Sarnen
| Sarnen | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Staat: | ||||||||
| Kanton: | ||||||||
| Bezirk: | keine Bezirkseinteilung | |||||||
| BFS-Nr.: | 1407 | |||||||
| Postleitzahl: | 6056 Kägiswil 6060 Sarnen 6062 Wilen 6063 Stalden | |||||||
| UN/LOCODE: | CH SNN | |||||||
| Koordinaten: | 661499 / 194193 | |||||||
| Höhe: | 471 m ü. M. | |||||||
| Höhenbereich: | 459–2040 m ü. M.[1] | |||||||
| Fläche: | 73,12 km²[2] | |||||||
| Einwohner: | 10'862 (31. Dezember 2024)[3] | |||||||
| Einwohnerdichte: | 149 Einw. pro km² | |||||||
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 17,7 % (31. Dezember 2023)[4] | |||||||
| Gemeindepräsident: | Jürg Berlinger (CVP) | |||||||
| Website: | www.sarnen.ch | |||||||
Pfarrkirche St. Peter und Paul und darüber Ramersberg Blick vom Sarnersee auf die südwestlichen Dorfteile: Goldmattquartier, Pfarrkirche St. Peter und Paul und darüber Ramersberg | ||||||||
| Lage der Gemeinde | ||||||||
| Alter | 0–6 Jahre | 7–15 Jahre | 16–19 Jahre | 20–29 Jahre | 30–44 Jahre | 45–59 Jahre | 60–79 Jahre | ≥ 80 Jahre |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | 688 | 846 | 410 | 1200 | 1936 | 2392 | 2342 | 554 |
| Anteil | 6,64 % | 8,16 % | 3,95 % | 11,57 % | 18,67 % | 23,07 % | 22,59 % | 5,34 % |
| Bemerkungen | Junge Menschen: 18,75 % | Größte Altersgruppe | Senioren: 27,93 % | |||||
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Kantonsspital Obwalden beschäftigt 440 Mitarbeiter. Weitere grosse Arbeitgeber sind die Leister-Gruppe in Kägiswil und die Obwaldner Kantonalbank. Ebenso haben die Nahrungsmittelkonzerne Nahrin und Saguna in Sarnen ihre Hauptsitze, und auch die Sika AG hat in Sarnen einen Produktionsstandort.
In Sarnen gab es im Jahr 2008 7140 Beschäftigte in 853 Betrieben. 5,7 % der Beschäftigten in Sarnen arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei (Sektor 1), 27,8 % in Industrie und Gewerbe (Sektor 2) und 66,6 % in Dienstleistungsunternehmen (Sektor 3). Die Arbeitslosenquote betrug 2011 0,94 %.
Im Jahr 2017 waren von den 8411 Beschäftigten 4324 männlich und 4087 weiblich. Die Zahlen für die drei Sektoren sehen wie folgt aus:
| Betriebe | Beschäftigte | Vollzeitstellen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| 1. Sektor | 144 | 11,55 % | 363 | 4,32 % | 229 | 3,59 % |
| 2. Sektor | 142 | 11,39 % | 2019 | 24,00 % | 1792 | 28,06 % |
| 3. Sektor | 961 | 77,06 % | 6029 | 71,68 % | 4365 | 68,35 % |
| Total | 1247 | 100,00 % | 8411 | 100,00 % | 1853 | 100,00 % |
| Quelle: Bundesamt für Statistik; Statistik der Unternehmensstruktur STATENT, Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Gemeinde und Wirtschaftssektoren | ||||||
Sehenswürdigkeiten
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Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind der Landenberg (ehemaliger Sitz der Vögte, vom 17. bis 20. Jahrhundert Tagungsort der Obwaldner Landsgemeinde), der Dorfplatz, das Grundacherhaus und das Historische Museum Obwalden in der ehemaligen Kaserne Sarnen.
Sehenswert ist auch der Hexenturm am linken Ufer der Sarner Aa. Er ist einer der wenigen noch erhaltenen Burgtürme aus der Entstehungszeit der Eidgenossenschaft und steht unter Denkmalschutz des Innerschweizer Heimatschutzes. Er wurde vor 1291 erbaut und kam etwa 1308 nach gewaltfreier Einnahme in den Besitz des Landes Obwalden. In der Folgezeit diente er als Gefängnis, Verhörkammer, Schatzturm, Archiv und Museum. Heute ist in dem Turm das Obwaldner Staatsarchiv untergebracht, zu dem auch das Weisse Buch von Sarnen gehört. Im Jahr 2009 wurde eine neue selbsttragende Stahltreppe angebaut.[19]
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul im Dorfteil Kirchhofen ist ein geschlossenes, spätbarockes Bauwerk, das mit seiner Lage oberhalb des Sees weit in die Umgebung ausstrahlt. Es steht als Kulturgut von nationaler Bedeutung unter Denkmalschutz. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht die Kollegiumskirche St. Martin, die in ihrer Formensprache an die Arbeiten des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier erinnert. Das Frauenklosters St. Andreas stellt mit dem um 1360 entstandenen Sarner Jesuskind ein Wallfahrtsort dar. Zudem gehört die Sammlung und Musikaliensammlung des Klosters zu den Kulturgütern von nationaler Bedeutung.
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Landenberg
- Hexenturm
- Pfarrkirche St. Peter und Paul
- Dorfplatz
- Dorfplatz 11 & 12
- Sarnen am Sarnersee um 1900
- Schifffahrt auf dem Sarnersee
Kultur und Bildung
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Sarnen ist bekannt für seine traditionelle Musik. Im Sommer gibt es ein kleines Musikfestival, das HUIS Festival. Die Kantonsbibliothek Obwalden mit einem bedeutenden historischen Buchbestand[20] ist in dem denkmalgeschützten Grundacherhaus untergebracht.
Sarnen ist der Sitz der Kantonsschule Obwalden, des Berufs- und Weiterbildungszentrums Obwalden,[21] der Höheren Fachschule Medizintechnik,[22] der Schule Sarnen[23] (Kindergarten, Primarschule und Sekundarschule/Integrierte Orientierungsschule), zweier Privatschulen und des Freizeitzentrums Obwalden.[24]
Verkehr
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Sarnen ist durch die zwei Vollanschlüsse Sarnen-Süd und Sarnen-Nord an die Autostrasse A8 gut erschlossen. Die Fahrzeit nach Luzern beträgt rund 20 Minuten. Die Kantonsstrasse Luzern–Interlaken führt mitten durchs Dorf.
Der Bahnhof Sarnen an der Brünigbahnlinie der Zentralbahn ermöglicht es seit 1888,[25] die Ortschaft auf dem Schienenweg zu erreichen. Seit 2016 besteht mit Sarnen-Nord eine weitere Haltestelle der Zentralbahn auf dem Gemeindegebiet. Busverbindungen mit Postautolinien führen nach Alpnach-Dorf, Kerns–Melchtal–Stöckalp, Sachseln–Flüeli-Ranft, Wilen/Oberwilen sowie auf den Glaubenberg. Auf dem Sarnersee verkehrt im Sommer das Kursschiff Seestern, das von Sarnen aus alle Orte rund um den Sarnersee anfährt.
Im Ortsteil Kägiswil befindet sich der Flugplatz Kägiswil.
Zur historischen Verkehrssituation von Sarnen siehe die Angaben beim Kanton Obwalden.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erste und einzige Ehrenbürgerin von Sarnen ist seit Mai 2019 alt Bundesrätin Doris Leuthard.[26]
Söhne und Töchter der Gemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Niklaus von Flüe (1598–1649), Theologe und Abt des Klosters Wettingen, Urenkel von Bruder Klaus
- Johann Just Ignaz Imfeld (1691–1765), Obwaldner Magistrat
- Nikolaus II. Imfeld (1694–1773), der 45. Abt der Benediktinerabtei Einsiedeln
- Theodor Wirz (1842–1901), Politiker
- Peter Anton Ming (1851–1924), Nationalrat, Landammann, Richter und Arzt
- Xaver Imfeld (1853–1909), Ingenieur-Topograf
- Lukas Etlin (1864–1927), Benediktinerpater
- Alois Stockmann (1872–1950), Jesuit und Literaturwissenschaftler
- Rosalie Küchler-Ming (1882–1946), Heimatschriftstellerin
- Alois Röthlin (1882–1957), Komponist, Organist und Politiker
- Hugo Müller (1893–1975), römisch-katholischer Geistlicher, Theologe, Onomastiker und Hochschullehrer
- Hugo Imfeld (1916–1993), Bildhauer, Reliefkünstler, Grafiker und Zeichner
- Jost Dillier (1921–2016), Politiker (CVP)
- Josef Pfammatter (1926–2007), römisch-katholischer Theologe
- Karl Imfeld (1931–2020), Kernser Pfarrer, Mundartforscher, Volkskundler, Schriftsteller und Hörspielautor
- Ruedi Rymann (1933–2008), Jodler, Sänger und Komponist
- Franz Bucher (* 1940), bildender Künstler
- Angelo Garovi (* 1944), Germanist, Historiker, Musikwissenschafter und Komponist
- Geri Dillier (* 1949), Hörspiel-Regisseur, Hörfunk-Redaktor, Dramaturg und Kulturförderer
- Hannes Britschgi (* 1955), Journalist, Fernsehmoderator und Publizist
- Hanspeter Müller-Drossaart (* 1955), Schauspieler
- Karl Vogler (* 1956), Nationalrat und Rechtsanwalt
- Walter Britschgi (* 1957), Sportkletterer und Bergsteiger
- Gabriela Amgarten (* 1961), Fernsehmoderatorin und Redaktorin
- Judith Albert (* 1969), bildende Künstlerin
- Megi Zumstein (* 1973), Grafikdesignerin
- Bernadette Bürgi (* 1974), Filmproduzentin
- Jonas Omlin (* 1994), Fussballtorhüter
- Viola Calligaris (* 1996), Fussballspielerin
Andere Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Caspar Diethelm (1926–1997), Komponist und Politiker (FDP)
- Elisabeth Zurgilgen (* 1955), Schriftstellerin und Hochschuldozentin, wuchs in Sarnen auf
- Franz Beckenbauer (1945–2024), Fussballspieler und Fussballtrainer, hatte Ende der 1970er-Jahre seinen Wohnsitz in Sarnen
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um 1900 wurde in Sarnen die lebensreformerische Kuranstalt Friedenfels eröffnet.
Die von René Heim erstmals auf dem Glaubenberg bei Sarnen gefundene Nacktschnecke Sarner Schnegel (Limax sarnensis) wurde 2009 als neue Schneckenart anerkannt und nach dem Fundort benannt.[27]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Niklaus von Flüe: Sarnen – Aus 1000 Jahren Geschichte. Eigenverlag, Kerns 2012.
- Niklaus von Flüe: Sarnen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Thomas Müller: Sarnen. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): INSA Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1920. Band 8. Orell Füssli, Zürich 1996, ISBN 3-280-02410-2, S. 185–263, doi:10.5169/seals-9218 (79 S. 80 Abb., e-periodica.ch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Gemeinde Sarnen
- Bundesamt für Kultur: Sarnen im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Sarnen im Geographischen Lexikon der Schweiz, 1902.
- Kurt Messmer: Sarnen – Geschichte im Massstab 1:1 Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 3. November 2022
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2023. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2024
- ↑ Johann Jakob Egli: Nomina geographica. Sprach- und Sacherklärung von 42000 geographischen Namen aller Erdräume. Friedrich Brandstetter, 2. Auflage. Leipzig 1893, S. 817 (Sarnen).
- ↑ von Flüe 2012, S. 13
- ↑ Sarner Prozess 1591 (Protokoll), Quelle Nr. 301, Quellenwerk Bruder Klaus – Niklaus von Flüe von Werner T. Huber, abgerufen am 7. Mai 2016
- ↑ Hochwasser Obwalden 2005 (PDF, 4,7 MB) ( vom 6. November 2011 im Internet Archive) Bericht des Kantons Obwalden mit vielen Fotos
- ↑ Hochwassersituation August 2005 Hochwasserbericht von Verner Nielsen, abgerufen am 23. Januar 2012
- ↑ Seismizität der Nord- und Zentralschweiz Technischer Bericht NTB 00-05 der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle), Dezember 2000
- ↑ https://www.srf.ch/play/tv/wissen-webvideos/video/erdbebenschaeden-in-sarnen?urn=urn:srf:video:3f12ce8f-288c-49a9-a07c-0864cebeb8c3
- ↑ Erinnerungen an Erdbeben in Obwalden – Am 14. März 1964 lag das Epizentrum in Sarnen ( vom 18. März 2012 auf WebCite), Artikel der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung vom 18. März 2011. Archiviert von der originalen Online-Version am 18. März 2012.
- ↑ Expertenbericht: Erdbeben und Kulturgüter (PDF; 1,1 MB) der Arbeitsgruppe Erdbeben und Kulturgüter im Auftrag des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (BABS), Ende Dezember 2004, Seite 15 f.
- ↑ Erinnerung an die Erdbeben in Obwalden ( vom 4. Januar 2015 im Internet Archive), Artikel auf dem Nachrichtenportal von Bluewin.
- ↑ 1850–1950, vgl. Thomas Müller: Sarnen. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): INSA Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1920. Band 8. Orell Füssli, Zürich 1996, ISBN 3-280-02410-2, Bevölkerungsentwicklung, S. 192, Sp. 2, doi:10.5169/seals-9218 (e-periodica.ch).
- ↑ 1990–2000: Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden (XLS)
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geburtsort und Staatsangehörigkeit
- ↑ Quelle: Bundesamt für Statistik, Bevölkerung nach Alter Ende 2018
- ↑ Hexenturm, Sarnen ( vom 19. Oktober 2022 im Internet Archive) Seite auf dem Webangebot von Sarnen
- ↑ Eintrag Kantonsbibliothek Obwalden, Sarnen im Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz
- ↑ Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Obwalden. In: bwz-ow.ch. Abgerufen am 2. Januar 2023.
- ↑ Höhere Fachschule Medizintechnik Sarnen. In: medizintechnik-hf.ch. Abgerufen am 2. Januar 2023.
- ↑ Willkommen. In: schule-sarnen.ch. Abgerufen am 2. Januar 2023.
- ↑ Freizeitzentrum Obwalden. In: fzo.ch. Abgerufen am 2. Januar 2023.
- ↑ INSA Sarnen. Band 8, S. 226, Bahnhofplatz 1 (e-periodica.ch).
- ↑ Alt Bundesrätin Doris Leuthard ist nun doppelte Sarnerin. In: Obwaldner Zeitung, 7. Mai 2019
- ↑ Neu entdeckte Schnecke erhält Sarner Namen Neue Obwaldner Zeitung, 18. September 2009






