Saab Draken
| Saab 35 Draken | ||
|---|---|---|
Saab Draken der schwedischen Luftstreitkräfte | ||
| Typ | Abfangjäger | |
| Entwurfsland | ||
| Hersteller | Saab AB | |
| Erstflug | 25. Oktober 1955 | |
| Indienststellung | 8. März 1960 | |
| Produktionszeit | 1955 bis 1974 | |
| Stückzahl | 615 neu gebaut (ohne umgebaute und nachfolgend exportierte Exemplare)[1] | |
| Kenngröße | J 35D | J 35F |
|---|---|---|
| Besatzung | 1 | |
| Länge | 15,35 m | |
| Spannweite | 9,40 m | |
| Höhe | 3,89 m | |
| Flügelfläche | 49,20 m² | |
| Flügelstreckung | 1,8 | |
| Flächenbelastung | 166 kg/m² | – |
| Leermasse | 8.250 kg | 7.425 kg |
| Startmasse | maximal 11.917 kg | normal 9.250 kg maximal 10.280 kg |
| Treibstoffvorrat | 3000 l | – |
| Triebwerke | 1 TL Svenska Flygmotor RM6C Typ 66, 7761 kp mit Nachbrenner | 1 TL Svenska Flygmotor RM6C Typ 67, 8000 kp mit Nachbrenner |
| Höchstgeschwindigkeit | 2124 km/h in 11.000 m | |
| Steiggeschwindigkeit | 200 m/s in Bodennähe | 250 m/s in Bodennähe |
| Steigzeit auf 15.200 m | – | 4:30 min |
| Dienstgipfelhöhe | 18.300 m | 20.000 m |
| Reichweite | maximal 2000 km | normal 1120 km |
| Startstrecke | – | 1550 m |
Rettungssysteme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Draken war ein von Saab entwickelter Zero/Zero-Schleudersitz vom Typ 73SE-F installiert.
Bewaffnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Rumpf integrierte Rohrwaffen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2 × 30-mm-Revolver-Maschinenkanonen ADEN M-55 in den Flügelwurzeln mit je 90 Schuss Munition
An 13 Außenlaststationen (bis zu 2900 kg)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Luft-Luft-Lenkflugkörper
- 6 × Startschienen für je 1 × RB24 (Robotsystem 24, schwedische Lizenzproduktion der Raytheon AIM-9B „Sidewinder“) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken
- 4 × Saab RB-27 (Robotsystem 27, schwedische Lizenzproduktion der Hughes HM-55 / AIM-26B „Falcon“) – halbaktiv radargelenkt für Kurzstrecken
- 4 × Saab RB-28 (Robotsystem 28, schwedische Lizenzproduktion der Hughes HM-58 / AIM-4C „Falcon“) – infrarotgesteuert für Kurzstrecken[4]
Luft-Boden-Lenkflugkörper
- 2 × Martin-Marietta AGM-12B „Bullpup“ – funkgesteuerte Lenkflugkörper (nur Saab 35XD)
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
- 4 × Raketen-Rohrstartbehälter SAAB Raketkapsel M57 für je 19 ungelenkte M55-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 75 mm
- 12 × ungelenkte Bofors-135-mm-M56/M60-Luft-Boden-Raketen[5]
- 6 × LAU-261-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 × ungelenkte FFAR-Luft-Boden-Raketen Mk.40; Kaliber 70 mm, (nur Saab 35XD)
Ungelenkte Bomben
- 2 × Mark 83 LDGP
- 4 × Mark 82 „Snake Eye“ (227-kg-Freifallbombe mit Verzögerung) (nur Saab 35XD)
- 4 × Mark 82 LDGP (227-kg-Freifallbomben, nur S35XD)
- 4 × Mark 20 „Rockeye II“ (220-kg-Streubomben, nur S35XD)
- 6 × Bofors m/60 „Lepus“ (80-kg-Leuchtfackelbombe zur Gefechtsfeldbeleuchtung mittels Magnesium, Fall verzögert durch Fallschirm; nur S35E)
Zusatzbehälter
- 4 × abwerfbarer Zusatztank für 530 Liter (140 US-gallons) Kerosin
- 2 × abwerfbarer Zusatztank für 1275 Liter (332 US-gallons) Kerosin (nur F-35F)
- 1 × Vinten „Blue Baron“-Aufklärungsbehälter für fotografische Nassbild-Nachtaufnahmen mit integrierten Blitzapparaten
- 1 × Infrarot-Aufklärungsbehälter Förenade Fabriksverken (FFV) Red Baron (auch als LIRAS bezeichneter Behälter mit IR-Line-Scanner; nur RF-35)
- 1 × Northrop Grumman AN/ALQ-162-EKF-Störbehälter (nur F-35)
- 1 × „Kapsel A“-EKF-Störbehälter (auch bekannt als SAAB-U22-Störkapsel oder KA)[6]
- 1 × „Kapsel B“-Täuschkörperwerfer-Behälter (auch bekannt als Störkapsel BOX 9 oder KB)
- 1 × A-38K-EKF-Störbehälter
Superstall und Kobramanöver
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Der Draken gehört zu den Flugzeugen, die im Strömungsabriss aerodynamisch superstabil werden und diesen Zustand nur schwer überwinden können. Diese bekannte als Superstall bezeichnete Schwachstelle der Maschine (s. Deep Stall) konnte sich bei großen Anstellwinkeln zeigen. Das gezielte Einleiten großer Anstellwinkel, um die schnelle, wirkungsvolle Reduzierung des Anstellwinkels zu üben, gehörte daher für die Piloten zum Trainingsprogramm. Aus diesen Trainingsmanövern, einen Superstall zu vermeiden, entwickelte sich richtig gehandhabt eine wirkungsvolle Luftbremse, die eine folgende Maschine überschießen lässt und die bremsende Maschine in Verfolgerposition bringt. Das Flugmanöver wurde von den schwedischen Piloten Kort Parad (dt. kurze Parade im Sinne von schneller Abwehr) genannt und wurde von ihnen im Kalten Krieg, wenn sie z. B. über der Ostsee auf russische Maschinen trafen, demonstriert.[7]
Diese bereits Anfang der 1960er von der schwedischen Luftwaffe mit dem Draken entwickelte Kort Parad wurde erstmals 1989 auf der französischen Flugschau in Le Bourget von Wiktor Pugatschow in der Öffentlichkeit gezeigt und Pugatschows Kobra (Kobramanöver) genannt.
Nutzerländer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei Saab wurden insgesamt 606 Draken-Serienflugzeuge in Linköping gefertigt.
Dänemark (Flyvevåbnet – dänische Luftstreitkräfte): 51 (20 × A-35 + 20 × RF-35 + 11 TF-35)
Finnland (Suomen ilmavoimat – finnische Luftstreitkräfte): 48 (12 × J 35XS + 24 × J 35FS + 5 × Sk 35CS + 6 × J 35BS)
Österreich (Bundesheer – Luftstreitkräfte): 24 × J 35 OE sowie 5 Maschinen als Ersatzteilspender.
Schweden (Flygvapnet – schwedische Luftstreitkräfte): 556 (90 × J 35A + 61 × J 35B + 90 × J 35D (wovon 24 an Österreich verkauft wurden) + 60 × S 35E + 230 × J 35F + 25 × Sk 35C; aus J 35A umgebaut)
- Zivile Nutzer:
Vereinigte Staaten (Flight Research Inc. – The National Test Pilot School (NTPS)): 6 ehemals dänische Draken.
Vereinigte Staaten (Flight Test Dynamics LLC): 5 ehemals dänische Draken.- Schweden (Swedish Air Force Historic Flight): 2 ehemals schwedische Draken: Sk 35C (s/n 35810) (SE-DXP) „F 10-79“ und J 35J (s/n 35556) (SE-DXR) „F 10-56“.
Museale Rezeption
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Im Außenbereich des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums befindet sich ein rund um die Uhr der Öffentlichkeit zugängliches Exemplar einer Draken, die vom österreichischen Bundesheer ausgemustert wurde. Zwei weitere Exemplare, die zuständigkeitshalber dem Heeresgeschichtlichen Museum zuzuzählen sind, befinden sich in der Militärluftfahrtausstellung im Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg, darunter auch die Draken im viel beachteten rot-weiß-roten Ostarrichi-Jubiläumsanstrich. Im Fliegerhorst Hinterstoisser besteht für die Ausstellungsbesucher die Möglichkeit, sich ins Cockpit der Draken zu setzen und davon ein Erinnerungsfoto anfertigen zu lassen. Des Weiteren wurde in der dortigen Museumswerkstätte damit begonnen, von der Saab Draken mit der Dienstbezeichnung „12“ im Rahmen einer Matura-Diplomarbeit der HTBLA Eisenstadt Flugtechnik, ein Schnittmodell anzufertigen. Jener Draken mit der Betriebsnummer „17“ wurde in der niederösterreichischen Stadt Tulln am Kreisverkehr Königstettner Straße / Kreuzung B14 ausgestellt. Zwei weitere ausgemusterte Maschinen, eine der Schwedischen Luftwaffe und eine der Luftstreitkräfte des Bundesheeres befinden sich im Österreichischen Luftfahrtmuseum am Flughafen Graz Thalerhof. Eine weitere Maschine befindet sich zudem auf dem öffentlich zugänglichen Gelände der FH Joanneum in Graz, hinter dem Versuchslabor des Luftfahrtinstituts.[8]
Im Zuge des Baues der Umfahrung Neubau wurde 2009/2010 zwischen der Zufahrtsstraße zum Fliegerhorst Vogler und der B1 die Saab Draken J 35D (J 35OE) mit der Seriennummer 35-340 (Serialnummer 35-1411)[9] als Schauobjekt aufgestellt. Dieser Abfangjäger wurde um 1965 gefertigt, am 14. Oktober 1988 dem Österreichischen Bundesheer überstellt und im April 2005 ausgemustert.[10]
Im Museum Bornholms Tekniske Samling auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm wird ebenfalls ein Draken ausgestellt.[11]
Des Weiteren befindet sich die österreichische Saab Draken J350E mit der Betriebsnummer "02" im Aeroscopia in Blagnac, Frankreich.[12]
Seit 2008 wird der österreichische Saab Draken mit der Dienstbezeichnung „04“ im Technik Museum Speyer ausgestellt.[13]
Bemerkenswertes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Saab J-35 Draken ist in dem Film Airborne – Flügel aus Stahl zu sehen, wo sie von Drogenbaronen genutzt wird.
- Zwei schwedische Saab J-35 Draken sind in dem Film Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern zu sehen, wie sie eine deutsche F-104 begleiten, die in den schwedischen Luftraum geflogen ist, nachdem der Pilot bewusstlos geworden war.
- In der Luftfahrtcomicserie Buck Danny steht die „Draken“ in den Bänden 38–40 ebenfalls im Dienst von Drogenbaronen (die Originaltitel dieser Ausgaben lauten La Vallée de la mort verte, Requins en mer de chine und Ghost queen).
- Die Baupläne der Draken wurden durch Stig Wennerström an die Sowjetunion verraten.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Saab-Draken-Story (aus österreichischer Sicht) (archivierte Kopie. [ vom 24. März 2016 im Internet Archive])
- Saab Draken auf Airpower.at
- umfassende Dokumentation über die Draken ( vom 4. Januar 2005 im Internet Archive) (englisch, schwedisch)
- Saab J35 Draken trainers doing the Swedish Cobra Maneuver
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Bo Widfeldt, Stefan Wembrand: Saab 35 Draken – Sweden’s double-delta dragon. In: International Air Power Review. Vol. 5, 2002, S. 160.
- ↑ Saab 35 Draken. Saab, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2020; abgerufen am 26. Februar 2020 (englisch): „The […] Saab 35 Draken (Dragon in English) had dual-delta wings […]“
- ↑ Wolfgang Mühlbauer: Saab Draken: Langlebiger Doppeldelta. In: Flugzeug Classic, Nr. 7. GeraMond, München 2019, ISSN 1617-0725, S. 23.
- ↑ RB27/28 –Robot 27/28 J– aktrobot RB27 och RB28 Falcon. In: Arboga Robotmuseum – Robothistoriska Föreningen i Arboga. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 20. Oktober 2020; abgerufen am 4. Juni 2023 (schwedisch).
- ↑ Bill Gunston: Moderne Kampfflugzeuge, Motorbuchverlag, 2001.
- ↑ Swedish countermeasures – S 35E Draken countermeasures. In: canit.se. 9. Februar 1998, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 9. Februar 1999; abgerufen am 11. Februar 2026 (englisch).
- ↑ J35 – Draken. F 10 Kamratförening, 22. Oktober 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2016; abgerufen am 19. März 2024 (schwedisch).
- ↑ Webpräsenz des Österreichischen Luftfahrtmuseums Graz-Thalerhof. In: luftfahrtmuseum.at. Österreichisches Luftfahrtmuseum Thalerhof, abgerufen am 11. Februar 2026 (siehe Saab Draken links im Bild der Museumshalle): „Zu den ausgestellten Jets gehören die Atlas/Aermacchi MB-326M "Impala", […] die Saab Sk35C "Draken" und die Saab J 35 OE "Draken".“
- ↑ Bundesheer: Letzte Reise eines Draken; abgerufen am 9. Nov. 2016.
- ↑ Gotech Austria: Saab S35OE Mk.2 “Draken”; abgerufen am 9. Nov. 2016.
- ↑ Draken (sv.: Dragen) er et svensk kampfly, bygget af Saab i 644 eksemplarer, hvoraf Danmark har haft 51 i perioden fra 1970 til 1993. Webseite des Museums (dänisch).
- ↑ Aeroscopia Museum. In: aeroscopia.fr. Abgerufen am 24. April 2024 (englisch).
- ↑ Fliegermagazin vom 7. Februar 2008: Österreichischer Abfangjäger für das Technik Museum Speyer. Jahr Media GmbH & Co. KG.







