Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCG Status, sowie für den Barbera del Monferrato angebaut. Noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die örtlichen Weinkellereien vor allem kleinere Familienbetriebe. Mittlerweile zählen sie zu den bedeutendsten Weinproduzenten der Gegend.[4]

Eine Besonderheit im Montferrat stellt der Anbau von Artischocken und Kapern dar. Das besondere Mikroklima in Treville, mit etwa 2⁰ höheren Durchschnittstemperaturen erlaubt den kommerziellen Anbau dieser landwirtschaftlichen Produkte.[5]

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Die Pfarrkirche Sant'Ambrogio im piemontesischen Barockstil mit einem einzigen Kirchenschiff und ovaler Form, die wahrscheinlich von Evasio de Giovanni, einem Schüler von Magnocavallo von 1772 bis 1783, erbaut wurde.
  • Die Überreste der 1986 restaurierten romanischen Pfarrkirche San Quirico mit rechteckiger Form und einer interessanten Apsis mit drei kleinen verzierten Fenstern.
  • Infernot, für das Piemont charakteristische Weinkeller, von denen es in Treville mehrere besonders schöne gibt, die besichtigt werden können.[6]
  • Il Piemonte: paese per paese. 7: San Sebastiano Curone–Zumaglia. Bonechi, Florenz 1995.
  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
  • Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 370–371.
Commons: Treville – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2025. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2025).
  2. 1 2 3 4 5 Comuni della provincia di Alessandria. S. 370.
  3. ↑ Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 667.
  4. ↑ Il Piemonte: paese per paese. 7: San Sebastiano Curone–Zumaglia. o. S.
  5. ↑ Treville, il borgo degli Infernot: ecco cosa vedere. In: lastampa.it. 13. Juli 2026, abgerufen am 18. Juli 2026 (italienisch).
  6. ↑ Infernot del Comune di: Treville. In: ecomuseopietracantoni.it. Abgerufen am 7. Juni 2026 (italienisch).