Sofioter Philharmoniker

Die Sofioter Philharmoniker, oder Sofia Philharmonie (bulgarisch Софийска филхармония), auch Sofia Philharmonic Orchestra genannt, ist das nationale Sinfonieorchester Bulgariens mit Sitz in Sofia. Heimstätte des Orchesters ist der Konzertkomplex Bulgarien, dessen Hauptsaal, die Bulgarien-Saal, 1937 eröffnet wurde. Seit 2017 ist der Dirigent Nayden Todorov Generaldirektor und künstlerischer Leiter.[1][2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ursprünge der Institution reichen bis zu einem militärischen Ensemble des späten 19. Jahrhunderts zurück, dem 1893 gegründeten „Symphonieorchester der Leibgarde Seiner Hoheit“.[3]
Im Verlauf mehrerer Umstrukturierungen trug das Orchester nacheinander die Bezeichnungen „Königliches Militär-Symphonieorchester“ und „Nationales Philharmonisches Orchester“. 1945 wurde es zum Nationalorchester Bulgariens erklärt, bevor es 1949 den Namen Sofia Philharmonie erhielt.
Heute umfasst die Sofia Philharmonie das Nationale Philharmonische Orchester, den Nationalen Philharmonischen Chor sowie mehrere Kammermusikensembles.
Die künstlerische Entwicklung des Orchesters ist eng mit den bulgarischen Dirigenten Sascha Popow, Konstantin Iliev, Dobrin Petkow, Vasil Stefanov, Vladi Simeonov, Vasil Kazandzhiev, Dimitar Manolov, Emil Tabakov, Julian Kovatchev und Nayden Todorov verbunden.[4]
Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Laufe ihrer Geschichte arbeitete die Sofia Philharmonie mit zahlreichen international renommierten Musikern zusammen.
Zu den Gastdirigenten gehörten unter anderem Bruno Walter, Hermann Abendroth, Igor Markewitsch, Carlo Zecchi, Karlheinz Stockhausen, Kurt Masur, Gennadi Roschdestwenski, Juri Temirkanow, Juri Simonow, Waleri Gergijew, Neville Marriner, Charles Dutoit, Marin Alsop, Christoph Eschenbach, Wladimir Fedossejew, Claus Peter Flor und Kirill Petrenko.[5][6]
Unter den Solisten befanden sich unter anderem David Oistrach, Swjatoslaw Richter, Emil Gilels, Claudio Arrau, Mstislaw Rostropowitsch, Alexis Weissenberg, Gidon Kremer, Maxim Vengerov, Julian Rachlin, Sarah Chang, Joshua Bell, Martha Argerich, Maria João Pires, Michail Pletnjow, Ivo Pogorelić, Mischa Maisky, Gautier Capuçon, Juri Baschmet, Patricia Kopatchinskaja und Viktoria Mullova. Auch der Komponist Dmitri Schostakowitsch trat gemeinsam mit dem Orchester auf.
Zu den Sängerinnen und Sängern, die mit dem Orchester konzertierten, zählen Plácido Domingo, José Carreras, Jonas Kaufmann, Juan Diego Flórez, Rolando Villazón, Roberto Alagna, Bryn Terfel, Thomas Hampson, Sherrill Milnes, Nicolai Ghiaurov, Raina Kabaivanska, Ghena Dimitrova, Anna Tomowa-Sintow, Anna Netrebko, Angela Gheorghiu, Sonya Yoncheva, Elīna Garanča, Vesselina Kasarova und Krassimira Stoyanova.[7]
Internationale Präsenz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den vergangenen Jahren gastierte die Sofia Philharmonie in zahlreichen bedeutenden europäischen Konzerthäusern, darunter im Musikverein und im Wiener Konzerthaus, in der Berliner Philharmonie, im Palais des Beaux-Arts in Brüssel, im Concertgebouw Amsterdam sowie in der Liederhalle Stuttgart.
Im Dezember 2019 trat das Orchester unter Nayden Todorov im Großen Saal des Wiener Musikvereins auf. Auf dem Programm standen Werke von Pancho Wladigerow, Igor Strawinsky und Antonín Dvořák.[8]
Im Januar 2018 gestaltete das Orchester das Eröffnungskonzert der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft im Bozar in Brüssel unter der Leitung Todorovs mit der Sopranistin Sonya Yoncheva.[9]
2022 sowie erneut im April 2026 gastierte die Sofia Philharmonie in der Berliner Philharmonie.[10]
Im Januar 2026 trat das Orchester mit Sonya Yoncheva im Théâtre des Champs-Élysées in Paris auf.[11]
Im Juni 2026 dirigierte Kirill Petrenko das Orchester als Gastdirigent in der Bulgarien-Saal in Sofia.[12]
Darüber hinaus wirkte die Sofia Philharmonie an Crossover- und Tourneeprojekten mit Künstlern wie Sting und Robin Gibb mit. 2019 führte sie auf einer China-Tournee die Konzertfassung von Star Wars: A New Hope in Zusammenarbeit mit Disney auf.[13]
Diskographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sofia Philharmonie nahm für verschiedene bulgarische Tonträgerfirmen sowie international für Capriccio auf. In den 2010er Jahren entstanden Einspielungen für Red Bus Classical und Timpani. Seit 2020 veröffentlicht das Orchester Aufnahmen bei Naxos Records, darunter Operetten von Johann Strauss II. sowie Ballette von Adolphe Adam.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Sofia Philharmonie wurde mehrfach mit bedeutenden bulgarischen Kulturpreisen ausgezeichnet, darunter „Musiker des Jahres“, „Goldene Leier“, „Kristallene Leier“ sowie das Ehrenzeichen des Präsidenten der Republik Bulgarien.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Sofia Philharmonic: A Historic Orchestra, in Its Prime. In: Gramophone. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: AllMusic. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: Krannert Center for the Performing Arts. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bachtrack. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Kirill Petrenko Presents – Sofia Philharmonic Orchestra, Bulgaria Hall, 4 June 2026. Bachtrack, abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Kirill Petrenko, Ekaterine Buachidze, Gidon Kremer, Neeme Järvi, Christoph Eschenbach and René Pape join the Sofia Philharmonic's spring season. BTA, 1. Dezember 2025, abgerufen am 2. Juni 2026 (bulgarisch).
- ↑ Singers who have performed with the Sofia Philharmonic. Gramophone, abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra, Musikverein Vienna, 5 December 2019. In: ViennaConcerts. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bozar. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Sofia Philharmonic Orchestra – Konzertkalender. In: Berliner Philharmoniker. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Les Grandes Voix / Les Grands Solistes 2025–26 Season. In: OperaWire. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Kirill Petrenko Presents – Sofia Philharmonic Orchestra. In: Bachtrack. Abgerufen am 2. Juni 2026.
- ↑ Ten Minutes of Applause for the Sofia Philharmonic in Shanghai. In: Novinite. Abgerufen am 2. Juni 2026.