Thomas Walach
Thomas Reinhard Walach[1] (auch: Thomas Walach-Brinek; * 8. November 1983[2][2] in Wien) ist ein österreichischer Historiker, Lehrer und Journalist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft, Studium und universitäre Biografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Thomas Walach ist der Sohn einer Lehrerin. Er sagt von sich, dass er in einer matriarchal geprägten Familie aufgewachsen sei.[3]
Walach studierte Geschichtswissenschaft an der Universität Wien und der Universität Freiburg (Schweiz).[4] 2013 bis 2015 war er als Studienassistent am Institut für Geschichte, Universität Wien und von April bis Juni 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitskreis eHistory der Österreichischen Computer Gesellschaft tätig. Im März 2015 schloss er mit ausgezeichnetem Erfolg sein Master-Studium der Geschichte an der Universität Wien ab und war ab dem Wintersemester ebendort Lektor am Institut für Geschichte. Von Juli 2015 bis Jänner 2017 war er zudem Mitarbeiter der Studienprogrammleitung Geschichte.
Ab dem Sommersemester 2015 absolvierte er sein Doktoratsstudium Philosophie im Promotionsfach Geschichte, das er 2017 an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät mit der Dissertation Geschichte des virtuellen Denkens abschloss.[5] Ab dem Wintersemester 2016 als Universitätsassistent (Prae-Doc) am Institut für Geschichte für Geschichte und Theorie schriftlicher und nicht schriftlicher Quellen und Digitalisierung aktiv. Gleichzeitig war er 2016/2017 ERASMUS-Gastdozent im Fachbereich Geschichte und Soziologie an der Universität Konstanz.[6] Seine letzte Lehrveranstaltung, VO Theorien in der Geschichtswissenschaft und Wissenschaftstheorie, hielt Walach im Sommersemester 2023 ab.[7]
Journalismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Martin Tschiggerl betrieb Walach im Standard von August bis Dezember 2017 monatlich sowie letztmalig im November 2018 den Userblog Historiker bloggen.[8]
Walach war Gründungsmitglied des Onlinemediums zackzack.at und von Juni 2019 bis März 2022 dessen Chefredakteur.[9][10] Als Gründungsgesellschafter war er von 12. Juli 2021 bis 12. Juli 2022 Geschäftsführer der Zack Media GmbH.[2][11]
Im Jänner 2023 übertrug Walach seine Gründungs-Gesellschaftsanteile an der Zack Media GmbH an den Bildungsverein – Offene Gesellschaft.[12]
Politische Tätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Juli 2019 wurde Walach als Listenkandidat der Partei Jetzt – Liste Pilz zur Nationalratswahl 2019 nominiert[4][13] und nahm als Listen-Vertreter an einer sogenannten Elefantenrunde im Fernsehsender Puls 4 teil.[14]
Von September 2022 bis September 2023 war Walach als Chef vom Dienst für digitale Kommunikation der SPÖ-Bundespartei und des SPÖ-Parlamentsklubs tätig.[15][16]
Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ), aus der er im Februar 2022 austrat.[16]
Mittelschullehrer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walach arbeitet seit 2023 als Mittelschullehrer an einer Wiener Brennpunktschule. In einem Interview, das er Klaus Knittelfelder für die Presse am Sonntag im Mai 2026 gab, sprach er „über massive Integrationsprobleme, mit denen er tagtäglich konfrontiert“ sei.[17] Walach teilte auch mit, dass ihm die zuständige Bildungsdirektion Wien angewiesen habe sich nur noch bildungspolitisch zu äußern, wenn ihm davor eine Genehmigung erteilt wurde.[18] Die Mittelschullehrerin Susanne Wiesinger wertete diese Vorgehensweise in der Kronen Zeitung als „Maulkorb“.[19]
Gerichtsverfahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2026 wurde Walach in einem Verfahren wegen Ehrenbeleidigung und übler Nachrede vom Handelsgericht Wien verurteilt. Er hatte dem SPÖ-Bezirksrat Muhammed Yüksek vorgeworfen den „politischen Islam“ zu befördern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.[20]
Privates
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Thomas Walach ist mit einer Lehrerin verheiratet und lebt in Wien.[3] In seiner Freizeit betätigt er sich als Hobbyimker.[21]
Auszeichnungen und Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2016: Lehrpreis der Universität Wien (UNIVIE Teaching Award)
- 2016: Stipendium des ERASMUS Teaching-Mobility Programms im WiSe 2016/17
- seit 2015: Mitglied des Forschungsschwerpunkts „Digital Humanities“ der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
- seit 2016: Fellowship der interdisziplinären Vienna Doctoral Academy „Theory and Methodology in the Humanities“
- 2016: Mitglied der Arbeitsgruppe „Schreibintensives Lehren und Lernen“ zum Tag der Lehre der Universität Wien
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- als Thomas Walach-Brinek: Der Schrecken von Arlingen. (= Das schwarze Auge, DSA 126; Aventurien FanPro, Bd. 11063). Fantasy Productions, Erkrath 2010, ISBN 978-3-89064-146-1.
- als Thomas Walach-Brinek: Lebensziele. Begegnungen mit Menschen, die ihre Träume verwirklicht haben. Ferstl & Perz, Wien 2013, ISBN 978-3-902803-41-2.
- als Thomas Walach-Brinek mit Martin Tschiggerl: The Simpsons Did It! Postmodernity in Yellow. Ferstl & Perz, Wien 2015, ISBN 978-3-902803-13-9 (englisch).
- mit Paul Ferstl und Stefan Zahlmann (Hrsg.): Fantasy Studies. Aufsatzsammlung. Ferstl & Perz, Wien 2016, ISBN 978-3-902803-18-4.
- mit Martin Tschiggerl (Hrsg.): Brennpunkte. Interviews zu Lebenswelten von Kindern in Wien. Ferstl & Perz, Wien 2017, ISBN 978-3-902803-21-4.
- Geschichte des virtuellen Denkens. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-21087-8 (zugleich Dissertation, Universität Wien, 2017).[5]
- mit Martin Tschiggerl, Stefan Zahlmann: Geschichtstheorie. Lehrbuch Einführung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-22881-1.
- De Insulis Inventis. Aventurisch-irdische Entdeckungsfahrten. In: Stefan Donecker et al.: Forschungsdrang & Rollenspiel. Motivgeschichtliche Betrachtungen zum Fantasy-Rollenspiel Das schwarze Auge. Ulisses Spiele, Waldems 2019, ISBN 978-3-96331-209-0, S. 173–180.
- Das Unbewusste und die Geschichtsarbeit. Theorie und Methode einer öffentlichen Geschichte. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-24891-8.
- mit Klaus Nüchtern: Unser Land. Wie wir Heimat herstellen. Mit Beiträgen von Aleida Assmann, Matthias Dusini, Sibylle Hamann, Renata Schmidtkunz, Armin Thurnher u. a. Falter Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-85439-667-3.
- Das unheimlich Menschförmige / Androiden als narzisstischer Horror des Subjekts. In: Stefan Zahlmann (Hrsg.): Medienkulturen. Aufsatzsammlung. Bibliothek der Provinz, Weitra 2021, ISBN 978-3-99126-074-5, S. 203–216.
- Der aufgeklärte Magier / Ist Fantasy antimodern? In: Stefan Zahlmann (Hrsg.): Medien des Phantastischen. Aufsatzsammlung. Bibliothek der Provinz, Weitra 2021, ISBN 978-3-99126-075-2, S. 141–154.
- mit Martin Tschiggerl: Die erfundene „Trümmerfrau“. Der Umgang mit der NS-Zeit in Österreich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 70. Ge Gruyter, 2022, 2, S. 299–326 (doi:10.22028/D291-38381).
- mit Marion Großmann, Thomas Hellmuth, Martin Tschiggerl (Hrsg.): Go Public! Zugänge zur Public History. Aufsatzsammlung. Unter Mitarbeit von Raphael Besenbäck. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-658-45415-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und über Thomas Walach im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Thomas Walach. Artikelliste. In: zackzack.at..
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Steht offiziel in der Geburtsurkunde. Thomas Reinhard. Post von Thomas Walach auf dessen X-Account TW (@motihari1903go, vormals @ThomasWalach, geändert im Jänner 2026), 30. Dezember 2025, abgerufen am 10. Juni 2026.
- 1 2 3 Veröffentlichungen zur Zack Media GmbH (FN 534023d) im Firmenbuch, veröffentlicht in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 10. Juni 2026:
- Änderung veröffentlicht am 15. September 2021 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Ausgabe Nr. 179: „GESCHÄFTSFÜHRER/IN (handelsrechtlich): (D) Dr. Thomas Walach (08.11.1983), vertritt seit 12.7.2021 selbständig; …“
- Änderung veröffentlicht am 15. September 2022 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Ausgabe Nr. 180: „GESCHÄFTSFÜHRER/IN (handelsrechtlich): (D) Dr. Thomas Walach (08.11.1983), gelöscht; (H) […] Steiner ([…]), vertritt seit 12.7.2022 selbständig“.
- 1 2 Brennpunktschule: „Lebenslang von Sozialhilfe zu leben, ist für viele ein normaler Lebensentwurf“. In: Hinter den Schlagzeilen. Talk mit Patrick Budgen auf ORF 2, Ausstrahlung am 9. Juni 2026 (Sendung auf ORF ON, 30 Minuten, verfügbar bis 5. Dezember 2026), abgerufen am 10. Juni 2026.
- 1 2 Dr. Thomas Walach. Unsere SpitzenkandidatInnen. In: Partei.JETZT. Abgerufen am 1. Oktober 2019.
- 1 2 Thomas Walach: Geschichte des virtuellen Denkens. Dissertation an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, 2017 (10.25365/thesis.49154).
- ↑ Univ.-Ass. Thomas Walach, BA MA. In: Institut für Geschichte – Archiv. Universität Wien, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Dr. Thomas Walach, BA MA. Lehre. In: u:find. Universität Wien, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Historiker bloggen ( vom 31. Juli 2021 im Internet Archive). Userblog in Der Standard: „Martin Tschiggerl und Thomas Walach sind Historiker am Institut für Geschichte der Universität Wien. Einmal monatlich bloggen Sie hier zu Themen, die sie aktuell in Forschung und Lehre beschäftigen, um zu zeigen, dass es eigentlich nichts gibt, das der Geschichtswissenschaft zu abgründig ist.“
- ↑ Thomas Walach: Wechsel in der ZackZack-Chefredaktion. In: zackzack.at. 21. März 2022, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Abschied: Thomas Walach verlässt „Zackzack“. In: Der Standard. 15. Juni 2022, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ ZackZack: Thomas Walach verlässt Zack Media GmbH. APA-OTS-Aussendung der Zack Media GmbH. Chefredakteur Benjamin Weiser, 15. Juni 2022.
- ↑ Veröffentlichungen zur Zack Media GmbH (FN 534023d) im Firmenbuch, veröffentlicht in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes (EVI), abgerufen am 10. Juni 2026:
- Firma Zack Media GmbH neu eingetragen. Veröffentlicht auf EVI am 18. Oktober 2025, eingetragen im Firmenbuch am 7. August 2020: „Gesellschafter/in Dr. Thomas Walach neu eingetragen …“
- Änderung veröffentlicht am 2. März 2023 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung, Ausgabe Nr. 042: „GESELLSCHAFTER/IN: (B) Bildungsverein – Offene Gesellschaft ZVR-Zahl 1477743195 Einlage […] geleistet […] gründungsprivilegierte Stammeinlage […]; (D) Dr. Thomas Walach (08.11.1983), gelöscht; HG Wien, 20.01.2023“.
- ↑ Thomas Walach, Chefredakteur von zackzack.at, kandidiert für Liste JETZT. Video. In: Kurier TV. 29. Juli 2019, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Headline Talk Special: Die Runde der Neueinsteiger. In: PULS 4, Juli 2019.
- ↑ SPÖ-Kommunikation – Thomas Walach verstärkt Kommunikations-Team und wird Chef vom Dienst für digitale Kommunikation. APA-OTS-Aussendung des SPÖ-Parlamentsklub und des Pressedienstes der SPÖ-Bundesorganisation, 19. August 2022, abgerufen am 10. Juni 2026.
- 1 2 Ab September: Ex-„Zackzack“-Chefredakteur macht für SPÖ digitale Kommunikation. In: Kleine Zeitung. 19. August 2022, abgerufen am 10. Juni 2026 (Paywall).
- ↑ Klaus Knittelfelder: Brennpunktschule: „Lebenslang von Sozialhilfe zu leben, ist für viele ein normaler Lebensentwurf“. Interview. In: Die Presse. 23. Mai 2026, abgerufen am 10. Juni 2026 (Paywall).
- ↑ Klaus Knittelfelder: Maulkorb für Lehrer? Die Folgen eines Interviews über Integrationsprobleme. In: Die Presse. 3. Juni 2026, abgerufen am 10. Juni 2026 (Paywall).
- ↑ Susanne Wiesinger: Lieber Kollege Walach, ich wünsche gute Nerven! Kolumne „Harte Schule“. In: Krone.at. 4. Juni 2026, abgerufen am 10. Juni 2026.
- ↑ Brescakovic Daniela: Ehemaliger SPÖ-Mitarbeiter unterstellt SPÖ-Politiker „politischen Islam“. 20. Oktober 2026, abgerufen am 21. Oktober 2026.
- ↑ Profil von Thomas Walach auf dessen X-Account TW (@motihari1903go, vormals @ThomasWalach, geändert im Jänner 2026), 30. Dezember 2025, abgerufen am 10. Juni 2026: „Historiker, Imker, Ronjas Abenteuer- und Snackbeauftragter, Kritzeleien, schlecht im Schach. | Brennpunkt Schule.“
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Walach, Thomas |
| ALTERNATIVNAMEN | Walach, Thomas Reinhard (vollständiger Name); Walach-Brinek, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Historiker, Lehrer und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 11. November 1983 |
| GEBURTSORT | Wien |