Genkinit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form unregelmäßiger Körner bis etwa 165μm Größe entdeckt werden. Das Mineral ist vollkommen undurchsichtig (opak) und zeigt auf den hellbraunen bis bräunlichgrauen Kornoberflächen einen metallischen Glanz.
Entdeckt wurde Genkinit in Mineralproben aus der Platinmetall-Grube Onverwacht nahe Mashishing (bis 2006 Lydenburg) in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Louis J. Cabri, John M. Stewart, J. H. G. Laflamme und, J. T. Szymański, die das Mineral nach dem russischen Mineralogen und Spezialisten für Platinmetalle Alexander Dmitrijewitsch Genkin (russisch: Александр Дмитриевич Генкин; 1919–2010)[8][9] benannten.
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1976 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangs-Nr. der IMA: 1976-051[1]), die den Genkinit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung folgte ein Jahr später im Fachmagazin The Canadian Mineralogist.[3]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Genkinit die System- und Mineralnummer 02.06.04.01. Das entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=4:3“ in der „Genkinitgruppe“, in der auch Oulankait und Ungavait eingeordnet sind.
Der idealisierten (theoretischen), das heißt stoffreinen, Zusammensetzung von Genkinit (Pt4Sb3) zufolge besteht das Mineral aus Platin (Pt) und Antimon (Sb) im Stoffmengenverhältnis von 4:3. Dies entspricht einem Massenanteil (Gewichts-%) von 68,11Gew.-%Pt und 31,89Gew.-%Sb.
Mikrosondenanalysen an insgesamt acht Körnern vom Typmaterial aus der Platingrube Onverwacht ergaben dagegen abweichende Zusammensetzungen von 41,9 bis 47,7Gew.-%Pt und 35,2 bis 36,8Gew.-%PtSb sowie zusätzliche Gehalte von Palladium (9,0–14,6Gew.-%), Rhodium (1,5–7,4Gew.-%), Nickel (0,05–2,0Gew.-%), Bismut (0,57–1,7Gew.-%), Arsen (0,20–0,94Gew.-%) und Kupfer (0–0,39Gew.-%).[3]
Aufgrund des in allen Proben signifikanten Anteils an Palladium wird in den meisten Quellen (einschließlich in der Erstbeschreibung) für Genkinit die Mischformel (Pt,Pd)4Sb3 angegeben.
Louis J. Cabri, John M. Stewart, J. H. G. Laflamme, J. T. Szymański:Platinum-group minerals from Onverwacht. III. Genkinite, (Pt,Pd)4Sb3, a new mineral. In: The Canadian Mineralogist. Band15, 1977, S.389–392 (englisch, rruff.info[PDF; 491kB; abgerufen am 9.Januar 2021]).
12345678Louis J. Cabri, John M. Stewart, J. H. G. Laflamme, J. T. Szymański:Platinum-group minerals from Onverwacht. III. Genkinite, (Pt,Pd)4Sb3, a new mineral. In: The Canadian Mineralogist. Band15, 1977, S.389–392 (englisch, rruff.info[PDF; 491kB; abgerufen am 12.Januar 2021]).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.60 (englisch).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Genkinite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 12.Januar 2021(englisch).
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Genkinite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 63kB; abgerufen am 12.Januar 2021]).