Das Mineralogen-Team sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2004 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 2004-007[1]), die den Naldrettit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte ein Jahr später im Fachmagazin Mineralogical Magazine.
Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Naldrettit lautet „Nld“.[2]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Naldrettit ebenfalls in die Abteilung der „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den an der Verbindung beteiligten Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Legierungen von Halbmetallen mit Platin-Gruppen-Elementen (PGE)“ zu finden ist, wo es zusammen mit Palladoarsenid die unbenannte Gruppe 2.AC.25a bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Naldrettit die System- und Mineralnummer 02.04.22.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 02.04.22 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=2:1“ zu finden.
Als seltene Mineralbildung konnte Naldrettit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2024).[10] Außer an seiner Typlokalität, der Ni-Cu-Co-Pt-Pt-Au-LagerstätteMesamax sowie in den nahe gelegenen Lagerstätten Mequillon und Tootoo auf der Ungava-Halbinsel in Québec, trat das Mineral in Kanada noch in der Vermilion Mine im Denison Township sowie in den Lagerstätten Marathon und Area 41 im Thunder Bay District in Ontario auf.
Weitere bisher bekannte Fundorte sind unter anderem Itabira im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais, die Cu-Ni-PGE-Lagerstätte Yangliuping bei Rongzhag (chinesisch Danba) im Autonomen Bezirk Garzê der chinesischen Provinz Sichuan, das Bergwerk Skouries bei Kassandra (Chalkidiki) und das Gebiet um Korydallos in der Gemeinde Meteora (Thessalien) in Griechenland, das Platinova-Riff in der Skaergaard-Intrusion in der grönländischen Kommuneqarfik Sermersooq, das Dovyren-Hochland nahe Sewerobaikalsk in der russischen Republik Burjatien sowie der Ognit-Komplex im Kreis Uda–Biryusa der Oblast Irkutsk und das Bergwerk Oktyabrsky bei Norilsk in der Region Krasnojarsk in Russland, die Turfspruit Farm bei Mokopane (Mogalakwena) in der südafrikanischen Provinz Limpopo, eine als Sron Gharbh (auch Sron Garbh) bezeichnete Prospektion nahe Fort William and Ardnamurchan im schottischen Highland des Vereinigten Königreichs und ein unbenannter Aufschluss nahe dem West Nottingham Township im Chester County (Pennsylvania) in den Vereinigten Staaten von Amerika.[11]
L. J. Cabri, A. M. McDonald, C. J. Stanley, N. S. Rudashevsky, G. Poirier, B. R. Durham, J. E. Mungall, V. N. Rudashevsky:Naldrettite, Pd2Sb, a new intermetallic mineral from the Mesamax Northwest deposit, Ungava Region, Québec, Canada. In: Mineralogical Magazine. Band69, Nr.1, 2005, S.89–97, doi:10.1180/0026461056910236 (englisch, rruff.info[PDF; 596kB; abgerufen am 29.September 2021]).
Paula C. Piilonen, T. Scott Ercit:New mineral names. In: American Mineralogist. Band90, 2005, S.1466–1469 (englisch, rruff.info[PDF; 112kB; abgerufen am 29.September 2021]).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345L. J. Cabri, A. M. McDonald, C. J. Stanley, N. S. Rudashevsky, G. Poirier, B. R. Durham, J. E. Mungall, V. N. Rudashevsky:Naldrettite, Pd2Sb, a new intermetallic mineral from the Mesamax Northwest deposit, Ungava Region, Québec, Canada. In: Mineralogical Magazine. Band69, Nr.1, 2005, S.89–97, doi:10.1180/0026461056910236 (englisch, rruff.info[PDF; 596kB; abgerufen am 29.September 2021]).
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Naldrettite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 133kB; abgerufen am 29.September 2021]).
↑Rudashevskyite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.März 2024(englisch).