Seegräben
| Seegräben | |||
|---|---|---|---|
| Staat: | |||
| Kanton: | |||
| Bezirk: | Hinwil | ||
| BFS-Nr.: | 0119 | ||
| Postleitzahl: | 8607 Aathal-Seegräben | ||
| Koordinaten: | 700774 / 244495 | ||
| Höhe: | 536 m ü. M. | ||
| Höhenbereich: | 496–583 m ü. M.[1] | ||
| Fläche: | 3,77 km²[2] | ||
| Einwohner: | 1460 (31. Dezember 2024)[3] | ||
| Einwohnerdichte: | 324 Einw. pro km² | ||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 16,0 % (31. Dezember 2024)[4] | ||
| Gemeindepräsident: | Marco Pezzatti (FDP) | ||
| Website: | www.seegraeben.ch | ||
und das Robenhausener Ried auf Seegräben | |||
| Lage der Gemeinde | |||
| Mitglieder des Seegräber Gemeinderats (2022–2026) | |||
|---|---|---|---|
| Name | Amtsantritt | Ressort | Partei |
| Marco Pezzatti | 2010 / 2014 | Gemeindepräsident/Präsidiales und Tiefbau & Planung | FDP |
| Michael Berchtold | 2010 | Sicherheit | parteilos |
| Markus Frischknecht | 2022 | Bildung (Schulpräsident) | parteilos |
| Katharina Hefti | 2010 | Gesellschaft & Gesundheit | parteilos |
| Reto Gasser | 2018 | Hochbau & Kommunikation | SVP |
| Nicole Fuchs | 2015 | Soziales | parteilos |
| Patrik Jenal | 2022 | Finanzen & Umwelt | SVP |
Kantonsratswahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Kantonsratswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Seegräben: SVP 33,28 %, FDP 18,76 %, Grüne 14,56 %, glp 11,16 %, SP 10,2 %, EVP 5,02 %, CVP 2,07 %, BDP 1,85 %, EDU 1,75 %, AL 1,36 %.
Nationalratswahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Seegräben: SVP 43,93 % (+9,52), glp 12,18 % (−0,14), Grüne 10,08 % (−5,83), Mitte 8,33 % (+3,65), FDP 8,32 % (−3,41), SP 7,20 % (−6,01), EVP 3,95 % (−0,33), EDU 1,58 (+0,20).[9]
Wirtschaft
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Im 19. Jahrhundert sorgte die Textilindustrie im Aathal für einen wirtschaftlichen Aufschwung. In jener Zeit wandelte sich die Gemeinde von einem Bauerndorf zu einem wichtigen Industriestandort. Die Landwirtschaft verlor gegenüber der industriellen Produktion an Bedeutung.
Heute ist die Gemeinde vor allem als Wohngemeinde geschätzt, die über eine gute Verkehrsanbindung an das Schienennetz und das kantonale Strassennetz nach Zürich verfügt. Die S-Bahn Zürich bedient die Station Aathal mit der S 14 Affoltern a. A. – Altstetten – Zürich HB – Oerlikon – Wallisellen – Hinwil . Ab dem Jahr 2020 läuft ein Pilotversuch der Buslinie 846 jeweils von Mai bis Oktober an den Wochenenden im Halbstundentakt zwischen Uster, Bahnhof und Seegräben, Gemeindehaus.
Durch die Schliessung der Poststelle und des bedienten Bahnhofs hat die Gemeinde jedoch einiges an Infrastruktur verloren. Im ehemaligen Industriegebiet haben sich mehrere Firmen, unter anderem ein Autohändler, Otto's und das Sauriermuseum Aathal, angesiedelt.
Die Jucker Farm AG ist eine der grössten Firmen in Seegräben. Schweizweit betreibt sie mehrere Bauernhöfe mit Hofrestaurant. Der Detailhändler Coop verkauft mehrere Produkte vom Juckerhof. Bekannt wurde der Bauernhof durch die Kürbisausstellung, die jedes Jahr stattfindet und von grossen Unternehmen wie dem Europapark gemietet wird.
Der Dorfteil Sack beherbergt das Schulheim Villa RA.
Sehenswürdigkeiten
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Bekannt ist das Sauriermuseum Aathal im gleichnamigen Dorfteil mit jährlich rund 100'000 Besuchern, es ist damit eines der meistbesuchten privaten Museen der Schweiz.. Zudem beherbergt die Gemeinde einen Abschnitt des Industriepfades Zürcher Oberland. Die Industrieanlagen in Aathal sind denkmalgeschützt und dank ihrem guten Zustand wichtige Zeugen der wirtschaftlichen Blütezeit des Zürcher Oberlandes im 19. und 20. Jahrhundert.
Das Dorfbild von Seegräben ist von überregionaler Bedeutung. Mitte November findet entlang der Dorfstrasse der Weihnachtsmarkt «Winterzauber» statt.
Im Dorfkern, direkt neben der Kirche, befindet sich der Bauernhof der Familie Jucker, auf dem ab 1998 von Ende August bis Anfang November die grösste Kürbisausstellung[10] der Schweiz stattfand. Schon 1999 sollen 300'000 Besucher alleine während der Kürbis-Saison den Hof aufgesucht haben.[11] Der Bauernhof wandelte sich laut NZZ bis ins Jahr 2022 zu einem «Selbstbedienungslokal mit Spielplatz und Streichelzoo» und beschäftigt hunderte von Mitarbeitern. Die Lokalitäten dienen auch Seminar- und Weiterbildungszwecken.[12] Im 2025 kostete der Besuch der Kürbisausstellung neu einen Wochenend-Eintrittspreis von 15 Franken an der Tageskasse und ab 10 Franken im Vorverkauf für alle Über-16-Jährigen; damit sollten, in Absprache mit der Gemeinde, die Besucherströme, welche immer wieder für ein Verkehrschaos und Diskussionen geführt hatten, besser gelenkt werden.[13]
Im Dorfteil Sack finden sich Überreste eines früheren Schutzwalls, die sogenannte Heidenburg, welche jedoch durch den geplanten Autobahnbau akut bedroht ist. Zudem wurden in Ottenhausen Funde gemacht, welche auf die Existenz eines römischen Gutshofs sowie einer römischen Strasse hindeuten, welche vermutlich im Zusammenhang mit dem Römerkastell Irgenhausen standen.
Der Pfäffikersee, an welchem Seegräben liegt, ist dank seinen national geschützten Riedgebieten ein beliebtes Ausflugsziel und Erholungsgebiet.
Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Kirche Seegräben finden regelmässig Orgelzyklen und andere Konzerte statt.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Berchtold (1844–1907), Unternehmer und Politiker
- Edwin Messikommer (1891–1983), Algenforscher
- Bruno Boesch (1911–1981), Professor für Germanistik an der Universität Freiburg i. Br.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans-Peter Bärtschi: 100 Jahre Spinnerei Streiff AG, Aathal, 1901–2001. Spinnerei Streiff AG, Aathal 2001.
- Bruno Boesch, Werner Messikommer u. a.: 200 Jahre Zehntenplan Seegräben. Seegräben 1981. Supplement: Grund Riss des Zehendens zu Seegräben so dem Amt Rütj zu dienet […] (1781).
- Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1943. DNB 365803049.
- Brunhild Hammer: Pestalozzihaus Schönenwerd der Stadt Zürich in Aathal-Seegräben. Hochbauamt, Zürich 1976.
- Edwin Messikommer: Geschichte der Gemeinde Seegräben. NZN Buchverlag, Zürich 1973.
- Werner Messikommer: 100 Jahre Turnverein Aathal-Seegräben. Jubiläumsschrift 1897–1997. Turnverein, Seegräben 1997.
- Ueli Müller: Seegräben. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Peter Niederhäuser: Kelten, Kürbisse und Klosterdorf. 800 Jahre Seegräben. Chronos Verlag, Zürich 2019.
- Hans Schöni: Bruno Boesch 1991–1981. Eine kurze Darstellung von Leben und Werk. Schulpflege, Seegräben 1995.
- Hans Schöni: Bruno Boesch und die Herausforderung der 68er Jahre. Seine Rektoratszeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. 1968–1970. Schulpflege, Seegräben 1998.
- Seegräbner Bote. Seit 1978. Erscheinungsweise monatlich.
- Markus Steinmann: Siedeln in Seegräben. Diplomarbeit. Architekturabteilung ETH Zürich, 1980.
- Natalie Streiff: Faser zu Faden, Die Produktion von Baumwollgarn in der letzten Spinnerei des Zürcher Oberlandes. Spinnerei Streiff AG, Seegräben 2010.
- G. Strickler: Geschichte der Herrschaft Grüningen umfassend die 16 Gemeinden […] Seegräben […]. Das ist die Geschichte des Zürcher Oberlandes und seiner Beziehungen zur Stadt Zürich und dem See. Orell-Füssli, Zürich 1908.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch (= Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgemein verständlicher Darstellung, betreut vom Verein Schweizerdeutsch. Band III). Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 670.
- ↑ Richard Graf: Höhlen im Zürcher Oberland. Hrsg.: Ostschweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung. Wissenschaftliche Kommission der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung, Pfungen ZH 2019, ISBN 978-3-033-07443-9, S. 73.
- ↑ Gemeindeporträt Kanton Zürich. auf: statistik.zh.ch (abgerufen am 29. März 2016).
- ↑ Provisorische Bevölkerungsdaten per Ende 2011. auf: statistik.zh.ch (abgerufen am 27. Februar 2012)
- ↑ Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
- ↑ Wie entstand die Kürbisausstellung. In: juckerfarm.ch. Abgerufen am 12. März 2024.
- ↑ Erlebnisbauer im Zürcher Oberland bekommt Staatsbesuch aus Finnland, Limmattaler Zeitung, 17. Oktober 2013
- ↑ Sogar im Bier hat's Kürbis: Wie zwei Zürcher Bauern einen serbelnden Hof in ein florierendes Business verwandelten, NZZ, 5. Mai 2020
- ↑ Moritz Hegglin: Juckerhof verlangt neu bis zu 15 Franken Eintritt, Tages-Anzeiger, 4. September 2025, S. 19



