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Steinbreche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Steinbreche
Wappen
Straße in Bergisch Gladbach
links: Haus Steinbreche, rechts: Gaststätte Steinbreche
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Basisdaten
Ort  Bergisch Gladbach
Ortsteil  Refrath
Angelegt  1929 (Benennungsjahr)
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen  Dolmanstraße; Beckershäuschen und Steinbrecher Weg
Querstraßen 
Plätze  Bürgerpark Steinbreche
Nummern­system 
Bauwerke  Haus Steinbreche
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 318 m
Steinbreche (historisch)
Koordinaten: 50° 58′ N,  7′ OKoordinaten: 50° 57′ 35″ N,  6′ 47″ O
Steinbreche (historisch) (Bergisch Gladbach)
Steinbreche (historisch) (Bergisch Gladbach)
Lage von Steinbreche (historisch) in Bergisch Gladbach
Steinbreche auf der Preussischen Uraufnahme 1825
Steinbreche auf der Preussischen Uraufnahme 1825

Steinbreche ist der Name einer Straße und eines historischen Ortsteils im Stadtteil Refrath von Bergisch Gladbach.

Die Straße Steinbreche ist eine kurze, von der Dolmanstraße an der Grenze zwischen den Stadtteilen Refrath und Alt Refrath nach Westen abzweigende Straße. Sie endet an der Kreuzung mit den Straßen Beckershäuschen und Steinbrecher Weg. Nördlich der Straße liegen der Bürgerpark Steinbreche und Haus Steinbreche.

Der Siedlungsname Steinbreche geht auf die Steinbrüche zurück, die dort im Zusammenhang mit dem Bau von Schloss Bensberg zwischen 1702 und 1712 angelegt wurden. Hier lag der heute gänzlich abgebaute Alabasterberg, dessen Marmor nicht nur am Schloss Bensberg, sondern auch am Schloss Brühl und anderen Bauten im Rheinland Verwendung fand. Daneben lieferte man Muschelkalk als Rohstoff für den laut Urkataster in Keppinghausen (= Kippekausen) stehenden Kalkofen. Des Weiteren gewann man Grauwackesteine, die an Ort und Stelle von Steinmetzen behauen und anschließend durch Esel und Saumtiere nach Bensberg hinauf zum Schlossbau getragen wurden.

Die Bezeichnung Steinbreche ging kurze Zeit später auf ein nahe gelegenes Gut, nämlich das Haus Steinbreche über, das 1712 von Leonard Goudhaire gebaut wurde. Er hatte das Gelände für seine Verdienste als Steinmetzmeister von Jan Wellem, dem Erbauer von Schloss Bensberg, geschenkt bekommen.[1][2] Heute liegen diese Gebäude allerdings im Stadtteil Alt Refrath, während das Gebiet der ehemaligen Steinbrüche ebenso wie das ehemals umgebende Ackerland zum Stadtteil Refrath gehört.

Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Steinbreck. Aus ihr geht hervor, dass Steinbreche zu dieser Zeit Teil der Honschaft Refrath im Kirchspiel Bensberg war.[3]

Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Steinbreche wurde politisch der Mairie im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein. Steinbreche war Teil der Pfarrgemeinde Bensberg bis zur Auspfarrung Refraths 1846.

Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 und der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Steinbreche verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern regelmäßig als Steinbreche oder ohne Namen verzeichnet.

Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Steinbreche Teil von Bergisch Gladbach.

Einwohnerentwicklung
JahrEinwohnerWohn-

gebäude

Kategorie
1845[4] 20 1 Bauergut und Schulhaus
1871[5] 26 2 Hofstelle
1885[6] 14 2 Wohnplatz
1895[7] 6 1 Wohnplatz
1905[8] 18 4 Wohnplatz
  • Gerd Müller: Refrath, Geschichte der Stadtteile Bensberg-Refrath und -Frankenforst, herausgegeben von Peter Bürling in Zusammenarbeit mit der Stadt Bensberg, 1974
  • Hans Peter Müller: Refrath gestern und heute, Refrath als Ausflugsziel, Band 2, Hrsg. Bürger-u. Heimatverein Refrath, Bergisch Gladbach 2009

Einzelnachweise

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  1. Geoportal Bergisch Gladbach. Straßenverzeichnis. Abgerufen am 7. Oktober 2025.
  2. Andree Schulte: Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen. Zweite, von Albert Eßer ergänzte und neu bebilderte Auflage. Bergisch Gladbach 2015. ISBN 978-3-9813488-4-2
  3. Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
  4. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  5. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  6. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  8. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909.