Stift Geras
| Stift Geras | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||
| Staat | Österreich | |||||
| Kirchenprovinz | Wien | |||||
| Diözese | Diözese St. Pölten | |||||
| Orden | Prämonstratenser | |||||
| Abt | Norbert Mario Lesovský OPraem | |||||
| Gründung | 1153 | |||||
| Patrozinium | Mariä Geburt | |||||
| Ritus | Römischer Ritus | |||||
| Liturgiesprache | Deutsch | |||||
| Abteikirche | Stiftskirche Geras | |||||
| Anschrift | Hauptstraße 1 2093 Geras | |||||
| Website | www.stiftgeras.at | |||||
| Nr. | Name | Gussjahr | Gießerei, Gussort | Durchmesser (cm) |
Gewicht (kg) |
Schlagton |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Augustinus | 1994 | Grassmayr, Innsbruck | 146 | 1850 | des’ |
| 2 | Maria (Westhausglocke) | 1668 | Stephan Mollot, lothringischer Wandergießer | 115 | 800 | es’ |
| 3 | Norbert | 1994 | Grassmayr, Innsbruck | 116 | 950 | f’ |
| 4 | Peter und Paul | 1949 | Pfundner, Wien | 100 | 576 | as’ |
| 5 | Josef | 1994 | Grassmayr, Innsbruck | 86 | 370 | b’ |
| 6 | Monika (Totenglocke) | 1994 | Grassmayr, Innsbruck | 71 | 220 | des" |
Schüttkasten
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Der Schüttkasten wurde als Getreidespeicher des Stiftes gebaut. Zwischen 1978 und 1980[6] wurde der Schüttkasten unter Abt Joachim Angerer in ein Hotel mit 70 Zimmern umgestaltet. Das Hotel ist an einen privaten Investor verkauft worden. Heute ist das Hotel der Sitz der Akademie Geras.
Der Schüttkasten ist ein Bauwerk mit drei Stockwerken. Die längsseitigen Außenmauern verfügen über gerahmte Breitfenster und an den Giebelmauern über Kartuschefenster. An den Giebelspitzen befinden sich Figuren des heiligen Johannes des Täufers und des heiligen Johannes des Evangelisten. Die Originale sind im Stift Geras. Das Dach wurde als Satteldach mit Dachhäuschen ausgeführt.
Über dem der Stadt zugewandten Eingang an der Südseite des Gebäudes steht in einer Nische die so genannte Schüttkastenmadonna, ein polychromiertes Hochrelief der Madonna mit dem Kinde, das von zwei Engeln getragen wird. Als möglicher Schöpfer dieser Darstellung wird der Eggenburger Steinmetz Thomas Steinböckh genannt. Darunter befinden sich die Wappen des Stiftes Geras und des Abtes Johannes Westhaus, unter dessen Leitung der Schüttkasten zwischen 1668 und 1670 auf einer Anhöhe oberhalb des Stiftes errichtet wurde.
Der Keller des Schüttkastens wurde als zweischiffiger Keller mit quadratischen Pfeilern und Kreuzgratgewölben erbaut. Das Erdgeschoß verfügte über schlankere Steinpfeiler, während in den oberen Stockwerken Holzpfeiler mit Sattelhölzern und Holzbalkendecken verwendet wurden.
Meierhof
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der zum Stift gehörende Meierhof befindet sich rund 350 m nördlich des Stiftes und ist auf einem nach Osten ansteigenden Grundstück errichtet. Nach einem Brand im Jahr 1643 wurde er in Form einer vierflügeligen Anlage neu erbaut. Der Torturm ist im Westen errichtet, hat eine tonnengewölbte Einfahrt und ist mit 1666 datiert. Bei der Zufahrt ist eine Mater-Dolorosa-Statue auf einer Kompositsäule aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts aufgestellt.[7]
Wissenswertes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stift Geras ist das älteste ohne Unterbrechung bestehende Männerkloster des Ordens.
- Stift Geras ist eine Tochter des Stiftes Seelau, dieses wiederum ist eine Tochter der Abtei Steinfeld und diese ist eine Tochter der Abtei Prémontré.
- Stift Geras war auf der 3,50 Schilling Marke der österreichischen Dauermarkenserie „Stifte und Klöster in Österreich“, welche von 1984 bis 1992 erschienen ist, abgebildet.
- Der Anthroposoph Rudolf Steiner berichtet über seinen Vater Johann Steiner (1829–1910): „Seine Kindheit und Jugend hat mein Vater im engsten Zusammenhange mit dem Prämonstratenserstifte in Geras verlebt. Er hat stets mit einer großen Liebe auf diese Zeit seines Lebens zurückgeblickt.“
- Im Stift Geras finden jedes Jahr Sonderausstellungen zu besonderen Themen statt, z. B.: Barocke Kunst und Architektur (grenzübergreifend), Perlmutt (Waldviertler Knopfherstellung) und Feuerwehr in Niederösterreich.
Klosterleitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vorsteher des Stiftes Geras[8]
- Pröpste
- Mandevin (ca. 1153–1160)
- Thielmann I. (1160–1179)
- Äbte
- Paul I. (1180–1186)
- Dietmar (1186–1199)
- Friedrich I. (1199–1225)
- Johannes I. (1226–1235)
- Florian (1235–1256)
- Ulrich (1256–1274)
- Johannes II. (1274–1277)
- Arnold (1277–1279)
- Konrad (1280–1298)
- Petrus I. (1298–1305)
- Hermann I. (1305–1310)
- Gerhard (1310–1327)
- Bernhard (1327–1335)
- Johannes III. (1335–1342)
- Thielmann I. (1343–1348)
- Wilhelm I. (1348–1389)
- Johannes IV. (1389–1414)
- Thielmann II. (1414–1432)
- Wilhelm II. (1432–1446)
- Friedrich II. (1446–1459)
- Johannes V. (1459–1464)
- Oswald (1464–1485)
- Wenzel (1485–1500)
- Vinzenz (1500–1502)
- Paul II. (1502–1527)
- Erhard (1527–1547)
- Balthasar (1547–1557)
- Wenzel Johann Ruepl (1557–1558)
- Gregor Setzenschragen (1558–1563)
- Urban Leser (1563–1579)
Balthasar Polzmann (1580–1584), Administrator - Longin Haberler (1584–1598)
- Johannes VI. Beyrer (1598–1615)
Valentin Springel (1615–1627), Administrator - Benedikt Lachen (1627–1632)
- Petrus II. Herkardt (1632–1650)
- Johannes VII. Westhaus (1650–1674)
- Friedrich III. Urtica (1674–1693)
- Engelbert Hoffmayr (1693–1712)
- Michael I. Wallner (1713–1729)
- Nikolaus Zandt (1730–1746)
- Paul III. Gratschmayr (1746–1780)
- Andreas Hayder (1780–1786, resigniert)
Johann Nepomuk Marcus (1780–1786), Administrator
Franz Xaver Mohr (1786–1790), Kommendatarabt
Johann Nepomuk Marcus und Gottfried Bauer (1790–1797) - Ignatz Carl Hörstelhofer (1797–1813)
- Hugo Laurenz Pfennigbauer (1814–1829)
- Hermann II. Hohenheiser (1823–1829)
Johann Peter Bayer (1829–1843)
Franz Karl Schlegl (1843–1852) - Adolf Johann Heisinger (1852–1859)
- Julius Eduard Plch (1859–1888)
- Adrian Lambert Zach (1889–1916)
- Ämilian Johann Greisel (1916–1926)
- Ludolf I. Rudisch (1927–1930)
- Friedrich IV. Ferdinand Silberbauer (1931–1952)
- Isfried Robert Franz (1952–1961)
- Ludolf II. Karl Schuster (1961–1967)
Alois Stöger (1967–1968), Administrator
Otto Johann Karasek (1968–1973), Administrator
Otto Johann Karasek (1973–1979), Prior de regimine - Otto Johann Karasek (1979–1985)
- Joachim Fridolin Angerer (1986–2004, resigniert)
Martin Felhofer (2004–2007), Administrator - Michael II. Karl Proházka (2007–2018)
Conrad Kurt Müller (2018–2020), Administrator[9]
Conrad Kurt Müller (2020–2025), Prior de regimine[10] - Norbert Mario Lesovský (2025–)[1]
Bedeutende Chorherren des Stiftes Geras
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- František Ignác Tuma (1704–1774), Komponist
- Hermann Bauer (1723–1803), Komponist
- Hieronymus Joseph Alram (1754–1825), Komponist und Historiker
- Alphons Žák (1868–1931), Historiker
- Seliger Jakob Franz Alexander Kern (1897–1924)
- Ambros Josef Pfiffig (1910–1998), Etruskologe und Komponist
- Hermann-Josef Weidinger (1918–2004), Kräuterpfarrer
- Augustinus Karl Wucherer-Huldenfeld (* 1929), Theologe und Philosoph
- Joachim Angerer (1934–2019), Abt, Musikwissenschaftler und Autor
- Michael Karl Proházka (1956–2023), Theologe und Abt
- Benedikt Felsinger (* 1965), neuer Kräuterpfarrer
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Manhardsberg. 6 von 34 Bänden. 4. Band: Gars bis Drosendorf. Anton Benko, Wien 1840, S. 228 (Geschichte des reguliren Prämonstratenser Chorherren-Stiftes zu Geras – Internet Archive).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel Ober-Manhardsberg. 6 von 34 Bänden. 4. Band: Gars bis Drosendorf. Anton Benko, Wien 1840, S. 253 (Kirche und Stift Geras – Internet Archive).
- Johann Thomas Ambrózy, Ambros Josef Pfiffig, Gerhard Trumler: Stift Geras und seine Kunstschätze. St. Pölten 1989.
- Sebastian Brunner (Hrsg.): Ein Chorherrenbuch. Würzburg 1883.
- Bernhard Fabian (Hrsg.): Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Hildesheim 2003.
- Isfried Robert Franz: Geschichte der Waldviertler Klosterstiftung Geras-Pernegg. Geras 1976, Neudruck.
- Kunst- und Kulturkreis Stift Geras (Hrsg.): Geraser Hefte. Nr. 32, Geras 1994.
- Friederike Mayr: Studien zur Barockausstattung der Kirche des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Geras. Wien 2009.
- Friedrich Polleroß (Hrsg.): Reiselust und Kunstgenuss. Barockes Böhmen Mähren und Österreich. Petersberg 2004.
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens: Durch umfassende Beschreibung aller Ruinen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten c. C. Band 4, 1840, S. 228–257 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Hans Tietze (Bearb.): Österreichische Kunsttopographie. Band 5: Die Denkmale des politischen Bezirkes Horn in Niederösterreich. Teil 1: Die Denkmale der Gerichtsbezirke Eggenburg und Geras. Wien 1911.
- Burgen, Stifte und Schlösser. Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysocina, Südmähren. ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 30 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Eintrag zu Stift Geras auf gcatholic.org (englisch)
- Website des Stifts Geras
- Fond: Urkunden (1188-1992). In: Monasterium.net. ICARUS – International Centre for Archival Research (Stift Geras).
- Foto-Galerie Stift Geras ( vom 19. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Stift Geras: Norbert Mario Lesovský zum neuen Abt gewählt. In: ordensgemeinschaften.at. 9. Oktober 2025, abgerufen am 12. Oktober 2025.
- ↑ Konvent – Stift Geras. Abgerufen am 20. November 2020.
- ↑ Byzantinische Kapelle ( vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), stiftgeras.at
- ↑ Gottfried Allmer: Orgellandschaft Waldviertel. Das Orgelforum (Zeitschrift des Vereins Österreichisches Orgelforum) Nr. 9, Wien 2006.
- ↑ Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich. Journal-Verlag, Lienz 2006.
- ↑ Wehdorn: Baudenkmäler der Technik
- ↑ Dehio: Niederösterreich, nördlich der Donau. Verlag Berger, Horn/Wien 2010, S. 201.
- ↑ nach Ambrózy / Pfiffig / Trumler: Stift Geras und seine Kunstschätze. St. Pölten 1989.
- ↑ Offizielle Mitteilungen. In: Website Stift Geras. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 5. Juli 2018; abgerufen am 5. Juli 2018. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Kapitel wählte Conrad Müller zum Prior. In: NÖN Ausgabe Horn. 10. Februar 2020, abgerufen am 10. Februar 2020.
Koordinaten: 48° 47′ 53,8″ N, 15° 40′ 24,4″ O
- Stift Geras
- Prämonstratenserkloster
- Kloster in der Diözese St. Pölten
- Kloster in Niederösterreich
- Baugruppe (Städtebau) der Romanik
- Barockbauwerk in Niederösterreich
- Erbaut im 12. Jahrhundert
- Nach der Haager Konvention geschütztes Kulturgut in Österreich
- Dekanat Geras
- Baugruppe (Städtebau) in Niederösterreich
- Baugruppe (Städtebau) in Europa
- Klosteranlage in Österreich
- Klostergründung 1153













