Sericodon
| Sericodon | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Zahn (A) und Unterkiefer (B) von Sericodon jugleri. Maßstabsleisten 1 (A) bzw. 5 cm (B). | ||||||||||||
| Zeitliches Auftreten | ||||||||||||
| Oberjura (oberes Kimmeridgium bis unteres Tithonium) | ||||||||||||
| 154,8 bis 143,1 Mio. Jahre | ||||||||||||
| Fundorte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Sericodon | ||||||||||||
| von Meyer, 1845 | ||||||||||||
| Arten | ||||||||||||
| ||||||||||||
Sericodon (von lat. sericus = "Seide" und altgr. dónti = "Zahn") ist eine Gattung ausgestorbener Meereskrokodile aus dem Oberjura von Europa. Die einzige bekannte Art ist Sericodon jugleri.[1] Letztere ist benannt nach dem hannoveranischen Oberbergrat Friedrich Ludwig Christian Jugler.[2]
Beschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zähne von Sericodon jugleri sind schlank und oval im Querschnitt. Schneidekanten fehlen. Die Leisten im Zahnschmelz sind fein und geben den Zahnkronen einen samtartigen Glanz. Charakteristisch ist der glatte Zahnschmelz an der Spitze der Kronen.[2]
Davon ausgehend, dass sich die vollständigeren Funde aus der Schweiz (siehe Forschungsgeschichte) ebenfalls der Art zuordnen lassen, lässt sich Sericodon jugleri von anderen Teleosauroidea unter anderem durch Merkmale des Gaumens, der Rumpfrippen, des Oberschenkelknochens und der Form der Nasenöffnungen unterscheiden.[1]
Forschungsgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sericodon wurde erstmals von Hermann von Meyer im Jahr 1845 benannt.[3] Grundlage waren Zähne aus dem Oberjura des Lindener Bergs, in denen von Meyer Unterschiede zu anderen Zähnen aus den dortigen Schichten (wahrscheinlich von Machimosaurus) erkannte. Mögliche Sericodon-Zähne kämen laut von Meyer außerdem im "Portlandium" von Solothurn vor.[2] Der Verbleib der von von Meyer beschriebenen Zähne ist nicht bekannt.[1]
Sericodon jugleri wurde zwischenzeitlich in die Gattung Steneosaurus gestellt.[4] Da sich diese Gattung aber als ein sogenanntes Papierkorb-Taxon herausgestellt hat, wird für die Art mit Sericodon wieder eine eigene Gattung favorisiert.[1]
Vollständigere Meereskrokodilfunde aus dem Kimmeridgium in der Nähe des schweizerischen Courtedoux lassen sich wohl ebenso Sericodon jugleri zuordnen.[5] Da die ursprünglichen Zähne von Hannover fehlen, könnte eines dieser neuen Exemplare als Lectotypus der Art fungieren.[1]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sericodon wird innerhalb der Thalattosuchia der Familie Teleosauridae zugeordnet. Innerhalb dieser ist die Gattung Teil der Tribus Aeolodontini. Die Schwestergattung ist Bathysuchus.
Kladogramm nach Young et al. (2024):[6]
| Teleosauroidea |
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Paläoökologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sericodon wird gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Aeolodontini (namentlich Aeolodon und Bathysuchus) als Generalist interpretiert, der mehr an eine pelagische Lebensweise angepasst war als die meisten anderen Teleosauroidea.[1]
Referenzen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 Johnson, M. M., Young, M. T., & Brusatte, S. L. (2020). The phylogenetics of Teleosauroidea (Crocodylomorpha, Thalattosuchia) and implications for their ecology and evolution. PeerJ, 8, e9808. doi:10.7717/peerj.9808
- 1 2 3 Von Meyer, H. (1845). Mittheilungen an Prof. Bronn gerichtet, Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefakten-Kunde, 308–312.
- ↑ Von Meyer, H. (1845). System der fossilen Saurier. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefakten-Kunde, 278–285.
- ↑ Karl, H. V., Gröning, E., Brauckmann, C., Schwarz, D., & Knötschke, N. (2006). The Late Jurassic crocodiles of the Langenberg near Oker, Lower Saxony (Germany), and description of related materials (with remarks on the history of quarrying the “Langenberg Limestone” and “Obernkirchen Sandstone”). Clausthaler Geowissenschaften, 5, 59–77.
- ↑ Schaefer, K., Püntener, C., Billon-Bruyat, J.-P. (2018). Vertébrés mésozoïques: crocodiliens (Catalogues dupatrimoine paléontologique jurassien—A16). Office de la culture - Paléontologie A16, Porrentruy, 183 Seiten.
- ↑ Young, M. T., Wilberg, E. W., Johnson, M. M., Herrera, Y., de Andrade, M. B., Brignon, A., Sachs, S., Abel, P., Foffa, D., Fernàndez, M. S., Vignaud, P., Cowgill, T., & Brusatte, S. L. (2024). The history, systematics, and nomenclature of Thalattosuchia (Archosauria: Crocodylomorpha). Zoological Journal of the Linnean Society, 200(2), 547–617. doi:10.1093/zoolinnean/zlad165