Die Tipico Co. Ltd. wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic (die sich bereits aus der gemeinsamen Schulzeit, in der sie in ein und dieselbe Klasse der KarlsruherFriedrich-List-Schule gingen,[2] kannten) gemeinsam mit dem Karlsruher Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle als internationale Handelsgesellschaft gegründet[3][4] und ebenso wie die Tipico Casino Ltd. als solche im Handelsregister der maltesischen Finanzaufsicht eingetragen.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt nach eigenen Angaben über 1800 Mitarbeiter aus 57 Staaten. Für das angeschlossene Franchise-Netzwerk waren Stand November 2019 über 6000 Mitarbeiter tätig. Neben dem Online-Geschäft betreibt Tipico in Deutschland und Österreich im Franchise-System Stand November 2019 über 1250 Annahmestellen für Sportwetten. Damit ist Tipico mit einem Marktanteil von über 50 Prozent Marktführer in Deutschland und der sechstgrößte Wettanbieter der Welt.[5] Tipico ist eines von sieben Unternehmen, dem nach Angaben des Innenministeriums von Schleswig-Holstein eine Genehmigung für Sportwetten bei der Erstvergabe erteilt wurde.[6]
2010 – sechs Jahre nach der Gründung – sprang der Umsatz von Tipico erstmals über die 100-Millionen-Euro-Schwelle.[2]
Im März 2011 hat eine Klage von Tipico dazu geführt, dass das Landgericht Köln der Westdeutschen Lotterie untersagt hat, Oddset-Wetten von Hartz-IV-Empfängern anzunehmen.[7] Gleiches erwirkte Tipico auch in Niedersachsen.[8] Kontrovers hierzu wird die Tatsache gesehen, dass es trotz der erwirkten Sperre im Internet möglich ist, Wetten in den zahlreichen Annahmestellen abzuschließen.
Am 9. Oktober 2020 erhielt Tipico im Rahmen der allerersten Konzessionserteilung durch das Regierungspräsidium Darmstadt eine Konzession für das Veranstalten von Sportwetten in Deutschland.[14] Bis Ende Mai 2021 hatte Tipico durch Franchisepartner 1300 Filialen eröffnet.[2]
Das Casino-Angebot von Tipico ist am 7. Oktober 2022 lizenziert worden.[15]
Im August 2021 hat Tipico die Internet-Sportwetten-Lizenz im US-BundesstaatColorado erhalten und betreibt seitdem die mobile Online-App auch in den Vereinigten Staaten.[16]
Tipico ist Gründungsmitglied des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV), Fördermitglied des Österreichischen Sportwettenverbands OSWV (bis 2019 Österreichischer Buchmacherverband OBMV)[17] und bei der Malta Chamber of Commerce (maltesische Handelskammer).[18][19]
Im Oktober 2025 vereinbarte die französischeBanijay Group – zu der der Sportwettenkonkurrent Betclic gehört – die Übernahme der Anteilsmehrheit an Tipico von CVC.[20]
Der Spiegel berichtete am 21. Mai 2021 über Selbstanzeigen von Tipico wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Das Unternehmen soll Provisionszahlungen am Fiskus vorbeigeschleust haben – darunter auch an einen Drahtzieher eines großen Wettskandals. Das Magazin berief sich auf das OnlineportalBusiness Insider, welches berichtet hatte, Tipico habe zwischen 2007 und 2012 Provisionszahlungen an Franchise in Deutschland am Fiskus vorbeigeschleust. Insgesamt 20,4 Millionen Euro habe das Unternehmen in der damaligen Zeit auf Auslandskonten der Vermittler überwiesen. Ein Tipico-Sprecher habe den Vorgang auf Anfrage nicht kommentieren wollen.[2]
Im Juli 2024 berichtete Die Zeit über Klagen gegen Tipico, die verlorenen Wetteinsätze bis zur Erteilung der Wettkonzession im Jahr 2020 zurückzuzahlen.[27] Die EU-weit umstrittene Gesetzgebung in Malta verhindert eine Vollstreckung der erfolgreichen Klagen.
↑Sportsponsoring und Spenden.HSV und Tipico verlängern Partnerschaft.gamesundbusiness.de,21.Januar 2016,archiviertvomOriginalam29.Januar 2016;abgerufen am 10.Juni 2016.