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Thorsten Alsleben

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Alsleben (2025)

Thorsten W. Alsleben[1] (* 1972[2] in Much[3]) ist ein deutscher Wirtschaftslobbyist und ehemaliger Journalist. Er ist seit April 2023 Geschäftsführer der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Leben und Wirken

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Alsleben absolvierte die erste juristische Prüfung in Bonn. Anschließend durchlief er ein Volontariat bei der Deutschen Welle und wurde zum TV- und Hörfunk-Redakteur ausgebildet;[4] er war Stipendiat der Journalisten-Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Danach war er für das ZDF in Düsseldorf sowie ab 2001 neun Jahre als Hauptstadt-Korrespondent mit den Schwerpunkten Wirtschafts- und Finanzpolitik, Arbeitsmarkt sowie CDU/CSU tätig.[5]

Danach arbeitete Alsleben 2009 im Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Pressesprecher[6] und war von 2010 bis 2014 als Director Political Relations für die Unternehmens- und Personalberatung Kienbaum Consultants International tätig.[7][8]

Alsleben, der bereits von 1993 bis 1995 Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Much und in den Jahren 1996 bis 1999 Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Much war,[9] war von 2014 bis 2023 Hauptgeschäftsführer der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), einer Wirtschaftsvereinigung der Unionsparteien.[10] Seit April 2023 ist er Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft,[11][12] die als wirtschaftsliberale Lobbyorganisation gilt und von Arbeitgeberverbänden finanziert wird.[13]

Im Juli 2026 war Alsleben Erstunterzeichner eines offenen Briefs, der den damaligen Regierender Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, zum Rücktritt und Verzicht auf eine Wiederkandidatur im Zuge der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 aufforderte.[14][15]

Alsleben ist evangelikaler Christ[16] und im Vorstand der evangelikalen Bildungsorganisation Christburg Campus Berlin.[17] Darüber hinaus war er Kolumnist für das evangelikale Magazin Idea.[18]

Alsleben ist verheiratet und hat drei Kinder.[19]

Politische Positionierung und Kritik

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Alsleben mit Tony Abbott auf der Alliance for Responsible Citizenship, London, 2025

Alsleben vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist insbesondere für ihre wirtschaftspolitischen Kampagnen bekannt, die im Zusammenhang mit Wahlen zum Deutschen Bundestag und wirtschaftspolitischen Debatten stehen. Kritik an seiner Arbeit kommt unter anderem von Organisationen wie Lobbycontrol, die der Initiative vorwerfen, den öffentlichen Diskurs zugunsten wirtschaftlicher Interessen zu beeinflussen.[20]

Der Tagesspiegel berichtete im November 2022 aus „Wirtschaftskreisen“, der sich selbst als „konservativer Modernisierer“ beschreibende Alsleben[21] sei „selbst dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz zu reaktionär“.[22] Dennoch nimmt er Correctiv zufolge eine „zentrale Rolle in dem Geflecht“ marktliberaler Lobbyisten um Merz ein.[18] Der Tagesspiegel zitiert ein Verbandsmitglied mit den Worten, Alsleben sei aus „evangelikale[m] Holz geschnitzt“.[23]

Im August 2024 stieß Alsleben dadurch auf heftige CDU-interne Kritik, dass er einen Beitrag auf X teilte, in dem es heißt:

„Vögelt mit wem Ihr wollt, wenn Ihr erwachsen seid, lasst Euch abschnippeln oder annähen, was ihr wollt“, aber „geht mir damit nicht auf die Nerven, lasst es Euch nicht von mir bezahlen und vor allem Finger weg von den Kindern.“

Laut dem Vorsitzender der queeren Interessenvertretung und CDU-Sonderorganisation LSU Deutschlands, Sönke Siegmann, zeige dies, „dass er Hass und Hetze gegen LGBTIQA+ nicht nur toleriert, sondern auch aktiv unterstützt“.[24] Im September 2024 war Alsleben geladener Redner auf der „Berlin Campaign Conference“, die „Mitte-rechts-Kooperationen“ schmieden soll[25] und deren offizieller Partner die Heritage Foundation ist, die mit Project 2025 einen Masterplan für den Umbau der Demokratie in den Vereinigten Staaten unter der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump verfasst hat.[26]

Alsleben war zudem der Hauptinitiator des „Wirtschaftswarntages“, bei dem rund 100 Wirtschaftsverbände und Lobbygruppen gemeinsam eine Wirtschaftswende im Sinne der CDU im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 forderten.[18] Er sprach sich für eine CDU-geführte Minderheitsregierung aus und vertrat die Meinung, durch „demokratiegefährdende[s] Gebaren“ von SPD und Grüne sei eine Regierungsbeteiligung dieser „linken Parteien“ nicht mehr möglich.[27]

2025 nahm Alsleben an einer Konferenz der Alliance for Responsible Citizenship teil, das als „Sammelbecken für die internationale politische und religiöse Rechte“ gilt. Auf dieser Versammlung, wo unter anderem der Klimawandel geleugnet, ein libertärer Wirtschaftskurs vertreten und einem Kulturkampf gegen eine vermeintlich „woke Kultur“ das Wort geredet wurde, diskutierte er zusammen mit dem australischen Klimawandelleugner und Ex-Ministerpräsidenten Tony Abbott sowie Zia Yusuf von Reform UK zum Thema „Energie, Ressourcen und unsere Umwelt“. Anschließen schrieb er auf LinkedIn von einem „Meinungswandel in Deutschland weg von einer radikalen und irrationalen Klimapolitik“. Selbst erklärte er, bei der Konferenz sei es „viel um eine Neuausrichtung der Klimapolitik sowie um gesellschaftspolitische Fragen“ gegangen.[16]

Auf sozialen Medien verbreitet Alsleben Inhalte der rechtsgerichteten Plattformen Nius und Apollo News, etwa einen Nius-Kommentar, in dem der Westen „mit christlich-jüdischem Fundament“ als „allen anderen Kulturkreisen meilenweit überlegen“ dargestellt wurde. Außerdem lobte er Ungarn unter Viktor Orbán dahingehend, dass es dort kaum „Talahons“ oder Obdachlose gebe – alles sei „sauber“.[28]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Einladung: Konsolidieren oder Investieren – Strategien für den Schuldenabbau. Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 11. Februar 2025.
  2. ↑ Neuer INSM-Geschäftsführer: Thorsten Alsleben übernimmt marktwirtschaftlichen Think Tank. In: presseportal.de. 17. April 2023, abgerufen am 11. Februar 2025: „Thorsten Alsleben (51)“
    Thorsten Alsleben: „Hütte brennt“: Berlin setzt unser Land aufs Spiel - dabei ist Wirtschaftswunder nah. In: Focus Online. 17. Dezember 2024, abgerufen am 11. Februar 2025 (Veröffentlichungsdatum dem Seitenquelltext entnommen): „Thorsten Alsleben (52)“
  3. ↑ Annemarie von Weihe: Was macht eigentlich… Thorsten Alsleben? Kienbaum Consultants International, 5. März 2020, abgerufen am 23. September 2026.
  4. ↑ Biografie (Memento vom 29. April 2017 im Internet Archive) auf der Internetseite der Mittelstands- und Wirtschaftsunion
  5. ↑ Thorsten Alsleben wird MIT-Hauptgeschäftsführer. In: Pro. Christliches Medienmagazin. Christliche Medieninitiative pro, 18. Februar 2014, abgerufen am 11. Februar 2025.
  6. ↑ Thorsten Alsleben wird Pressesprecher im Arbeitsministerium. In: pro-medienmagazin.de. 25. November 2009, abgerufen am 11. Februar 2025.
  7. ↑ Unsere Alumni im Interview: Was macht eigentlich… Thorsten Alsleben? In: kienbaum.com. 5. März 2020, abgerufen am 11. Februar 2025.
  8. ↑ Tatjana Krieger: Männer in Teilzeit: Ein seltenes Experiment. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Oktober 2012, abgerufen am 11. Februar 2025.
  9. ↑ Namen und Daten. (PDF; 136 kB) CDU-Much, 19. Oktober 2020, abgerufen am 23. September 2026.
  10. ↑ Thorsten Alsleben wird MIT-Hauptgeschäftsführer. In: pro-medienmagazin.de. 18. Februar 2014, abgerufen am 11. Februar 2025.
  11. ↑ Personalwechsel: Alsleben wird neuer INSM-Geschäftsführer. politik-kommunikation.de, 5. Dezember 2022.
  12. ↑ Neuer INSM-Geschäftsführer / Thorsten Alsleben übernimmt marktwirtschaftlichen Think Tank. Presseportal, 17. April 2023.
  13. ↑ Gabriela Keller, Annika Joeres, Stella Hesch: Die Rechtstreiber der CDU. In: Correctiv.org. 11. Februar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.
  14. ↑ Michael Bröcker: Berliner CDU: Prominentes Mitgliederbündnis fordert Wegners Rücktritt. In: Table.Briefings. 9. Juli 2026, abgerufen am 10. Juli 2026.
  15. ↑ Innerhalb der Berliner CDU wächst der Unmut über Kai Wegner. In: rbb24. 10. Juli 2026, abgerufen am 10. Juli 2026.
  16. 1 2 Robin Albers, Gabriela Keller, Martin Böhmer: Religiöse Rechte in Deutschland suchen Schulterschluss mit Trump. In: Correctiv, 28. Februar 2025. Abgerufen am 23. September 2025.
  17. ↑ Broschüre des Christburg Campus. (PDF) 27. April 2017, abgerufen am 8. Juli 2019.
  18. 1 2 3 Annika Joeres, Gabriela Keller: Der Mann der Großkonzerne: Das Lobby-Netzwerk von Friedrich Merz. Correctiv, 28. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.
  19. ↑ Thorsten Alsleben. In: insm.de. Abgerufen am 11. Februar 2025.
  20. ↑ Christina Deckwirth: „SOS Wirtschaft“: Wie die INSM mit ihren Lobbybotschaften den Wahlkampf verzerrt. Lobbycontrol, 28. Januar 2025, abgerufen am 11. Februar 2025.
  21. ↑ Robert D. Meyer: Thorsten Alsleben: Der Antimoderne. In: nd. 28. November 2022, abgerufen am 11. Februar 2025.
  22. ↑ Alfons Frese: Chefwechsel beim Lobbyclub der Industrie: CDU-Politiker übernimmt Initiative. In: Tagesspiegel. 26. November 2022, abgerufen am 11. Februar 2025.
  23. ↑ Chefwechsel beim Lobbyclub der Industrie : CDU-Politiker übernimmt Initiative. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 28. Februar 2025]).
  24. ↑ Queer-Zoff in der CDU. In: Der Spiegel. Nr. 33, 10. August 2024, S. 22 (spiegel.de).
  25. ↑ Tadhg Nagel: „Erschreckende“ Verbindung: CDU zeigt Interesse an Trumps Republikanern. In: Frankfurter Rundschau. 15. August 2024, abgerufen am 11. Februar 2025.
  26. ↑ Alisha Mendgen, Felix Huesmann: Konferenz in Berlin bringt Trumps Maga-Republikaner mit der CDU zusammen. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 13. August 2024, abgerufen am 11. Februar 2025.
  27. ↑ Gabriela Keller , Annika Joeres , Stella Hesch: Die Rechtstreiber der CDU. Correctiv, abgerufen am 28. Februar 2025.
  28. ↑ Projekt Mauerfall: Wer in der Union auf rechte Mehrheiten schielt. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 23. September 2025]).