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Tim Curry

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Tim Curry (1995)
Tim Curry (2005)

Timothy James „Tim“ Curry (* 19. April 1946 in Grappenhall; † 25. August 2026 in Los Angeles) war ein britischer Schauspieler, Synchronsprecher, Sänger und Songschreiber. Er wurde 1975 in der Rolle des Dr. Frank N. Furter in The Rocky Horror Picture Show bekannt. 1979 konnte er sich als Sänger mit I Do the Rock in Europa und den USA in den Charts platzieren. 1990 spielte er in Stephen Kings Es den dämonischen Clown Pennywise.

Tim Curry wurde 1946 in der englischen Grafschaft Cheshire geboren. Der Sohn eines Methodisten-Kaplans studierte Anglistik und Drama an der Universität Birmingham.[1]

Seinen ersten Erfolg feierte Curry 1968 mit dem Musical Hair, bei dem er Richard O’Brien kennenlernte und das seine erste professionelle Theaterrolle war.[1] Dem Engagement folgten Anstellungen bei der Royal Shakespeare Company, der Glasgow Civic Repertory Company und dem Royal Court Theatre. In letzterem spielte er erstmals die Rolle des von Richard O’Brien kreierten exzentrischen Wissenschaftlers Dr. Frank N. Furter in The Rocky Horror Show, mit der er 1975 durch die Verfilmung von Jim Sharman als The Rocky Horror Picture Show berühmt wurde.

Es folgten zahlreiche Filme, beispielsweise Stephen Kings Es (1990), in dem er als dämonischer Clown Pennywise zu sehen ist. Daneben arbeitete er auch als Sänger und Komponist und veröffentlichte vier Alben; das erste Read My Lips (1978) enthielt den Song Sloe Gin. Die beiden Singleauskopplungen I Do the Rock und Paradise Garage aus dem Album Fearless konnten sich im Folgejahr in den US-Charts platzieren.

Seine prägnante Stimme war auch bei Produzenten von Trickfilmen und Hörbüchern gefragt. So sprach er 2012 in dem mit einem Audie Award ausgezeichneten Audible-Hörbuch Dracula die Partie des Prof. van Helsing.[2] Zudem wirkte er als Sprecher in Computerspielen wie etwa Toonstruck oder Gabriel Knight mit. 2004 spielte er eine Gastrolle in der amerikanischen Krimiserie Monk; 2005 trat er am Broadway in dem Musical Spamalot, das auf dem Monty-Python-Film Die Ritter der Kokosnuß basiert, als König Artus auf. Von Oktober 2006 bis Januar 2007 spielte er diese Rolle im Palace Theater in Londons West End.

2008 übernahm er die Rolle des fiktiven sowjetischen Premierministers Cherdenko für die Realfilm-Zwischensequenzen in dem Computerspiel Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3. Ein Jahr später sprach Curry den Imperator Doviculus, den Erzfeind der Hauptfigur Eddie Riggs (gesprochen von Jack Black) im Videospiel Brütal Legend. Für das Rollenspiel Dragon Age: Origins (2009) war er ebenfalls als Synchronsprecher tätig. Auch lieh er seine Stimme – nach dem Tod seines Vorgängers Ian Abercrombie – dem Sith-Lord und Kanzler Palpatine in der Animationsserie Star Wars: The Clone Wars. Sein Schaffen umfasst die Beteiligung an mehr als 240 Produktionen.

Im Juli 2012 erlitt Curry einen Schlaganfall. Von da an nutzte er einen Rollstuhl.[3] Curry blieb vor allem als Synchronsprecher tätig, nur noch wenige Male trat er in persona in Erscheinung.[1] Tim Curry starb im August 2026 in Los Angeles im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer koronaren Herzkrankheit.[4]

Nach Currys Tod hob die New York Times seine „Begabung für grelle Exzentrik“ hervor und schrieb zugleich, dass er eine bevorzugte Besetzung für Rollen gewesen sei, die „ausdrucksstarke Boshaftigkeit oder allgemeine Überzeichnung“ verlangten.[5] CNN bezeichnete Curry aufgrund seiner Auftritte in The Rocky Horror Picture Show, Alle Mörder sind schon da und Es als „äußerst populären Schauspieler mit Kultstatus“.[6]

Auch der Rolling Stone bezeichnete Curry als „echte Ikone der Popkultur“, die sich einen Platz in den Geschichtsbüchern des Kinos gesichert habe;[7] ähnliche Nachrufe gab es auch in der Times of India und der Los Angeles Times.[8][9] Marius Nobach vom Filmdienst charakterisierte Curry als Schauspieler, der „in allem, was vom allzu Normalen abwich“, quer durch alle Medien gern besetzt worden sei.

Bereits Ende der 1960er-Jahre hatte Curry laut Nobach sowohl in Shakespeare- und Brecht-Stücken als auch im Musicalbereich Aufmerksamkeit erweckt; als Mozart in der Broadway-Inszenierung von Amadeus (1980) habe er geglänzt.[10] Seine Darstellung in Amadeus ist auch durch Playbill belegt; Curry gehörte zur Originalbesetzung und erhielt 1981 den Drama Desk Award als bester Darsteller in einem Schauspiel.[11] Nach seinem Tod würdigten Fans mit roten Luftballons an Straßenabläufen und Gullygittern Currys Darstellung des Pennywise in Es.[12]

Deutsche Synchronsprecher

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Tim Curry hatte keinen festen Stammsprecher; am häufigsten wurde er von Thomas Fritsch (ab 1988 zehnmal) und Lutz Mackensy (ab 1991 viermal) synchronisiert.[13]

Filmografie (Auswahl)

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Als Schauspieler

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Als Synchronsprecher

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  • 1990–1991: Peter Pan und die Piraten (Peter Pan and the Pirates, Zeichentrickserie, 46 Folgen) … als Captain James T. Hook
  • 1991–1992: Darkwing Duck (Zeichentrickserie, 3 Folgen) … als Taurus Bulba
  • 1991–1993: Prinz Eisenherz (The Legend of Prince Valiant, Zeichentrickserie, 64 Folgen) … als Sir Gawain
  • 1991–1996: Captain Planet (Zeichentrickserie, 26 Folgen) … als MAL
  • 1992–1994: Arielle, die Meerjungfrau (Zeichentrickserie) (The Little Mermaid, Zeichentrickserie, 4 Folgen) … als Teufelsrochen
  • 1992: FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald (FernGully: The last rainforest, Zeichentrickfilm) … als Hexxor
  • 1995: Hubi, der Pinguin (The Pebble and the Penguin) … als Drake
  • 1994–1997: Aaahh!!! Monster (Aaahh!!! Real Monsters, Zeichentrickserie, 19 Folgen, in verschiedenen Rollen)
  • 1994–1995: SuperhumanSamurai Syber-Squad (Zeichentrickserie, 54 Folgen) … als Kilokahn
  • 1996: Frankenstein: Through the Eyes of the Monster (als Frankenstein)
  • 1995–1997: Die Maske (The Mask, Zeichentrickserie, 14 Folgen) … als Pretorius
  • 1996: Mighty Ducks – Das Powerteam (Mighty Ducks, Zeichentrickserie, 21 Folgen) … als Lord Dragaunus
  • 1997: Die Schöne und das Biest – Weihnachtszauber (Beauty and the Beast: The Enchanted Christmas, Zeichentrickfilm) … als Orgel Forte
  • 1997: Die Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol, Zeichentrickfilm) … als Ebenezer Scrooge
  • 1999: Scooby-Doo und das Geheimnis der Hexe (Scooby-Doo and the Whitch’s Ghost, Zeichentrickfilm) … als Ben Ravencroft
  • 2002: Die Abenteuer der Familie Stachelbeere (The Wild Thornberrys Movie, Zeichentrickfilm) … als Nigel Thornberry/Col. Radcliff Thornberry
  • 2008: Fly Me to the Moon 3D (Fly Me to the Moon, Animationsfilm) … als Yegor
  • 2009: Coco auf wilder Verfolgungsjagd (Curious George 2: Follow That Monkey!, Zeichentrickfilm) … als Piccadilly
  • 2012: Ab ins Meer – Auf der Suche nach der verlorenen Perle: Kevins großes Abenteuer (Back to the Sea, Animationsfilm) … als Eric
  • 2012–2013: Young Justice (Zeichentrickserie, 8 Folgen) … als G. Gordon Godfrey
  • 2012–2014: Randy Cunningham: Der Ninja aus der 9. Klasse (Randy Cunningham: 9th Grade Ninja, Animationsserie, 19 Folgen) … als The Sorcerer
  • 2013: Ben 10: Omniverse – Forever King Joseph Chadwick (Fernsehserie) … als Stage Manager
  • 2013: Gingerclown … als Gingerclown
  • 2013: Saving Santa – Ein Elf rettet Weihnachten (Video) … als Neville Baddington
  • 2014: Prinz Ribbit (Ribbit, Animationsfilm) … als Terrence
  • 2014: Bonta 3D … als Papa Qi
  • 2014: Hinter der Gartenmauer (Over the Garden Wall, Fernsehminiserie) … als Tante Whispers

Bühnenpräsenz

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[17]
Fearless
 US5317.11.1979(24 Wo.)
Simplicity
 US11226.09.1981(8 Wo.)
Singles[17]
I Do the Rock
 DE2618.02.1980(14 Wo.)
 AT915.03.1980(6 Wo.)
 US9117.11.1979(3 Wo.)
  • 1978: Read My Lips
  • 1979: Fearless
  • 1981: Simplicity
  • 1989: The Best of
  • 2010: ... From the Vaults
  • 1974: Sweet Transvestite (The Rocky Horror Picture Show)
  • 1975: Far As We Felt Like Goin’
  • 1976: Baby Love
  • 1978: Birds of a Feather
  • 1978: I Will
  • 1979: I Do the Rock
  • 1979: Paradise Garage
  • 1981: Working on My Tan
  • 1981: Simplicity[18]
  1. 1 2 3 Chris Morris: Tim Curry, ‘Rocky Horror Picture Show’ Star, Dies at 80. In: variety.com. 26. August 2026, abgerufen am 26. August 2026 (englisch).
  2. ↑ Tim Curry: Audiobooks. Abgerufen am 26. November 2022.
  3. ↑ Luchina Fisher: Tim Curry Relies on His Humor While Recovering From Stroke. ABC News, 8. Juni 2015, abgerufen am 25. Januar 2016 (englisch).
  4. ↑ Todesursache öffentlich gemacht. In: STERN. 2. September 2026, abgerufen am 4. September 2026.
  5. ↑ Bruce Weber: Tim Curry, Star of ‘Rocky Horror’ and Much More, Dies at 80. In: The New York Times. 26. August 2026, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  6. ↑ Todd Leopold, Alli Rosenbloom: Tim Curry, star of ‘Rocky Horror Picture Show’ and ‘Clue,’ dead at 80. In: CNN. 26. August 2026, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  7. ↑ Tim Curry: 9 Essential Movies. In: Rolling Stone. 26. August 2026, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  8. ↑ ‘Rocky Horror’ Icon Tim Curry Dies at 80 After Years of Serious Health Issues. In: The Times of India. 26. August 2026, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  9. ↑ Alexandra Del Rosario: Tim Curry, the versatile star turned pop culture icon with ‘Rocky Horror Picture Show,’ dies at 80. In: Los Angeles Times. 26. August 2026, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  10. ↑ Marius Nobach: Mr. Flamboyant. In: Filmdienst. 28. August 2026, abgerufen am 30. August 2026.
  11. ↑ Tim Curry. In: Playbill. Abgerufen am 14. September 2026.
  12. ↑ Josip Kraljik: Fans Are Leaving Balloons at Storm Drains To Honor Tim Curry, Even if They Don’t Have the Right Address. In: Fiction Horizon. 28. August 2026, abgerufen am 31. August 2026 (englisch).
  13. ↑ Tim Curry. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 20. April 2016.
  14. 1 2 3 4 5 Tim Curry – Broadway. In: Internet Broadway Database. Abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  15. ↑ Tim Curry – Broadway Touring. In: Internet Broadway Database. Abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  16. ↑ James Brady: Nominated for 14 Tonys, the smash hit musical Monty Python’s Spamalot and its “King,” Tim Curry, are the toast of Broadway. In: Parade.com. 29. Mai 2005, archiviert vom Original am 17. Oktober 2006; abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  17. 1 2 Chartquellen: DE AT US
  18. ↑ Tim Curry Discography. In: On A&M Records. Abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
Commons: Tim Curry – Sammlung von Bildern