Sesotho
| Sesotho Südliches Sotho | ||||
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Gesprochen in |
Republik Südafrika und Lesotho | |||
| Sprecher | 6 Millionen | |||
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||||
| Amtssprache in | Republik Südafrika und Lesotho | |||
| Sprachcodes | ||||
| ISO 639-1 | st | |||
| ISO 639-2 | sot | |||
| ISO 639-3 | sot[1] | |||
| Nummer | Singular | Plural | Beispiele | Übersetzung |
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| 1 | mo- | ba- | motho, batho | Mensch, Menschen |
| 2 | mo- | me- | moriri, meriri | Haar, Haare |
| 3 | le- | ma- | lekhooa, makhooa | Weißer, Weiße |
| 4 | se- | li- | sefate, lifate | Baum, Bäume |
| 5 | (ohne Präfix) | li- | khomo, likhomo | Rind, Rinder |
| 6 | bo- | ma- | bosiu, masiu | Nacht, Nächte |
| 7 | ho | entfällt | ho ja | das Essen |
Bei einigen Personenbezeichnungen, wie ntate, Vater, und ausi, Schwester, werden die Pluralformen durch das Präfix bo- gebildet. Diese Formen werden wie der erste Fall dekliniert, also bo-ntate ba ja nama, die Väter essen Fleisch.
Adjektive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Adjektive werden prinzipiell analog zu den Substantiven gebildet. Bei den Formen mit li- und ohne Präfix wird aber die Grundform des Adjektivs verwendet, zum Beispiel sefate se seholo, der große Baum, likhomo tse kholo, die großen Rinder.
Verben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Infinitiv wird mit ho gebildet, analog zum Englischen to. Als Beispiel wird ho rata, lieben, mögen, verwendet. Die Konjugation ist für alle Personen (auch Singular und Plural) gleich.
- Das Präsens wird aus dem Pronomen und dem Infinitiv (ohne ho) gebildet: kea rata, ua rata, ich liebe, du liebst
- Das Imperfekt wird bei vielen Verben mit der Endung ile gebildet, also: ke ratile, u ratile, ich liebte, du liebtest.
Andere Imperfektformen enden auf etse, itse oder tse, zum Beispiel ke khathetse, ich ermüdete, eigentlich aber: ich bin müde.
Eine weitere Imperfekt-Form wird so gebildet: ke ile ka rata, u ile ka rata, ich liebte, du liebtest.
- Das Futur wird durch Hinzufügen von tla (eigentlich: kommen) gebildet: ke tla rata, u tla rata, ich werde lieben, du wirst lieben.
- Daneben gibt es weitere Zeiten, zum Beispiel ke il’o rata, u il’o rata, ich werde demnächst lieben, du wirst demnächst lieben.
- Passivformen werden mit der Endung -uoa gebildet, also ke ratuoa, u ratuoa, ich werde geliebt, du wirst geliebt.
- Zur Verneinung wird ha vor den Ausdruck gesetzt und die Verb-Endung im Präsens zu -e verändert: ha ke rate, ha u rate, ich liebe nicht, du liebst nicht.
- Der Imperativ wird aus dem Infinitiv (ohne ho) gebildet (rata!, liebe!) Der Plural wird durch Anhängen von ’ng gebildet, also rata’ng, liebt!. Es gibt aber einige Ausnahmen und Varianten. So ist mphe!, gib mir (bitte), etwas höflicher als mpha!, gib mir (von ho fa, geben).
Eine Besonderheit sind verwandte Verben mit unterschiedlichen Bedeutungen. Beispiel:
- ho bona, sehen
- ho bonana, sich gegenseitig sehen (im Sinne von: sich treffen)
- ho ipona, sich selber sehen (im Sinne von: eitel sein)
Eine weitere Besonderheit sind Doppelverben. ho feta heißt vorbeigehen, während ho feta-feta häufig vorbeigehen heißt.
Sonstige Wörter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Personalpronomen sind ke, u, o im Singular und re, le, ba im Plural. Diese Pronomen werden nur auf Menschen bezogen. Es gibt sie aber auch in einer bestimmten Form, wie im Französischen und Italienischen. Dann lauten sie ′na (mit langem n), uena, eena, rona, lona und bona.
Viele Fragewörter enden auf ng, wie mang?, wer, neng?, wann, und hobaneng?, warum. Ein Charakteristikum ist die Konstruktion von zwei Fragewörtern, die mit kapa, oder, verbunden werden: mang kapa mang, irgendwer, neng kapa neng, irgendwann.
Wortschatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die meisten Wörter entstammen den Bantu-Sprachen. So gibt es Ähnlichkeiten bis zum Swahili, das in Ostafrika gesprochen wird. Ha ho na mathata im Sesotho heißt auf Swahili hakuna matata, auf Deutsch: es gibt keine Probleme. Darüber hinaus gibt es im Sesotho etliche europäische sowie Afrikaans-Lehnwörter wie katse (Katze), buka (Buch), fotobolo (Fußball), sekolo (Schule), baesekele (Fahrrad, von bicycle). Man bemüht sich, moderne technische Ausdrücke aus dem Englischen ins Sesotho zu übertragen, zum Beispiel junifesithi für university bzw. Universität. Oft werden diese Ausdrücke, wie auch die Zahlwörter, auf Englisch in das normale Gespräch eingeflochten. Wörter und Ortsnamen mit Klicklauten sind durch die San-Sprachen beeinflusst.
Textbeispiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Lebitso la hau u mang? Name von du ist wer? (Eigentlich: Wie heißt du?)
- Morena e moholo o ea toropong ka bese. Der alte Häuptling fährt mit dem Bus (bese) in die Stadt.
- Bana ba sekolo ba rata lipalo. Die Schulkinder mögen Zahlen (das heißt: das Fach Mathematik).
- Ak’u mphe liapole tse five. Gib mir bitte fünf Äpfel.
- Paqama ke u qoqele moqoqo o qabolang. Ke tla o qalo qalong ke o qetelle qetellong. Ke tla o qala ka Qabane oa Quthing, ke o qetelle ka Nqoko oa Qoqolosing. Leg dich auf dein Gesicht – ich erzähle dir eine lustige Unterhaltung (das heißt: Geschichte). Ich werde sie am Anfang beginnen und am Schluss beenden. Ich werde sie mit Qabane aus Quthing beginnen und mit Nqoko aus Qoqolosing beenden. (Hierbei handelt es sich um einen Zungenbrecher mit vielen Klicklauten. Im Allgemeinen gibt es nur wenige solcher Wörter im Sesotho.)
- Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1 (südafrikanisches Sesotho):
- Batho bohle ba tswetswe ba lokolohile mme ba lekana ka botho le ditokelo. Ba tswetswe le monahano le letswalo mme ba tlamehile ho phedisana le ba bang ka moya wa boena.
- Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sesotho-Website (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Sotho, Southern Language (SOT) – L1 & L2 Speakers, Status, Map, Endangered Level & Official Use | Ethnologue Free. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Institute of Race Relations: South Africa Survey 2017. Johannesburg 2017, S. 74



