Trans-Am-Serie
| Trans-Am-Serie | |
|---|---|
| Fahrzeugtyp | GT / Touring Cars |
| Land oder Region | USA & Kanada |
| Aktueller Name | Trans-Am-Serie |
| Bisherige Namen | SCCA Trans-Am |
| Erste Saison | 1966 |
| Chassis | Seriennah, modifiziert nach TA-Reglement |
| Motoren | V8 / Serienmotoren modifiziert |
| Reifen | |
| Offizielle Website | Official Website |
Die Trans-Am-Serie (offiziell Trans-Am Series presented by Pirelli) ist eine nordamerikanische Sportwagenrennserie. Sie wurde 1966 gegründet und wird vom Sports Car Club of America (SCCA) sanktioniert. Die Meisterschaft wird überwiegend in den USA ausgetragen und umfasst Rennen auf unterschiedlichen Streckentypen, darunter permanente Rennstrecken sowie Stadtkurse.[1]
Die Trans-Am-Serie ist in mehrere Klassen unterteilt. Zu den Silhouettefahrzeugklassen zählen TA, TA2 und der TA Cup (TAC). Ergänzt werden diese durch serienbasierte Klassen: GT (Grand Touring), SGT (Super Grand Touring) und XGT (Extreme Grand Touring).[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Trans-Am-Serie wurde 1966 vom damaligen Präsidenten des Sports Car Club of America (SCCA), John Bishop, ins Leben gerufen. Ursprünglich trug die Rennserie den Namen Trans-American Sedan Championship. Bereits 1967 wurde sie in Trans-American Championship umbenannt, eine Bezeichnung, die fortan verwendet wurde.[3]
Im Laufe ihrer Geschichte trat die Serie unter mehr als 20 unterschiedlichen Namen auf, teils sponsorbedingt, teils ohne Namenssponsoren.[4] Inhaltlich entwickelte sich die Meisterschaft von einer reinen Herstellerwertung für modifizierte Limousinen und Coupés hin zu einer kombinierten Fahrer- und Herstellermeisterschaft für GT-Rennfahrzeuge. Offizielle Fahrertitel werden seit der Saison 1972 vergeben.[5]
Nach der Saison 2006 wurde die Serie eingestellt und 2009 auf Basis von SCCA-GT1-Fahrzeugen wiederbelebt.[6]
Im Laufe der Jahre wurden Rennen auf unterschiedlichen Streckentypen ausgetragen, darunter permanente und temporäre Straßenkurse, Stadtkurse sowie Flugplatzstrecken. Neben Austragungsorten in den Vereinigten Staaten gastierte die Serie auch in Kanada, Mexiko sowie 2003 in San Juan (Puerto Rico). Seit 2015 wird die Trans-Am-Serie als nationale Rennserie ausschließlich innerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten ausgetragen, mit einem Schwerpunkt auf Strecken an der Ostküste, im Süden und im Mittleren Westen.
2017 wurde zusätzlich eine eigenständige Westküsten-Meisterschaft eingeführt. Der aktuelle Rennkalender umfasst drei Veranstaltungen, von denen zwei als gemeinsame Rennen mit der nationalen Meisterschaft ausgetragen werden. Dabei starten Fahrer beider Meisterschaften gemeinsam, erhalten jedoch nur Punkte für die jeweils gemeldete Wertung. Ergänzend vergibt die Serie den Northern Cup und den Southern Cup, die Teilnehmern, die nicht die komplette Saison bestreiten, bei ausgewählten Rennen Punkte ermöglichen.
Fahrzeugklassen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rohrrahmen / Silhouettenkarosserie
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Fahrzeuge der TA-Klasse sind leistungsstarke Grand-Touring-Rennwagen mit einem Rohrrahmenchassis und einer vollformatigen Silhouettenkarosserie eines Cadillac CTS-V, Chevrolet Camaro (Generation 6), Dodge Challenger (Generation 3) oder Ford Mustang (Generation 6). Die Karosserien werden von Advanced Composite Products oder Derhaag Motorsports gefertigt. Alle Karosserieformen sind vom ersten Produktionsjahr des jeweiligen Serienfahrzeugs bis fünf Jahre nach Produktionsende vollständig zugelassen. Nach Ablauf dieser Frist besteht eine teilweise Zulassung für weitere fünf Jahre, wobei maximal fünf Rennen pro Saison bestritten werden dürfen. Die Fahrzeuge dürfen einen einteiligen Heckflügel verwenden.
Ältere Karosserievarianten dürfen in der West Coast Championship, dem Northern Regional Cup sowie dem Southern Regional Cup noch bis zu zehn Jahre nach Ablauf der teilweisen Zulassung für die nationale Meisterschaft eingesetzt werden. Fahrzeuge mit einer von Trans-Am genehmigten Karosserie, deren alternative Herstellerkarosserien für die SCCA-Club-GT1-Klasse zugelassen sind, können im Einzelfall ebenfalls für diese Meisterschaften freigegeben werden.
Der Antrieb erfolgt durch OHV-V8-Saugmotoren mit Stoßstangensteuerung (zwei Ventile pro Zylinder), Einzelvergaser (Vierfachvergaser) und einem Hubraum von 366 Kubikzoll (5,99 Liter), die eine Leistung von über 850 PS erzeugen.[7][8] Das Mindestgrundgewicht beträgt 2.780 Pfund. Die aktuellen technischen Bestimmungen[9] erlauben die Verwendung von verbleitem Kraftstoff, während alle anderen Klassen – mit Ausnahme von XGT – unverbleites Benzin verwenden müssen. Automatikgetriebe sind nicht zulässig; manuelle Getriebe dürfen maximal fünf Vorwärtsgänge sowie einen funktionierenden Rückwärtsgang besitzen. Sequenzielle Getriebe sind erlaubt, ebenso kommerziell verfügbare No-Lift-Shift-Systeme (NLS) und automatische Zwischengasfunktionen. Traktionskontrolle sowie Antiblockiersysteme (ABS) sind verboten.
TA2
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Die TA2-Klasse schreibt ein Rohrrahmenchassis vor, das von Howe Racing Enterprises, Mike Cope Racing, M-1 Motorsports oder Meissen Enterprises gefertigt wird. Zugelassen sind Silhouettenkarosserien (Vollmaß-Replikate) eines Chevrolet Camaro (Generation 5 und 6), Ford Mustang (Generation 5 und 6), Dodge Challenger (Generation 3) oder eines Toyota Camry. Die Karosserien stammen entweder von Five Star Racing Race Car Bodies[10] (für Camaro und Mustang der sechsten Generation) oder von Howe Racing Enterprises (für alle übrigen Modelle). Das Mindestgewicht inklusive Fahrer und Fahrerausrüstung beträgt 2.830 Pfund.
Die Motoren ähneln denen der TA-Klasse, müssen jedoch von einem von Trans-Am-zertifizierten Motorenbauer stammen und verwenden Kraftstoffeinspritzung anstelle eines Vergasers. Zudem ist ein von Trans-Am genehmigter Luftmengenbegrenzer vorgeschrieben, wodurch die Leistung auf 490 PS und 447 lb-ft Drehmoment begrenzt wird. Die Motoren werden verplombt. Aktuelle Regeln schreiben vor, dass keine Luft gezielt zum Luftfilter oder dessen Gehäuse geleitet werden darf. Zugelassen sind ausschließlich manuelle H-Schaltgetriebe mit vier Vorwärtsgängen (vierte Stufe 1:1, kein Overdrive) sowie Rückwärtsgang. Sequenzielle Schaltungen und No-Lift-Shift-Systeme sind nicht erlaubt. Traktionskontrolle und ABS sind ebenfalls verboten.
Die Kosten für Stoßdämpfer, Bremssättel, Bremsbeläge und Räder sind reglementiert. Der Einsatz von Titan oder Kohlefaser ist untersagt, mit Ausnahme des Fahrersitzes und des einteiligen Heckflügels von Derhaag Motorsports, die aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff bestehen dürfen.
Die TA2-Klasse ist derzeit die teilnehmerstärkste Klasse der Trans-Am-Serie und wurde unter anderem nach Europa, Asien und Australien exportiert.
TA Cup
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die TA-Cup-Klasse wurde 2025 eingeführt und nutzt leistungsstarke Einheits-Rohrrahmenfahrzeuge mit Silhouettenkarosserien, die von Chris Evans Inc. (CEI) gefertigt werden.[11] Nach Einsätzen in der XGT-Klasse der Western Championship seit 2023 wurde eine eigene Klasse geschaffen, um eine klare sportliche Abgrenzung zwischen Einheitsfahrzeugen und serienbasierten Klassen zu ermöglichen.[12] Die Fahrzeuge verfügen über Hinterradantrieb, wiegen 1.315 kg und sind mit 18-Zoll-Pirelli-P-ZERO-Slickreifen ausgestattet.[13] Die Motorleistung beträgt rund 600 PS und basiert auf Motoren früherer NASCAR-Generationen.
Serienbasierte Klassen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]XGT
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Xtreme-Grand-Touring-Klasse (XGT) wurde 2020 eingeführt und ist für ehemalige FIA-GT3-Fahrzeuge vorgesehen, deren Homologation gemäß den Regularien von SRO und FIA abgelaufen ist. Nach dem Einsatz eines nicht mehr homologierten Audi R8 in der SGT-Klasse während der Veranstaltung auf dem Indianapolis Motor Speedway 2019 führten Gespräche zwischen Serienverantwortlichen und Fahrzeugbesitzern zur Einführung der XGT-Klasse. Ab der Saison 2020 werden GT3-Fahrzeuge in ihrer originalen, zeitgenössischen Spezifikation zugelassen, insbesondere Modelle bis einschließlich Baujahr 2016.[14]
SGT
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Die SGT-Klasse dient als Rennumfeld für „… Sportwagen, Grand-Touring-Fahrzeuge, Performance-Coupés und Performance-Limousinen, alle mit unterschiedlichen Motoren und Antriebsarten…“. Im Gegensatz zur GT-Klasse erlauben die aktuellen Regeln ein höheres Maß an Fahrzeugvorbereitung. Einige Motoren müssen mit Luftmengenbegrenzern ausgestattet sein, um die Leistung anzugleichen.[15]
Zugelassen sind zahlreiche in- und ausländische Marken, Modelle und Baujahre, von amerikanischen „Muscle Cars“ wie Chevrolet Corvettes und Camaros, Dodge Challengers und Vipers, Ford Mustangs bis hin zu Fahrzeugen europäischer Hersteller wie Aston Martin, Ferrari, Ginetta, Ligier, McLaren, Mercedes-AMG, Lamborghini, Maserati, Panoz und Porsche sowie asiatischen Modellen wie Honda NSX. Fahrzeuge bis zu 15 Jahren sind vollständig teilnahmeberechtigt, danach für weitere fünf Jahre teilweise (maximal sechs Rennen pro Jahr). Das Standard-Design muss erhalten bleiben, inklusive OEM-Grill und Emblem; Nachrüst-Heckflügel sind erlaubt. Rohrrahmen sind nicht zugelassen, Überrollkäfige sind obligatorisch; das Mindestgewicht kann je nach Fahrzeug variieren.

Die GT-Klasse orientiert sich stärker an den klassischen Standards der „Glanzzeiten“ der Trans-Am-Serie und stellt die Einstiegsklasse der drei serienbasierten Klassen dar. Alle Fahrzeuge müssen serienbasiert sein, egal ob Massenproduktion, Limitierte Auflage oder Kit Car mit vergleichbarer Optik und Leistung wie die GT-Klasse, und für die Allgemeinheit verfügbar (einschließlich track specific-Modelle). Typische Fahrzeuge sind Ford Mustangs, Chevrolet Camaros, Dodge Vipers, Nissan 350Zs, Porsche Caymans oder Mercedes-AMGs.
Die Klasse richtet sich an nahezu serienmäßige, leistungsstarke Fahrzeuge der jüngeren Baujahre und dient als Einstieg für neue Fahrer in der Trans-Am-Serie. Wie in der SGT-Klasse gibt es eine 15-jährige volle Zulassung und eine fünfjährige teilweise Zulassung für berechtigte Marken und Modelle, wobei maximal sechs Rennen pro Jahr bestritten werden dürfen. OEM-Heckflügel sind zulässig. Einige Motoren müssen mit genehmigten Luftmengenbegrenzern ausgestattet werden, um die Leistung auszugleichen.[15] Das Mindestfahrzeuggewicht wird je nach optionalen Komponenten angepasst.
Hersteller / Fahrer Meister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nationale-Meisterschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Meisterschaften nach Hersteller
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Hersteller | Meisterschaften |
|---|---|
| Ford | 51 |
| Chevrolet | 44 |
| Porsche | 16 |
| Jaguar | 6 |
| Dodge | 5 |
| American Motors (AMC) | 3 |
| Alfa Romeo | 2 |
| Audi | 2 |
| Datsun | 2 |
| Factory Five | 2 |
| Ginetta | 2 |
| Maserati | 2 |
| Aston Martin | 1 |
| BMW | 1 |
| Panoz | 1 |
| Pontiac | 1 |
| Qvale | 1 |
| Mercedes-AMG | 1 |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ About – Trans AM Series. In: gotransam.com. Abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Trans AM Series Classes. In: gotransam.com. Abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: Historic Trans Am History. In: Historic Trans Am. 17. Mai 2017, archiviert vom am 5. Oktober 2011 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: Trans Am Championship. In: TheThirdTurn.com. 17. Mai 2017 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: Trans Am Championship. In: The Third Turn. Abgerufen am 18. August 2017 (englisch).
- ↑ Lerner Preston: Massive bhp and minimal downforce — the revival of Trans Am racing In: motorsportmagazine.com, 25. März 2021. Abgerufen am 23. April 2021 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: TA Class. In: GoTransAm.com. 17. Mai 2017 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: 55-car Trans Am Series presented by Pirelli field descends on Road Atlanta. In: GoTransAm.com. Abgerufen am 11. Mai 2017 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: 2017 Trans Am presented by Pirelli Rule Book. In: gotransam.cdn.racersites.com. Abgerufen am 2. Mai 2017 (englisch).
- ↑ Keith Erickson: Eligible bodies for TA2 class cars. In: Five Star Racing Race Car Bodies. 11. Juli 2017 (englisch).
- ↑ Trans Am Series introduces TA Cup class for 2025. In: RACER. 18. November 2024, archiviert vom am 18. November 2024 (englisch).
- ↑ Trans Am Series Introduces TA Cup Class for 2025. In: gotransam.com. 18. November 2024, archiviert vom am 18. November 2024 (englisch).
- ↑ Trans-Am Unveils New TA Cup Class. In: SPEED SPORT. 18. November 2024, archiviert vom am 28. Dezember 2024 (englisch).
- ↑ Trans Am Series Develops New Home for Former GT3 Cars. (englisch).
- 1 2 Keith Erickson: 2017 Trans Am by Pirelli Rule Book. (pdf) In: GoTransAm.cdn.Racersites. Abgerufen am 3. Mai 2017 (englisch).
- ↑ Trans-Am Drivers' and Manufacturers' Champions As archived at web.archive.org
- 1 2 1966 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 17. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- 1 2 1967 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 17. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- 1 2 1968 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 17. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- 1 2 1969 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 17. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- 1 2 1970 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 17. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2016 (englisch).
- 1 2 1971 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 19. Juli 2011; abgerufen am 2. Februar 2026 (englisch).
- ↑ Frank de Jong: 1971 Trans-Am Championship Table. In: Touring Car Racing History. Archiviert vom am 24. Januar 2005; abgerufen am 2. Mai 2011 (englisch).
- ↑ 1972 Trans-Am Box Scores. (pdf) Sports Car Club of America, archiviert vom am 19. Juli 2011; abgerufen am 29. April 2011 (englisch).