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Toshio Bando

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Toshio Bando (japanisch 坂東 敏雄; eigentlich Tamotsu Bandō; * 16. Juli 1895 in Tokushima; † 1. März 1973 in Boulogne-Billancourt) war ein japanischer Maler, Zeichner und Grafiker. Er lebte ab 1922 in Frankreich und gehörte zu den in Paris tätigen japanischen Künstlern der École de Paris.[1]

Tamotsu Bandō wurde 1895 in Tokushima auf der Insel Shikoku geboren. 1922 zog er nach Frankreich, wo er zu den in Paris tätigen japanischen Künstlern der École de Paris gehörte. Seine Eltern waren Bandō Yasutarō und Nomura Saki. Seine Mutter starb 1902. Die Familie führte ihre Abstammung auf zwei Samurai-Linien zurück. Diese Angabe stammt aus der Familienüberlieferung und ist nicht unabhängig belegt. Ab 1913 studierte Bandō in Tokio an der Kawabata-Malschule (Kawabata Gakushūin) bei Takeji Fujishima. Dieser weckte sein Interesse für die zeitgenössische französische Malerei, insbesondere für Paul Cézanne. Durch Kontakte zu den Herausgebern der Zeitschrift Shirakaba befasste er sich außerdem mit Postimpressionismus, Fauvismus und Kubismus.[1]

Im Juli 1922 kam Bandō nach Paris. Zunächst wohnte er im Quartier Latin im Hôtel de Nice und in der Rue des Beaux-Arts, dann zog er nach Montparnasse. Dort traf er Tsuguharu Foujita (jap. Tsuguji Fujita), den man ihm empfohlen hatte. Dieser lebte seit etwa zehn Jahren in Paris und war Mitglied des Salon d’Automne. Beide schlossen rasch Freundschaft. Foujita stellte Bandō seinem Freundeskreis und seinem Kunsthändler Georges Chéron vor. Mehrere Monate lang, nach anderer Angabe bis 1924, teilte Bandō mit ihm das Atelier in der Rue Delambre 5, in dem Foujita mit seiner Frau Fernande Barrey lebte. Über ihn lernte Bandō weitere in Paris lebende japanische Maler kennen, darunter Ryūichi Suzuki, Ryūzō Hasegawa, Sei Koyanagi und Shikanosuke Ebihara.[1]

Bis 1925 hatte Bandō in Montparnasse nacheinander mehrere Ateliers: Rue Oudinot 23, Rue Boissonade 20 bis, Boulevard Raspail 207 und Rue Daguerre 22. Da die französische Kritik seine Arbeiten häufig mit denen Foujitas verglich, richtete er 1924/25 ein eigenes Atelier in Pierrefitte-sur-Seine (Rue de la Fontaine 19) ein und verließ Montparnasse. Er war nach Foujita und Koyanagi der dritte japanische Künstler, der einen Vertrag mit der Galerie Chéron abschloss. Seine erste Ausstellung dort fand 1924 statt. Bis zum Tod Chérons im Jahr 1931 verkaufte er seine Arbeiten über die Galerie. Anschließend arbeitete er ohne Galeristen.[1]

1931 zog Bandō in ein Haus im Département Yvelines. Er war mit einer französischen Pianistin verheiratet und hatte ab 1938 ein Atelier in Paris (Boulevard Gouvion-Saint-Cyr 23); danach, bis 1940, hatte er eines in Saint-Denis (Rue Denfert-Rochereau 15). Ab 1940 lebte er in der Rue Nicolo 13 in Paris, wo er bis zu seinem Lebensende blieb. 1944 wurde seine Tochter Kimié geboren, die ebenfalls Künstlerin wurde. Aus dieser Zeit stammen mehrere Selbstbildnisse mit ihr. Ab 1957 ließ seine Schaffenskraft wegen seiner sich verschlechternden Gesundheit nach. Am Weihnachtstag 1972 stürzte Bandō auf der Treppe seines Hauses in Paris und erholte sich davon nicht mehr. Er starb am 1. März 1973 und ruht auf dem Friedhof Père Lachaise neben seiner 1994 verstorbenen Ehefrau.[1]

Toshio Bando malte Porträts, Stadtansichten, Tierstücke, Blumenstücke, Akte und Stillleben; außerdem schuf er Zeichnungen und Grafiken. Hans Vollmer beschrieb seine Malweise im Jahr 1953 als sehr exakt und ausdrucksvoll. Auf der Website des Künstlers werden Gegenstände, Personen und Landschaften aus seiner unmittelbaren Umgebung als Motive seiner Bilder genannt. Es wird festgehalten, dass sich Stil und Arbeitsweise über einen Zeitraum von rund fünfzig Jahren nur wenig verändert haben. Ein Werk befindet sich im Präfekturmuseum Tokushima. In den ausgewerteten Quellen sind keine weiteren Museumsbestände einzeln genannt. Laut der Website des Künstlers befinden sich jedoch Arbeiten in zahlreichen Privatsammlungen und einigen Museen.[1][2]

Ausstellungen (Auswahl)

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Einzelausstellungen

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  • 1924–1931: Paris, Galerie Chéron (1924 mit Katalog)
  • 1930: Brüssel, Galerie Kodak

Gruppenausstellungen in Paris

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  • Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 1, E. A. Seemann, Leipzig 1953, S. 107.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006.
  • Khanh Trinh: Bandō, Toshio. In: Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. De Gruyter, 2007, S. 160.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Khanh Trinh: Bandō, Toshio. In: Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Band 2. De Gruyter, 2007, S. 160.
  2. ↑ L’artiste – Toshio Bando. Abgerufen am 5. November 2026 (französisch).