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Seloi Craic

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Seloi Craic
Überflutete Reisfelder am Lago Seloi in der Regenzeit.
Daten
Fläche 43,36 km²[1]
Einwohnerzahl 4.352 (2025)[2]
Chefe de Suco Silvestre Pinto Monteiro
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Casamou 559
Colihoho 284
Fatumane 176
Faularan 411
Halalmeta 331
Leobraudu 43
Lio 398
Raicoalefa 454
Tabulasi 412
Talifurleu 517
Der Suco Seloi Craic
Lio (Osttimor)
Lio (Osttimor)
Lio
Koordinaten:  43′ S, 125° 31′ O

Seloi Craic (Seloi Kraik, deutsch „Unter-Seloi“) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Aileu (Gemeinde Aileu). Der Name Seloi stammt aus dem Mambai und bedeutet „wählen“, im Sinne von nur das Gute auswählen.[3]

Seloi Craic
Orte Position[4] Höhe
Aibitikeou  41′ 36″ S, 125° 32′ 19″ O 1110 m
Aimera Hun  43′ 47″ S, 125° 28′ 55″ O 989 m
Casamou  43′ 8″ S, 125° 31′ 23″ O 1102 m
Colihoho  41′ 57″ S, 125° 31′ 46″ O 1104 m
Darhai  41′ 11″ S, 125° 32′ 41″ O 1129 m
Ericoalefa  41′ 16″ S, 125° 32′ 57″ O 1128 m
Fateran  40′ 38″ S, 125° 32′ 39″ O 902 m
Fatumane  41′ 1″ S, 125° 31′ 29″ O 975 m
Halalmeta  43′ 43″ S, 125° 29′ 6″ O 1112 m
Lebidodon  42′ 21″ S, 125° 29′ 22″ O 1084 m
Lebutun  43′ 19″ S, 125° 29′ 39″ O 1002 m
Lidulalan  41′ 58″ S, 125° 32′ 18″ O 1102 m
Lio  42′ 39″ S, 125° 31′ 15″ O 1103 m
Lumluli  42′ 33″ S, 125° 29′ 44″ O 1149 m
Mautobalau  42′ 47″ S, 125° 29′ 22″ O 1130 m
Poalete  43′ 42″ S, 125° 29′ 0″ O 999 m
Sarlala  40′ 26″ S, 125° 33′ 3″ O 1123 m
Siliboro  42′ 18″ S, 125° 31′ 35″ O 1097 m
Solerema  39′ 29″ S, 125° 33′ 37″ O 1261 m
Tabulasi  43′ 6″ S, 125° 29′ 26″ O 1037 m
Name unbekannt (1)  42′ 57″ S, 125° 28′ 4″ O 860 m
Name unbekannt (2)  43′ 13″ S, 125° 27′ 14″ O 729 m
Name unbekannt (3)  42′ 39″ S, 125° 27′ 50″ O 774 m

Seloi Craic liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Aileu. Südlich liegt der Suco Hoholau, südlich der Suco Hurai-Raco, südöstlich der Suco Seloi Malere und östlich der Suco Aissirimou. Im Norden grenzt Seloi Craic an das Verwaltungsamt Laulara mit seinen Sucos Madabeno, Tohumeta und Fatisi und im Westen an die Gemeinde Ermera mit ihren Sucos Samalete, Railaco Leten, Railaco Craic, Fatuquero (Verwaltungsamt Railaco) und Lauala (Verwaltungsamt Ermera).[5] Einem Teil der Grenze zu Railaco Craic folgt der Fluss Aileu, der an der Grenze zu Fatisi in den Fluss Gleno mündet. Der Gleno fließt entlang der Grenze zu Lauala. Die Flüsse gehören zum System des Lóis.[6] Seloi Craic hat eine Fläche von 43,36 km².[1] Der Suco teilt sich in die zehn Aldeias Casamou (Casemu), Colihoho, Fatumane, Faularan, Halalmeta, Leobraudu (Leubraudo), Lio, Raicoalefa (Rekoalepa, Raecoalefa) und Tabulasi, Talifurleu.[7]

Im Norden treffen drei Überlandstraßen beim Dorf Darhai aufeinander. An der Straße nach Dili liegt der Ort Sarlala und etwas westlich das Dorf Fateran. An der Straße nach Gleno befinden sich die Orte Aibitikeou und Lidulalan. Die Straße nach Maubisse verlässt den Suco nach Seloi Malere in Richtung Süden. Im Zentrum von Seloi Craic liegen die Dörfer Siliboro, Casamou und Lio, dazwischen entsteht in der Regenzeit ein temporärer See, der Lago Seloi (Seloi-See). Im äußersten Südwesten befinden sich die Orte Tabulasi, Mautobalau, Halalmeta und Aimera Hun.[5]

Grundschulen gibt es in Halameta, Lio, Sarlala, Tabulasi und Talifurleu. Lio hat eine medizinische Station.[5]

2025 lebten im Suco 4.352 Einwohner[2] (Zensus 2022: 4.186),[8] davon waren 2.311 Männer und 2.041 Frauen.[2] Im Suco gibt es 1.033 Haushalte.[2]

Über 72 % der Einwohner geben Tetum Prasa als ihre Muttersprache an. Über 26 % sprechen Mambai und eine Minderheit Tetum Terik.[9]

Historische Aldeias während der Kolonialzeit heute gehörend zum Suco
Hularema Seloi Malere
Riheun Seloi Malere
Leobraudu (Leubraudo) Seloi Craic
Faularan Seloi Craic
Raicoalefa (Raecoalefa) Seloi Craic
Kermanu Seloi Craic
Raekukunarun Seloi Craic
Urhein Seloi Craic
Fatlau Seloi Craic
Sloi Seloi Craic
Casamou Seloi Craic
Koulolo Seloi Craic
Cotbauru (Kotbauru) Seloi Malere
Taratihi (Tartihi) Hurai-Raco
Hurai-Raco Hurai-Raco
Tabulasi Seloi Craic
Fatumane Seloi Craic
Colihoho Seloi Craic
Malani Seloi Craic
Hatuhei Hurai-Raco

Die Lian Nain erzählen die Legende, dass einst eine Frau aus ihrer Heimat vertrieben wurde Auf ihrer Flucht flocht sie Körbe (tetum: Lohu).

Laut der mündlichen Überlieferung der Lia Nain wurde eine Frau aus ihrer Heimat vertrieben. Auf ihrer Flucht flocht sie Körbe (tetum lohu) Im Gebiet des heutigen Sucos angekommen wählte sie die letzten Materialien, um ihr Werk zu vollenden (daher „Seloi“ oder „Sloi“). Nachdem sie die gesamte Ernte eingebracht hatte, starb sie.[3]

Noch in der Kolonialzeit war Seloi, neben Liurai und Fatubossa, einer der drei Sucos, aus denen der Subdistrikt (heute Verwaltungsamt) Aileu bestand. Die traditionellen Dorfchefs unterstanden dem Herrscher von Aileu, der aus Liurai stammt. Zu Liurai gehörten auch die heiligen Stätten in Hoholau (heute ein eigener Suco) und Raimanso. Zu Seloi gehörten damals 20 Aldeias. Unter den Portugiesen entstand in Casamou die erste Schule, die heute ein Kindergarten ist.[3]

1979 wurde unter den indonesischen Besatzern der Suco Seloi Craictornou gegründet, mit Sitz in Casamou. 1981 wurde der Suco Teil des Subdistrikts Laulara und der Verwaltungssitz nach Laulara verlegt. Bereits 1980 wurde der Suco Seloi Malere aus den Aldeias Cotbauru, Taratihi und Hurai-Raco geschaffen. Die bei Seloi Craic verbliebenen Aldeias wurden zu fünf Rukun Tetangga zusammengefasst: Casamou, Lio, Colihoho, Sarlala und Tabulasi. Erst nach dem Abzug der Indonesier 1999 wurde der Suco wieder in zehn Aldeias aufgeteilt und Seloi Craic kam wieder zum Subdistrikt Aileu.[3]

In Seloi Craic gibt es 50 Uma Lulik (deutsch Heiliges Haus), Reliquienhäuser der verschiedenen Clans, die neben den christlichen Kirchen und Kapellen als spirituelles Zentrum dienen. Zu besonderen Anlässen treffen sich die Familienmitglieder an ihrem Uma Lulik für Feierlichkeiten und Zeremonien.[3]

Am Ende der Kolonialzeit war Silvestre Martins der Chefe de Suco. 1979 wurde José Xavier zum Chefe de Suco des neuen Sucos Seloi Craictornou ernannt. Sein Stellvertreter war Tomas Mendonça.[3]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Manuel Quintão zum Chefe de Suco gewählt.[10] Bei den Wahlen 2009 gewann José Domingos Pica[11] und 2016 Gabriel Mendonҫa.[12] Er wurde 2023 wiedergewählt,[13] später aber von Silvestre Pinto Monteiro abgelöst.[14]

  • Afonso Sarmento Mendonça, Evangelita Lobato Baptista, Vicente Paulino, Céu Baptista: Apontamento etnográfico do suco de Seloi Craic Manehat, RECA, 2025
Commons: Seloi Craic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015 (Memento vom 23. September 2019 im Internet Archive).
  2. 1 2 3 4 Gemeinde Aileu: Aileu Vila, abgerufen am 27. Mai 2026.
  3. 1 2 3 4 5 6 Afonso Sarmento Mendonça, Evangelita Lobato Baptista, Vicente Paulino, Céu Baptista: Apontamento etnográfico do suco de Seloi Craic Manehat. Hrsg.: RECA. 2025 (portugiesisch, researchgate.net).
  4. Atlanten der zwölf Gemeinden und der Sonderverwaltungsregion Osttimors, Stand 2019 (Memento vom 17. Januar 2021 im Internet Archive) (Direcção-Geral de Estatística DGE).
  5. 1 2 3 Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Aileu (Memento vom 25. August 2021 im Internet Archive).
  6. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  7. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  8. Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Seloi Craic (tetum; PDF; 8,3 MB)
  10. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 – Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  12. Lista Naran Xefe Suku Eleito 2016, 2. Dezember 2016. (Memento vom 14. August 2021 im Internet Archive)
  13. Portal Municipal Aileu: Posto Administrativo Aileu, abgerufen am 1. März 2025.
  14. Gemeinde Aileu: Membru konselhu konsultivu, abgerufen am 27. Mai 2026.