Der Ort entstand im 17.Jahrhundert als befestigte Handelssiedlung nahe der damaligen Südgrenze des Russischen Reiches und wurde zunächst nach dem Fluss Sudschanskaja sloboda genannt.
1664 wurde das Stadtrecht verliehen. Nach 1786 entfiel die militärstrategische Bedeutung der Stadt. Sie blieb ein bedeutendes lokales Handwerks- und Handelszentrum, geriet im 20.Jahrhundert aber gegenüber anderen Städten der Region ins Hintertreffen.
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine drangen am 8. August 2024 ukrainische Streitkräfte nach Sudscha vor (Kursk-Offensive 2024 bis 2025).[2][3] Mitte August 2024 hat die ukrainische Armee laut Wolodymyr Selenskyj die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die ukrainischen Streitkräfte haben infolgedessen in Sudscha für die Oblast Kursk eine Militärverwaltung etabliert, um die öffentliche Ordnung zu sichern, die wichtigsten Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung zu befriedigen[4] und die logistische Versorgung der Armee zu gewährleisten.[5] Russland eröffnete Strafverfahren gegen mehr als ein Dutzend ausländische Journalisten wegen „illegalen Grenzübertritts“.[6] Am 12. März 2025 gaben die russischen Streitkräfte bekannt, dass Sudscha wieder unter ihrer Kontrolle sei.[7] Am 15. März bestätigte dies die ukrainische Regierung. Laut Conflict Intelligence Team hatten sich die Ukrainer systematisch zurückgezogen.[8][9] Dank des kampflosen Rückzuges blieben die meisten Gebäude unbeschädigt.[10]
In Sudscha sind die Dreifaltigkeitskirche (Троицкая церковь/Troizkaja zerkow), die Himmelfahrtskirche (Вознесенская церковь/Wosnessenskaja zerkow, um 1811) und die Gottesmutter-Geburts-Kirche (Рождественская церковь/Roschdestwenskaja zerkow) von 1799 bis 1828 erhalten.
Die Stadt besitzt ein Heimatmuseum.
In den nahen Siedlungen Samostje und Saoleschenka stehen fünfkuppelige Kirchen aus dem 19.Jahrhundert. Im 15Kilometer südlich gelegenen Dorf Gujewo (auch Guiwa) befindet sich ein nicht fertiggestellter Palast der Fürsten Dolgoruki mit Wirtschaftsgebäuden und umliegendem Park.
In Sudscha gibt es einen Zulieferbetrieb für den Traktorenbau sowie Betriebe der Lebensmittelindustrie und Baumaterialienwirtschaft.
Die Stadt liegt an der auf diesem Abschnitt 1911 eröffneten EisenbahnstreckeBrjansk–Lgow–Charkiw.
Durch Sudscha führt eine Regionalstraße von Djakonowo (bei Kursk) zur ukrainischen Grenze und weiter nach Sumy.
In Sudscha ist ein Einspeisepunkt für Erdgas, das durch ukrainische Pipelines nach Westeuropa gelangt.
↑Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
↑Ukraine greift in Grenzregion an: Russische Behörden verhängen Ausnahmezustand im Gebiet Kursk. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN1865-2263 (tagesspiegel.de[abgerufen am 8.August 2024]).