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Steve Cropper

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Steve Cropper (2007)

Steve „The Colonel“ Cropper (* 21. Oktober 1941 in Dora, Missouri; † 3. Dezember 2025 in Nashville, Tennessee) war ein US-amerikanischer Gitarrist, Musikproduzent und Songwriter. Er war Gründungsmitglied der Band Booker T. & the M.G.’s und treibende Kraft beim Stax-Label, wo er den charakteristischen Sound des Memphis-Soul mitprägte. Cropper ist auch bekannt als Co-Autor von Hits wie Green Onions, (Sittin’ On) The Dock of the Bay oder In the Midnight Hour und war Mitglied der Blues Brothers Band. Er wurde zweimal mit dem Grammy ausgezeichnet.

Steve Cropper wurde 1941 im Ozark County im ländlichen Missouri geboren und wuchs zunächst auf einer Farm auf. Als er zehn Jahre alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Memphis, Tennessee, wo er das erste Mal in Kontakt mit der dort blühenden Soulmusik und dem Rhythm and Blues kam. Zusammen mit seinem Schulfreund und späteren Mitmusiker Donald „Duck“ Dunn lernte er Gitarrespielen. Ende der 1950er Jahre wurde er Gitarrist bei The Mar-Keys und fand mit ihnen seinen Weg in die Tonstudios von Stax Records, in denen seine Karriere begann. Seine Tätigkeiten führten bald über das Gitarrespielen hinaus, und er wurde Produzent bei Stax.

Cropper landete 1962 zusammen mit Booker T. & the M.G.’s, deren Gründungsmitglied er war, seinen ersten Charterfolg mit dem heute noch bekannten Instrumentalstück Green Onions. Da die M.G.’s auch die Hausband der Stax-Studios waren, spielte Cropper die Gitarre nahezu für alle Künstler bei Stax ein, unter ihnen Otis Redding, Carla Thomas, Rufus Thomas, Sam & Dave, Wilson Pickett, William Bell und Eddie Floyd, später auch für Poncho Sanchez und John Tropea.[1] Er schuf zahlreiche Titel mit diesen Künstlern zusammen, wie etwa Otis Reddings (Sittin’ On) The Dock of the Bay, für das er 1969 gemeinsam mit Redding den Grammy Award for Best R&B Song erhielt, und Wilson Picketts In the Midnight Hour. Weitere Aufnahmen entstanden in dieser Zeit mit Don Covay and The Goodtimers und Arthur Conley (Sweet Soul Music).[2]

1971 verließ er Stax Records, nachdem sich das Management grundlegend verändert hatte und Cropper sich nicht mehr wohlfühlte. Die M.G.’s lösten sich auf und kamen nach der Ermordung des Schlagzeugers Al Jackson, Jr. 1975 in dieser Form nicht wieder zusammen. Cropper produzierte nun Alben von Jeff Beck, Tower of Power, John Prine und José Feliciano und spielte auf Soloalben von John Lennon und Ringo Starr die Gitarre ein, des Weiteren mit The Manhattan Transfer und Etta James. 1975 zog er nach Los Angeles.

In den 1970er Jahren wurde er zusammen mit Dunn Mitglied der Blues Brothers Band von John Belushi und Dan Aykroyd. In den 1990er Jahren startete er mit Booker T. Jones und Dunn eine Tournee als Begleitmusiker von Neil Young. Zuletzt lebte Cropper in Nashville und leitete die Insomnia Studios. Er starb dort im Dezember 2025 im Alter von 84 Jahren.[3]

Rezeption und Auszeichnungen

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1996 wurde Cropper vom britischen Musikmagazin Mojo zum zweitbesten Gitarristen aller Zeiten (nach Jimi Hendrix) gewählt. Der Rolling Stone listete Cropper 2011 auf Rang 39 der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. In einer Liste aus dem Jahr 2003 hatte er Rang 36 belegt.[4][5]

Cropper wurde siebenmal für den Grammy nominiert und erhielt die Auszeichnung zweimal.[6]

Chart­plat­zie­rungen
Erklärung der Daten
Alben[7]
Fire It Up
 DE9130.04.2021(1 Wo.)
 CH5602.05.2021(1 Wo.)

Als Solokünstler:

Commons: Steve Cropper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 4. Dezember 2025).
  2. Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 24. Oktober 2023).
  3. Bob Mehr: Steve Cropper has died; legendary guitarist got his start at Stax. In: commercialappeal.com. 4. Dezember 2025, abgerufen am 4. Dezember 2025 (amerikanisches Englisch).
  4. 100 Greatest Guitarists of All Time. Rolling Stone, 18. Dezember 2015, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  5. 100 Greatest Guitarists of All Time – David Fricke’s Picks. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  6. https://www.grammy.com/artists/steve-cropper/12297
  7. Chartquellen: Deutschland Schweiz.