Samuel Scott

Samuel Scott (* um 1702 in London; † 12. Oktober 1772 in Bath) war ein englischer Marine- und Landschaftsmaler.[1]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über Samual Scotts künstlerischen Ausbildungsweg sind kaum Informationen überliefert. Er begann seine Laufbahn wohl um 1720 als Marinemaler und konnte sich mit Seestücken sowie bei der Anfertigung topografischer Karten etablieren. Auf seinen Auftragsreisen, die ihn unter anderem zu den britischen Kolonien nach Indien und Kanada führten, entstanden Gemälde berühmter Seeschlachten und namhafter Schiffe. Mit den bekannten Zeitgenossen George Lambert und William Hogarth arbeitete Scott an solchen Reiseprojekten zusammen, deren künstlerische Ergebnisse später in Zeichnungen und Stichen veröffentlicht wurden. Samual Scott lebte und arbeitete stets in London, wo er ein eigenes Atelier in Covent Garden besaß. Ab 1761 stellte er unter anderem bei der Society of Artists, der Royal Academy of Arts und der Free Society of Artists aus. Nach 1765 ließ er sich aus gesundheitlichen Gründen im englischen Kurort Bath nieder. Zu seinen namhaften Schülern zählten der Tiermaler William Sawrey Gilpin und der Landschaftsmaler William Marlow.[1]
Werk
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Samuel Scott wurde stilistisch stark von der malerischen Auffassung des Niederländers Willem van de Velde beeinflusst. Das Ergebnis sind ruhige Meeresdarstellungen, die von perlgrauen Tönen dominiert werden. Seine frühen Werke gehören zu den ersten bildlichen Überlieferungen der britischen Kolonien und fanden große Aufmerksamkeit in der englischen Gesellschaft. Besonders geschätzt wurden seine Darstellungen der Flottenaktionen während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763), wie etwa Action off the Cape of Good Hope (1757, Öl auf Leinwand, Yale Center for British Art, Hartford, Connecticut). Diese zeichnen sich durch eine farbige und dramatische Ausdrucksweise aus.[2]
Ab 1738 wandte er sich weitgehend von den Marinesujets ab und widmete sich hauptsächlich topografischen Landschafts- und Architekturdarstellungen, insbesondere verschiedenen Londoner Stadt- und Flussansichten. Werke wie An Arch of Westminster Bridge (um 1750, Öl auf Leinwand, Tate Britain, London), das häufig als sein Meisterwerk gilt, oder The Strand Shore and Westminster Bridge (um 1750, Öl auf Leinwand, Victoria and Albert Museum, London) zählen zu den bedeutendsten Beispielen dieses Schaffensabschnitts. Während Künstler wie Canaletto (der damals große Erfolge in England feierte) oder Jan Griffier II dieselben Stadtansichten in vergleichbarer Manier festhielten, gelang es Scott in besonderer Weise, die Atmosphäre der englischen Landschaft einzufangen. Samuel Scott hatte eine ähnliche Bedeutung für London wie Canaletto für Venedig, weshalb er den Beinamen englischer Canaletto erhielt. Sein Einfluss zeigt sich in der interessanten Wahl der Blickwinkel, der Licht- und Schattenwirkung, der Luftperspektive und der reich abgestuften Farbskala. Die topografischen Darstellungen seines Spätwerks sind gekennzeichnet durch einen detailreichen und romantisierenden Blick auf seine Heimatstadt.[2]

Der Porträtmaler Thomas Hudson schuf das Bildnis Samuel Scott, Navium et Prospectum Marinorum Pictor (1731/33, Öl auf Leinwand, Tate, London) sowie eine gleichnamige Radierung (um 1731, Mezzotinto, National Maritime Museum, London). Darauf ist Scott als eleganter Künstler mit einer seiner Zeichnungen eines Flaggschiffs und einer Farbpalette zu sehen, was auf seine Profession hinweist.[2]
Werke Scotts befinden sich unter anderem in der Art Gallery Falmouth, im British Museum und in der Tate Britain sowie im Victoria and Albert Museum in London, im Metropolitan Museum of Art in New York, im Philadelphia Museum of Art und in der Huntington Library in San Marino, Kalifornien.[2]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- F. J. B. Watson: The Samuel Scott Exhibition. In: The Burlington Magazine. Bd. 93, Nr. 578, London 1951, S. 170.
- J. Hayes: Rezension. In: The Burlington Magazine. Bd. 114, Nr. 831, London 1972, S. 427–428.
- R. Kingzett: A catalogue of the works of Samuel Scott. In: The Walpole Society. Bd. 48, London 1980–1982, S. 1–134.
- Scott, Samuel. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris 2006.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 12: Rouco – Sommer. Paris 2006.
- 1 2 3 4 R. Kingzett: A catalogue of the works of Samuel Scott. In: The Walpole Society. Band 48. London 1980, S. 1–134 (Datum: 1980–1982).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scott, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Marine- und Landschaftsmaler |
| GEBURTSDATUM | 1702 |
| GEBURTSORT | London |
| STERBEDATUM | 12. Oktober 1772 |
| STERBEORT | Bath |