Stillwaterit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form unregelmäßiger Körner von bis zu 265μm Größe mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf polierten Flächen eine blass cremegraue Farbe mit leicht rosafarbener Tönung.
Entdeckt wurde Stillwaterit zuerst in Mineralproben aus dem Stillwater-Komplex, einer Gesteinsformation im US-Bundesstaat Montana. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Louis J. Cabri, J. H. Gilles Laflamme, John M. Stewart, John F. Rowland und Tzong T. Chen, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1975 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1974-029[1]), die den Stillwaterit als eigenständige Mineralart anerkannte. Im gleichen Jahr wurde auch die Erstbeschreibung im Fachmagazin The Canadian Mineralogist publiziert. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Stillwaterit lautet „Slw“.[2]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Stillwaterit ebenfalls in die Abteilung „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Legierungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 2.AC.10a bildet.[8]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Stillwaterit die System- und Mineralnummer 02.16.04.01. Auch das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit verschiedenen Formeln“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 02.16.04.
Als seltene Mineralbildung konnte Stillwaterit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 30 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2024).[9] Außer an seiner Typlokalität im Stillwater-Komplex im gleichnamigen County von Montana trat das Mineral in den Vereinigten Staaten nur noch in einer Seifenlagerstätte an der Südküste der zu den Trinity Islands gehörenden Insel Tugidak in Alaska zutage.
Louis J. Cabri, J. H. Gilles Laflamme, John M. Stewart, John F. Rowland, Tzong T. Chen:New data on some palladium arsenides and antimonides. In: The Canadian Mineralogist. Band13, Nr.4, 1975, S.321–335 (englisch, Download verfügbar bei researchgate.net[PDF; 2,0MB; abgerufen am 12.November 2024]).
Michael Fleischer, Adolf Pabst, J. A. Mandarino, George Y. Chao:New mineral names. In: American Mineralogist. Band62, 1977, S.1057–1061 (englisch, minsocam.org[PDF; 669kB; abgerufen am 12.November 2024]).
Oxana V. Karimova, Anna A. Mezhueva, Nikolay A. Zgurskiy, Andrey A. Zolotarev, Dmitriy A. Chareev:The crystal structure of Pd8As3, a synthetic analogue of stillwaterite. In: Mineralogical Magazine. Band86, Nr.3, 2022, S.492–499, doi:10.1180/mgm.2022.57 (englisch).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.59 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Stillwaterite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 12.November 2024]).